Verhalten & Psychologie

Hallo zusammen! Gerne möchte ich euch fragen, ob ihr mir weiterhelfen könnt, um meine Hündin richtig zu verstehen. Und vielleicht hat der eine oder andere ähnliche Erfahrungen und wir können uns austauschen. Ich habe drei Hunde, zwei kleine Jack Russel Terrier mix und meine Mia ist aus Rumänien vor etwas mehr als 1 1/2 Jahren dazugekommen (sie sieht bisschen nach einem Border Collie aus, hat aber nicht den Spieldrang, den ein BC hat). Mia ist etwa 7 Jahre, sehr freundlich, ängstlich aber bewacht unglaublich gern. Unsere Megan ist etwa 5, unsicher und bei Begegnungen mit anderen Hunden lässt sie zwar die „Große“ raushängen, mag dabei einfach nur spielen und jagen. Sie ist keinesfalls aggressiv, sie ist erst stürmisch, da ich vermute, dass sie als Streunerin damals sich hat gegen andere zur Wehr setzen müssen und mit dem „Attackegehabe“ sich stark darstellen möchte. Stress mit anderen Tieren geht sie aus dem Weg, wie gesagt, sie ist unsicher aber überaus intelligent, um die Gefahr richtig einzuschätzen. Mia ist super sozial, mag auch nicht jeden Hund kennen lernen, kommt mit allen klar und nach kurzem Kennenlernen war s das auch für sie. Wenn Megan aber anfängt auf andere Hunde loszustürmen oder mit einem Bellen beginnt, so geht Mia dazwischen und korrigiert sie einmal laut. Macht sie das, um Megan zu beschützen, oder weil sie das Gehabe nicht mag? Wir sind jetzt seit zwei Wochen im Urlaub, hier ist mir aufgefallen , dass unsere kleine unsere Wasserratte Marshmallow beschützt! er ist der Rudelführer, schwimmt für sein Leben gern. Auch wenn die Mädels andere Hunde kennen lernen , spielen, ist es paar Mal vorgekommen, dass beide den Herren zu beschützen beginnen, sobald er aus dem Wasser kommt 🤷🏻‍♀️ er ist zwei mal schon im Urlaub gebissen worden… Es ist spannend ihr Vehalten zu beobachten. Für mich ist es wichtig zu wissen, ob ich es aber richtig interpretiere oder was anderes dahinter steckt. Ich freue mich sehr auf eure Meinungen !!!
Meine Hündin korrigiert andere Hündin, wie kann ich ihr Verhalten verstehen?Meine Hündin korrigiert andere Hündin, wie kann ich ihr Verhalten verstehen?
Hallo zusammen, Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen und/oder Tipps, wie ich meiner Hündin in folgendender Situation helfen kann und woher diese Angst kommt. Ich hab seit Mitte Januar eine inzwischen knapp 8 Monate alte Tierschutzhündin aus Rumänien bei mir, die anfangs extrem viel Angst draußen beim spazieren hatte. Nach paar Wochen wurde sie immer mutiger und lief gut an der Leine, ohne viel Angst zu zeigen. In der Straße, wo wir wohnen, war es aber noch länger so, dass sie hier deutlich mehr Anst hatte (klein machen, Schwanz zwischen die Beine, Zittern, nimmt keine Leckerli), sobald wir aber um die Ecke gegangen sind, war alles gut. Einige Wochen war es auch in unserer Straße gar kein Problem mehr, jetzt seit knapp einer Woche zeigt sie dort aber wieder das gleiche, ängstliche Verhalten wie am Anfang. Einmal um die Ecke ist wieder alles gut. Kurz bevor sie das Angstverhalten wieder zeigte, hatte sie sich sehr vor einem Skateboard erschrocken, da das aber etwas die Straße hoch war und sie dort nicht am meisten Angst zeigt, würde ich ihre Angst nicht unbedingt darauf zurückführen. Ich wohne zwar mitten in München, meine Straße ist aber relativ ruhig, es gibt viel grün, an der Straße an sich sollte es also auch nicht liegen. Wenn ich die Sachen fürs Gassi gehen vorbereite, versteckt sie sich inzwischen auch wieder unter meinem Bett, während sie sich davor immer gefreut hat, wenn ich das Geschirr in die Hand genommen habe. Hättet ihr Einschätzungen woran das liegen könnte? Wars das Skateboard, vielleicht nur eine neue Angstphase während der Pubertät, ...? Danke euch 🙂
