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Dogorama-Mitglied
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heute 11:51

"Wege zur Freundschaft" (Ulli Reichmann)

Hallo ihr Lieben :)
Ich habe kürzlich o.g. Buch verschlungen und gleich begeistert mit dem dort aufgeführten Training begonnen.

Für alle, die es nicht kennen: Es geht darum gemeinsam mit seinem Hund die Welt zu entdecken und Spuren zu suchen etc.. Quasi ein Leitfaden, wie man dem Hund zeigt nicht mehr alleine jagen zu gehen, sondern voller Freude zu kooperieren.

Ich bin nun unendlich begeistert, weil erste (auch unerwartete) Erfolge schon in wenigen Tagen sichtbar wurden und wollte nun mal fragen, ob noch jemand inspiriert von diesen Methoden mit seinem Hund die Welt erkundet?

Würde mich über einen Erfahrungsaustausch unheimlich freuen!

Liebe Grüße
 
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Kirsten
18. Sept. 18:01
Ich kann deine Gedanken sehr gut verstehen und teile sie auch. Liegt es an der Natur des Terriers? Ich weiß es nicht, ich hatte nur Terrier. Aber dieser unbedingte Durchhaltewillen, Wiedrigkeiten, Probleme und Schmerz sind lediglich ein Ansporn - das alles kenne ich sehr gut. Für mich war bei meinen Hunden Frustrationstoleranz das auszuhalten, was ich jetzt vorgebe, der Hund aber keine Lust drauf hat. Oft erst mal sehr in Punkt Ruhe lernen. Ich finde aber deine Überlegung Miras Angebot an Lösungsansätzen einzubeziehen sehr interessant! Bitte gerne auf dem Laufenden halten!
Ja total 💯
Ruhe und nach Aufregung herunterfahren. Ich finde, das A-Team zeigt da immer wieder so coole Ansätze, aus denen ich viel mitnehmen kann.
 
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Das A-Team
18. Sept. 18:14
Ja total 💯 Ruhe und nach Aufregung herunterfahren. Ich finde, das A-Team zeigt da immer wieder so coole Ansätze, aus denen ich viel mitnehmen kann.
Ooohhh, dass ist aber erstaunlich, schön das ich was beitragen kann.😄

Bei uns ist das Thema nicht im Jagdlichen Aspekt aktuell, sondern im Alltag wenn Dracu's Stresspegel in die Höhe schießt aufgrund von Umweltreizen wie zb. vielen Menschen, fremde Umgebung mit Alltagsgeräuschen.
Neulich beim Wandern auf die Lausche, oder der Kurztrip nach Usedom war für Dracu heftig zu verarbeiten.
Dracu kann dann nur den Gedanken Flucht und verstecken zulassen.
Auf dem Berg wollte er sogar vom hang springen.🙈
Nun Versuche ich ihm durch Co Regulation zu helfen, und alternativen zu finden.

Im Wald der Superstar, aber alle anderen Umgebungen ein Häufchen Elend...

Das Thema: Ruhe und runterfahren wird auch im Buch von Ines Scheuer Dinger "Leben mit Jagdhund" erwähnt .
 
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Das A-Team
18. Sept. 18:23
Heute hatten wir eine tolle gemeinsame Runde im Wald.
Durch die aktuell laufende Rotwildbrunft kann man viel entdecken.

Wir waren 🤞🏻eins!
 
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Yvonne
18. Sept. 20:26
Heute hatten wir eine tolle gemeinsame Runde im Wald. Durch die aktuell laufende Rotwildbrunft kann man viel entdecken. Wir waren 🤞🏻eins!
Dreamteam 🥰
 
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Kirsten
18. Sept. 20:46
Ooohhh, dass ist aber erstaunlich, schön das ich was beitragen kann.😄 Bei uns ist das Thema nicht im Jagdlichen Aspekt aktuell, sondern im Alltag wenn Dracu's Stresspegel in die Höhe schießt aufgrund von Umweltreizen wie zb. vielen Menschen, fremde Umgebung mit Alltagsgeräuschen. Neulich beim Wandern auf die Lausche, oder der Kurztrip nach Usedom war für Dracu heftig zu verarbeiten. Dracu kann dann nur den Gedanken Flucht und verstecken zulassen. Auf dem Berg wollte er sogar vom hang springen.🙈 Nun Versuche ich ihm durch Co Regulation zu helfen, und alternativen zu finden. Im Wald der Superstar, aber alle anderen Umgebungen ein Häufchen Elend... Das Thema: Ruhe und runterfahren wird auch im Buch von Ines Scheuer Dinger "Leben mit Jagdhund" erwähnt .
Ja, voll. Das aktuelle Video ist auch wieder richtig schön 🥰
Macht Freude beim zuschauen 🤩
Er ist wirklich ein Superstar. Ihr beide seid so schön unterwegs
 
