Ich kenne vieles davon auch noch aus Nachbarschaft, Familie und Bekanntschaft von früher. Das sind einige nette Rosinen, die da früher so am Start waren im Eingangstext. Dazu gehörte aber auch, dass der sicher geliebte Hund zwar einfach mitlief und man sich halt so aus dem Bauch raus beschäftigt hat, aber eben auch die Zeitung zusammenrollte, wenn er nicht spurte, ihn wenn er nicht automatisch ruhte ins Badezimmer sperrte etc. (macht meine ältere Nachbarin heute noch). Selbst danwo keine Zeitung zum Einsatz kam, wurde mindestens gebrüllt und an der Leine geruckt. Auch Oma mit der Flexi hat den Kleinhund geschimpft und geruckt. Vergisst man nur schnell, dass da früher nicht so viel auf "die Sicht des Hundes verstehen" gegeben wurde (war ja bei der Kindererziehung nicht anders). Hühnerknochen gab es gekocht aus der Suppe, das jagen der Nachbarskatze wurde belacht anstatt unterbunden (sind ja Hunde, die machen sowas) und Frolic mit den künstlichen Farbstoffen war bei jeder Omi Pflicht (kennt ihr noch die Haufen der "Frolic Hunde"? Ziegelrot, ein Traum). Früher hat sich auch eher nur der Jäger den Jagdhund geholt, in andere Hände kamen nur die unbrauchbaren. Übrigens ähnlich auch der erste Collie einer Bekannten - der wurde verschenkt, weil die Halskrause "zu hässlich" war.
Also ich weiß ja nicht, worauf der Thread abzielt. Ich freue mich über jeden alten Hasen, der sein Bauchgefühl zwar hat, aber diverse alte Vorgehensweisen gerne mal überdenkt. War halt nicht alles toll oder sinnig und auch nicht so wild romantisch. Und heute ist es mit Training und Hilfsmitteln auch nicht schlechter. Ich wäre damals jedenfalls dankbar gewesen, wenn nicht jeder Hinz und Kunz seinen Fifi zu meinem zwar ach sooo schönen, aber unverträglichen Gassihund gelassen hätte. Da musste er jedes Mal erstmal steil gehen und ich als Teenie in den Seilen hängen, damit mir das geglaubt wurde. Warum bin ich als Teenie mit nem gern mal griffigen Fremdhund gegangen? Weil man das damals einfach so erlaubt hat, ohne drüber nachzudenken 😅 Hach, das waren Zeiten 🙃. Dieser Hund musste übrigens regelmäßig lange in Flur und Garten sein, weil er zu laut war. Also für die Ohren der Familie. Wie die Nachbarn und Passanten das im Garten fanden war egal. Vielleicht sogar auch allen irgendwie. Vermeintlich entspannt für die Gesellschaft, aber nicht toll für den Hund.
Also ja, früher waren manche Dinge entspannter - aber andere dafür aversiver. Was heute der verwöhnte, verweichlichte Kindersatz ist (und darunter leidet) war früher der gegängelte (Gebrauchs)hund (der genau so gelitten hat, nur anders).
Also Bauchgefühl von früher mitnehmen und mit Wissen von heute kombinieren, das wäre gut 👍
Die gute alte Zeitung. 😀 Die Methode hat meine Großmutter klug abgewandelt: "Wenn der Welpe ins Haus pinkelt, roll' die Zeitung zusammen und schlag dir kräftig auf den Kopf. Du hast gepennt!"