Folgende Text habe ich gerade in Facebook gelesen und finde ihn wirklich toll. Daher wollte ich ihn mit euch teilen- ich denke es ist im Sinn des Autors. Hundehalter bekommen oft, wenn sie für ihren Hund Kontakt mit fremden Hunden ablehnen, zu hören, dass ihr Hund "schlecht sozialisiert" wäre. Es fallen Sätze wie: "ach ist er unverträglich"? oder "was haben Sie für einen aggressiven Hund"? Diese Sätze werden dann von tiefsinnigen, vielsagenden und immer vorwurfsvollen Blicken begleitet. Solche Sätze sind gemein, denn sie sollen dem Gegenüber suggerieren, in der Erziehung des eigenen Hundes versagt zu haben. Das erzeugte Gefühl: man erfüllt nicht die Erwartung einen uneingeschränkt und in jeder Situation freundlichen Hund zu haben. Manche Hundehalter fühlen sich dadurch so unter Druck gesetzt, dass sie lieber lügen. Sie schummeln dann indem sie sagen ihr Hund hätte Flöhe oder eine schlimme ansteckende Krankheit. Andere Hundehalter stürmen Hundeschulen in der Hoffnung einen mit jedem Hund verträglichen Hund zu bekommen. Durch diese Forderung nach dem ultimativ verträglichen Hund unterliegen sie anscheinend dem Druck, ihren Hund zwanghaft dahin erziehen zu müssen, dass er sich sofort freundlich und spielbereit gegenüber jeden anderen Hund verhalten und aggressives Verhalten anderer Hunde einfach ignorieren soll. Das allgemeine "Totschlagargument" bei der Forderung zum "ich spiele mit allen Hund" ist, dass der Hund doch ein Rudeltier sei. DAS STIMMT NICHT Hunde sind zwar Rudeltiere aber auf Hundewiesen trifft sich kein "Rudel", sondern fremde Hunde. Sind es mehrere Hunde die sich kennen, spricht man von einer Meute, nur bei Hunden die aus einem Familienverband stammen ist der Begriff "Rudel" zulässig. Wenn das Gegenüber mit diesem Argument kommt, dann empfiehlt sich ein mitleidiger, vielsagender, tiefer Blick und die kurze Anmerkung: "Sie verstehen aber nicht viel von Hunden"? MENSCHEN DIE MEINEN JEDER HUND "SPIELT" MIT ANDEREN HUNDEN HABEN UNRECHT Hunde wissen nichts um die menschliche Definition von Sozialverträglichkeit. Sie sehen auch keinen Sinn dahinter mit fremden Hunden "spielen" zu müssen. Ganz unter uns - ist das bei Menschen anders? Welcher Mensch mag schon jedem anderen Menschen etwas zu tun haben? Hier haben wir also einen höheren moralischen Anspruch an unsere Hunde als an uns selbst. Unsere Hunde sollen das tun, was wir selbst niemals tun würden - mit jedem fremden Menschen, ganz ohne Kennenlernphase gut Freund sein. HUNDEBEGEGNUGEN BRAUCHEN MANAGEMENT Ein Hundehalter, der darauf hofft, dass der eigene Hund ohne jegliches Management und Führung durch seinen Menschen immer freundlich bleibt, nie in einen Konflikt gerät und uneingeschränkt hundespielwiesentauglich ist, hat eine realitätsfremde Erwartungshaltung an seinen Hund. Ausgeprägt ist dieses Verhalten meist bei Einzelhundehaltern. Sie meinen es gut aber die Folgen sind fatal. Hundebegegnungen sind nur dann eine Bereicherung wenn die Vierbeiner Zeit haben einander kennen zu lernen und auch entscheiden