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Kirsten
19. Sept. 08:42
(Kleiner Disclaimer:
Ich habe ein bisschen mit der KI vor mich hin sinniert.
(Ist mit Vorsicht zu genießen, das ist mir bewusst.)
Ich kopiere mal ein paar interessante Ausschnitte hier rein, wer an dem KI-Zeugs nicht interessiert ist, kann den Post einfach komplett skippen, ich trenne das vom Rest meiner Überlegungen. Kommt später oder morgen, wenn ich Zeit habe. Aber vielleicht hilft es ja bis dahin einige meiner Gedanken besser nachzuvollziehen:)

Durch Zucht auf bestimmte Arbeitsleistungen können sich andere Bewältigungsstrategien herausbilden.
Was sich unterscheiden kann, ist wie Belastung verarbeitet und äußerlich gezeigt wird.
Gerade bei Arbeitshunden kann das problematisch sein, weil bestimmte Bewältigungsreaktionen – etwa Vermeidung – durch die Arbeitsaufgabe gar nicht möglich sind.

Bestimmte Selektionsrichtungen können dazu führen, dass Selbstregulation anders aussieht oder dass bestimmte Selbstkontrollmechanismen weniger im Vordergrund stehen.

Stell dir beispielsweise einen stark arbeitsorientierten Hund vor:
Reiz → Aktivierung → Aufgabe → Handlung
Ein Border Collie soll einen bewegten Reiz nicht einfach ignorieren.
Ein Vorstehhund soll Wild nicht einfach „wegregulieren“.

Bei einem stärker generalistischen, ursprünglicheren Hundetyp kann eine andere Strategie funktional sein. Seine Selbstregulation kann beispielsweise stärker darin bestehen, sich einer Situation selbst zu entziehen, während ein Gebrauchshund stärker darin trainiert bzw. selektiert sein kann, trotz Aktivierung weiterzuarbeiten.

Dadurch kann ein Hund in bestimmten Situationen weniger dazu tendieren, Aktivierung selbstständig herunterzufahren oder eine Handlung abzubrechen – nicht weil ihm grundsätzlich Selbstregulation fehlt, sondern weil andere Regulationsstrategien selektiert wurden.

Er kann sich möglicherweise kontrollieren, solange eine Aufgabe existiert – aber schlecht darin sein, keine Aufgabe (!) zu haben.

Ein interessante Frage wäre:
Ist der Hund gerade dabei, sich zu regulieren – oder verlangen wir von ihm, eine für seine Arbeitsweise hochfunktionale Aktivierung abzuschalten?



Frustrationstoleranz kann bedeuten: „Ich mache weiter“. Möglicherweise reguliert er seine Frustration gar nicht durch Herunterfahren. Er reguliert sie durch Handeln.

Ein Hund, der bei einem schwierigen Suchproblem immer wieder neu ansetzt, kann seine Aktivierung aufrechterhalten, indem er weiter sucht. Ein anderer Hund würde vielleicht Abstand nehmen, schnüffeln, sich schütteln, hinlegen oder die Situation verlassen.

Beide können mit der Situation zurechtkommen – aber über unterschiedliche Regulationswege.

Frustrationstoleranz
„Ich kann damit umgehen, dass mein Ziel gerade nicht erreichbar ist.“

Selbstregulation
„Ich kann meinen Aktivierungszustand wieder in einen für mich passenden Bereich bringen.“

Wenn ein Hund sehr häufig lernt:
hohe Aktivierung → Aufgabe → Belohnung
kann die Aufgabe selbst zum bevorzugten Regulationskanal werden.
Aber irgendwann kann die Fähigkeit fehlen, den Zustand ohne Aufgabe wieder zu verlassen.
Man kann ungewollt genau das trainieren, was man eigentlich reduzieren möchte: immer höhere Aktivierung und immer mehr Bedürfnis nach Aktivität.

