Nun ja! Früher war auf jeden Fall nicht alles besser und wenige Menschen haben sich wirklich mit Hunde Kommunikation beschäftigt. Das gute war dass es einfach weniger Hunde gab. Vor 40 Jahren nahm ich meinen 60 kg Leonberger mit auf den Spielplatz, der wartete neben den Kinderwagen bis wir fertig waren und niemand hat sich darüber aufgeregt. Natürlich wurde der Spielplatz nicht als Hundeklo verwendet und alles war gut. Und nein er durfte nicht im Bett schlafen dazu war er nämlich zu groß!
Der Hund war zwar ein Familienmitglied aber nicht das goldene Kalb und dass man herumtanzte. Manche konnten ihre Hunde erziehen und manche nicht fast so wie heute.
Auch 15 Jahre später in den 90er Anfang der 2000er Jahre war vieles einfacher aber auch die Erziehungsmethoden waren anders als heute und Hundeschulen gab es zu dieser Zeit schon. Dennoch war der Hund immer noch nicht Kind Ersatz und das goldene Kalb sie hatten auch da noch wesentlich mehr Freiheiten und man kam nicht auf die Idee alles für den Hund zu regeln. Vieles durften die Hunde untereinander regeln- das ging aber nicht immer freundlich ab und trotzdem haben sie überlebt und zu ernsthaften Verletzungen kam es fast nie. Auch zu dieser Zeit war der Hund eben der Hund und ein Familienmitglied und nicht das goldene Kalb. Und nein auch dieser Hund durfte nicht in meinem Bett schlafen!
Seit Corona hat sich aber viel verändert und heute erscheint es mir schon teilweise so dass der Hund der Nabel der Welt geworden ist und sogar die Familie zuliebe des Hundes vernachlässigt wird. Hundeschulen gibt es reichlich-gute und schlechte- aber viele Menschen merken nicht dass sie es mit einem Lebewesen zu tun haben sondern sind überrascht das Kötilein auch manchmal eigene Ideen entwickelt. Obwohl man doch so schön alles für ihn regelt! Viele Hunde haben überhaupt keine Chance mehr Sozialkompetenz zu erlernen, da ihnen jedweder Kontakt zu Artgenossen verweigert wird und sie kaum mehr Freiheiten haben. Sie sind das goldene Kalb und das ständig herumgetanzt wird und die eigenen Ängste und Defizite auf den armen Hund übertragen werden und dann wundert man sich dass es Probleme gibt!
Natürlich trainiere und erziehe ich meine Hunde anders als vor 40 Jahren denn es gibt neue Erkenntnisse, neue Methoden und vieles ist durchaus hundegerechter und positiver. Das finde ich auch gut und man kann ja auch viel daraus machen. Natürlich sind sie Familienmitglieder wie ihre Vorgänger nur dass sie heute ein wenig anders erzogen werden und natürlich auch mit einer wesentlich größeren hundedichte klarkommen müssen.
Und ja sie haben viel Freiheit und sie dürfen Hund sein und ich regele auch immer noch nicht alles für meine Hunde! Und nein immer noch dürfen meine Hunde nicht in meinem Bett schlafen (nur ausnahmsweise, wenn wir unterwegs sind)!
Nach wie vor lebe ich mit meinen Hunden und nicht für meine Hunde, ich analysiere nicht alles, ich pathologisiere nicht alles sondern ich respektiere sie so wie sie sind- Erziehung ist natürlich wie bei allen vorherigen Hunden ein Muss.
Tja ich glaube ich bin doch schon älter😂
So viel Erfahrung besteht bei mir noch nicht, vor 40 Jahren war ich vllt gerade erstmal in der Wurfplanung oder so 🤭🤣
Und ja, du hast sicher recht, das ist ja auch ein Prozess wie sich alles um den Hund entwickelt hat. Teilweise halt sehr krass.
Ein Familienmitglied mit Ü80, aber noch im Kopf fit, kann das überhaupt nicht verstehen was wir(auch ich) heute rund um den Hund veranstalten. Das man bspw. eine OP - Versicherung hat. Oder spezielles Futter braucht wegen Krankheiten oder oder das mein Hund keine Knochenreste vom Menschenessen bekommen darf. All so etwas findet dieser Mensch absolut absurd, da dominiert noch die Erfahrung aus ganz ganz alter Zeit, wo der Hund halt wahrscheinlich nur von Essensresten ernährt wurde und wenn er krank war und man mit Hausmitteln nichts ausrichten konnte, dann ist er halt gestorben. Da gab's z. B. auch keine Zahnreinigung für Hunde. Dieser Mensch findet das richtig absurd das die Menschen die Hunde heute so viel anders als früher behandeln.