Auch wenn ich mich jetzt ins Haifischbecken wage, möchte ich meine Meinung sagen.
Meiner Erfahrung nach sind 6,7h allein bleiben für einen Hund der es gewöhnt ist, gesund ist, und eine stabile Bindung und Vertrauen zu seinen Menschen hat, nicht dramatisch. Mal davon abgesehen, dass ein Hund dazu veranlagt ist, viel mehr Stunden täglich als ein Mensch zu ruhen/schlafen. Warum nicht in seiner sichersten Wohlfühlumgebung.
Ich sehe einen Hund auch nicht als "Lückenfüller", nur weil der Hund in der Arbeitszeit des Menschen allein bleibt. Körperliche und geistige Auslastung und Beschäftigung sind wichtig, ja, bietet man seinem Hund aber nicht täglich 12, 14h in Dauerschleife und braucht dieser in den meisten Fällen in diesem Ausmaß auch überhaupt nicht. Es ist auch trotz der langen Alleinbleibzeit sehr gut möglich seinen Hund gut auszulasten und rundum zufrieden zu stellen (davor und danach entsprechende Beschäftigung und nicht nur für 10 Minuten zum Lösen gehen).
Bei meinem ersten Hund und auch beim zweiten jetzt habe und hatte ich je ein gutes Jahr Zeit, wo ich komplett daheim war, um das längere alleinsein in kleinen Schritten zu etablieren. Dabei gab es keine Probleme, keine zerstörte Wohnung etc. Ich hatte nie das Gefühl, dass es meinen Hunden damit schlecht ging oder sie darunter leiden, eher ausgeglichen und entspannt. Sicher kommt es auch darauf an wie viel Zeit man sich nimmt für die Gewöhnung und sicher ist es auch stark Rasseabhängig. Bei Arbeitslinien oder extremst aktiven Rassen wird es nicht so einfach sein, dem Hund mit einer immer langen Alleinbleibzeit ein zufriedenstellendes Leben zu bieten.
Auf jeden Fall finde ich aber, dass man das nicht allgemein so pauschal sagen kann aka "6/7h allein bleiben geht gar nicht", weil es immer ganz drauf ankommt was man mit dem Hund macht etc. Es wird sicher auch Hunde geben, die nie allein sind aber verhaltensauffällig werden, weil sie nur nebenher existieren und nie beschäftigt werden oder so.
Zu den wechselnden Alleinbleibzeiten hatte ich neulich mal eine arte doku gesehen. Da wurde der Stand erklärt, dass Hunde durch die Abnahme der Menschengeruchsstoffe im Haus den Zeitpunkt des wieder nach Hause kehrens ihres Menschen wissen und nicht weil sie eine Uhrzeit erkennen. Heißt es ist egal, ob der Mensch zur Früh oder Nachtschicht bspw. 5h weg ist, bei 5h ist die Konzentration der hinterlassenen Menschengeruchsstoffe auf einen gewissen Pegel runter gegangen, den der Hund sich über die Zeit gemerkt hat und deshalb schon etwa weiß, wann sein Mensch etwa spätestens wieder kommt.
sehr hilfreich liebe Tina😊☺️super schön gesagt 🥹aber wir könnten nicht 1 Jahr ganz zuhause bleiben um den Hund so gut wie möglich drauf zu trainieren alleine zu bleiben 🥲