„Welche Strategie benutzt er, um mit Frust umzugehen?“
Weiterarbeiten ist eine Bewältigungsstrategie.
Abstand nehmen ist eine Bewältigungsstrategie.
Sozialen Kontakt suchen ist eine Bewältigungsstrategie.
Schnüffeln / Erkunden kann eine Bewältigungsstrategie sein.


➖Am Ende für mich der Kernsatz, den ich versuche in meinen Umgang mit hohen Erregungslagen bei Mira einzubeziehen:
„Ein Hund, der hervorragend darin ist, Aktivierung in Handlung umzusetzen, muss nicht automatisch genauso gut darin sein, Aktivierung ohne Handlung wieder abzubauen.“


🔹Meine Frage ist die Folgende:
Machen wir es uns selbst und den Hunden unnötig schwer, wenn wir mit hoch jagdlich orientierten Hunden unter Vollstrom und extremster Erregungungslage uns von Bewältigungsstrategien distanzieren, die diese Aktivierung in Handlung umsetzen? Weil wir fürchten diese Bewältigungsstrategie durch häufiges Wiederholen zur bevorzugten Strategie werden zu lassen?
Ich glaube, mir ist das echt oft passiert.

Ich habe mich echt viel mit Erregungslage, Selbstregulation usw. befasst. Sorgt dieser theoretische Hintergrund in der ein oder anderen Situation dafür, dass ich wichtige Dinge übersehe, die für die akute Situation hilfreich sein könnten?
Kann ich davon ausgehen, dass die Lerntheorie, die ich gerade im Kopf habe, die Situation vollständig wiedergibt? Kann ich mich davon frei genug machen, um neutral auf alle möglichen Dinge zu schauen, die mir in der Situation zum Umgang mit einem hoch erregten Hund zur Verfügung stehen?

Ich mag mich sehr gern immer selbst hinterfragen, Sandra. Durch unsere Konversationen, weiß ich dass du auch Freude daran hast, sonst würde ich nicht so ausführlich werden 😊
 
