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Laura
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Anzahl der Antworten 25
heute 19:29

Autismus bei Hunden

Hallo zusammen, ich habe mit meinem Hund schon einiges ausprobiert an Sachen Training komme aber immer wieder zu den gleichen Symptomen/Problemen zurück. Ich mag das jetzt auch gar nicht so viel breit treten, aber mir wurde jetzt von mehreren Menschen schon gesagt, dass es wirkt als hätte meine Hündin Autismus. Ich wusste bis zu dieser Äußerung gar nicht, dass Hunde auch Autismus haben können und war erstmal baff. Zum Kontext: ich war schon beim Tierarzt und habe das Thema angesprochen, aber leider wird da nicht so viel Wert auf die Psychologie eines Hundes bzw. innere Krankheiten nenne ich es mal, gelegt. Da kam also nicht wirklich was heraus weil wir nicht ernst genommen worden sind. Wer sich aber besser damit auskennt, war unser Hundetrainer und er hat sich diesbezüglich auch eingelesen und bestätigt dass die Symptome dazu passen würden. Das Problem ist, dass es keinen Test für uns „Normalsterbliche“ gibt um das herauszufinden. Es wurden bereits Autismus Gene beim Hund nachgewiesen, somit ist die Krankheit auch wirklich beim Hund nachweisbar aber eben nicht für uns. Nur durch Verhaltensanalyse. Leider habe ich im Internet kaum etwas dazu gefunden und ich wollte mich erkundigen, ob vielleicht jemand von euch gute Bücher, Websites oder Ähnliches zu diesem Thema empfehlen kann. Ich würde mich wirklich gerne dazu einlesen, damit ich mich besser damit auseinander setzen kann. Danke an alle, die sich die Mühe machen, das hier zu lesen und eventuell ein Kommentar hinterlassen! 😊
 
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Jay
heute 09:28
Einen „normalen“ Umgang haben wir auch schon durch und klar probieren wir den Alltag so zu gestalten aber da ich merke dass es nicht so funktioniert und wir irgendwas ändern müssen, unabhängig ob sie das vielleicht hat. Bestätigen kann ich es eh nicht. 😅 daher suche ich Ideen oder wege, wie ich sie besser verstehen kann. Es haben wirklich schon mehrere Leute gesagt, dass ihr Verhalten auch von so typischen angsthunden oder unsicheren Hunden abweicht. Weil diese sich im Normalfall zumindest irgendwie ansprechen lassen.
Sorry, das hatte eine Antwort auf den Beitrag vor mir werden sollen, aber irgendwie ist mir das Zitat abhanden gekommen.
 
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R
heute 09:30
Dieses anstarren klingt für mich erstmal wie ein Freeze. Ich kann dazu auch Mal ein Beispiel beim Tierarzt geben. Zwerg hatte sporadisches hinken. Ich also zum Arzt - checken, möglichst dann, wenn es auch Auftritt. Dazu war dann neuer Arzt (wegen öffnungszeiten). In dieser Praxis ist sie so erstarrt und erstarrt geblieben. Die Tierärztin hat versucht Reflexe und Triggerpunkte zu aktivieren. Und meinte auch, laut Untersuchungsergebnis müsste dieser Hund nerventot und querschnittsgelähmt sein. Die war einfach erstarrt und wollte nicht wach werden. Ein Brett quasi. Sobald sie vom Tisch kam, wieder normal. Das war nicht das erste Erlebnis, wo ein Arzt wegen diesem Freeze meinte, an ihr könnte was nicht stimmen neurologisch.. das haben wir aber im Alltag nicht. Oder dieses Freeze eher nur ganz zu Anfang(Umweltreize waren für einen animal hoarder Hund anfangs komplett zuviel) . Ich Pack das bei Angstmauern ein. Ist jetzt nicht als Vergleich gemeint, nur dass es im freeze extreme Formen gibt.
 
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Sebbi
heute 09:57
Spannendes Thema!
Aber…
Ich betrachte deine Schlussfolgerungen sehr kritisch.

Dass Autismus-Gene in der Forschung nachgewiesen wurden, ist kein Beleg für den Zustand deiner Hündin, sondern wird hier eher als bequeme Erklärung für Trainingsprobleme genutzt. Ein Trainer, der sich nur „eingelesen“ hat, kann keine neurologische Diagnose stellen – das ist reine Spekulation und brandgefährlich, da es echte körperliche Ursachen wie Schmerzen oder Organprobleme komplett ausblendet. Solange kein Fachtierarzt für Verhaltensmedizin das medizinisch untermauert hat, drückst du deinem Hund einen Stempel auf, der ihm die Chance auf echte, gezielte Hilfe nimmt.
 
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Ilona
heute 10:28
So jemanden der spezialisiert ist in diese Richtung haben wir uns auch schon mal überlegt. Es ist dann doch ein unterschied zum „normalen Hundetraining“.
Ich glaube da wirst du kaum jemanden finden. Da das Thema neu in der Hundewelt ist und sich so gut wie niemand damit auskennt. Ich würde mir ne gute TÄ im Bereich Verhalten suchen. Und dann mal schauen, was sie so sagt. Das Problem ist einfach, für Hunde gibt es keine Diagnose Kriterien wie beim Menschen.
 
