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Dogorama
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heute 19:06

Was haben wir aus dem Hund gemacht?

Stell dir vor, Menschen würden wie Hunde gezüchtet. Manche wären 3 Meter groß und 360 kg schwer – andere gerade mal 86 cm mit 13 kg. Klingt absurd? Genau das haben wir mit unseren Hunden gemacht – in nur 150 bis 200 Jahren. Aus Sicht der Evolution ein bloßer Wimpernschlag. 😱 Wir sind auf dieses unglaubliche Gedankenexperiment bei @wissen_macht_wau (Instagram) aufmerksam geworden. In der Natur entscheidet natürliche Selektion, welche Merkmale sich durchsetzen. Bei Hunden entscheidet der Mensch, wer sich fortpflanzen darf. So können einzelne Merkmale innerhalb weniger Generationen extrem verstärkt werden. Das Problem: Der Körper passt sich nicht immer genauso schnell an wie das Aussehen. Folgende Zahlen zeigt wissen_macht_wau: 🐾 Großwüchsige Rassen wie die Deutsche Dogge leben durchschnittlich 3,5 Jahre kürzer und haben ein bis zu 114-fach erhöhtes Risiko für eine Magendrehung. 🐾 Bei 92 % der untersuchten Chihuahuas hat sich der Schädel nicht vollständig geschlossen – dem Gehirn fehlt schlicht der Platz. Und das ist nur die Größe – Falten, Plattnasen und überlange Rücken kommen noch dazu. 👉 Welche Gedanken gehen dir dabei durch den Kopf? 👉 Wie stehst du zur „modernen“ Hundezucht?
 
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Carola
heute 17:28
Finde ich ganz spannend - natürlich weiß jeder Hundehalter es aber nun gibt es einen Beweis:
https://www.univie.ac.at/aktuelles/press-room/pressemeldungen/detail/gehirnscans-zeigen-hunde-koennen-emotionen-in-menschlichen-gesichtern-unterscheiden
 
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SandrA
heute 17:28
..mein Erfahrungsschatz mit Rocky und auch früher, hat mich gelehrt.. niemals gegen die tief verankerten Grundbedürfnisse vorzugehen sondern immer nur damit zu arbeiten.. ..wenn ihr wollt, stellt Euch einen grossen, angstfreien Hüte-, Wach-, Begleithund vor, der mit seiner Herde und seinem Schäfer durch die Welt zieht... Addiert alle Eigenschaften die Ihr bei ihm vermutet in Euren Gedanken und ihr habt Rocky.. Ich könnte ihn jederzeit in einen unglücklichen, frusterfüllten Hund verwandeln.. ich müsste nur gegen seine Natur arbeiten.. Einige Beispiele: behandle ich ihn wie einen triebstarken DSH... also.. mit Box zwischen den Trainingseinheiten.. um Energie aufzubauen damit er bei den folgenden Aufgaben glänzt. Das Ergebnis wäre ein unglaublich verunsicherter Hund.. der nicht zu seinem Schäfer kann und die Welt nicht versteht.. Vertrauensverlust und Aggression wären die Folgen. Oder Niemals wird er Fremde oder auch Freunde freudig begrüssen.. ohne vorher ein Signal von mir oder meiner Frau zu bekommen. Niemals wird er Menschen, ausserhalb des Rudels in unser Haus lassen... allerdings kann ich jedem die Tür öffnen und er verhält sich anständig, distanziert, freundlich solange der Mensch es ist.. Er wird keine Leckerlies und auch nicht die "vergiftete" Wurst im Garten aufnehmen, unterbricht das Kauen seines geliebten Ochsenmarkknochens.. wenn ich ihn bitte.. Er nimmt dann den Knochen und gibt ihn in meine Hand.. Ich wage nicht zu beurteilen, wieviel % seines Verhaltens genetisch begründet bzw zuchtbedingt sind .. Ich weiss nur, dass ich ihn durch mein falsches Verhalten "versauen" könnte. Er wäre dann ein unglücklicher Hund, der für sich und andere zur Gefahr werden könnte.. Nur Laien behaupten manchmal, solche Hunde können nur mit zB einer Schafherde glücklich werden bzw angemessen gehalten werden.. aber man muss schon wissen, was man tut.. und tuen kann.. Irgentwie ist das bei jedem Hund so oder?.. Also ..Genetik, Zucht, Sozialisation.. Lebensumstände müssen passen. Eine Rangfolge wage ich nicht zu erstellen..
Bei meinem Rüden ist es tatsächlich so, dass ich seine Anlagen in seinem Alltag berücksichtigen kann. Ich zerre ihn nicht auf Hundewiesen, zwinge ihn nicht zu Kontakten, die für ihn keinen Sinn ergeben, und ich ermögliche ihm sein Wachen und seine soziale Gruppe. Dadurch kann er mit seinen HSH-Anteilen gut leben.

