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Petra
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Anzahl der Antworten 10
heute 20:33

Unser Rocky hat plötzlich sein Verhalten geändert

Unser Rocky kommt aus dem Tierschutz aus Bosnien. Er lebt nun schon seit September 2023 bei uns. Als er kam, war er total ängstlich und zurückhaltend. Er kannte keine Spielsachen und war auch Menschen gegenüber sehr zurückhaltend. Zu uns beiden hat er eigentlich sehr schnell Vertrauen gefasst nur das Futter, welches er im Shelter bekommen hat, hat er nicht angerührt. Zwischenzeitlich hat er zu Hause viel Selbstvertrauen aufgebaut. Nun hat sich bei uns einiges geändert. Mein Mann ist in seiner Mobilität stark eingeschränkt. Er kann im Haus nur mit einer Gehhilfe laufen und somit auch nicht mehr mit Rocky Gassi gehen. Auch das Spielen mit ihm ist nur beschwerlich möglich. Rocky hat sich nun sehr stark mir zugewandt. Klar, ich gehe mit ihm spazieren, mache das Futter und spiele mit ihm. Seither hat sich das Verhalten von Rocky gegenüber meinem Mann verändert. Wenn er bei uns auf dem Sofa liegt und ich die Hand bei ihm auf dem Rücken liegen habe und mein Mann dann ihn auch anfassen möchte, dann schnappt er in seine Richtung. Nicht böse, aber er zeigt, daß er das nicht möchte. Schlafen tut er bei uns im Schlafzimmer auf seinem Bettchen. Er kommt kurz zum Gute Nacht sagen zu uns ins Bett, geht dann aber runter auf sein Bettchen. Da ist alles in Ordnung. Wenn mein Mann nachts aber aufstehen muss, weil er zur Toilette geht, mach das rausgehen keine Probleme. Kommt er aber zurück, dann knurrt er oder bellt meinen Mann sogar an. Wenn ich dann - aus- sage, ist er sofort wieder ruhig. Was komisch ist, wenn ich nicht zu Hause bin, dann liegt er neben meinem Mann auf dem Sofa und schmust mit ihm. Er legt sich auf den Rücken und präsentiert seinen Bauch und genießt es gestreichelt und gekrault zu werden. Es gibt auch Tage, da passiert das alles nicht und ich verstehe einfach nicht, was da los ist. Ich habe darüber nachgedacht, einen Hundepsychologen zu kontaktieren. Dann Frage ich mich wieder, ob das nicht der falsche Weg ist. Hat von euch jemand auch schon solche Erfahrungen mit Verhaktensänderungen gemacht, und wenn ja, habt ihr mir Tipps, wie ich das in den Griff bekommen kann? Rocky ist sonst so ein lieber und folgsamer Bursche und ich möchte einfach, daß er wieder zu sich zurück findet. Was ich noch vergessen habe, wenn ich mit ihm spazieren gehen und es kommen mir Leute entgegen, die dunkel angezogen sind, dann wird er auch komisch. Schäferhunde hasst er. Ich weiß aber, daß er von einem Schäferhund während seiner Zeit auf der Straße, also bevor er im Shelter gelandet ist, gebissen worden ist. Im Auto bellt er, wenn Menschen oder auch Autos unserem Auto zu nahe kommen. Das macht er auch erst seit einigen Wochen. Ich hoffe ihr habt ein paar Ideen für mich, damit ich Rocky wieder auf Normalstufe bekomme. Danke im Voraus und liebe Grüße Petra
 
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Carola
Beliebteste Antwort
heute 18:46
Hunde reagieren sehr stark auf Körpersprache und ich vermute mal dass dein Mann sich anders bewegt als er es vorher getan hat. Ich denke dass ihn das verunsichert und er merkt natürlich auch dass du jetzt mit ihm alleine raus gehst.
Ich denke er wird sich nach und nach daran gewöhnen.
 
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Carola
heute 18:46
Hunde reagieren sehr stark auf Körpersprache und ich vermute mal dass dein Mann sich anders bewegt als er es vorher getan hat. Ich denke dass ihn das verunsichert und er merkt natürlich auch dass du jetzt mit ihm alleine raus gehst.
Ich denke er wird sich nach und nach daran gewöhnen.
 
