Nein, ohne die Epigenetik mit einzubeziehen, sind nur „einfache“ Aussagen möglich. Ich empfehle zu dem Thema das Buch: „Die Epigenetik des Hundes“ von Peter Spork.
Guter Punkt. Das Buch steht auf meiner Liste 😅
Und mich würde hierzu eben interessieren, wo eigentlich die Grenze liegt, an der Epigenetik und Umwelt das, was genetisch bereits ins Extreme selektiert wurde, nicht mehr kompensieren kann.
Denn wenn Genetik nur ein Teil, der Rest Umwelt und Epigenetik ist sollte mE nicht daraus abgeleitet werden, dass man züchterische Extreme anschließend durch optimale Haltung wieder auffangen kann.
Das kann nicht der Anspruch sein.
Eine gute Haltung sollte einen Hund nicht erst von den Folgen einer Zuchtentscheidungen befreien müssen.
Und damit bin ich auch wieder bei Kirstens Gedanken - und auch mir wäre ein Hund lieber, dem genetisch ein möglichst großes Spektrum an körperlichen und geistigen Möglichkeiten mitgegeben wird, als einer, bei dem eine einzelne Eigenschaft maximal herausgezüchtet wurde und anschließend offenbar davon ausgegangen wird, dass Umwelt und Haltung die Nebenwirkungen ausgleichen.
Und machen wir uns nichts vor: Der Markt spielt eine große, vielleicht sogar die entscheidende Rolle.
Züchter produzieren nicht im luftleeren Raum. Es gibt Nachfrage nach bestimmten Optiken, nach bestimmten Wesenseigenschaften, nach Spezialisten und inzwischen auch nach dem vermeintlich „perfekten, allergikerfreundlichen“ Familienhund mit Instatauglichkeit.
Wenn Käufer einen Hund wollen, der besonders niedlich oder extrem menschenbezogen ist, maximal arbeitswillig, besonders klein, besonders groß oder besonders außergewöhnlich, wird diese Nachfrage irgendwann zum Selektionsdruck.
Ich denke, letztlich hat vor allem der Käufer dabei erhebliche Macht und Einfluss und bestimmt im Wesentlichen was gezüchtet wird 🤷♀️