dürfen welchen Hund sie mögen und welchen nicht. Bevor man sich in Hundebegegnungen stürzt sollte man 2 Dinge tun: Ein sicheres Abbruchkommando trainieren und sich einen realistischen Blick für die Bedürfnisse und Vorlieben des eigenen Hund aneignen. DER TUTNIX Wenn ein Hund in Lauerhaltung flach am Boden liegt und einen anderen Hund fixiert, dann ist das keine Spielaufforderung. Wenn ein Vierbeiner wie ein D-Zug in eine Gruppe von Hunden kracht ist das keine freundliche Handlung und jeder vernünftige Hund wird das umgehend sanktionieren. Wenn ein Rüde eine Hündin bedrängt, ist das nicht "lieb" und jede anständige Hundedame wird dem Hundemann zeigen wo der Bartl den Most holt. Hundehalter die ihre Hunde so agieren lassen sind ausgesprochen unbeliebt. Sie zeigen, dass ihr Hundewissen bei Null liegt und sie gefährden andere Hunde, möglicherweise auch fremde Menschen. Es soll schon Schlägereien deswegen gegeben haben, nicht zwischen den Hunden sondern zwischen Zweibeinern. Dem Tutnix tut es ebenfalls selten gut. Entweder wird er von einem größeren Hund verhauen oder er macht eine unliebsame Begegnung mit einem Zweibeiner der seinen Hund beschützen will. In jedem Fall wird es eine unerfreuliche Erfahrung sein, die das Verhalten des Hundes negativ prägen kann. SOZIALVERTRÄGLICHKEIT Sozialverträgliche Hunde nähern sich langsam und respektvoll, sie laufen Bögen, sie geben anderen Hunden Raum und ziehen sich zurück wenn sie merken, dass der andere Vierbeiner keinen Kontakt wünscht. Sie sind weder aufdringlich noch überdreht. Wer solches Verhalten seines Hundes zulässt, ist auch als Hundebesitzer alles andere als „sozialverträglich“. Die Sozialverträglichkeit des eigenen Hundes beginnt beim Besitzer und zwar mit der Einstellung niemanden belästigen zu wollen, sie bedeutet Neutralität des Hundes gegenüber seiner Umwelt und sie bedeutet Kommunikation unter Hundehaltern. VERTRÄGLICHKEIT KANN MAN NICHT ANERZIEHEN Man kann die Einstellung seines Hundes zu anderen Hunden nicht mit Erziehung verändern. Man kann ihm nicht anerziehen jeden fremden Hund zu mögen. Man kann niemals Charakter durch Ausbildung verändern. Was man kann, das ist einen Hund zum Gehorsam zu erziehen, so dass man Hundebegegnungen moderieren und eventuell auch abbrechen oder ganz vermeiden kann. Ein sozialverträglicher Hund ist ein Hund der Konflikten aus dem Weg geht, sie vermeiden kann. Keinesfalls aber ein Hund der mit allen anderen Hunden Kontakt sucht. Auch ein Hund hat das Recht andere Hunde nicht zu mögen. Er hat das Recht auf seine Individualdistanz. Das macht ihn nicht zu einem "schlechten Hund", ganz im Gegenteil. ALLE HUNDE SPIELEN Das ist ein menschliches Konzept, eine Vorstellung die vorwiegend bei wenig hundeerfahrenen Menschen zu finden ist. Hunde "spielen" selten, meist "trainieren" sie. Wenn eine Meute einen kleinen Hund hetzt, dann ist das nicht ein Fitlauf sondern Jagdverhalten. Was Hunde gerne tun ist, dass sie mit anderen Hunden kooperieren, das impliziert aber dass der Mensch dabei mitmacht. Hundehalter die tief in ihrem mobilen Telefon versunken sind oder tratschen, die sind keine Kooperationspartner sondern Menschen die ihren Hund "abgeben", ihn sich selbst überlassen. Wenn es dann kracht, dann fallen diese Menschen aus allen Wolken und machen meist alle anderen aber nie sich selbst dafür verantwortlich.
Müssen Hunde mit jedem Hund "sozialisiert" sein?