Ich glaube niemand möchte ernsthaft einen Hund haben der körperlich so leistungsstark ist wie der Wolf. Von daher ist Zucht schon sinnvoll. Wo wir von weg müssen sind extreme in der Zucht und Merkmale die schlicht nicht gut für den Hundekörper und Psyche sind. Wir können nicht für jeden Menschen den passenden Hund züchten was Wesen, Optik und Funktion angeht. Wir könnten aber einige gesunde Hunderassen züchten die spezialisiert sind und einige die besonders alltagstauglich aber eben keine Hochleistungstiere sind. Wem der gesunde Hund nicht gefällt und nicht passt muss dann halt auf Zuchthunde verzichten. Gesundheit und Leistungsfähigkeit gehört in der verantwortungsvollen Hundezucht ganz nach oben. Optik sollte dem untergeordnet sein.
Ich denke gar nicht, dass Hunde wieder körperlich so leistungsfähig wie Wölfe gemacht werden sollten. Ich denke auch nicht, dass Zucht grundsätzlich sinnlos ist.
Ich finde nur den Gedanken spannend, Hunde mit möglichst vielen geistigen und körperlichen Möglichkeiten zu erhalten und nicht einzelne Eigenschaften marktgetreu immer weiter zu maximieren.
Mir geht es um die Richtung der Selektion und Grenzen.
Es geht also um die Frage, was durch Zucht überhaupt verstärkt werden soll und wann aus sinnvoller Selektion ein Extrem wird, dessen Kosten der Hund trägt.
Von daher finde ich, „Gesundheit und Leistungsfähigkeit ganz nach oben“ nicht ganz ausreichend. Denn auch Leistungsfähigkeit kann zum Problem werden, wenn wir sie immer weiter maximieren. Ivy wäre vermutlich ein hervorragender Hochleistungshund, aber ich bin mir nicht sicher, dass ihre extreme Arbeits- und Jagdmotivation deshalb automatisch ein Gewinn für Ivy selbst ist.
Mein Wunsch wäre deshalb nicht der perfekte Spezialist, sondern eher der gesunde, belastbare, regulierbare und vielseitige Hund.
Also nicht weniger Zucht um jeden Preis, sondern weniger Optimierung auf menschliche Wunschmerkmale und mehr Selektion auf das, was dem Hund selbst ein gutes Leben ermöglicht.