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Meli
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zuletzt 7. Apr.

Schichtdienst & Ausbildung: Schafft das ein 4-jähriger Tierschutzhund?

Hallo zusammen! Ich brauche mal euren Rat für meinen Freund und mich. Im Anhang könnt ihr alles über die Hündin lesen. Ich mache gerade die Pflegeausbildung (2 Monats-Blöcke in abwechslung mit Schule 8-16 Uhr / Praktikum im Schichtdienst). Mein Freund kann in Gleitzeit arbeiten (entweder ab 5 Uhr oder ab 9 Uhr morgens). Wir haben uns in eine 4,5 Jahre alte Hündin (Husky-Mix) aus dem Tierschutz verliebt. Mein Freund hat aber riesige Angst, dass der Hund "Blödsinn baut" oder leidet, weil wir keinen starren 9-to-5-Rhythmus haben. Er denkt, ein Hund in dem Alter kann sich nicht mehr an wechselnde Zeiten gewöhnen. Ich sage: Ein erwachsener Hund ist viel flexibler als ein Welpe und die 6-7 Stunden Alleinebleiben sind bei unseren versetzten Zeiten kein Problem. Habt ihr Erfahrungen mit Schichtdienst und einem erwachsenen Hund? vielleicht habt ihr sogar einen aus dem Tierheim? Gewöhnen sie sich an wechselnde Zeiten?
 
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Meli
7. Apr. 14:18
Auch wenn ich mich jetzt ins Haifischbecken wage, möchte ich meine Meinung sagen. Meiner Erfahrung nach sind 6,7h allein bleiben für einen Hund der es gewöhnt ist, gesund ist, und eine stabile Bindung und Vertrauen zu seinen Menschen hat, nicht dramatisch. Mal davon abgesehen, dass ein Hund dazu veranlagt ist, viel mehr Stunden täglich als ein Mensch zu ruhen/schlafen. Warum nicht in seiner sichersten Wohlfühlumgebung. Ich sehe einen Hund auch nicht als "Lückenfüller", nur weil der Hund in der Arbeitszeit des Menschen allein bleibt. Körperliche und geistige Auslastung und Beschäftigung sind wichtig, ja, bietet man seinem Hund aber nicht täglich 12, 14h in Dauerschleife und braucht dieser in den meisten Fällen in diesem Ausmaß auch überhaupt nicht. Es ist auch trotz der langen Alleinbleibzeit sehr gut möglich seinen Hund gut auszulasten und rundum zufrieden zu stellen (davor und danach entsprechende Beschäftigung und nicht nur für 10 Minuten zum Lösen gehen). Bei meinem ersten Hund und auch beim zweiten jetzt habe und hatte ich je ein gutes Jahr Zeit, wo ich komplett daheim war, um das längere alleinsein in kleinen Schritten zu etablieren. Dabei gab es keine Probleme, keine zerstörte Wohnung etc. Ich hatte nie das Gefühl, dass es meinen Hunden damit schlecht ging oder sie darunter leiden, eher ausgeglichen und entspannt. Sicher kommt es auch darauf an wie viel Zeit man sich nimmt für die Gewöhnung und sicher ist es auch stark Rasseabhängig. Bei Arbeitslinien oder extremst aktiven Rassen wird es nicht so einfach sein, dem Hund mit einer immer langen Alleinbleibzeit ein zufriedenstellendes Leben zu bieten. Auf jeden Fall finde ich aber, dass man das nicht allgemein so pauschal sagen kann aka "6/7h allein bleiben geht gar nicht", weil es immer ganz drauf ankommt was man mit dem Hund macht etc. Es wird sicher auch Hunde geben, die nie allein sind aber verhaltensauffällig werden, weil sie nur nebenher existieren und nie beschäftigt werden oder so. Zu den wechselnden Alleinbleibzeiten hatte ich neulich mal eine arte doku gesehen. Da wurde der Stand erklärt, dass Hunde durch die Abnahme der Menschengeruchsstoffe im Haus den Zeitpunkt des wieder nach Hause kehrens ihres Menschen wissen und nicht weil sie eine Uhrzeit erkennen. Heißt es ist egal, ob der Mensch zur Früh oder Nachtschicht bspw. 5h weg ist, bei 5h ist die Konzentration der hinterlassenen Menschengeruchsstoffe auf einen gewissen Pegel runter gegangen, den der Hund sich über die Zeit gemerkt hat und deshalb schon etwa weiß, wann sein Mensch etwa spätestens wieder kommt.
sehr hilfreich liebe Tina😊☺️super schön gesagt 🥹aber wir könnten nicht 1 Jahr ganz zuhause bleiben um den Hund so gut wie möglich drauf zu trainieren alleine zu bleiben 🥲
 
