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Laura
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Anzahl der Antworten 25
heute 19:29

Autismus bei Hunden

Hallo zusammen, ich habe mit meinem Hund schon einiges ausprobiert an Sachen Training komme aber immer wieder zu den gleichen Symptomen/Problemen zurück. Ich mag das jetzt auch gar nicht so viel breit treten, aber mir wurde jetzt von mehreren Menschen schon gesagt, dass es wirkt als hätte meine Hündin Autismus. Ich wusste bis zu dieser Äußerung gar nicht, dass Hunde auch Autismus haben können und war erstmal baff. Zum Kontext: ich war schon beim Tierarzt und habe das Thema angesprochen, aber leider wird da nicht so viel Wert auf die Psychologie eines Hundes bzw. innere Krankheiten nenne ich es mal, gelegt. Da kam also nicht wirklich was heraus weil wir nicht ernst genommen worden sind. Wer sich aber besser damit auskennt, war unser Hundetrainer und er hat sich diesbezüglich auch eingelesen und bestätigt dass die Symptome dazu passen würden. Das Problem ist, dass es keinen Test für uns „Normalsterbliche“ gibt um das herauszufinden. Es wurden bereits Autismus Gene beim Hund nachgewiesen, somit ist die Krankheit auch wirklich beim Hund nachweisbar aber eben nicht für uns. Nur durch Verhaltensanalyse. Leider habe ich im Internet kaum etwas dazu gefunden und ich wollte mich erkundigen, ob vielleicht jemand von euch gute Bücher, Websites oder Ähnliches zu diesem Thema empfehlen kann. Ich würde mich wirklich gerne dazu einlesen, damit ich mich besser damit auseinander setzen kann. Danke an alle, die sich die Mühe machen, das hier zu lesen und eventuell ein Kommentar hinterlassen! 😊
 
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Laura
heute 14:21
Dieses anstarren klingt für mich erstmal wie ein Freeze. Ich kann dazu auch Mal ein Beispiel beim Tierarzt geben. Zwerg hatte sporadisches hinken. Ich also zum Arzt - checken, möglichst dann, wenn es auch Auftritt. Dazu war dann neuer Arzt (wegen öffnungszeiten). In dieser Praxis ist sie so erstarrt und erstarrt geblieben. Die Tierärztin hat versucht Reflexe und Triggerpunkte zu aktivieren. Und meinte auch, laut Untersuchungsergebnis müsste dieser Hund nerventot und querschnittsgelähmt sein. Die war einfach erstarrt und wollte nicht wach werden. Ein Brett quasi. Sobald sie vom Tisch kam, wieder normal. Das war nicht das erste Erlebnis, wo ein Arzt wegen diesem Freeze meinte, an ihr könnte was nicht stimmen neurologisch.. das haben wir aber im Alltag nicht. Oder dieses Freeze eher nur ganz zu Anfang(Umweltreize waren für einen animal hoarder Hund anfangs komplett zuviel) . Ich Pack das bei Angstmauern ein. Ist jetzt nicht als Vergleich gemeint, nur dass es im freeze extreme Formen gibt.
Auch interessant. So kenn ich das gar nicht. Aber ja kann man tatsächlich gut mit freeze beschreiben. Mika macht das halt wirklich nur draußen meistens wenn ihr die Reize zu viel sind. Im Wald z.B. macht sie das nicht. Da ist sie immer ansprechbar.
Ich denk mir da immer, dass es so viele Sachen gibt die wir bei Hunden neurologisch gar nicht wissen und deshalb Versuch ich da mehr Verständnis zu zeigen.
 
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Laura
heute 14:24
Spannendes Thema! Aber… Ich betrachte deine Schlussfolgerungen sehr kritisch. Dass Autismus-Gene in der Forschung nachgewiesen wurden, ist kein Beleg für den Zustand deiner Hündin, sondern wird hier eher als bequeme Erklärung für Trainingsprobleme genutzt. Ein Trainer, der sich nur „eingelesen“ hat, kann keine neurologische Diagnose stellen – das ist reine Spekulation und brandgefährlich, da es echte körperliche Ursachen wie Schmerzen oder Organprobleme komplett ausblendet. Solange kein Fachtierarzt für Verhaltensmedizin das medizinisch untermauert hat, drückst du deinem Hund einen Stempel auf, der ihm die Chance auf echte, gezielte Hilfe nimmt.
Ich gehe nicht fix von dieser Diagnose aus, da es sowieso kaum möglich ist diese zu stellen. Außer vielleicht mit einem verhaltenspsychologen.

Das was ich mit diesem Post bezwecken wollte, war lediglich mich zu informieren über das Thema grundsätzlich.