Bei Ivy ist die Situation für mich eine andere.

Sie ist derart hochtriebig, dass sie für die Jagd funktional betrachtet nahezu perfekt wäre: Aufspüren, Hetzen, Dranbleiben, Töten - das komplette Programm, blitzschnell und zugleich kooperativ. Für einen Jäger könnte genau das eine herausragende Eigenschaft sein.

Aber gleichzeitig bringt sie kaum Selbstregulation und kaum Frustrationstoleranz mit. Das gehört für mich genauso zu ihrer genetischen Ausstattung. Und je mehr sie jagt, desto stärker aktiviert sie dieses System - es ist also nicht einfach so, dass „mehr Auslastung“ das Problem lösen würde.

Perfekt für einen Jäger - möglicherweise schlecht für Ivy.

Und an diesem Punkt liegt mein Problem mit der Aussage, dass es letztlich nur auf den passenden Halter ankommt. Der passende Mensch kann Neo ermöglichen, mit seinen Anlagen gut zu leben. Er kann Ivy ebenfalls managen und ihr helfen, damit zurechtzukommen.

Aber er kann nicht aus ihr nachträglich einen Hund machen, der eine hohe Jagdmotivation und gleichzeitig eine ebenso ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstregulation mitbringt.

Da schaut man bei der Zucht mMn nicht genau hin - man schaut wie gut eine Eigenschaft für unseren Zweck funktioniert, aber weniger welche Kombination von Eigenschaften für den Hund was bedeutet.
 
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Andreas
heute 17:37
Ich denke, ich bewerte die Stärken einfach anders. Aber ich sehe da schon mehr problemlösefähigkeit, viele Aktivitäten mit Anspruch an Sinne und Beweglichkeit und Selbstbeherrschung, Kooperationsvermögen, Kommunikationsvermögen ..wir machen so abnorm viel mit unseren hunden- sehen wir das nicht mehr? eigentlich glaube ich kaum, dass ein Wolf so gefördert werden kann ..und da sehe ich genauso jeden Dackel, wie auch den Mali in jeweiligen gebieten als trainierbar und förderbar und definitiv überlegener. Ein Labrador wird eben nicht mehr zur Jagd genutzt und sein Schwimmtraining ist meist nur Spaß - aber mal überlegt in Richtung Wasserrettung zu trainieren? Dass diese Hunde mehr als dummys apportieren könnten? Dass viele sogar unter Wasser fährte aufnehmen können? Mit etwas passender Leidenschaft wird aus jedem Hund ein Meister seines Faches und was ist da ein Wolf als nur ein faszinierender Charakter.
Du hast vollkommen Recht.. Zurück zum Wolf wäre in vielerlei Hinsicht verrückt, da sie eben nich über jahrtausende gelernt haben mit uns gemeinsam Topleistungen zu vollbringen. Das machen sie unter sich und für ihre Familie.. Ich bewundere sie und sie sind für mich das Symbol für eine gesunde Natur schlechthin.. aber..
Hunde liebe ich ❤️
 
