Home / Forum / Verhalten & Psychologie / Autismus bei Hunden

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Laura
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Anzahl der Antworten 47
zuletzt 23. Mai

Autismus bei Hunden

Hallo zusammen, ich habe mit meinem Hund schon einiges ausprobiert an Sachen Training komme aber immer wieder zu den gleichen Symptomen/Problemen zurück. Ich mag das jetzt auch gar nicht so viel breit treten, aber mir wurde jetzt von mehreren Menschen schon gesagt, dass es wirkt als hätte meine Hündin Autismus. Ich wusste bis zu dieser Äußerung gar nicht, dass Hunde auch Autismus haben können und war erstmal baff. Zum Kontext: ich war schon beim Tierarzt und habe das Thema angesprochen, aber leider wird da nicht so viel Wert auf die Psychologie eines Hundes bzw. innere Krankheiten nenne ich es mal, gelegt. Da kam also nicht wirklich was heraus weil wir nicht ernst genommen worden sind. Wer sich aber besser damit auskennt, war unser Hundetrainer und er hat sich diesbezüglich auch eingelesen und bestätigt dass die Symptome dazu passen würden. Das Problem ist, dass es keinen Test für uns „Normalsterbliche“ gibt um das herauszufinden. Es wurden bereits Autismus Gene beim Hund nachgewiesen, somit ist die Krankheit auch wirklich beim Hund nachweisbar aber eben nicht für uns. Nur durch Verhaltensanalyse. Leider habe ich im Internet kaum etwas dazu gefunden und ich wollte mich erkundigen, ob vielleicht jemand von euch gute Bücher, Websites oder Ähnliches zu diesem Thema empfehlen kann. Ich würde mich wirklich gerne dazu einlesen, damit ich mich besser damit auseinander setzen kann. Danke an alle, die sich die Mühe machen, das hier zu lesen und eventuell ein Kommentar hinterlassen! 😊
 
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Maria
23. Mai 08:05
Ich würde dir mal die Videoreihe auf YouTube zu Thor von Maya Nowak empfehlen. Klingt sehr ähnlich, wird nur nicht mit Autismus, sondern mit Trauma begründet. Dass ein Hund aus dem Tierschutz (einer Tötung) in eine Art Shutdown geht, ist eine relativ “normale” Ueberlebensstrategie. Die Hunde sind ja in einer Situation, in der sie komplett ausgeliefert sind und sich nicht durch selbstwirksames Verhalten aus dieser Lage befreien können.
 
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Julia 🐾Nero
23. Mai 08:05
Wir können hier ja alle nur spekulieren, ich würde aber eine fachliche Einschätzung des Hundes abwarten, bevor ich etwas umsetze, was dem Hund möglicherweise auch schaden kann.

Aktuell erlebt die Hunde Welt einen Boom an Diagnosen, die laienhaft von Hundetrainern gestellt werden z.B. ADHS bei Junghunden, die einfach außer Rand und Band sind.

Das Bedürfnis nach einer Diagnose und Ursachenforschung kann ich vollkommen nachvollziehen. Ich dachte lange auch mein Hund wäre in irgendeiner Form geistig behindert und habe auch regelmäßig von Außen solche Andeutungen bekommen und bekomme sie auch heute noch.
Wir waren dann bei einer umfangreichen Verhaltensanalyse in einem Zentrum für Tiertherapie und er wurde als "normal" eingestuft (obwohl er zu der Zeit unter anderem sogar stereotypes Verhalten zeigte, das hatte aber keine neurobiologische Ursache (wie es bei einer Autismus oder ADHS ähnlichen Erkrankungen der Fall wäre), sondern war "lediglich" eine Verhaltensstörung). Ob das jetzt zu Erleichterung oder noch mehr Frust und Enttäuschung auf meiner Seite beigetragen hat weiß ich ehrlich gesagt nicht.

Wenn ich es richtig verstehe verhält sich dein Hund zuhause und in einer Umgebung, die ihn nicht überfordert vollkommen normal. Das spricht aus meiner Sicht gegen eine Autismus ähnliche Störung.
Das Freeze/Shutdown/Verlust der Ansprechbarkeit erfolgt ja nur in Situationen und Reizen, die deinen Hund überfordern (Stadt).

