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Meli
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zuletzt 7. Apr.

Schichtdienst & Ausbildung: Schafft das ein 4-jähriger Tierschutzhund?

Hallo zusammen! Ich brauche mal euren Rat für meinen Freund und mich. Im Anhang könnt ihr alles über die Hündin lesen. Ich mache gerade die Pflegeausbildung (2 Monats-Blöcke in abwechslung mit Schule 8-16 Uhr / Praktikum im Schichtdienst). Mein Freund kann in Gleitzeit arbeiten (entweder ab 5 Uhr oder ab 9 Uhr morgens). Wir haben uns in eine 4,5 Jahre alte Hündin (Husky-Mix) aus dem Tierschutz verliebt. Mein Freund hat aber riesige Angst, dass der Hund "Blödsinn baut" oder leidet, weil wir keinen starren 9-to-5-Rhythmus haben. Er denkt, ein Hund in dem Alter kann sich nicht mehr an wechselnde Zeiten gewöhnen. Ich sage: Ein erwachsener Hund ist viel flexibler als ein Welpe und die 6-7 Stunden Alleinebleiben sind bei unseren versetzten Zeiten kein Problem. Habt ihr Erfahrungen mit Schichtdienst und einem erwachsenen Hund? vielleicht habt ihr sogar einen aus dem Tierheim? Gewöhnen sie sich an wechselnde Zeiten?
 
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Meli
7. Apr. 06:52
War erst am überlegen, ob ich das noch schreibe mit der Info, dass dieser Hund jetzt eh schon reserviert ist, aber vielleicht hilft es euch ja trotzdem weiter: Mein Freund arbeitet im Schichtdienst und ich im Büro mit Gleitzeit. Unser Hund ist da regelmäßig entweder von 12.30-17.00 oder 9-14.30 alleine. Teilweise nehme ich ihn mit ins Büro, dass da noch eine Variable rein kommt. Ich nehme das bei ihm aber eher so wahr, dass er unterschiedliche Routinen kennt. Er bekommt ja auch mit wann er sich dann auf welche Routine einstellen muss und wir achten darauf, dass es innerhalb dieser Variablen genug gleiche Abläufe gibt, die ihm Struktur geben. Wir haben ihn auch erst mit 6 Jahren bekommen, ABER er ist es vorher schon gewohnt gewesen in einer Wohnung zu leben und alleine zu bleiben, wenn sein damaliges Herrchen arbeiten musste. Die ersten 2-3 Wochen, die wir den Hund hatten, haben wir uns auch so organisiert, dass er Zeit zum eingewöhnen hatte und nicht alleine bleiben musste. Dann immer mal wieder ausprobiert mit kürzerem alleine bleiben, bis wir uns sicher waren, dass er auch das längere alleine bleiben entspannt kann. Und dank Kamera und 10 Minuten Arbeitsweg kann auch immernoch schnell jemanden da sein, wenn doch was sein sollte. Generell ist unser Hund aber auch eher der gemütliche Typ und sucht sich auch immer wieder einen Schlafplatz in einem Zimmer, das ansonsten leer ist. Für uns und unsere Situation also ein guter Fit.
Danke für deine Erfahrungen Alina😊

wenns gewesen wäre könntest du bestimmt jederzeit deinen schatz mit ins Büro nehmen, bei uns jetzt und in der zukunft leider nicht machbar… wenn ich später im kh arbeite und mein freund arbeitet in einem betrieb wo riesige Fräßnaschinen und co. gebaut werden.
 
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Michael
7. Apr. 07:03
Zu allen anderen Kommentaren.... erst mal die beruflichen Situationen abklären (Ausbildung fertig machen, ...). Vielleicht wollt ihr in eurer wenigen gemeinsamen Zeit auch mal zusammen ins Kino? Ist dann der Hund nochmal allein? Hunde sind soziale Wesen. Wenn sich bei solchen Lebensverhältnissen ein Hund ruhig verhält kann es auch daran liegen, daß er aufgegeben hat. Auch wenn ihr euch zu einem Hund hingezogen fühlt, sollte bei der "Anschaffung" der Verstand gelten, so macht ihr euch und vor allem dem Tier keinen Gefallen.
 