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SandrA
19. Sept. 11:04
(Kleiner Disclaimer: Ich habe ein bisschen mit der KI vor mich hin sinniert. (Ist mit Vorsicht zu genießen, das ist mir bewusst.) Ich kopiere mal ein paar interessante Ausschnitte hier rein, wer an dem KI-Zeugs nicht interessiert ist, kann den Post einfach komplett skippen, ich trenne das vom Rest meiner Überlegungen. Kommt später oder morgen, wenn ich Zeit habe. Aber vielleicht hilft es ja bis dahin einige meiner Gedanken besser nachzuvollziehen:) Durch Zucht auf bestimmte Arbeitsleistungen können sich andere Bewältigungsstrategien herausbilden. Was sich unterscheiden kann, ist wie Belastung verarbeitet und äußerlich gezeigt wird. Gerade bei Arbeitshunden kann das problematisch sein, weil bestimmte Bewältigungsreaktionen – etwa Vermeidung – durch die Arbeitsaufgabe gar nicht möglich sind. Bestimmte Selektionsrichtungen können dazu führen, dass Selbstregulation anders aussieht oder dass bestimmte Selbstkontrollmechanismen weniger im Vordergrund stehen. Stell dir beispielsweise einen stark arbeitsorientierten Hund vor: Reiz → Aktivierung → Aufgabe → Handlung Ein Border Collie soll einen bewegten Reiz nicht einfach ignorieren. Ein Vorstehhund soll Wild nicht einfach „wegregulieren“. Bei einem stärker generalistischen, ursprünglicheren Hundetyp kann eine andere Strategie funktional sein. Seine Selbstregulation kann beispielsweise stärker darin bestehen, sich einer Situation selbst zu entziehen, während ein Gebrauchshund stärker darin trainiert bzw. selektiert sein kann, trotz Aktivierung weiterzuarbeiten. Dadurch kann ein Hund in bestimmten Situationen weniger dazu tendieren, Aktivierung selbstständig herunterzufahren oder eine Handlung abzubrechen – nicht weil ihm grundsätzlich Selbstregulation fehlt, sondern weil andere Regulationsstrategien selektiert wurden. Er kann sich möglicherweise kontrollieren, solange eine Aufgabe existiert – aber schlecht darin sein, keine Aufgabe (!) zu haben. Ein interessante Frage wäre: Ist der Hund gerade dabei, sich zu regulieren – oder verlangen wir von ihm, eine für seine Arbeitsweise hochfunktionale Aktivierung abzuschalten? Frustrationstoleranz kann bedeuten: „Ich mache weiter“. Möglicherweise reguliert er seine Frustration gar nicht durch Herunterfahren. Er reguliert sie durch Handeln. Ein Hund, der bei einem schwierigen Suchproblem immer wieder neu ansetzt, kann seine Aktivierung aufrechterhalten, indem er weiter sucht. Ein anderer Hund würde vielleicht Abstand nehmen, schnüffeln, sich schütteln, hinlegen oder die Situation verlassen. Beide können mit der Situation zurechtkommen – aber über unterschiedliche Regulationswege. Frustrationstoleranz „Ich kann damit umgehen, dass mein Ziel gerade nicht erreichbar ist.“ Selbstregulation „Ich kann meinen Aktivierungszustand wieder in einen für mich passenden Bereich bringen.“ Wenn ein Hund sehr häufig lernt: hohe Aktivierung → Aufgabe → Belohnung kann die Aufgabe selbst zum bevorzugten Regulationskanal werden. Aber irgendwann kann die Fähigkeit fehlen, den Zustand ohne Aufgabe wieder zu verlassen. Man kann ungewollt genau das trainieren, was man eigentlich reduzieren möchte: immer höhere Aktivierung und immer mehr Bedürfnis nach Aktivität. „Welche Strategie benutzt er, um mit Frust umzugehen?“ Weiterarbeiten ist eine Bewältigungsstrategie. Abstand nehmen ist eine Bewältigungsstrategie. Sozialen Kontakt suchen ist eine Bewältigungsstrategie. Schnüffeln / Erkunden kann eine Bewältigungsstrategie sein. ➖Am Ende für mich der Kernsatz, den ich versuche in meinen Umgang mit hohen Erregungslagen bei Mira einzubeziehen: „Ein Hund, der hervorragend darin ist, Aktivierung in Handlung umzusetzen, muss nicht automatisch genauso gut darin sein, Aktivierung ohne Handlung wieder abzubauen.“ 🔹Meine Frage ist die Folgende: Machen wir es uns selbst und den Hunden unnötig schwer, wenn wir mit hoch jagdlich orientierten Hunden unter Vollstrom und extremster Erregungungslage uns von Bewältigungsstrategien distanzieren, die diese Aktivierung in Handlung umsetzen? Weil wir fürchten diese Bewältigungsstrategie durch häufiges Wiederholen zur bevorzugten Strategie werden zu lassen? Ich glaube, mir ist das echt oft passiert. Ich habe mich echt viel mit Erregungslage, Selbstregulation usw. befasst. Sorgt dieser theoretische Hintergrund in der ein oder anderen Situation dafür, dass ich wichtige Dinge übersehe, die für die akute Situation hilfreich sein könnten? Kann ich davon ausgehen, dass die Lerntheorie, die ich gerade im Kopf habe, die Situation vollständig wiedergibt? Kann ich mich davon frei genug machen, um neutral auf alle möglichen Dinge zu schauen, die mir in der Situation zum Umgang mit einem hoch erregten Hund zur Verfügung stehen? Ich mag mich sehr gern immer selbst hinterfragen, Sandra. Durch unsere Konversationen, weiß ich dass du auch Freude daran hast, sonst würde ich nicht so ausführlich werden 😊
Ich sinniere sehr gern mit😅
Und eine Sache geht mir bei deinem Text gerade durch den Kopf, die, glaub ich, zu deinen Überlegungen zur Regulation passt.

Meine Hundetrainerin hat einmal in einem Kurs, als es darum ging, ob man einen Hund durch „Mäuseln“ lassen womöglich „zum Jäger erzieht“, sinngemäß gesagt: Einem „echten“ Jagdhund muss man das Jagen nicht beibringen, das kann der schon per se sehr gut. Es geht vielmehr darum, es zu rahmen.