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Edda
heute 18:59
Vielleicht kann Dein Mann ihm das Futter machen und geben. Dann ist er in die Versorgung einbezogen.
 
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Sabine
heute 19:59
Immer, wenn das Wort "plötzlich" ins Spiel kommt, halte ich eine Vorstellung beim TA für sinnvoll. Schmerzen, Schildrüsenveränderungen, Augenprobleme können Verhalten beeinflussen.
 
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Petra
heute 20:20
Immer, wenn das Wort "plötzlich" ins Spiel kommt, halte ich eine Vorstellung beim TA für sinnvoll. Schmerzen, Schildrüsenveränderungen, Augenprobleme können Verhalten beeinflussen.
Rocky ist aufgrund seiner Krankheit PLE in laufender tierärztlicher Betreuung. Schmerzen u.ä. kann ausgeschlossen werden. Ich vermute eher, was Carola schrieb, daß es an den total anderen Bewegungen meines Mannes liegt. Unsere Tierärztin ist auch dieser Meinung. Was ich auch glaube ist, daß Rocky mich beschützen will. Kann das nicht auch sein? Ich muss versuchen meinen Mann im Rahmen seiner Möglichkeiten mit einzubeziehen.
 
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Olli
heute 20:20
Hört sich so an, als ob Rocky seinen Status nun höher sieht, als den von deinem Mann.

Füttern wurde ja schon empfohlen, Handfütterung wäre nochmal intensiver, weil mehr Körperkontakt besteht.

Weiterhin würde ich den Toilettengang mit ihm zu einer Übung machen, d.h. dein Mann nimmt ihn mit zum Klo und kann so über Leckerliesuche bei der Rückkehr steuern, dass er nach deinem Mann ins Schlafzimmer kommt und kein Wachverhalten zeigt.

Fur deinen Mann wäre ein Seniorenmobil das Richtige. Er bindet sich die Leine um den Bauch und Hund läuft an durchhängender Leine nebenher.

Ich hab das jetzt mit Hunden bis 37 kg ausprobiert und die großen finden es toll auch mal zu galloppieren - natürlich nur bei kühlen Temperaturen. Selbst wenn starker Seitwärtszug auftritt, kippt das Ding (bei mir Dreirad) nicht um.

Das Teil hat weiterhin den Vorteil, dass der Hund körperlich gut gefordert wird.
 
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Carola
heute 20:25
Rocky ist aufgrund seiner Krankheit PLE in laufender tierärztlicher Betreuung. Schmerzen u.ä. kann ausgeschlossen werden. Ich vermute eher, was Carola schrieb, daß es an den total anderen Bewegungen meines Mannes liegt. Unsere Tierärztin ist auch dieser Meinung. Was ich auch glaube ist, daß Rocky mich beschützen will. Kann das nicht auch sein? Ich muss versuchen meinen Mann im Rahmen seiner Möglichkeiten mit einzubeziehen.
Beschützen glaube ich ehrlich gesagt weniger ich denke er ist eher verunsichert.
Kannst du nicht vielleicht versuchen den Hund mit in die Pflege für deinen Mann einzubeziehen? Er könnte ihm Socken bringen oder einen Pullover und dein Mann sollte natürlich auch sein möglichstes tun aber so lange Rocky Angst hat bzw verunsichert ist würde ich es vorsichtig angehen.
 