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Karin
7. Apr. 07:31
Hi, super das ihr euch im Vorfeld darüber Gedanken macht. 👍👏
Ich persönlich halte es für nicht gut wenn der Hund täglich stundenlang alleine bleiben muss. Nun zu deiner eigentlichen Frage.
Ein ausgewachsener Hund kann selbstverständlich besser alleine bleiben als ein Welpe. Ich denke das ihr mit einem Welpen und eurem Tagesablauf gut an eure Grenzen stoßen würdet.
Wir selbst haben eine 2 jährige Hündin aus dem Tierschutz genommen und ich habe sie ab dem 1.Tag immer mal einige Minuten alleine gelassen. Der Hund hat ja eh keine Bindung zu mir gehabt und hat mich natürlich auch nicht vermisst. Das klappte hervorragend und ist bis heute kein Problem. Sie kann problemlos auch mal einige Stunden, auch in fremder Umgebung wie Hotel alleine bleiben.
Ein Husky ist schon mal gerne bell und jaulfreudig, ein sehr kommunikativer Hund. 🤣 Das sollte euch bewusst sein. Bei einem Mix weiß man natürlich nicht was sich durchsetzt, jedoch kann es halt sein das er gerade wenn er alleine bleiben muss, nach euch jault. Auch da an die Nachbarschaft denken!
In einem Wohnblock kann das schon zu größeren Schwierigkeiten führen.
Die Beschreibung von ihr hört sich natürlich sehr verlockend an. Eventuell macht es Sinn über einen Plan B nachzudenken. Vielleicht gäbe es eine Möglichkeit den Hund von jemandem 3. in der Anfangszeit zu betreuen z.b. Freund, Familie, Huta...bis Molly eure Routinen kennt.
Vielleicht ist es auch absolut unbegründet und sie ist ein Traumhund. Aber man weiß es halt nicht. Auch können Hunde sich in anderer Umgebung komplett anders zeigen wie auf der anderen Stelle wo sie herkommen.
Das muss man alles auf dem Schirm haben und ist leider nicht immer ganz einfach umzusetzen. 🤷‍♀️
Falls ihr die hübsche zu euch nehmt wünsche ich euch alles gute, 👍 und 🐾 sind gedrückt. 🫶👋
 
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Sonja
7. Apr. 07:38
Die Hündin wurde gestern zur adoption reserviert und ich hoffe es klappt😃😊
Für die Zukunft wenn es dann mit den Lebens/Arbeitssitutationen besser passt ; Seid vorsichtig mit Auslands-TS Hunden, guckt nicht nur zweimal hin was die "Organisation" betrifft, finger weg von " einzelnen Privatpersonen" die Hunde "Retten" besonders aus "Tötungsstationen" und mit möglichst rührenden Geschichten/Bilder in den sozialen Medien.... Es gibt mittlerweile , nicht selten "schwarze Schafe" die ein Geschäft mit solchen Hunden machen. 😡..... Seriöse Organisationen erkennst wenn z.B. Gespräche per Telefon möglich sind , du sie nicht nur auf eine art kontakieren kannst, wenn auch aus anderen Quellen berichte über sie findest also nicht z.b. nur die eigene FB seite....etc... auserdem arbeiten auch einige DTH mit seriösen Auslands-TS-Vermittlung zusammen
 
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Hannah und
7. Apr. 08:17
Ich denke abklären ob dein Freudn den hund mit nehmen könnte, Jenachdem was er arbeitet lassen das viele Firmen inzwischen zu!
Nie länger als 5 Stunden alleine lassen!
Davor gut auslasten!
 
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Svenja
7. Apr. 08:30
Noch zusätzlich wichtig wäre, wie ist eure Wohnsituation? Habt ihr beide Hundeerfahrung? Zu den Erfahrungen: Ich habe meine Hündin 5-jährig übernommen (Trennungsopfer). Sie kannte das Leben in der Wohnung, war stubenrein (was der Hund aus dem Tierschutz nicht sein wird !) und war auch stundenweises Alleinesein gewohnt. Ich arbeite Teilzeit im Schichtdienst (4Std) im Pflegebereich. Anfangs waren auch noch unsere Kinder zu Hause, die inzwischen in eigenen Wohnungen wohnen. Die Eingewöhnung klappte sehr gut, das Alleinebleiben war bei Suki - obwohl sie es gewöhnt war - erst gar nicht so einfach und hat länger gedauert. Sie bleibt nun entspannt alleine, ich kann mir aber nicht vorstellen, sie 6-7 Std. alleine zu lassen. Vor dem Frühdienst, auch im Winter, große Runden zu laufen und nach dem Dienst, wenn es wieder stockdunkel ist und man von der Arbeit ganz schön geschafft ist, nochmal große Runden - das muss man wollen und schaffen… Wäre für mich keine Option, wenn ich Vollzeit arbeiten würde.
Ich bin bei fast allen Punkten deiner Meinung, aber die meisten ausgewachsenen Hunde aus dem Tierschutz sind stubenrein. Ich hatte schon unzählige Pflegehunde hier und wenn man sie regelmäßig raus lässt, machen sie aus eigenem Antrieb nicht in die Wohnung.
 