Der Satz spukt mir oft im Kopf herum. Denn bei Ivy habe ich genau nicht das Gefühl, dass ich ihre Jagdmotovation irgendwie erzeugen könnte. Die ist voll da. 🙈🤭Die Frage ist für mich vielmehr, wie ich ihr Möglichkeiten geben kann, damit umzugehen, ohne dass ihre Aktivierung irgendwann womöglich auch in selbstschädigendes Verhalten kippt.

Und ja, ich frage mich inzwischen auch immer stärker, welche Rolle die Genetik spielt. Ivy wirkt auf mich wie ein extrem funktionaler Jagdhundtyp, entweder mit einem entsprechend hohen Anteil eines Jagdhundes oder eben mit einer langen Selektion auf eben solche Eigenschaften. Und wenn über Generationen Hunde darauf selektiert werden, bei hoher Aktivierung weiterzuarbeiten, dran zu bleiben und blitzschnell im Handeln zu sein, dann erscheint es mir zumindest plausibel, dass auch die Art, wie ein solcher Hund seine Aktivierung verarbeitet, davon geprägt ist.

Vor diesem Hintergrund würde ich nun auch nicht sagen, dass ihr bestimmte Regulationsmechanismen „fehlen“. Aber vielleicht bringt ihre genetische Disposition eben bestimmte Wege der Regulation mehr mit und andere weniger. Aktivierung in Handlung umzusetzen könnte für sie also viel natürlicher sein, als Aktivierung überlegt und „kreativ“ umzusetzen.

Als sie zB zu uns kam, hat sie bei hoher Erregung ihre Rute gejagt. Da mussten wir daran arbeiten, dass sie andere Wege findet, wieder runterzukommen, zu schlafen und zu ruhen. Hat zum Glück funktioniert.

Bis heute nimmt sie zum Einschlafen einen Kissenzipfel ins Maul, legt die Vorderpfoten darum und tretelt, bis sie einschläft. Das ist ja keine von uns vorgegebene Strategie. Sie hat sie selbst entwickelt. Und für mich zeigt das aber eigentlich ziemlich schön, dass sie Regulation sucht und Hilfen dafür annehmen kann.

Mir ist natürlich ein Hund, der zum Einschlafen einen Kissenzipfel bearbeitet, tausendmal lieber als einer, der seine eigene Rute jagt. 😅
Also ganz sicher ist nicht jede selbstgewählte Strategie etwas, das wir unterbinden müssen, aber wir sollten denk ich gut hinschauen, wohin sie den Hund führt.

Das erinnert mich auch an Neo. Bei ihm war Umrichten in hohen Stress- und Frustsituationen lange eine Bewältigungsstrategie. Auch da denk ich gerade, dass ihm gar nicht grundsätzlich die Fähigkeit, mit solchen Situationen umzugehen, fehlte, sondern einfach ein ausreichendes Spektrum an Möglichkeiten. Sein Köfferchen war ziemlich leer. 😅

Und inzwischen hat er verschiedene Strategien, auf die er zurückgreifen kann, wie Distanz herstellen, sich orientieren, mit mir in Kontakt gehen, suchen, Situationen anders bewerten usw. Dadurch muss er nicht mehr auf die eine Strategie zurückgreifen, die ihm offenbar als einzige greifbar erschien.

Und so ein Handwerksköfferchen wünsche ich mir für Ivy auch.
Ich möchte, dass sie mehr Möglichkeiten bekommt, mit hoher Aktivierung umzugehen, und dass sie dabei zunehmend Strategien findet, die sie nicht noch weiter hochschaukeln oder im schlimmsten Fall gegen sich selbst richten.