Meinem Verständnis nach, wenn ich die "Symptome" einer Autismus ähnlichen Störung bei Hunden recherchiere, so treten diese nicht selektiv in belastenden Situationen auf und äußern sich in vielfältigen Bereichen, in denen dein Hund anscheinend keine Probleme hat.
Auch alles was mit Trauma zu tun hat würde ich erst fachlich prüfen lassen, bevor du deinen Hund in ein Korsett steckst und seinen Alltag überregulierst, obwohl es vielleicht gar nicht nötig oder im schlimmsten Fall kontraproduktiv ist.

Ich verstehe, dass alle nur gut gemeinte Hinweise geben wollen und mein Beitrag ist auch nicht mehr als das.
 
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Laura
23. Mai 09:10
Wenn du auf der Suche nach Literatur zu dem Thema bist, kann ich dir „Black Dog“ von Dr. Sandra Foltin empfehlen. Da gibt es ein paar Seiten über Autismus. Und auch allerhand andere interessante Themen 😊
Danke für die Empfehlung! Hört sich sehr interessant an!
 
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Laura
23. Mai 09:19
Es wurde ja schon viele dazu gesagt. Generell stecken psychische Erkrankungen beim Hund ja noch in den Kinderschuhen. Das Buch von Sandra Foltin wurde ja schon genannt. Es gibt allerdings noch eines, das ich Dir nahelegen möchte "Dickes Fell, traumasensible Begleitung beim Hund". Könnte mir vorstellen, dass Du darin vieles findest, das Dir weiterhilft. Autismus ist ja beim Menschen oft schon schwer zu diagnostizieren, gerade auch im Bereich Trauma gibt es viele Überschneidungen. Bei deiner Schilderung hätte ich tatsächlich auch erst Richtung Trauma gedacht. Auch ob das Freeze wirklich ein Freeze ist oder ob Mika möglicherweise in einen dissoziativen Zustand kommt bei bestimmten Reizen? Das nur als gedankliche Anregung. Ob Autismus oder etwas anderes, bestimmte Reize scheinen ihn ja schnell zu stressen. Von daher macht es ja schon Sinn mit eurem Hundetrainer vermehrt an einer Regulation des Nervensystems zu arbeiten, klare Strukturen und Abläufe einzuführen, ebenso wie Vorhersehbarkeit und Sicherheitssignale.
Danke für den Tipp! Da es da echt viele Ansätze gibt bin ich mir natürlich unsicher was es sein könnte. Könnte auch ein Trauma sein tatsächlich. Als wir sie adoptiert haben, war sie eine Woche in Österreich und davor in Bulgarien. Man weiß nicht, was dort mit ihr passiert ist.
Sie war schon von Anfang an so bei äußeren Reizen. Mit der Zeit hat es sich im vergleich zu vor 4 Jahren schon bereits drastisch verbessert. Früher hat komplett den Schwanz eingezogen, extrem gezittert und komplett Panik gehabt. Jetzt ist das in den meisten Situationen Gottseidank schon weg. Aber wir haben immer noch einige Baustellen, wie z.B. das sie teils nicht ansprechbar ist weil sie dann wirklich nur diesen Reiz wahrnimmt. Und viele Sachen überfordern sie, auch wenn wir das schon zig mal gemacht haben. Ich wünsch mir wirklich, dass es irgendwann so besser wird, dass sie auf mich reagieren kann und nicht bei jedem Geräusch irgendwas ist.

Danke auf jeden Fall für den buchvorschlag! Beide klingen wirklich extrem interessant, und ich bin mir sicher, dass da etwas dabei sein wird 😄

Wo siehst du den Unterschied zwischen freeze und dissoziativem Zustand?
 