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Ronja
7. Apr. 08:57
also, die ansprechperson war nur über fb erreichbar, es war eine deutsche nummer dabei aber die war dafür da wenn du den hund wirklich nimmst dass du da anrufst dass die alles in die wege leiten…
Das klingt so, als würden sie den Hund ohne Vorkontrolle / Prüfung abgeben... das klingt erstmal nicht sehr vertrauenserweckend...
 
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Sonja
7. Apr. 09:06
Für die Zukunft wenn es dann mit den Lebens/Arbeitssitutationen besser passt ; Seid vorsichtig mit Auslands-TS Hunden, guckt nicht nur zweimal hin was die "Organisation" betrifft, finger weg von " einzelnen Privatpersonen" die Hunde "Retten" besonders aus "Tötungsstationen" und mit möglichst rührenden Geschichten/Bilder in den sozialen Medien.... Es gibt mittlerweile , nicht selten "schwarze Schafe" die ein Geschäft mit solchen Hunden machen. 😡..... Seriöse Organisationen erkennst wenn z.B. Gespräche per Telefon möglich sind , du sie nicht nur auf eine art kontakieren kannst, wenn auch aus anderen Quellen berichte über sie findest also nicht z.b. nur die eigene FB seite....etc... auserdem arbeiten auch einige DTH mit seriösen Auslands-TS-Vermittlung zusammen
Absolut. Ich habe mehrere Personen im Freundes- und Bekanntenkreis, die sind böse auf die Nase gefallen. Finanziell keine schöne Sache, aber noch schlimmer halt die gesundheitliche/psychische Situation für beide Parteien. Leute und Hund. Man wollte "retten" und sitzt nun auf Schulden durch horende Tierarztkosten und baut sein gesamtes Leben nur noch um den schwierigen, aber als ach so einfach beschrieben Hund herum. Mein Fall wäre das nicht.
 
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Maria
7. Apr. 09:10
Ich würde mich jetzt nicht drauf verlassen, dass ein Hund aus dem TS stubenrein ist und allein bleiben kann. Meine Mädels konnten anfangs nicht mal allein in einem Raum bleiben. Gleiches gilt für die Stubenreinheit. Das hat bei uns ewig gedauert und in die Wohnung pinkeln bleibt für die Mädels bis heute eine Option. Elisa hat schon im Tierheim immer sofort nach der Mahlzeit an Ort und Stelle ihr Geschäft erledigt.

Und gesundheitlich kann es auch bei seriösen Vereinen Probleme geben. Die sind ja auch auf Infos der Partnertierheime angewiesen, und wenn da Probleme verschwiegen werden, kann der Verein auch nichts machen.

Ein TS-Hund ist halt ein Ueberraschungspaket.
 
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Heike
7. Apr. 09:16
Ich bin bei fast allen Punkten deiner Meinung, aber die meisten ausgewachsenen Hunde aus dem Tierschutz sind stubenrein. Ich hatte schon unzählige Pflegehunde hier und wenn man sie regelmäßig raus lässt, machen sie aus eigenem Antrieb nicht in die Wohnung.
Ich glaube es dir, bei deinen Erfahrungen. Als Pflegestelle gehe ich mal davon aus, dass du dann eigene Hunde plus Pflegehund hattest. Da ist dann das Vorbild der eigenen Hunde, die Wohnsituation (Garten?) spielt eine große Rolle und die Ängstlichkeit/Unsicherheit des Pflegehundes. Da spielt dann wieder die Seriösität der Organisation mit rein, ob Angsthunde (mit entsprechender Beschreibung)… auch vermittelt werden.
Ich habe aus dem Bekanntenkreis einige andere Beschreibungen zur Stubenreinheit der adoptierten Hunde gehört, die sind alle stubenrein geworden, mit wenig oder aber auch viel Aufwand.