Dass das keine Diagnose darstellt ist klar und ich nehme das auch nicht als Ausrede. Aber man kann das Innere vom Hund nicht ausblenden.

Beim Tierarzt sind wir regelmäßig und sie hat keine Anzeichen die auf eine Krankheit hindeuten.
 
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Laura
heute 14:26
Da Autismus beim Hund keine offizielle medizinische Diagnose ist, gibt es keine Kliniken oder Ärzte, die speziell auf „Hunde-Autismus“ spezialisiert sind. Die richtigen Ansprechpartner für autismusähnliche Symptome, Verhaltensstörungen oder neurologische Auffälligkeiten sind Fachtierärzte für Verhaltensmedizin sowie neurologische Universitäts-Tierkliniken.Diese Spezialisten konzentrieren sich darauf, organische Ursachen auszuschließen und verhaltensmedizinische Diagnosen zu stellen. Fachtierärzte für Tierverhalten (Verhaltenstierärzte)Normale Hundetrainer stoßen bei tiefgreifenden psychischen oder neurologischen Problemen schnell an ihre Grenzen. Verhaltenstierärzte haben eine medizinische Zusatzausbildung, um Verhaltensauffälligkeiten neurobiologisch zu beurteilen und gegebenenfalls medikamentös (z. B. mit Neuroleptika oder Nahrungsergänzungsmitteln) zu unterstützen.Deutschland: Die Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie e.V. (GTVMT) bietet eine PLZ-Suche, über die Sie qualifizierte Verhaltenstierärzte in Ihrer Nähe finden können.
Danke für den Tipp! Das ist echt sehr hilfreich! Muss ich für Österreich suchen :)
 
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Laura
heute 14:27
Ich hab dazu einen interessanten Artikel gelesen. Schau doch mal unter: www.vitalitier.de von Tiertherapie Schurig. Gut erklärt wird die Problematik, neueste Erkenntnisse und anschließende Tipps und Antworten. Lesen schadet bestimmt nicht. Viel Erfolg und alles Gute für euch. 🐶😊
Danke 😊
 
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Ker
heute 18:59
Ich bin sicher, dass es das gibt, da ich selber seit fast 12 Jahren eine Hündin habe, die klare Züge von Autismus zeigt. Literatur war zumindest zu Beginn Fehlanzeige, keine Ahnung ob's inzwischen dazu etwas gibt. Aber als Hundetrainerin kann ich das sicher ganz gut beurteilen. Ich habe fast 4 Jahre gebraucht um vollständig mit ihr zum Team zusammenzuwachsen. Eben deshalb, weil " es sowas bei Hunden ja eigentlich nicht gibt bzw. nicht so bekannt war". Es war eine echte Herausforderung, aber sie " funktioniert " heute extrem gut, weil sie uns, also meinem Mann und mir sehr stark vertraut. Genau wie bei Menschen mit Autismus helfen klare Strukturen, Rituale, klare Abläufe. Sie ist sehr intelligent und ich hatte nie zuvor einen so extrem disziplinierten Hund. Sie ist fast schon ein Streber, alles was sie macht, macht sie sehr, sehr zuverlässig und richtig. Sie ist allerdings nicht so perfekt sozialkompetent, mag nicht gerne Enge, Nähe von fremden Hunden oder Menschen. Außer von mir und meinem Mann und Person/Hunde die sie gut kennt. Die ersten 3 Jahre waren extrem anstrengend und haben mich tatsächlich sehr gefordert. Gerade, weil sie so außergewöhnlich ist bzw. war und bis mir klar war, was wirklich ihr Problem ist. Alles brauchte Zeit um sich einzuspielen. Gearbeitet und gelernt hat sie imner sehr gerne und schnell. Wir können sie tatsächlich im Alltag überall mit hinnehmen, wie jeden "normalen" anderen Hund auch. Sie weiß inzwischen, dass sie sich voll auf uns verlassen kann und verlässt sich darauf, dass wir sie schützen wo es notwendig ist. Panikattacken, die früher alltägliche waren, Fluchtmodus in vielen Situationen, gibt es seit vielen Jahren bei ihr nicht mehr. Ruhe und Geduld und Zuverlässigkeit helfen einem solchen Hund sehr und sind unerlässlich.
 
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Hans
heute 19:29
Professionelle Hilfe: Ein auf Verhaltensauffälligkeiten spezialisierter Hundetrainer (Empfehlung: Deutscher Berufsverband für Tierverhaltenstrainer) kann helfen, einen individuellen Trainings- und Beschäftigungsplan zu erstellen.Struktur und Ruhe: Schaffen Sie einen extrem geregelten Alltag mit einem festen, sicheren Rückzugsort für den Hund.Hinweis: Verwechseln