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Laura
23. Mai 09:26
Wir können hier ja alle nur spekulieren, ich würde aber eine fachliche Einschätzung des Hundes abwarten, bevor ich etwas umsetze, was dem Hund möglicherweise auch schaden kann. Aktuell erlebt die Hunde Welt einen Boom an Diagnosen, die laienhaft von Hundetrainern gestellt werden z.B. ADHS bei Junghunden, die einfach außer Rand und Band sind. Das Bedürfnis nach einer Diagnose und Ursachenforschung kann ich vollkommen nachvollziehen. Ich dachte lange auch mein Hund wäre in irgendeiner Form geistig behindert und habe auch regelmäßig von Außen solche Andeutungen bekommen und bekomme sie auch heute noch. Wir waren dann bei einer umfangreichen Verhaltensanalyse in einem Zentrum für Tiertherapie und er wurde als "normal" eingestuft (obwohl er zu der Zeit unter anderem sogar stereotypes Verhalten zeigte, das hatte aber keine neurobiologische Ursache (wie es bei einer Autismus oder ADHS ähnlichen Erkrankungen der Fall wäre), sondern war "lediglich" eine Verhaltensstörung). Ob das jetzt zu Erleichterung oder noch mehr Frust und Enttäuschung auf meiner Seite beigetragen hat weiß ich ehrlich gesagt nicht. Wenn ich es richtig verstehe verhält sich dein Hund zuhause und in einer Umgebung, die ihn nicht überfordert vollkommen normal. Das spricht aus meiner Sicht gegen eine Autismus ähnliche Störung. Das Freeze/Shutdown/Verlust der Ansprechbarkeit erfolgt ja nur in Situationen und Reizen, die deinen Hund überfordern (Stadt). Meinem Verständnis nach, wenn ich die "Symptome" einer Autismus ähnlichen Störung bei Hunden recherchiere, so treten diese nicht selektiv in belastenden Situationen auf und äußern sich in vielfältigen Bereichen, in denen dein Hund anscheinend keine Probleme hat. Auch alles was mit Trauma zu tun hat würde ich erst fachlich prüfen lassen, bevor du deinen Hund in ein Korsett steckst und seinen Alltag überregulierst, obwohl es vielleicht gar nicht nötig oder im schlimmsten Fall kontraproduktiv ist. Ich verstehe, dass alle nur gut gemeinte Hinweise geben wollen und mein Beitrag ist auch nicht mehr als das.
Danke für deinen Beitrag.
Welche Untersuchungen wurden bei deinem Hund gemacht als du die verhaltensanalyse machen hast lassen?
 
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Anke
23. Mai 09:58
Danke für den Tipp! Da es da echt viele Ansätze gibt bin ich mir natürlich unsicher was es sein könnte. Könnte auch ein Trauma sein tatsächlich. Als wir sie adoptiert haben, war sie eine Woche in Österreich und davor in Bulgarien. Man weiß nicht, was dort mit ihr passiert ist. Sie war schon von Anfang an so bei äußeren Reizen. Mit der Zeit hat es sich im vergleich zu vor 4 Jahren schon bereits drastisch verbessert. Früher hat komplett den Schwanz eingezogen, extrem gezittert und komplett Panik gehabt. Jetzt ist das in den meisten Situationen Gottseidank schon weg. Aber wir haben immer noch einige Baustellen, wie z.B. das sie teils nicht ansprechbar ist weil sie dann wirklich nur diesen Reiz wahrnimmt. Und viele Sachen überfordern sie, auch wenn wir das schon zig mal gemacht haben. Ich wünsch mir wirklich, dass es irgendwann so besser wird, dass sie auf mich reagieren kann und nicht bei jedem Geräusch irgendwas ist. Danke auf jeden Fall für den buchvorschlag! Beide klingen wirklich extrem interessant, und ich bin mir sicher, dass da etwas dabei sein wird 😄 Wo siehst du den Unterschied zwischen freeze und dissoziativem Zustand?
Freeze und Dissoziation sind ja innerlich sehr unterschiedliche Zustände. Bei einer Dissoziation verändert sich die Wahrnehmung komplett und man ist ein wenig entrückt. Aber auch hier gibt es verschiedene Formen. Das würde hier jetzt aber zu weit führen.
Wenn Du eine Diagnose von einem Tierarzt/Tierärztin haben möchtest, würde ich Dir Maria Hense empfehlen. Sie ist Tierärztin mit Schwerpunkt Verhalten und eine absolute Expertin. Sie macht auch viel mit Sandra Foltin zusammen. Maria ist auch in der Lage online sehr effektiv zu arbeiten. Wäre definitiv meine erste Empfehlung. https://www.tierarztpraxis-hense.de/
 