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Petra
heute 20:27
Hört sich so an, als ob Rocky seinen Status nun höher sieht, als den von deinem Mann. Füttern wurde ja schon empfohlen, Handfütterung wäre nochmal intensiver, weil mehr Körperkontakt besteht. Weiterhin würde ich den Toilettengang mit ihm zu einer Übung machen, d.h. dein Mann nimmt ihn mit zum Klo und kann so über Leckerliesuche bei der Rückkehr steuern, dass er nach deinem Mann ins Schlafzimmer kommt und kein Wachverhalten zeigt. Fur deinen Mann wäre ein Seniorenmobil das Richtige. Er bindet sich die Leine um den Bauch und Hund läuft an durchhängender Leine nebenher. Ich hab das jetzt mit Hunden bis 37 kg ausprobiert und die großen finden es toll auch mal zu galloppieren - natürlich nur bei kühlen Temperaturen. Selbst wenn starker Seitwärtszug auftritt, kippt das Ding (bei mir Dreirad) nicht um. Das Teil hat weiterhin den Vorteil, dass der Hund körperlich gut gefordert wird.
Gute Idee. Mein Mann bekommt morgen seinen elektrischen Rollstuhl für draußen. Da kann er dann mitgehen und Rocky selbst führen. Solange er noch am Rollator gehen konnte, hat das auch super geklappt. Er darf seit Dezember so gut wie gar nicht laufen. Er hat durch einen Sturz einen Charkot- Fuß und hat bis auf weiteres eine 2-Schalen-Othese, die das Laufen nahezu unmöglich macht. Wenn er dann in 3-4 Monaten seine Diabetikerschuhe hat ist das auch wieder besser.
Danke für den Tipp.
 
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Petra
heute 20:32
Beschützen glaube ich ehrlich gesagt weniger ich denke er ist eher verunsichert. Kannst du nicht vielleicht versuchen den Hund mit in die Pflege für deinen Mann einzubeziehen? Er könnte ihm Socken bringen oder einen Pullover und dein Mann sollte natürlich auch sein möglichstes tun aber so lange Rocky Angst hat bzw verunsichert ist würde ich es vorsichtig angehen.
Rocky ist in der Wohnung überall mit dabei. Er zeigt auch keine Angst vor den Gehhilfen, es sei denn, die fallen mal um, dann ist er weg. Das passiert aber auch wenn sonst was runterfällt und ein lauteres Geräusch macht. Die Angst vor lauten Geräuschen hat er noch nicht ganz weg, aber es ist schon deutlich besser als am Anfang.
 
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Olli
heute 20:32
Gute Idee. Mein Mann bekommt morgen seinen elektrischen Rollstuhl für draußen. Da kann er dann mitgehen und Rocky selbst führen. Solange er noch am Rollator gehen konnte, hat das auch super geklappt. Er darf seit Dezember so gut wie gar nicht laufen. Er hat durch einen Sturz einen Charkot- Fuß und hat bis auf weiteres eine 2-Schalen-Othese, die das Laufen nahezu unmöglich macht. Wenn er dann in 3-4 Monaten seine Diabetikerschuhe hat ist das auch wieder besser. Danke für den Tipp.
Jou, elektrischer Rollstuhl geht auch. Die Freundin von der Assustenzhundetrainerin heizt mit so einem Teil die Straße mit Hund lang. Das sind auch so ~ 20 km/h.

Aus praktischen Gründen gehst du vorher ne kurze Löserunde und danach 'arbeitet' dein Mann mit ihm am ERolli.
 
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Karin
heute 20:33
Ich habe die Vermutung das dadurch das dein Mann nun weniger mit Rocky macht und Dinge nun anders gemacht werden er damit seinen Unmut zeigt. Der niedrigste bekommt es halt ab. 🤷‍♀️ Die Frage ist halt wie ihr darauf reagiert? Ich persönlich würde da für ganz klare Regeln sorgen.
Schnappt dein Hund auf der Couch nach deinem Mann, fliegt er von der Couch runter. Nicht dein Mann sondern der Hund! 😂🤭
Knurrt der Hund im Schlafzimmer deinen Mann an, fliegt er raus. Erst wenn er sich beruhigt, nach einer kurzen Weile, lädt dein Mann ihn freundlich wieder ein dazu zu kommen. So wird er es schnell lernen. Ich würde das nicht so stehen lassen. Im Prinzip ist es ja nett das der Hund erst knurrt bevor er evtl mal stärker Nachdruck machen würde. Und nein, ich halte deinen Hund für nicht gefährlich sondern für kommunikativ. Damit kann man gut arbeiten! LG 👋