Und da denk ich auch, dass nicht jede Aktivierung oder Handlung verhindert werden muss. Aber der Hund sollte aus mehreren Optionen wählen können. (Das erinnert mich auch daran was du einmal in diesem Rassehundthread geschrieben hattest ☺️)

Soweit erstmal ☺️
 
Beitrag-Verfasser
Tina
19. Sept. 12:05
(Kleiner Disclaimer: Ich habe ein bisschen mit der KI vor mich hin sinniert. (Ist mit Vorsicht zu genießen, das ist mir bewusst.) Ich kopiere mal ein paar interessante Ausschnitte hier rein, wer an dem KI-Zeugs nicht interessiert ist, kann den Post einfach komplett skippen, ich trenne das vom Rest meiner Überlegungen. Kommt später oder morgen, wenn ich Zeit habe. Aber vielleicht hilft es ja bis dahin einige meiner Gedanken besser nachzuvollziehen:) Durch Zucht auf bestimmte Arbeitsleistungen können sich andere Bewältigungsstrategien herausbilden. Was sich unterscheiden kann, ist wie Belastung verarbeitet und äußerlich gezeigt wird. Gerade bei Arbeitshunden kann das problematisch sein, weil bestimmte Bewältigungsreaktionen – etwa Vermeidung – durch die Arbeitsaufgabe gar nicht möglich sind. Bestimmte Selektionsrichtungen können dazu führen, dass Selbstregulation anders aussieht oder dass bestimmte Selbstkontrollmechanismen weniger im Vordergrund stehen. Stell dir beispielsweise einen stark arbeitsorientierten Hund vor: Reiz → Aktivierung → Aufgabe → Handlung Ein Border Collie soll einen bewegten Reiz nicht einfach ignorieren. Ein Vorstehhund soll Wild nicht einfach „wegregulieren“. Bei einem stärker generalistischen, ursprünglicheren Hundetyp kann eine andere Strategie funktional sein. Seine Selbstregulation kann beispielsweise stärker darin bestehen, sich einer Situation selbst zu entziehen, während ein Gebrauchshund stärker darin trainiert bzw. selektiert sein kann, trotz Aktivierung weiterzuarbeiten. Dadurch kann ein Hund in bestimmten Situationen weniger dazu tendieren, Aktivierung selbstständig herunterzufahren oder eine Handlung abzubrechen – nicht weil ihm grundsätzlich Selbstregulation fehlt, sondern weil andere Regulationsstrategien selektiert wurden. Er kann sich möglicherweise kontrollieren, solange eine Aufgabe existiert – aber schlecht darin sein, keine Aufgabe (!) zu haben. Ein interessante Frage wäre: Ist der Hund gerade dabei, sich zu regulieren – oder verlangen wir von ihm, eine für seine Arbeitsweise hochfunktionale Aktivierung abzuschalten? Frustrationstoleranz kann bedeuten: „Ich mache weiter“. Möglicherweise reguliert er seine Frustration gar nicht durch Herunterfahren. Er reguliert sie durch Handeln. Ein Hund, der bei einem schwierigen Suchproblem immer wieder neu ansetzt, kann seine Aktivierung aufrechterhalten, indem er weiter sucht. Ein anderer Hund würde vielleicht Abstand nehmen, schnüffeln, sich schütteln, hinlegen oder die Situation verlassen. Beide können mit der Situation zurechtkommen – aber über unterschiedliche Regulationswege. Frustrationstoleranz „Ich kann damit umgehen, dass mein Ziel gerade nicht erreichbar ist.“ Selbstregulation „Ich kann meinen Aktivierungszustand wieder in einen für mich passenden Bereich bringen.“ Wenn ein Hund sehr häufig lernt: hohe Aktivierung → Aufgabe → Belohnung kann die Aufgabe selbst zum bevorzugten Regulationskanal werden. Aber irgendwann kann die Fähigkeit fehlen, den Zustand ohne Aufgabe wieder zu verlassen. Man kann ungewollt genau das trainieren, was man eigentlich reduzieren möchte: immer höhere Aktivierung und immer mehr Bedürfnis nach Aktivität. „Welche Strategie benutzt er, um mit Frust umzugehen?“ Weiterarbeiten ist eine Bewältigungsstrategie. Abstand nehmen ist eine Bewältigungsstrategie. Sozialen Kontakt suchen ist eine Bewältigungsstrategie. Schnüffeln / Erkunden kann eine Bewältigungsstrategie sein. ➖Am Ende für mich der Kernsatz, den ich versuche in meinen Umgang mit hohen Erregungslagen bei Mira einzubeziehen: „Ein Hund, der hervorragend darin ist, Aktivierung in Handlung umzusetzen, muss nicht automatisch genauso gut darin sein, Aktivierung ohne Handlung wieder abzubauen.“ 🔹Meine Frage ist die Folgende: Machen wir es uns selbst und den Hunden unnötig schwer, wenn wir mit hoch jagdlich orientierten Hunden unter Vollstrom und extremster Erregungungslage uns von Bewältigungsstrategien distanzieren, die diese Aktivierung in Handlung umsetzen? Weil wir fürchten diese Bewältigungsstrategie durch häufiges Wiederholen zur bevorzugten Strategie werden zu lassen? Ich glaube, mir ist das echt oft passiert. Ich habe mich echt viel mit Erregungslage, Selbstregulation usw. befasst. Sorgt dieser theoretische Hintergrund in der ein oder anderen Situation dafür, dass ich wichtige Dinge übersehe, die für die akute Situation hilfreich sein könnten? Kann ich davon ausgehen, dass die Lerntheorie, die ich gerade im Kopf habe, die Situation vollständig wiedergibt? Kann ich mich davon frei genug machen, um neutral auf alle möglichen Dinge zu schauen, die mir in der Situation zum Umgang mit einem hoch erregten Hund zur Verfügung stehen? Ich mag mich sehr gern immer selbst hinterfragen, Sandra. Durch unsere Konversationen, weiß ich dass du auch Freude daran hast, sonst würde ich nicht so ausführlich werden 😊
So oder so ähnliche Gedanken hatte ich vor sehr langer Zeit. Für mich gab es nur eine logische Art und Weise wie ich mit Hunden weiter leben möchte: kein/wenig Training. Vor allem in den Bereichen Frustration, Ruhe geben, Impulskontrolle usw.