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Ker
23. Mai 11:49
Danke für deine Nachricht. Ich hab manchmal das Gefühl alles falsch zu machen, denn bevor man einen Schritt vorwärts mit ihr geht geht man 2 zurück. Und wenn sie diese „freeze“ Momente hat, kann ich wirklich machen was ich will. Bis sie den Reiz verarbeitet hat läuft da gar nichts in Richtung ansprechbar. Und auch wenn sie es dann wieder ist merkt man wie abgelenkt sie davon ist und wie unwohl sie sich fühlt.
Genau das ist aber wichtig, in dem Moment keinen Druck reinzubringen und einfach abzuwarten, dem Hund die Zeit zu lassen und den notwendigen Abstand. Gut ist es immer, sich zwischen Hund und diese Situation zu stellen, um dem Hund mit dem eigenen Körper Sicherheit und Schutz zu bieten. Ich hatte das Glück, dass unsere Hündin trotzdem in der Lage war, Leckerchen anzunehmen (wenn auch teilweise eher unbewusst) so dass ich den Situationen immerhin noch etwas Positives hinzufügen konnte. Es ist uns tatsächlich aber auch passiert, dass sie, ausgelöst durch einen Schreckmoment, 4 Stunden lang kaum ansprechbar und völlig "out of order" war. Ich weiß, wie frustrierend das ist und wie weh einem das auch persönlich tut, wenn man solche Rückschläge hat. Weniger ist bei solchen Hunden oft mehr. Nicht zu viel Situationen üben wollen, sondern die leichteren, damit sie erstmal in den nicht so schwierigen Situationen sicherer werden und mehr Vertrauen wachsen kann. Wenn man viel üben möchte, bringt man den Hund zu oft in unangenehme Situationen und darunter leidet auch die Beziehung und das Vertrauen. Und durch ständige Stresssituationen steigt der Kortisolspiegel stark an, was der Gesundheit auf Dauer extrem schadet. Denn es dauert lange, bis Kortisol im Körper wieder abgebaut ist. Was auch dem Hund auch sehr hilft ist, Dinge zu tun, egal wie banal sie erscheinen, die er gut kann. Daran wächst sein Selbstbewusstsein, sein Mut, Dinge zu schaffen, gut zu können und dafür gelobt zu werden! Er braucht unbedingt Erfolge, die er sich u.a. selbst bzw. mit Dir erarbeitet. Zudem habe ich eine grundsätzlich sensible, sehr dynamische, sportliche Hündin, bei der ich damals parallel die Ernährung so angepasst habe, dass sie Übersprungshandlungen, Aggression, zu starke Dynamik, Ängste usw. möglichst nicht unterstützt. Also zum einen ein Futter mit max. 21% Protein, also ein Futter, das in einen solchen Hund nicht noch mehr überflüssige Energie bringt und zum anderen reine Bierhefe ( deckt den kompletten Vitamin B Komplex) u.a. zur Stärkung des Nervenkostüms. Vitamin B hilft dem Körper u .a. Serotonin (Glückshormon) zu bilden, was dem Hund ebenfalls hilft. Zudem habe ich damals Zylkene genutzt (Nahrungsergänzungsmittel aus Milcheiweis, keine Chemie bzw. kein Medikamente). Pheromonprodukte haben zuvor nicht die erwünschte Wirkung gebracht. Zylkene hilft, den Hund in stressigeren, schwierigeren Situationen etwas ansprechbarer und aufnahmefähiger für Anleitungen/Ansprachen zu machen. Und das erleichtert es, Situationen mit dem Hund zu üben, zu trainieren. Wie gesagt, kleinschrittig, immer nur so nah oder soweit, wie der Hund es gut ertragen