Verhalten & Psychologie

Wer kennt es nicht, der Rüde schnüffelt gefühlt an jedem Grashalm und bleibt alle 2 Sekunden stehen, um sein Bein zu heben. Aber auch bei Hündinnen kommt es vor. Aus biologischer Sicht dienen Markierungen in der Tierwelt der Abgrenzung des eigenen Reviers, sowie der Weitergabe von Informationen. Markieren ist also Kommunikation. Es gibt mehrere Arten zu markieren: auch wälzen ist eine davon. Einerseits verteilt man dort seinen Eigengeruch und andererseits man nimmt den Geruch des Ortes an und trägt ihn weiter. Auch optische Markierungen gibt es: Kratzspuren an Bäumen oder in der Wiese, stolzes Show-Laufen wenn man etwas gejagt hat etc. Außerdem markieren Säugetiere auch ihre Sozialpartner. So pinkelt der Rüde sein Weibchen, oder in manchen Fällen auch seinen Menschen an, um nach außen hin zu zeigen „wir sind ein Team, wir sind stark“. Wir Menschen Markieren übrigens auch: Zäune, Handtücher auf Liegen - Optische Markierungen, welche der Abgrenzung dienen. Tierpsychologen ordnen Markieren dem Drohverhalten zu, denn: Drohverhalten ist Vermeidungsverhalten. Es soll die Distanz vergrößern und Auseinandersetzungen vorbeugen. „Bitte geh auf Distanz, ich möchte keinen Streit“. Es kann jedoch auch Beschwichtigend gemeint sein: beispielsweise bei Welpen die sich unterwürfig einpinkeln. Wieder dient das Verhalten zur Distanzvergrößerung. Wenn der Hund nun beim Gassigang Artgenossen am besten noch des gleichen Geschlechts und im ähnlichen Alter (größte Konkurrenz) trifft, dann geht er davon aus, dass seine Kommunikation nicht verstanden wurde. So erklärt sich eventuell die ein oder andere Leinen Aggression. Die Absicht des Urinierens variiert je nach Lebensphase des Hundes. (Läufige Hündinnen und Junghunde markieren vermehrt, da sie Partner finden wollen). Daher liegt es mal wieder an uns, uns zu Informieren , die Situation des Hundes zu verstehen und zu Reflektieren wie wir damit umgehen.
Anregung: Markierverhalten
Hallo ihr Lieben, Wir haben mittlerweile echt Stress mit unseren Nachbarn. Die haben einmal nachts um 1 geklingelt(!), weil unsere Hündin sich gekratzt hat und mit der Pfote auf den Boden gekommen ist. Angeblich war das so laut, dass ihr Kind wach geworden ist (ne halbe Stunde nachdem sie da waren haben wir gehört, dass es angefangen hat zu heulen). Heute hat mein Mann um 21:20 mit unserer Hündin (4 Monate alt) in einem anderen Zimmer gespielt und dann haben sie geklingelt, weil das so laut sei und ihr Kind dann nicht schlafen könnte. Dabei gehen wir schon nicht mit ihr ins Schlafzimmer, wenn sie nicht ganz müde ist, damit es die nicht stört. Auch als mein Mann das gesagt hat und dass es sogar vor 22 Uhr ist, meinten die, dass ihnen das egal ist. Dabei sind sie selbst nach 22 Uhr noch wirklich so laut, dass wir nicht schlafen können, aber für uns galt immer „leben und leben lassen“. Ich habe denen jetzt einen Brief geschrieben, dass sie jetzt 4 Monate alt ist und auch Grenzen austestet (heute natürlich nicht, aber sonst macht sie das schon manchmal, bevorzugt abends) und sie uns bitte sagen sollen wann und wo sie ihr Kind ins Bett bringen, damit wir wissen wo wir uns dann nicht so aufhalten sollten. Der Plan ist in einem Jahr umzuziehen wegen einem neuen Job, deshalb ist es jetzt halt schwierig umzuziehen. Problematisch ist auch, dass der Nachbar unten der Stiefsohn von unserem Vermieter ist und seine Frau 100% hinter allem steht was die machen, egal wie absurd es ist („bitte macht um Uhrzeit XY eure Rollläden runter, sonst wacht unser Kind auf“ etc.) und unser Vermieter sich nicht gegen seine Frau stellen will und sich da nicht verantwortlich fühlt. Mittlerweile ist es aber für mich so, dass die Fronten verhärtet sind und ich mich von denen extrem eingeschränkt fühle was mein Verhalten in unserer Wohnung angeht. Habt ihr vllt noch Tipps wie man damit umgehen kann? Wir müssen jetzt halt noch 1 Jahr mit denen klar kommen, langsam denke ich aber, dass ich das psychisch nicht aushalte, weil ich mich unter Druck fühle.
Unser 2jähriger Tierschutzhund ist seit ca 6 Monaten bei uns. Er fängt jeden Tag zur ungefähr gleichen Uhrzeit an zu Winseln und steigert sich dann ins bellen bzw. Kläffen. Das passiert immer ca. 30min vor der letzten Gassi Runde am Abend und eine Weile nach der abendlichen Fütterung. Nicht vor der Runde am Morgen und nicht vor der, am Nachmittag. Zwischen den Runden gehen wir häufiger in den Garten. Am Drang nach dem Geschäft kann es unserer Meinung nach nicht liegen. Wenn er muss, gibt er keinen Laut, sondern rennt zwischen Tür und mir hin und her. Das ist recht eindeutig. Was könnte also das bellen und Winseln bedeuten? Vorfreude auf die Gassi Runde? Warum dann nicht vor den anderen Runden? Beim bellen schaut er mich auch direkt an. Gehe ich auf ihn zu, kommt eine Spielaufforderung. Gehe ich darauf ein (natürlich nicht nach der Fütterung, da wird grundsätzlich nicht gespielt), will er nur ein paar Runden spielen, legt sich dann wieder mit Abstand zu mir und legt wieder mit Winseln los. Das gleiche passiert, wenn ich mich einfach nur zu ihm geselle und kraule, eine zeitlang ist das gut, dann steht er auf und legt wieder los. Ich kann ihn dann nicht zu mir rufen. Er hört dann einfach auf nichts. Wenn gar nichts mehr geht, stehen wir auf und verlassen einfach den Raum. Dann gibt er manchmal auf. Aber nicht immer. Häufig kläfft er, hört ein paar Minuten auf und fängt dann wieder an. Und ja, wir passen immer einen Moment ab, in dem er ruhig ist bevor wir zurück in den Raum gehen oder bevor wir mit ihm schließlich raus gehen. Was möchte das Tier mit mitteilen? Ich verstehe es nicht.