Ich bin sicher, dass es das gibt, da ich selber seit fast 12 Jahren eine Hündin habe, die klare Züge von Autismus zeigt. Literatur war zumindest zu Beginn Fehlanzeige, keine Ahnung ob's inzwischen dazu etwas gibt. Aber als Hundetrainerin kann ich das sicher ganz gut beurteilen. Ich habe fast 4 Jahre gebraucht um vollständig mit ihr zum Team zusammenzuwachsen. Eben deshalb, weil " es sowas bei Hunden ja eigentlich nicht gibt bzw. nicht so bekannt war". Es war eine echte Herausforderung, aber sie " funktioniert " heute extrem gut, weil sie uns, also meinem Mann und mir sehr stark vertraut. Genau wie bei Menschen mit Autismus helfen klare Strukturen, Rituale, klare Abläufe. Sie ist sehr intelligent und ich hatte nie zuvor einen so extrem disziplinierten Hund. Sie ist fast schon ein Streber, alles was sie macht, macht sie sehr, sehr zuverlässig und richtig. Sie ist allerdings nicht so perfekt sozialkompetent, mag nicht gerne Enge, Nähe von fremden Hunden oder Menschen. Außer von mir und meinem Mann und Person/Hunde die sie gut kennt. Die ersten 3 Jahre waren extrem anstrengend und haben mich tatsächlich sehr gefordert. Gerade, weil sie so außergewöhnlich ist bzw. war und bis mir klar war, was wirklich ihr Problem ist. Alles brauchte Zeit um sich einzuspielen. Gearbeitet und gelernt hat sie imner sehr gerne und schnell. Wir können sie tatsächlich im Alltag überall mit hinnehmen, wie jeden "normalen" anderen Hund auch. Sie weiß inzwischen, dass sie sich voll auf uns verlassen kann und verlässt sich darauf, dass wir sie schützen wo es notwendig ist. Panikattacken, die früher alltägliche waren, Fluchtmodus in vielen Situationen, gibt es seit vielen Jahren bei ihr nicht mehr. Ruhe und Geduld und Zuverlässigkeit helfen einem solchen Hund sehr und sind unerlässlich.