Was ich weiß, ist, wann Capper Freude empfindet und weniger Anspannung ausstrahlt und das ist aktuell an der Schleppleine. Deshalb suche ich nach Lösungen, wie ich ihm das alternativ bieten kann. Das bedeutet nicht, dass es kein Training mehr gibt und Baustellen nicht weiter angegangen werden. Allerdings kann ich sagen, dass die Schleppleine nur für ihn ist. Für mich wäre es dauerhaft an der kurzen Leine mit ihm viel einfacher. Die Schleppleine bedeutet unnötigen zusätzlichen Stress und Risiko. Das ist tatsächlich keine Entlastung für mich. Ich mag nur sein freudiges Gesicht beim Rennen mit uns und wie er sein Hinterteil einzieht für zoomies über die Wiese. Dafür gebe ich ihm die Möglichkeit, die er sonst nicht hat. Capper und ich wachsen beide zusammen. Mit den vermeintlichen Rassen, die in ihm stecken, wäre er bei einem Profi sicherlich besser aufgehoben gewesen, aber er ist bei mir gelandet und ich lerne ebenfalls mit ihm. Ich versuche ihm trotz all der Ängste und Missvertrauen in andere Menschen gerecht zu werden, das kann also durchaus sein, dass der ein oder andere Gedanke zu menschlich gedacht ist.
Wie kann er an der Schlepp weniger angespannt sein, wenn er da alles angeht, was sich bewegt inklusive Autos? Vielleicht ist er an der kurzen Leine ja eher in der Lage, seine Sorgen mitzuteilen, während er sich an der Schlepp selbst verantwortlich fühlt und sich entsprechend verhält, ohne Rückversicherung und Absprache mit euch.
Zombies sind nicht unbedingt ein Zeichen von Freude. Das kann eben angestaute Anspannung sein.
Meine Elisa hatte das anfangs auch und ich wollte ihr auch möglichst viel Freiheit geben. Sie kam und kommt auch heute ins “Gerenne”, wenn ich nicht mit ihr in Verbindung bleibe, und daran erkenne ich, dass sie total drüber ist.
Mit mehr Arbeit meine ich mentale Arbeit, vorausschauendes Spazieren gehen, Struktur reinbringen…