Das einzigste Problem ist doch, dass der Mensch sich alles gerne so zusammenbaut, wie er es gerne hätte.
Wie z.B. beim Autokauf.
Man könnte die Hundezucht schon praktisch mit der Automobilherstellung vergleichen.
Würde man die Hunde nehmen, die schon da sind-ja, auch aus anderen Ländern, sie sind ja nicht weniger lebenswert-dann hätten sich doch schon einige Probleme von selbst erledigt.
Immer höher, immer weiter, bis alles kaputt ist, so wird doch die Hundezucht verstümmelt.
Die Hunde nehmen, die schon da sind, wäre die einzige Möglichkeit, diesem Irrsinn ein Ende zu setzen...
Aber nein, der Mensch muss ja immer über Alles die Kontrolle haben, da sieht man ja, was dabei rausgekommen ist..
Genau. Und da kommen für mich aber auch die Verhaltensweisen ins Spiel.
Es wird ja nicht nur nach dem äußeren Ideal gezüchtet, sondern auch nach Eigenschaften, die dem Käufer gefallen oder das Zusammenleben für den Menschen attraktiv machen. Freundlich, immer menschenbezogen, distanzlos, ständig arbeitsbereit, hoch motiviert, immer „will to please“ …
Aber wen nützt dieses Verhalten eigentlich?
Dem Menschen oder dem Hund?
Ein Hund, der jeden Menschen toll findet und unbedingt Kontakt aufnehmen möchte, ist für viele Käufer vielleicht besonders angenehm. Aber aus Sicht des Hundes kann eine hohe soziale Motivation gepaart mit fehlender Distanzregulation durchaus auch Belastung und Stress bedeuten.
Genauso kann ein Hund, der permanent arbeitsbereit und hoch motiviert ist, für einen bestimmten Halter großartig sein. Wenn der Hund aber Schwierigkeiten hat, zur Ruhe zu kommen und seine Erregung selbst zu regulieren, ist das nicht automatisch ein Gewinn für seine Lebensqualität.
Vielleicht müssen wir deshalb auch bei Verhalten aufhören, den „perfekten Hund für den Menschen“ zu züchten.
Und stattdessen mal danach fragen, welche Eigenschaften das Leben für den Hund selbst besser machen (?)
Vielleicht wäre es mal Zeit wegzukommen vom Hund als Wunschprodukt und hin zum Hund als Lebewesen.