kann. All diese Dinge ( Futter, Bierhefe, Zylkene) habe ich parallel, also gleichzeitig umgesetzt. Als Zylkene hinzukam merkte ich nach einigen Tagen, dass sie in Situationen, in denen sie zuvor SOFORT panisch in den Fluchtmodus ging, tatsächlich zwar eigentlich weg wollte, aber durchaus auch nochmal zögerte bzw. sich nochmal umdrehte, um ein zweites Mal hinzuschauen. Das alleine war schon ein gewaltiger Meilenstein, da ich dieses Verhalten dann super belohnen konnte. Dafür, dass sie sich die Situation nochmal angeschaut und einen Moment länger ausgehalten hat, auch wenn es aus der Entfernung war. Kleine Schritte/Erfolge unbedingt belohnen/loben! Grundsätzlich war es übrigens bei ihr so, dass sie zu viele optische Reize nicht filtern bzw. verarbeitet konnte. Jeder dieser Reize war einzeln überhaupt gar kein Problem für sie, aber 5 gleichzeitig (wie z.B. in einer Fußgängerzone: Wackelnder Werbeständer, wehende Markise, drehender Kleiderständer, wehende Werbefahne, sich öffnende/schließenden Türen) brachten sie völlig aus der Bahn. Das ist zwar heute immer noch nicht verschwunden, aber sie kann es aushalten und ertragen ohne zu leiden und ohne sich der Situation entziehen, sprich flüchten zu wollen. Genauso ist es mit einigen anderen Situationen, die wir seit vielen Jahren gut meistern können, da wir zusammen gewachsen sind und sie weiß, dass ihr nichts passiert solange wir bei ihr sind und sie sich an uns orientiert. Und wir bringen sie nicht in Situationen von denen wir wissen, dass es zuviel für sie wäre. Ihre verschiedenen Traumata haben wir mit Arbeit und Geduld gut überlagert und wir achten aufmerksam im Alltag darauf, dass wir solche Auslöser rechtzeitig erkennen/sehen bevor sie sie entdeckt und ihr "ansagen". So, dass wir sie darauf hinweisen können, bevor sie sie sieht und sie "vorgewarnt' wird. Das funktioniert mit ihr sehr gut. Sie schaut dann dort hin, dann wieder zu uns und wird gelobt. So haben wir es letztendlich geschafft, sie "alltagstauglich" zu machen, so dass sie uns tatsächlich überall hin begleiten kann. Es ist und bleibt eine lebenslange Aufgabe aber das macht man irgendwann automatisch, man wächst rein in diese Abläufe. Autismus ist ja nichts was man heilt oder behebt, sondern man muss lernen die schwierigen Situationen zu händelbar, erträglich zu machen. Da habe ich mich tatsächlich viel daran orientiert, wie es bei Menschen mit Autismus ist. Ein Autist steht in der Regel auch nicht darauf, dass Fremde ihm einfach um den Hals fallen. Und beim Hund muss man dann solche Situationen ebenso akzeptieren. Wenn Nähe von Menschen oder Hunden nicht erwünscht oder nicht angenehm ist, MUSS man das akzeptieren. Der Hund zeigt selber an wann und mit wem es ok ist. So unangeleinte Tut-Nixe sind da leider wenig hilfreich! Unsere Hündin hat ( außer unserer zweiten Hündin) 4 andere Hunde die sie mit der Zeit auf angeleinten Spaziergängen in Ruhe und zunächst EINZELN kennenlernen konnte, Vertrauen aufbauen konnte. Und mit denen rennt und tobt sie völlig problemlos wie jeder andere Hund auch. Weniger aber dafür gute, passende, zuverlässige Kontakte sind da sehr hilfreich.
 
