Das tun wir doch ebenso skrupellos bei anderen Tieren auch! Taube weiße Katzen mit blauen Augen, Faltohrkatzen, Hochleistungskühe (schon das Wort ist gruselig), Schweine mit mehr Rippen, Albinozuchten……das kann man doch endlos fortsetzen!
Ich kann mich deinem Kommentar nur anschließen und finde, dass man durchaus mal über den Tellerrand des Hundeforums hinausblicken darf. Natürlich diskutieren wir hier über Hunde, aber das Grundprinzip der Zucht ist ja bei vielen Tierarten dasselbe.
Ich hatte ja schon vor einigen Kommentaren geschrieben, dass ich Hunde, wenn sie konsequent nach unseren Bedürfnissen und Wünschen gezüchtet werden, tatsächlich immer noch als Nutztiere sehe. Der „Nutzen“ ist netter geworden dennoch geht es letztlich darum, einem menschlichen Wunschbild zu entsprechen.
Bei Hühnern ist dieses Wunschbild etwas weniger schön aber allseits akzeptiert und oft wenig hinterfragt. Ich halte u.a. immer wieder Hybridhühner, die aus der Bodenhaltung stammen. Die müssen für mich überhaupt nichts leisten. Ich halte sie, weil ich ihnen ein gutes Leben ermöglichen möchte und kann (denk ich).
Und ich sehe bei ihnen, was extreme Zuchtleistung bedeuten kann. Ein Huhn, das lebenslang fast jeden Tag ein Ei produziert, klingt zunächst einmal völlig banal. Wenn man diese Tiere aber über Jahre begleitet, sieht man die andere Seite dieser „Leistung“: Übelste Legedarmprobleme, die systemische Erkrankungen hervorrufen, schwere Entzündungen, Wasserbäuche und Tiere, die trotz gesundheitlicher Probleme immer weiter Eier produzieren.
Da bekommt das Wort „Hochleistung“ plötzlich eine recht fragwürdige Bedeutung - ich finde „Zwangsleistung“ passt hier besser.
Wir betrachten die Leistung/gewünschte Eigenschaften aus unserer Perspektive. Das Tier erlebt aber die Kosten dieser Leistung.
Meinen Hühnern kann ich leider ihre genetische Ausstattung nicht zurückgeben und die Hybridzucht wird sicher nicht aufhören, ich kann nur versuchen, ihnen trotz dieser Zuchtmerkmale ein möglichst gutes Leben zu ermöglichen.