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Meli
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Anzahl der Antworten 45
zuletzt 7. Apr.

Schichtdienst & Ausbildung: Schafft das ein 4-jähriger Tierschutzhund?

Hallo zusammen! Ich brauche mal euren Rat für meinen Freund und mich. Im Anhang könnt ihr alles über die Hündin lesen. Ich mache gerade die Pflegeausbildung (2 Monats-Blöcke in abwechslung mit Schule 8-16 Uhr / Praktikum im Schichtdienst). Mein Freund kann in Gleitzeit arbeiten (entweder ab 5 Uhr oder ab 9 Uhr morgens). Wir haben uns in eine 4,5 Jahre alte Hündin (Husky-Mix) aus dem Tierschutz verliebt. Mein Freund hat aber riesige Angst, dass der Hund "Blödsinn baut" oder leidet, weil wir keinen starren 9-to-5-Rhythmus haben. Er denkt, ein Hund in dem Alter kann sich nicht mehr an wechselnde Zeiten gewöhnen. Ich sage: Ein erwachsener Hund ist viel flexibler als ein Welpe und die 6-7 Stunden Alleinebleiben sind bei unseren versetzten Zeiten kein Problem. Habt ihr Erfahrungen mit Schichtdienst und einem erwachsenen Hund? vielleicht habt ihr sogar einen aus dem Tierheim? Gewöhnen sie sich an wechselnde Zeiten?
 
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Yvonne
7. Apr. 09:26
Ich bin bei fast allen Punkten deiner Meinung, aber die meisten ausgewachsenen Hunde aus dem Tierschutz sind stubenrein. Ich hatte schon unzählige Pflegehunde hier und wenn man sie regelmäßig raus lässt, machen sie aus eigenem Antrieb nicht in die Wohnung.
Das kann ich nicht bestätigen.
Bisher haben alle Hunde, die wir aus dem Tierschutz hatten, in den ersten zwei/drei Tagen ins Haus gemacht.
Obwohl wir oft raus sind und auch ein Garten zur Verfügung steht.

Das ist einfach der Umstellung von Zwinger auf die Wohnung geschuldet.
Vielleicht ist das bei Hunden aus Pflegestellen anders, das kann sein.
Unsere stammen alle aus Hundeauffangstationen und Zwingern im Tierheim, daher kann ich nur aus dieser Erfahrung heraus berichten.
 
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Michi
7. Apr. 09:32
Auch bei unseren Hunden, die aus dem Tierheim in Pflegestelle oder Endstelle kamen, ist es so, dass Viele stubenrein sind und die Anderen dann spätestens nach wenigen Tagen.
 
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B.
7. Apr. 09:36
Hallo,
Ein Hund gewöhnt sich sehr schnell an einen anderen Rhythmus. Ich bin selbst im Schichtdienst und hatte niemals Probleme damit.
Das große Problem wird tatsächlich das "alleine bleiben". Nordische Rassen sind da wirklich sehr speziell. Das muss man beim Husky so früh wie möglich trainieren. Der Faktor "Mischling" kann natürlich etwas ändern. Wirklich beurteilen kann man das nur im Einzelfall. Wenn man von einem reinrassigen sibirischen Husky ausgeht, würde ich dein Zeitfenster allerdings als absoluten Grenzbereich sehen. Aber jeder Hund ist eine eigene Persönlichkeit und hat seinen eigenen Trainingsstand. Das kann also gut gehen..es kann aber auch große Probleme bereiten. Vor allem darf ein Hund in der ersten Zeit wenn man ihn aufnimmt am besten garnicht alleine bleiben.
Weiterhin sollte man folgendes bedenken: ein Husky bzw urtümliche Hunde allgemein ist kein Anfängerhund. Da sollte man schon Erfahrung haben. Da man auch nie wirklich weiß, was ein Hund aus dem Tierschutz alles erlebt hat, ist das sehr wichtig. Huskys sind schwierig zu trainieren und gleichzeitig hochsensibel. Bei Mischlingen ist es weiterhin sehr schwierig das Energielevel des Hundes zu beurteilen. Und man muss sich bewusst sein, daß bei diesen Rassen klare Grenzen des Trainings bestehen. Gegen den Jagdtrieb kann man nichts machen beispielsweise. Das bringt dann auch entsprechende Konsequenzen mit sich. Normalerweise haben die auch keinen will to please.
Aber bitte nicht falsch verstehen, das sind unglaublich tolle Hunde. Für mich persönlich meine absolute Lieblingsrasse🥰
 
