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Dogorama-Mitglied
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heute 15:46

"Wege zur Freundschaft" (Ulli Reichmann)

Hallo ihr Lieben :) Ich habe kürzlich o.g. Buch verschlungen und gleich begeistert mit dem dort aufgeführten Training begonnen. Für alle, die es nicht kennen: Es geht darum gemeinsam mit seinem Hund die Welt zu entdecken und Spuren zu suchen etc.. Quasi ein Leitfaden, wie man dem Hund zeigt nicht mehr alleine jagen zu gehen, sondern voller Freude zu kooperieren. Ich bin nun unendlich begeistert, weil erste (auch unerwartete) Erfolge schon in wenigen Tagen sichtbar wurden und wollte nun mal fragen, ob noch jemand inspiriert von diesen Methoden mit seinem Hund die Welt erkundet? Würde mich über einen Erfahrungsaustausch unheimlich freuen! Liebe Grüße
 
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Michi
heute 09:16
Ich konnte heute mal 2 Sequenzen filmen, wie wir das üben. Ob das was mit Ulli zu tun hat, weiß ich nicht, aber so können wir gemeinsam was erarbeiten und Spaß haben. Das Anzeigen von Wild und mit mir gemeinsam die Spur verfolgen. Muss halt viel loben und anerkennen. Ich habe statt Schleppleine eine Flexi. Ich hasse Leinen wo Fuchskacke dran klebt und ich nichts anderes mehr anfassen kann. Handschuhe ständig an und ausziehen ist für mich auch keine Option
Hast du dann Cleo immer an der Leine?
Und welche Anleitungen/ Hilfestellungen gibst du, wenn vor euch ein Wild über den Weg springt?
Das sind ja Situationen, die schwer zu üben sind , weil ein starker Bewegungsreiz da ist.
 
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Kirsten
heute 09:42
Ich konnte heute mal 2 Sequenzen filmen, wie wir das üben. Ob das was mit Ulli zu tun hat, weiß ich nicht, aber so können wir gemeinsam was erarbeiten und Spaß haben. Das Anzeigen von Wild und mit mir gemeinsam die Spur verfolgen. Muss halt viel loben und anerkennen. Ich habe statt Schleppleine eine Flexi. Ich hasse Leinen wo Fuchskacke dran klebt und ich nichts anderes mehr anfassen kann. Handschuhe ständig an und ausziehen ist für mich auch keine Option
😍🥰
Ich finds total herzig!
 
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Petra
heute 10:49
Ich hatte da anfangs auch Zweifel. Ich hatte mir vorgenommen, die Idee dahinter wirklich zu verstehen und zu probieren es bestmöglich umzusetzen, zumindest für einen Monat. Die Mira jagt sowohl auf Sicht und auf Fährte und noch „jagiger“ hätte sie ohnehin nicht werden können 😅 Ich bin hängen geblieben, sie fühlte sich von Anfang an wohl und nachdem sich viele meiner Zweifel in Luft auflösten, tue ich das auch (: (Auch wenn bei uns sicher genau wie bei den meisten hier auch, andere Einflüsse in den Umgang mithineinspielen.) Frische Fährten zum Tier HIN finde ich gerade am Anfang unheimlich herausfordernd. Der Geruch hin zum Tier wird stärker, die Situation aufregender. Fährten vom Tier weg helfen meiner Hündin sehr. Die Hunde wissen in der Regel ganz genau, welche Richtung zum Tier hinführt und ich war beim ersten Mal ziemlich überrascht wie einfach es ist, sich auf die andere Richtung zu einigen. Statt Mira abzurufen, zeige ich ihr (wenn möglich) die Gegenspur, der sie dann mit Eifer nachgeht und uns sicher vom Tier wegführt. Nicht als Kommando, sondern eben so, wie ich einen guten Freund, eben auch auf Dinge aufmerksam machen würde, von denen ich ganz sicher weiß, dass es ihn interessiert. Schwierig wird es hier, wenn ich in Stress gerate, und deswegen statt einer gemeinsamen Lösung nur noch bemüht bin, die Situation bzw. Mira unter Kontrolle zu bekommen (wir haben da aber mit der rückgerichteten Aggression in Begegnungen früher auch nicht die beste Historie 😬, was diese Emotionslage angeht). An der Leine fällt es natürlich leichter entspannt zu bleiben, es kann ja nicht viel passieren. Bei Mira sehe ich den Unterschied aber eher in meiner Stimmung und dem eigenen Verhalten, als in der Leine. Kippe ich in Stress, scheine die Situation nicht mehr gut händeln zu können, neigt meine Hündin zur Verselbstständigung. Sobald ich krampfhaft versuche Mira zu bremsen oder stoppen, steigt sie aus. Lässt sich bei ihr hervorragend über ihre sehr ausdrucksstarke Körpersprache erkennen.
Hast du sehr gut beschrieben und das mit der Fährte vom Tier weg ist ja genial, sie bietet es mir auch an, wenn ich jetzt so überlege 😀. Probiere ich mal aus😀.
Danke für Deine Antwort 😀
 