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Micha
heute 10:31
Da Autismus beim Hund keine offizielle medizinische Diagnose ist, gibt es keine Kliniken oder Ärzte, die speziell auf „Hunde-Autismus“ spezialisiert sind. Die richtigen Ansprechpartner für autismusähnliche Symptome, Verhaltensstörungen oder neurologische Auffälligkeiten sind Fachtierärzte für Verhaltensmedizin sowie neurologische Universitäts-Tierkliniken.Diese Spezialisten konzentrieren sich darauf, organische Ursachen auszuschließen und verhaltensmedizinische Diagnosen zu stellen.

Fachtierärzte für Tierverhalten (Verhaltenstierärzte)Normale Hundetrainer stoßen bei tiefgreifenden psychischen oder neurologischen Problemen schnell an ihre Grenzen. Verhaltenstierärzte haben eine medizinische Zusatzausbildung, um Verhaltensauffälligkeiten neurobiologisch zu beurteilen und gegebenenfalls medikamentös (z. B. mit Neuroleptika oder Nahrungsergänzungsmitteln) zu unterstützen.Deutschland: Die Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie e.V. (GTVMT) bietet eine PLZ-Suche, über die Sie qualifizierte Verhaltenstierärzte in Ihrer Nähe finden können.
 
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Melanie -
heute 10:40
Ich habe es gerade mal bei ChatGPT eingegeben sehr interessant. Vielleicht könnte es dich auch ein bisschen weiter bringen.
 
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Melanie -
heute 10:40
Gerade in Bezug auf Dobermann und Bullterrier wurde dort etwas erforscht
 
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Karin
heute 11:28
Ich hab dazu einen interessanten Artikel gelesen. Schau doch mal unter: www.vitalitier.de von
Tiertherapie Schurig.
Gut erklärt wird die Problematik, neueste Erkenntnisse und
anschließende Tipps und Antworten.
Lesen schadet bestimmt nicht. Viel Erfolg und alles Gute für euch. 🐶😊
 
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Laura
heute 14:10
Wie ist denn der Umgang mit anderen Hunden?
Gar kein Problem. Sie ist da sehr umgänglich. Aber sie ist auch sehr unterwürfig und lässt sich viel gefallen sag ich mal
 
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Laura
heute 14:16
Ich kann deine Gedanken ehrlich gesagt gut nachvollziehen. Zwar wüsste ich nicht dass Autismus bei Hunden als natürlich vorkommende Diagnose belegt ist, aber bei meiner Hündin habe ich anfangs auch kurz in diese Richtung gedacht. Als sie aus der Tötung (in der sie auch geboren wurde) zu uns kam, wirkte sie überwiegend wirklich komplett „weg“. Sie reagierte kaum bis gar nicht auf Ansprache, nahm Außenreize scheinbar überhaupt nicht wahr und klebte wirklich permanent mit der Nase am Boden. Ob Rufen, Gebell, Händeklatschen, Quietschgeräusche - nichts führte auch nur im mindesten zu Orientierung. Wir haben damals tatsächlich überlegt, ob sie taub sein könnte und hatten bereits Kontakt zum Tierarzt deswegen. Sie ist es nicht. Später wurde immer deutlicher, dass hinter ihrem Verhalten vermutlich nicht „fehlende“ Wahrnehmung, sondern eher das Gegenteil - eine extreme Reizoffenheit und Überflutung - steckt. Auf Spaziergängen fuhr sie unglaublich schnell extrem hoch, schrie, hing in der Leine, konnte Reize anfangs kaum filtern oder priorisieren und war dadurch oft gar nicht mehr ansprechbar. Beruhigt hat sie sich erst Minuten später, nachdem der auslösende Reiz schon längst außer Sicht war. Selbst das Verlassen der Wohnung führte zu Stress - Fiepen, Anspannung, lospreschen. Von außen hätte man dieses Verhalten vielleicht auch mit Begriffen wie „autistisch“ beschreiben können. Es zeigte sich aber im Verlauf, dass es eher um massive Überforderung, fehlende Regulation und ein Nervensystem ging, das kaum in der Lage war (und teilweise auch noch ist), Reize sinnvoll zu sortieren. Wie es RL schreibt fragten auch wir nach dem „wie“ - also zunächst, was diesem Hund hilft überhaupt erstmal aufnahmefähig und ansprechbar zu werden - und das war u. a. wenig Reize, viel Struktur, Ruhe lernen, Vorhersagbarkeit, Wiederholung, viel, viel, viel Regulationsarbeit, sehr kleinschrittige Gewöhnung. Und trotzdem merken wir bis heute, dass sie in einigen Bereichen deutlich eingeschränkter lernt als andere Hunde. Aber es hat geholfen (und hilft noch) zu schauen, wie sie im besonderen Reize wahrnimmt, verarbeitet, wie und wann sie ansprechbar und regulierbar ist und was ihr hilft runterkommen.
So ähnlich ist es bei uns tatsächlich bei uns auch. Danke dass du deine Gedanken mit mir geteilt hast! 😄

Mit ihr sind alle Lernprozesse auch so viel umfangreicher als bei „normalen“ Hunden. Es ist auf jeden Fall schon besser geworden, aber wir merken auch wie sie Reize einfach total überfordern und man muss wirklich sehr viel Geduld haben. Step by Step gehen.