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Ca
7. Apr. 09:55
Dazu kann ich Euch raten, nehmt Euch Katze oder Katzen. Ich war beruflich in 3 Schichtdiensten über 30 Jahre. Deshalb habe ich auf einen Hund verzichtet, weil er nicht artgerecht versorgt gewesen wäre.
Du bist in der Ausbildung, es kommen viele schwierige Phasen des Lernens, müssen von der Schule her noch geleistet werden. Dann hast du schon mal deutlich weniger Zeit für den Hund.
Bist du dann fertig mit der Ausbildung geht es erst richtig los, mit vollen Schichtarbeitzeit. Fertig geschafft von Arbeit kommst du nach Hause und willst erstmal Pause. Dein Hund wartete Stunden darauf, das jemand nach Hause kommt und jetzt wo du Zuhause bist, will der Hund etwas unternehmen. Er ist ausgeruht!
Nein .... ich denke nicht, dass ihr jetzt so egoistisch sein solltet
Ich habe erst nach sehnsüchtigen vielen 20 Jahren mein ersten Haus- 🐕 (vorher Zwingerhunde) zugelegt, nachdem ich halbtags arbeiten ging. Das denke ich ist noch fair gewesen. Ein Hund macht nicht nur Spaß, er macht auch Arbeit, Erziehung und weiteres. Bei dieser Rasse, und wenn man noch nie einen Angst-Hund besaß, ist noch mehr Arbeit notwendig. Dazu muss man sich dieses Wissen auch erlernen. Auch diesbezüglich kann ich mitreden.
Ich habe in dieser Zeit Katzen gehabt, sie machen auch Freude.
KATZEN sitzen massenhaft in Tierheimen zu finden. Allen Alters, Farben, alle Größen mit verschiedenen Charaktere.
Tut dem Hund und Euch den Gefallen, nehmt ihn wenn ihr wisst, wie Eure zukünftige Arbeit stressen wird.
🙏🏼 danke für's lesen 🤗👋🏼👋🏼
 
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L.🐾
7. Apr. 10:09
Ich finde es erstmal toll, dass Du hier nachfragst und dass Du auch antwortest und nicht einfach abtauchst, wie so viele, wenn Antworten kommen, die man nicht hören will.
Ich schliesse mich den Vorrednern an, holt Euch erst einen Hund, wenn es bei Euch auch für den Hund gut passt.
Und das ist ja jetzt nicht der Fall. Wir haben uns auch erst einen Hund geholt, als dieser wirklich ins Leben passte.
Da haben wir uns stattdessen eine tolle Katze angeschafft und hatten eine schöne Zeit.
Wir brauchten fast 1 Jahr, um meiner Hündin Lisa das Allein bleiben beizubringen. Und jetzt sind es hin und wieder 1 - 3 Stunden, wo es auch sein muss. Hund kostet Zeit.
Für Euch alles Gute!
Bzgl. der Tierschutzorga stimme ich Michi zu. Keine seriöse Vorgehensweise.
 
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Svenja
7. Apr. 10:25
Ich glaube es dir, bei deinen Erfahrungen. Als Pflegestelle gehe ich mal davon aus, dass du dann eigene Hunde plus Pflegehund hattest. Da ist dann das Vorbild der eigenen Hunde, die Wohnsituation (Garten?) spielt eine große Rolle und die Ängstlichkeit/Unsicherheit des Pflegehundes. Da spielt dann wieder die Seriösität der Organisation mit rein, ob Angsthunde (mit entsprechender Beschreibung)… auch vermittelt werden. Ich habe aus dem Bekanntenkreis einige andere Beschreibungen zur Stubenreinheit der adoptierten Hunde gehört, die sind alle stubenrein geworden, mit wenig oder aber auch viel Aufwand.
Es macht vielleicht den Unterschied, dass die Hunde, die bei mir waren, nicht im Shelter geboren und nicht im Zwinger gehalten wurden. Und dass wir immer viel unterwegs sind. Selbst eine junge Hündin aus einer Beschlagnahmung, die in einem Keller aufwuchs, hat mir nie in die Wohnung gemacht 💁🏼‍♀️
 
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Svenja
7. Apr. 10:25
Das kann ich nicht bestätigen. Bisher haben alle Hunde, die wir aus dem Tierschutz hatten, in den ersten zwei/drei Tagen ins Haus gemacht. Obwohl wir oft raus sind und auch ein Garten zur Verfügung steht. Das ist einfach der Umstellung von Zwinger auf die Wohnung geschuldet. Vielleicht ist das bei Hunden aus Pflegestellen anders, das kann sein. Unsere stammen alle aus Hundeauffangstationen und Zwingern im Tierheim, daher kann ich nur aus dieser Erfahrung heraus berichten.
Siehe unten 😊
 