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Sylvia
heute 10:57
Hast du dann Cleo immer an der Leine? Und welche Anleitungen/ Hilfestellungen gibst du, wenn vor euch ein Wild über den Weg springt? Das sind ja Situationen, die schwer zu üben sind , weil ein starker Bewegungsreiz da ist.
In unübersichtlichen Gebiet ist sie an der Leine. Wenn was aufspringt wäre sie hinterher. Sie hat ja täglich hier auf dem Hof und in meinem Garten den Kick die Waschbären und Füchse zu vertreiben. Sie geht nicht dran, dafür ist sie vorsichtig genug. Aber das verscheuchen ist natürlich toll. Man kennt sich hier mittlerweile persönlich…🙈 Wenn ein Reh vor uns aufspringt, springt sie aufgeregt in die Leine. Ist es ausser Sichtweite ( im Dickicht verschwunden) beruhigt sie sich schnell. Sie ist, solange es zu sehen ist, nicht ansprechbar und bekommt dafür keine negative Sanktionen. Ich hoffe, daß wir das Anzeigen auch auf aufspringendes Wild ausweiten können. Üben, üben, üben… Eine andere Alternative (Strafe) sehe ich für meine Hunde nicht.
 
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Kirsten
heute 11:24
In unübersichtlichen Gebiet ist sie an der Leine. Wenn was aufspringt wäre sie hinterher. Sie hat ja täglich hier auf dem Hof und in meinem Garten den Kick die Waschbären und Füchse zu vertreiben. Sie geht nicht dran, dafür ist sie vorsichtig genug. Aber das verscheuchen ist natürlich toll. Man kennt sich hier mittlerweile persönlich…🙈 Wenn ein Reh vor uns aufspringt, springt sie aufgeregt in die Leine. Ist es ausser Sichtweite ( im Dickicht verschwunden) beruhigt sie sich schnell. Sie ist, solange es zu sehen ist, nicht ansprechbar und bekommt dafür keine negative Sanktionen. Ich hoffe, daß wir das Anzeigen auch auf aufspringendes Wild ausweiten können. Üben, üben, üben… Eine andere Alternative (Strafe) sehe ich für meine Hunde nicht.
Ich finde es schön, wie viele Gedanken du dir um deine Hunde, aber auch um den Schutz des Wildes machst, Sylvia.
 