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Katrin
heute 17:43
Sehe ich komplett umgedreht. Für beide meiner Hunde. Ich glaube auch, dass dort die leistungsfähigkeit auch am Anspruch im Training und in der Haltung liegen. Keiner wacht besser als meine Daisy und das nicht als aggressiver kläffer- sondern beobachtend bewertend. Als Nutztiercharakter von einem Bauernhof , hat sie dort allein und selbstständig Streuner, Wolf, Fuchs und Marder etc vertrieben. Was den Jagdtrieb und die Energie und Ausdauer meiner kleinen angeht- Leistungshund .. wenn die nicht "ruhigen" Alltagsrhythmus hätte, wäre die von früh bis spät im aktiv. Das kann kein Wolf. Beide Hunde haben nun ihre persönlichen Standards, aber wären durchaus relevant in den Sport gegangen und Modelkarriere - klar ich hab Mischlinge, aber wenn jedes Haar sitzt wie auf der Show - darf ich behaupten, könnten sie das. Also nein, ich habe kein Sofakissen zu Hause. Nicht eines. Obwohl eines davon altersbedingt 80%liegt und trödelt
Jagdtrieb, Energie und Ausdauer sollte man jetzt aber auch nicht mit Leistungsfähigkeit im Bereich Spezialisierung verwechseln. Rassetypische Eigenschaften (findet man auch in Mischlingen) sowie instinktives Verhalten ist je nach Hund mal mehr mal weniger stark ausgeprägt. Ich bin viel mit Bauernhofhunden zusammen gewesen und je nach Rasse(mix) waren die dementsprechend drauf und haben ihre Jobs recht gut erledigt. Trotzdem ist es immer nochmal qualitativ ein riesiger Unterschied zu einem wirklich spezialisierten Hund gewesen.
 
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Katrin
heute 17:46
Bei meinem Rüden ist es tatsächlich so, dass ich seine Anlagen in seinem Alltag berücksichtigen kann. Ich zerre ihn nicht auf Hundewiesen, zwinge ihn nicht zu Kontakten, die für ihn keinen Sinn ergeben, und ich ermögliche ihm sein Wachen und seine soziale Gruppe. Dadurch kann er mit seinen HSH-Anteilen gut leben. Bei Ivy ist die Situation für mich eine andere. Sie ist derart hochtriebig, dass sie für die Jagd funktional betrachtet nahezu perfekt wäre: Aufspüren, Hetzen, Dranbleiben, Töten - das komplette Programm, blitzschnell und zugleich kooperativ. Für einen Jäger könnte genau das eine herausragende Eigenschaft sein. Aber gleichzeitig bringt sie kaum Selbstregulation und kaum Frustrationstoleranz mit. Das gehört für mich genauso zu ihrer genetischen Ausstattung. Und je mehr sie jagt, desto stärker aktiviert sie dieses System - es ist also nicht einfach so, dass „mehr Auslastung“ das Problem lösen würde. Perfekt für einen Jäger - möglicherweise schlecht für Ivy. Und an diesem Punkt liegt mein Problem mit der Aussage, dass es letztlich nur auf den passenden Halter ankommt. Der passende Mensch kann Neo ermöglichen, mit seinen Anlagen gut zu leben. Er kann Ivy ebenfalls managen und ihr helfen, damit zurechtzukommen. Aber er kann nicht aus ihr nachträglich einen Hund machen, der eine hohe Jagdmotivation und gleichzeitig eine ebenso ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstregulation mitbringt. Da schaut man bei der Zucht mMn nicht genau hin - man schaut wie gut eine Eigenschaft für unseren Zweck funktioniert, aber weniger welche Kombination von Eigenschaften für den Hund was bedeutet.
Aber das ist doch letztendlich ein individuelles Thema bei ihr und hat nichts mit Zucht zu tun.
 
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Andreas
heute 17:50
Finde ich ganz spannend - natürlich weiß jeder Hundehalter es aber nun gibt es einen Beweis: https://www.univie.ac.at/aktuelles/press-room/pressemeldungen/detail/gehirnscans-zeigen-hunde-koennen-emotionen-in-menschlichen-gesichtern-unterscheiden
..ist wirklich spannend.. wobei wir, wie Du sagst, die Erkenntnisse irgendwie schon wussten ... 😉.. hätte mir die Uni gesagt, dass Hunde keine Emotionen in menschlichen Gesichtern erkennen.. so hätte ich das keine Sekunde geglaubt..
 
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SandrA
heute 17:56
Aber das ist doch letztendlich ein individuelles Thema bei ihr und hat nichts mit Zucht zu tun.
Ivy ist für mich ein Beispiel zur Verdeutlichung meines Gedankens, nicht der Beweis dafür, dass ihre konkrete Verhaltensausstattung zuchtbedingt ist.

Was ich an ihr zeigen möchte, ist dass Eigenschaften aus menschlicher Sicht hoch erwünscht und funktional sein und gleichzeitig mit anderen Fähigkeiten des Hundes in Konflikt geraten können.

Bei Ivy ist die Jagdmotivation extrem hoch –.aus Sicht eines Jägers könnte das hervorragend sein. Gleichzeitig fehlen ihr Fähigkeiten zur Selbstregulation und Frustrationstoleranz, die für ihr eigenes Leben enorm wichtig sind. Aber spielt das bei der Zucht überhaupt eine Rolle?