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Marion
7. Apr. 14:32
Auch wenn ich mich jetzt ins Haifischbecken wage, möchte ich meine Meinung sagen. Meiner Erfahrung nach sind 6,7h allein bleiben für einen Hund der es gewöhnt ist, gesund ist, und eine stabile Bindung und Vertrauen zu seinen Menschen hat, nicht dramatisch. Mal davon abgesehen, dass ein Hund dazu veranlagt ist, viel mehr Stunden täglich als ein Mensch zu ruhen/schlafen. Warum nicht in seiner sichersten Wohlfühlumgebung. Ich sehe einen Hund auch nicht als "Lückenfüller", nur weil der Hund in der Arbeitszeit des Menschen allein bleibt. Körperliche und geistige Auslastung und Beschäftigung sind wichtig, ja, bietet man seinem Hund aber nicht täglich 12, 14h in Dauerschleife und braucht dieser in den meisten Fällen in diesem Ausmaß auch überhaupt nicht. Es ist auch trotz der langen Alleinbleibzeit sehr gut möglich seinen Hund gut auszulasten und rundum zufrieden zu stellen (davor und danach entsprechende Beschäftigung und nicht nur für 10 Minuten zum Lösen gehen). Bei meinem ersten Hund und auch beim zweiten jetzt habe und hatte ich je ein gutes Jahr Zeit, wo ich komplett daheim war, um das längere alleinsein in kleinen Schritten zu etablieren. Dabei gab es keine Probleme, keine zerstörte Wohnung etc. Ich hatte nie das Gefühl, dass es meinen Hunden damit schlecht ging oder sie darunter leiden, eher ausgeglichen und entspannt. Sicher kommt es auch darauf an wie viel Zeit man sich nimmt für die Gewöhnung und sicher ist es auch stark Rasseabhängig. Bei Arbeitslinien oder extremst aktiven Rassen wird es nicht so einfach sein, dem Hund mit einer immer langen Alleinbleibzeit ein zufriedenstellendes Leben zu bieten. Auf jeden Fall finde ich aber, dass man das nicht allgemein so pauschal sagen kann aka "6/7h allein bleiben geht gar nicht", weil es immer ganz drauf ankommt was man mit dem Hund macht etc. Es wird sicher auch Hunde geben, die nie allein sind aber verhaltensauffällig werden, weil sie nur nebenher existieren und nie beschäftigt werden oder so. Zu den wechselnden Alleinbleibzeiten hatte ich neulich mal eine arte doku gesehen. Da wurde der Stand erklärt, dass Hunde durch die Abnahme der Menschengeruchsstoffe im Haus den Zeitpunkt des wieder nach Hause kehrens ihres Menschen wissen und nicht weil sie eine Uhrzeit erkennen. Heißt es ist egal, ob der Mensch zur Früh oder Nachtschicht bspw. 5h weg ist, bei 5h ist die Konzentration der hinterlassenen Menschengeruchsstoffe auf einen gewissen Pegel runter gegangen, den der Hund sich über die Zeit gemerkt hat und deshalb schon etwa weiß, wann sein Mensch etwa spätestens wieder kommt.
Zur Uhrzeit:
Hunde haben durchaus ein Zeitgefühl.
Wenn der Hund jeden Tag um 18 Uhr Futter bekommt, dann wird er um 18 Uhr auch sein Futter erwarten und daran erinnern, wenn man es vergisst.

Meine Oma wiederum hatte jeden Tag um Punkt 16 Uhr ein Suchspiel veranstaltet.
Vergessen konnte sie es nicht, denn um Punkt 16 Uhr (+- 10 Minuten) stand die Hündin da und forderte zum Suchspiel auf. Da sie auch den ganzen Tag lang nur am Tisch saß, gab es da auch keine ausschlaggebenden Rituale, die auf das Spiel hingewiesen hätten.