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Julia 🐾Nero
23. Mai 13:17
Danke für deinen Beitrag. Welche Untersuchungen wurden bei deinem Hund gemacht als du die verhaltensanalyse machen hast lassen?
Ich hatte zuerst einen ziemlich ausführlichen Beitrag darüber geschrieben, wie bei uns die Verhaltensanalyse abgelaufen ist.

Jetzt ist mir allerdings aufgefallen, dass das vielleicht kontraproduktiv ist und du dadurch voreingenommen an die Sache ran gehst.

Daher habe ich das jetzt gelöscht. Ich hoffe du hast den ersten Beitrag noch nicht gelesen 🙈.
 
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Lisa-Eileen
23. Mai 17:16
Es ist keine Krankheit oder Störung, wie auch wir Menschen haben Hunde eben auch verschiedene Neurotypen, die wurden eben sogar je nach Rasse extra drauf gezüchtet/ selektiert.
Das Gehirn funktioniert halt verschieden.
Da ich selbst AuDHD bin ists für mich kein Problem und grade deswegen verstehen wir uns sehr gut weil wir eben die selben Bedürfnisse haben.
Sowohl bei Mensch als auch Hund ist das Psychologisch in der Forschung leider noch oft sehr neu.
Ist ja auch erst paar Jahre her das rausgefunden wurde das es eben verschiedene Neurotypen gibt und es nicht wie oft behauptet ne Störung oder gar Krankheit wäre.
Leider gibts wenig Aufklärung oder viele Leute setzen sich damit halt nicht auseinander.
Als ich noch Instagram hatte gabs da viele gute Accounts die über ADHS/ Autismus/ AuDHD aufgeklärt haben und wo man sich gut austauschen konnte.
Das hatte mir extrem geholfen mich besser zu verstehen und auch liebevoller zu mir selbst zu sein weils ja gesellschaftlich nicht so akzeptiert ist "anders" zu sein weil alles auf Allisten ausgelegt ist.
Ich hatte mich die letzten Jahre sehr viel damit beschäftigt, daher falls du da Fragen hast oder bei Sachen Hilfe brauchst kannst du auch gern privat schreiben.
 
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Lisa-Eileen
23. Mai 17:24
Ja das stimmt. Das Thema ist noch relativ neu. Ein Hauptsymptom ist, dass wenn Reize kommen die sie triggern (und das ist trotz Training sehr schnell der Fall), kommt sie teilweise in diese Starre bzw. Tranceartigen Zustand, dass sie den Reiz fixiert und sie kann nicht davon ablassen. Es ist aber nicht so, dass sie auf diesen Reiz anderweitig reagiert. Sie ist dann komplett starr und bewegt sich nicht, ist nicht ansprechbar. Reagiert auf keine Interaktion (egal ob Leckerli, rufen, spielen etc). Und der Rückruf sitzt gut, aber in solchen Situationen bringt das nichts. Sie vermeidet komplett den Blickkontakt, ich merke auch immer dass sie mich wahrnimmt aber ich hab den Eindruck sie kann in dem Moment nicht anders. Andere Menschen mag sie nicht wirklich und meidet diese. Männer und Kinder sind am schlimmsten aber auch bei Frauen die sie gar nicht kennt geht sie auf Abstand. Sie braucht immer erst eine persönliche kennenlernphase bis sie auftaut und das aber auch nicht bei jedem dann. Sie ist eig nur zu uns total anders und lässt sich ganz viel streicheln und hört normalerweise sehr gut bis auf eben wenn sie diese Sachen macht. Sie reagiert sehr überempfindlich auf viele Reize. Sie nimmt alles sehr stark wahr und das merkt man sofort wenn man aus der Tür raus geht. Die Differenzierung zwischen Autismus oder eventuell anderes Spektrum mit Angsthund/unsicherer Hund ist halt schwierig. Aber ich denke mittlerweile könnte wirklich etwas anderes dahinter stecken.
Müsste man halt sehen ob es ein Shutdown/ Freezing oder normaler Hundereiztunnel ist.
Muss ja nicht gleich was mit Autismus zu tun haben.
Bei Rocket gabs das Hütimäßig auch das er sich mal festglotzt bei Reizen zb Fremdhunde oder Männer die er sus findet.
Bei ihm helfen da nur taktile Reize also ihn antitschen oder wenns doll ist auch anrempeln oder in ihn reinlatschen frontal (ohne ihn zu übertrampeln obviously) bzw eindrehen und schiebende Hilfe.
Mittlerweile hab ich ihn so weit das ich mich meist nur minimal eindrehen muss das ers glotzen sein lässt und garnicht erst in nen Tunnel fällt.
Früher wusste ich mir auch nicht zu helfen, hab ich mir auch erstmal erarbeiten müssen.