Wird das eine verstärkt, ohne gleichzeitig darauf zu achten, welche anderen Fähigkeiten dabei verloren gehen oder zu kurz kommen?

Vielleicht ist die Jagdmotivation irgendwann noch besser, aber die Regulation schlechter.
Vielleicht wird er noch arbeitsfreudiger , aber kommt aus seiner Aktivierung nicht mehr heraus.
 
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Carola
heute 17:59
Ivy ist für mich ein Beispiel zur Verdeutlichung meines Gedankens, nicht der Beweis dafür, dass ihre konkrete Verhaltensausstattung zuchtbedingt ist. Was ich an ihr zeigen möchte, ist dass Eigenschaften aus menschlicher Sicht hoch erwünscht und funktional sein und gleichzeitig mit anderen Fähigkeiten des Hundes in Konflikt geraten können. Bei Ivy ist die Jagdmotivation extrem hoch –.aus Sicht eines Jägers könnte das hervorragend sein. Gleichzeitig fehlen ihr Fähigkeiten zur Selbstregulation und Frustrationstoleranz, die für ihr eigenes Leben enorm wichtig sind. Aber spielt das bei der Zucht überhaupt eine Rolle? Wird das eine verstärkt, ohne gleichzeitig darauf zu achten, welche anderen Fähigkeiten dabei verloren gehen oder zu kurz kommen? Vielleicht ist die Jagdmotivation irgendwann noch besser, aber die Regulation schlechter. Vielleicht wird er noch arbeitsfreudiger , aber kommt aus seiner Aktivierung nicht mehr heraus.
Für einen Jäger sind aber neben der Jagdmotivation eben genau die Selbstregulierung, und die Frustrationstoleranz enorm wichtig. Kein Jäger braucht einen Hund der nicht kontrollierbar ist.
 
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Carola
heute 18:01
..ist wirklich spannend.. wobei wir, wie Du sagst, die Erkenntnisse irgendwie schon wussten ... 😉.. hätte mir die Uni gesagt, dass Hunde keine Emotionen in menschlichen Gesichtern erkennen.. so hätte ich das keine Sekunde geglaubt..
Sage ich doch! Natürlich weiß es jeder Hundehalter. Ich finde es aber spannend, dass es wirklich so deutlich nachweisbar ist und das genau das auch Forschungsobjekt ist. Ich denke dass solche Ergebnisse sich durchaus zum Vorteil der Hunde auswirken können, wenn sie nur bekannt genug werden und natürlich die Forschung, die hier auf recht schmaler Basis erfolgte, erweitert wird.
 
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Katrin
heute 18:03
Ivy ist für mich ein Beispiel zur Verdeutlichung meines Gedankens, nicht der Beweis dafür, dass ihre konkrete Verhaltensausstattung zuchtbedingt ist. Was ich an ihr zeigen möchte, ist dass Eigenschaften aus menschlicher Sicht hoch erwünscht und funktional sein und gleichzeitig mit anderen Fähigkeiten des Hundes in Konflikt geraten können. Bei Ivy ist die Jagdmotivation extrem hoch –.aus Sicht eines Jägers könnte das hervorragend sein. Gleichzeitig fehlen ihr Fähigkeiten zur Selbstregulation und Frustrationstoleranz, die für ihr eigenes Leben enorm wichtig sind. Aber spielt das bei der Zucht überhaupt eine Rolle? Wird das eine verstärkt, ohne gleichzeitig darauf zu achten, welche anderen Fähigkeiten dabei verloren gehen oder zu kurz kommen? Vielleicht ist die Jagdmotivation irgendwann noch besser, aber die Regulation schlechter. Vielleicht wird er noch arbeitsfreudiger , aber kommt aus seiner Aktivierung nicht mehr heraus.
Zumindest bei den Züchtern die ich kenne ja. Dort wird je nach Zuchtziel geschaut das es im Endergebnis für den Hund passt so das die gewünschte Leistungsfähigkeit nicht zu anderen Problemen führt zumindest soweit wie das für den Züchter möglich ist. Ob das jeder Züchter macht kann ich nicht beurteilen aber denke eher nein denn schwarze Schafe gibt es überall. Da liegt es am zukünftigen Halter eben jene herauszufinden nicht zu unterstützen.