Der Schlüssel ist für mich Resilienz. Nur ein resilienter Hund ist in der Lage und hat das nötige Selbstbewusstsein seine Handlungsstrategien zu kommunizieren und zu zeigen. Resilienz ermöglicht das adäquate Umgehen mit Umweltreizen.

Resilienz entsteht aber - nach meiner Erfahrung - dadurch, dass der Hund Entscheidung treffen darf. Ich nehme heute eine sehr einseitige Mensch-Hund-Kommunikation wahr. Der Mensch ist der Sender und der Hund empfängt die Signale. Hündische Kommunikation wird meistens unterdrückt. Was ist wenn dem Hund in erregenden Situationen Bewegung gut tut? Kann er in der Regel nicht zeigen. Modernes Hundetraining sieht hier Ruhepositionen vor.

Bevor ich bei meinen Hunden regulierend mit Manipulation oder Belohnung eingreife, dürfen sie ihre natürlich Reaktion im Rahmen der Möglichkeiten zeigen. Darauf baue ich dann auf.

Bin ich eine Wattebauschwerferin? Nein ganz im Gegenteil, ich würde mich sogar als eher autoritär bezeichnen. Grenzen sind nämlich der nächste Eckpfeiler. Resilienz entsteht erst dadurch, dass man man den Rahmen vorgibt. Strukturen helfen den Hund selbstbewusst zu werden.

Der dritte Eckpfeiler ist Motivation. Ein Hund kommuniziert nur wenn er entsprechend motiviert ist. Die Motivation ist bei jedem Hund anders und das ist für mich der schwierigste Part.

Ist das allgemeingültig. Natürlich nicht. Ich denke hier ist die authentische Persönlichkeitsstruktur des Menschen entscheidend.

Dies nur als Anregung. Ich halte Eure Gedankengänge für sehr spannend.
 
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Das A-Team
heute 11:37
Heute konnte ich mal wieder knallhart spüren wie es ist einen Hund der auf Fährten spezialisiert ist zu führen.😂