Sehe es aber auch so, dass 6-7 Stunden nicht automatisch für jeden Hund schlecht sein müssen, wobei ich da aber zusätzlich noch den Charakter des Hundes in die Gleichung mit reinnehmen würde. Es gibt Hunde, die es einfach trotz allem Training schlechter wegstecken als andere. Wo wir wieder beim Thema Husky und Alleinebleiben wären. 😅 Wurde ja schon geschrieben, dass Huskies da oftmals größere Probleme mit haben.
 
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Tina
7. Apr. 15:14
sehr hilfreich liebe Tina😊☺️super schön gesagt 🥹aber wir könnten nicht 1 Jahr ganz zuhause bleiben um den Hund so gut wie möglich drauf zu trainieren alleine zu bleiben 🥲
Das ist auch nicht unbedingt das Maß der Dinge, es hatte sich bei mir einfach so ergeben und es waren je Welpen. Ich denke bei einem erwachsenen Hund, der beim Vorbesitzer schon gut und entspannt allein bleiben konnte, geht das auch viel schneller. Wobei ich ich in dem Fall trotzdem schauen würde so viel Urlaub wie möglich zu nehmen, um erst einmal eine Kennenlernzeit zu haben, Beziehung aufzubauen und nicht direkt von heute auf morgen so lange allein.
 
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Tina
7. Apr. 15:16
Zur Uhrzeit: Hunde haben durchaus ein Zeitgefühl. Wenn der Hund jeden Tag um 18 Uhr Futter bekommt, dann wird er um 18 Uhr auch sein Futter erwarten und daran erinnern, wenn man es vergisst. Meine Oma wiederum hatte jeden Tag um Punkt 16 Uhr ein Suchspiel veranstaltet. Vergessen konnte sie es nicht, denn um Punkt 16 Uhr (+- 10 Minuten) stand die Hündin da und forderte zum Suchspiel auf. Da sie auch den ganzen Tag lang nur am Tisch saß, gab es da auch keine ausschlaggebenden Rituale, die auf das Spiel hingewiesen hätten. Sehe es aber auch so, dass 6-7 Stunden nicht automatisch für jeden Hund schlecht sein müssen, wobei ich da aber zusätzlich noch den Charakter des Hundes in die Gleichung mit reinnehmen würde. Es gibt Hunde, die es einfach trotz allem Training schlechter wegstecken als andere. Wo wir wieder beim Thema Husky und Alleinebleiben wären. 😅 Wurde ja schon geschrieben, dass Huskies da oftmals größere Probleme mit haben.
Das stimmt schon auch. Es spielt halt beides mit herein. Gerade bei der Fütterung haben wir auch nie solch feste Zeiten etabliert, da ich kein Tier wie im Zoo halten möchte. Da gibt's mal ne Stunde eher oder später, oder auch 2. Oder auch mal nichts, wenn ich weiß, dass wir vormittags mit viel Leckerli trainieren, dadurch wird schon eine Mahlzeit ersetzt.
 
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Carola
7. Apr. 19:06
Einen starren Rhythmus kann man haben muss man aber nicht. Ich habe mit meinen Hunden auch keinen gleichbleibenden Rhythmus. Wir haben auch keine festen Futterzeiten.
Wenn ich arbeite gehe ich mit den Hunden sehr früh raus und Sie bekommen ihr Futter in der Arbeit. Wenn ich nicht arbeite gehen wir manchmal erst um 10 Uhr raus und Sie bekommen Ihr Frühstück dann. Auch im Urlaub passen sie sich problemlos jedem Rhythmus an und haben überhaupt keine Probleme mit Veränderung.
Wo ihr allerdings schauen müsst ist meiner Meinung nach das Alleinsein, es gibt Hunde die ganz gut alleine bleiben können und es gibt welche die viel Übung brauchen. Huskys gehören jetzt nicht gerade zu den Hunden die gerne alleine sind.
Hier solltet ihr schauen dass ihr das alles gut aufbaut und eventuell gibt es ja jemanden wo der Hund mal hin kann oder der mit ihm in dieser Zeit rausgeht.
Im Prinzip ist alles Theorie denn jeder Hund ist anders und man darf auch nicht unterschätzen dass ein Hund auch eine Zeit braucht anzukommen.
Überlegt euch die Sache sehr gut! Auf jeden Fall ist es sicherlich einfacher einen erwachsenen Hund alleine zu lassen wenn man ihn gut daran gewöhnt hat.