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Sylvia
heute 11:41
Ja, das wäre günstig, aber vielleicht nächstes Jahr mal. Im Wildpark findet sie das zahme Wild gruselig und zeigt Meideverhalten. Aber, wenn es rennt…🙄
 
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Katja
heute 12:54
Ja, das wäre günstig, aber vielleicht nächstes Jahr mal. Im Wildpark findet sie das zahme Wild gruselig und zeigt Meideverhalten. Aber, wenn es rennt…🙄
Ja, das ist hier auch so… Hütehund eben, denk ich mir!
Bei Polli (lt. Gentest 4! verschiedene Hütehundrassen) reicht oft auch schon ein vorbeiwehendes Blatt, um den „Hinterher“-Reflex auszulösen!
Aber wehe, es ist eine Katze, die sich dann einfach hinsetzt… dann weiß Polli nicht weiter und schaut gefühlt fragend auf mich: „Wie machen wir jetzt weiter, Frauchen?“

Sehr lustig im Tierpark auch die Känguruhs: sitzend -> uninteressant, gehend -> komisch und auch bisserl unheimlich… aber hüpfend -> da stand dann auch Polli auf 2 Beinen an der Leine! 😳
Sehr komisch dann aber der Kragenbär: der saß hinter der Scheibe (mit dem Rücken zu uns) und hat sich nicht bewegt.
Polli ist schier ausgerastet!
Da muss sie der Geruch getriggert haben.
Kann Tierpark echt empfehlen, wenn man seinen Hund kennenlernen will!
Aber nicht zu lange: Polli war nach 2Std (an der Leine) komplett durch…

Ich muss aber auch gestehen: manchmal ist so’n Jagdtrieb echt praktisch!😀
In unserem Segelverein gibt’s Krähen, die gerne mal die Frühstückstüte von der Terrasse klauen und die sich durchaus auch schonmal ein Steak aus der Küche geholt haben!
Da stürzt sich Polli mit viel Bösem-Hund-Gehabe im vollen Galopp drauf… da wird die sonst sehr schüchterne Hundine wirklich zur beeindruckenden Erscheinung!
Die Krähen wiederum fliegen dann genau 3m auf den Steg raus, weil sie inzwischen wissen, dass Polli da ganz kleinlaut wird. Echte Mistviecher!😉
Aber immerhin sind die Frühstücksbrötchen sicher, wenn Polli auf dem Gelände ist!😬

Jetzt vielleicht nicht wirklich der Ulli-Weg… 🥴
Aber Polli unterscheidet durchaus sich zwischen Krähen dort und Krähen im Park -> letztere sind total uninteressant!
 
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Das Frauchen
heute 12:57
Hast du sehr gut beschrieben und das mit der Fährte vom Tier weg ist ja genial, sie bietet es mir auch an, wenn ich jetzt so überlege 😀. Probiere ich mal aus😀. Danke für Deine Antwort 😀
Wir machen das genauso, und haben das als Verhaltenskette aufgebaut.
 
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Sylvia
heute 13:48
Wir machen das genauso, und haben das als Verhaltenskette aufgebaut.
Genau so soll es bei uns auch mal aussehen 😂😂😂

😩
 
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Michi
heute 15:32
Wir machen das genauso, und haben das als Verhaltenskette aufgebaut.
Aber was mir noch nicht klar ist...
Wenn man einen Sicht Jäger hat, so wie ich. Wie bekommt man dann die Verknüpfung von Fährten anzeigen und gemeinsam erkunden ( was mir klar ist ) , zu : dem sichtbaren und flüchtigen Wild schauen wir nur gemeinsam zu, aber wir hetzen nicht, nicht gemeinsam und auch nicht alleine.
Da ist dann ja doch eine andere Dynamik im Spiel und es ist ja auch nicht ohne Weiteres trainierbar, weil man ja nicht auf Abruf Wild zur Verfügung hat und man nie weiß, wann es einem vor die Nase kommt.
Das würde mich wirklich interessieren.
Ich habe es ja nicht nach dem Ulliweg aufgebaut.
Oder geht es da nur darum, dass man etwas mit dem Hund zusammen macht, wobei er seine " Jagdambition " gewissermaßen ausleben kann und nicht unbedingt darum, dass man den Hund zuverlässig ohne Leine immer Wald führen kann?