Einige werden vielleicht noch Geschichten vom Fuchswald kennen, der hinter unserem Wohnhaus ist.
Nach Arbeit bin ich mit Dracu dort eine kleine Runde gelaufen.
Kurz vor Zuhause lief ich vorweg, als ich mich umdrehte sah ich das Dracu vom Weg ab einer Spur folgte, ich sagte nichts, nach wenigen Metern sah er sich um was ich belobte, er machte kehrt und ging auf der anderen Seite der Fährte nach.
Da seine Erregung sich sehr steigerte sagte ich das böse Wort "nein", er blieb stehen und sagte ihm das wir gemeinsam gehen und klapperte mit dem Karabiner der Leine.
Normalerweise kommt er dann zu mir.
Ich ging ihm entgegen und hatte Mühe ihn ruhig abzuleinen.
Er macht immer so einen satz wie bei einer Spielaufforderung.😅 War aber zu keiner Zeit so drauf der wen"abgehauen" wäre.
Nach dem anleinen gab's als Belohnung natürlich noch ein bisschen das Fährte nachgehen was ich anfangs verneint hatte, zudem lag es Richtung Heimweg.
Mir war zu dem Zeitpunkt gar nicht bewusst wie heiß die Fährte war und mit dem Kommando "folg der Fährte" nahm Dracu so fahrt auf, dass ich auf die fresse geflogen bin.😂
Ich habe nicht mit so einer Power hinter der Fährte gerechnet.
Aufgestanden bin ich lachend Dracu dennoch gefolgt.

Ich war so stolz auf Dracu das er sich so beherrschen konnte wenn man bedenkt daß er beim Versuch ihn anzuleinen er immer wie ein wilder Hengst herrum hüpfte.
Und auch war ich stolz das Dracu, obwohl ich kurz gedanklich nicht bei ihm war, er sich vorbildlich verhalten hat und nicht einfach durchstartete.

Ich denke das ist die immer wieder gleich anerzogene Verhaltenskette meinerseits die das möglich machte.
Also das Dracu eine Fährte nicht alleine folgen darf sondern erst nach dem anleinen dieser folgen darf, mit mir gemeinsam.

Wir liefen übrigens ein Teil durch den Fuchswald über den Weg Richtung Wiese neben unserem Haus zu einem Schrebergarten, die Fährte endete am Tor. Danach makrierte Dracu den Baum am Tor und seiner Jagdverhaltens kette erlosch.
Interessant.
 
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Das A-Team
heute 11:51
So oder so ähnliche Gedanken hatte ich vor sehr langer Zeit. Für mich gab es nur eine logische Art und Weise wie ich mit Hunden weiter leben möchte: kein/wenig Training. Vor allem in den Bereichen Frustration, Ruhe geben, Impulskontrolle usw. Der Schlüssel ist für mich Resilienz. Nur ein resilienter Hund ist in der Lage und hat das nötige Selbstbewusstsein seine Handlungsstrategien zu kommunizieren und zu zeigen. Resilienz ermöglicht das adäquate Umgehen mit Umweltreizen. Resilienz entsteht aber - nach meiner Erfahrung - dadurch, dass der Hund Entscheidung treffen darf. Ich nehme heute eine sehr einseitige Mensch-Hund-Kommunikation wahr. Der Mensch ist der Sender und der Hund empfängt die Signale. Hündische Kommunikation wird meistens unterdrückt. Was ist wenn dem Hund in erregenden Situationen Bewegung gut tut? Kann er in der Regel nicht zeigen. Modernes Hundetraining sieht hier Ruhepositionen vor. Bevor ich bei meinen Hunden regulierend mit Manipulation oder Belohnung eingreife, dürfen sie ihre natürlich Reaktion im Rahmen der Möglichkeiten zeigen. Darauf baue ich dann auf. Bin ich eine Wattebauschwerferin? Nein ganz im Gegenteil, ich würde mich sogar als eher autoritär bezeichnen. Grenzen sind nämlich der nächste Eckpfeiler. Resilienz entsteht erst dadurch, dass man man den Rahmen vorgibt. Strukturen helfen den Hund selbstbewusst zu werden. Der dritte Eckpfeiler ist Motivation. Ein Hund kommuniziert nur wenn er entsprechend motiviert ist. Die Motivation ist bei jedem Hund anders und das ist für mich der schwierigste Part. Ist das allgemeingültig. Natürlich nicht. Ich denke hier ist die authentische Persönlichkeitsstruktur des Menschen entscheidend. Dies nur als Anregung. Ich halte Eure Gedankengänge für sehr spannend.
So finde ich es auch.
Die maximal trainierten Hund ohne wirkliche Mensch und Hund Kommunikation finde ich schwierig.

Ich denke mir manchmal was tun Menschen die den absolut Perfekten Rückruf trainiert haben und der mal nicht funktioniert? Was ist ihr Plan B?