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Svenja
7. Apr. 10:28
Es macht vielleicht den Unterschied, dass die Hunde, die bei mir waren, nicht im Shelter geboren und nicht im Zwinger gehalten wurden. Und dass wir immer viel unterwegs sind. Selbst eine junge Hündin aus einer Beschlagnahmung, die in einem Keller aufwuchs, hat mir nie in die Wohnung gemacht 💁🏼‍♀️
Allerdings haben die Adoptanten unserer Junghunde oft das Problem, dass sie nur im Garten pinkeln und nicht beim Spaziergang, weil sie es eben in der Auffangstation schon so gehalten haben, nur außerhalb der Hütten zu pinkeln und Spaziergänge gab es nicht
 
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Karin
7. Apr. 10:56
Ihr solltet das Wohl des Hundes in den Vordergrund stellen. Natürlich kann ein Hund 6 bis 7 Stunden alleinebleiben, aber das sollte die absolute Ausnahme und nicht die Regel sein. Ein Hund will körperlich und mental ausgelastet werden, sonst zerlegt er euch vielleicht die Wohnung oder zeigt irgendwann Verhaltensauffälligkeiten. Viel zu viele Hunde landen im Tierheim, weil ihre Besitzer überfordert sind. Ihr solltet euch sehr genau überlegen, ob ihr dem Hund geben könnt, was er braucht.
 
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Tina
7. Apr. 13:45
Auch wenn ich mich jetzt ins Haifischbecken wage, möchte ich meine Meinung sagen.

Meiner Erfahrung nach sind 6,7h allein bleiben für einen Hund der es gewöhnt ist, gesund ist, und eine stabile Bindung und Vertrauen zu seinen Menschen hat, nicht dramatisch. Mal davon abgesehen, dass ein Hund dazu veranlagt ist, viel mehr Stunden täglich als ein Mensch zu ruhen/schlafen. Warum nicht in seiner sichersten Wohlfühlumgebung.
Ich sehe einen Hund auch nicht als "Lückenfüller", nur weil der Hund in der Arbeitszeit des Menschen allein bleibt. Körperliche und geistige Auslastung und Beschäftigung sind wichtig, ja, bietet man seinem Hund aber nicht täglich 12, 14h in Dauerschleife und braucht dieser in den meisten Fällen in diesem Ausmaß auch überhaupt nicht. Es ist auch trotz der langen Alleinbleibzeit sehr gut möglich seinen Hund gut auszulasten und rundum zufrieden zu stellen (davor und danach entsprechende Beschäftigung und nicht nur für 10 Minuten zum Lösen gehen).
Bei meinem ersten Hund und auch beim zweiten jetzt habe und hatte ich je ein gutes Jahr Zeit, wo ich komplett daheim war, um das längere alleinsein in kleinen Schritten zu etablieren. Dabei gab es keine Probleme, keine zerstörte Wohnung etc. Ich hatte nie das Gefühl, dass es meinen Hunden damit schlecht ging oder sie darunter leiden, eher ausgeglichen und entspannt. Sicher kommt es auch darauf an wie viel Zeit man sich nimmt für die Gewöhnung und sicher ist es auch stark Rasseabhängig. Bei Arbeitslinien oder extremst aktiven Rassen wird es nicht so einfach sein, dem Hund mit einer immer langen Alleinbleibzeit ein zufriedenstellendes Leben zu bieten.

Auf jeden Fall finde ich aber, dass man das nicht allgemein so pauschal sagen kann aka "6/7h allein bleiben geht gar nicht", weil es immer ganz drauf ankommt was man mit dem Hund macht etc. Es wird sicher auch Hunde geben, die nie allein sind aber verhaltensauffällig werden, weil sie nur nebenher existieren und nie beschäftigt werden oder so.

Zu den wechselnden Alleinbleibzeiten hatte ich neulich mal eine arte doku gesehen. Da wurde der Stand erklärt, dass Hunde durch die Abnahme der Menschengeruchsstoffe im Haus den Zeitpunkt des wieder nach Hause kehrens ihres Menschen wissen und nicht weil sie eine Uhrzeit erkennen. Heißt es ist egal, ob der Mensch zur Früh oder Nachtschicht bspw. 5h weg ist, bei 5h ist die Konzentration der hinterlassenen Menschengeruchsstoffe auf einen gewissen Pegel runter gegangen, den der Hund sich über die Zeit gemerkt hat und deshalb schon etwa weiß, wann sein Mensch etwa spätestens wieder kommt.