Das sehe ich ganz ähnlich. Für mich heißt das, den Hund wirklich als Hund wahrzunehmen, mit seiner eigenen hündischen Struktur, Persönlichkeit und seinen artspezifischen Bedürfnissen. Nicht als ewiges Kleinkind und nicht als kleinen Menschen, sondern als eigenständiges Wesen.
Was ich an diesen ja recht populären Vergleichen mit Kleinkindern immer etwas problematisch finde, ist, dass Hunde dadurch schnell defizitär verstanden werden - so, als wären sie eine Art „unterentwickelter Mensch“. Ja, der Mensch entwickelt sich weiter, aber der Hund halt auch - nur eben hündisch. Er wird ein erwachsener Hund mit einer ausgereiften, eigenen Struktur und bleibt nicht auf einer Vorstufe stehen. Dass seine Entwicklung anders verläuft als unsere, macht sie ja nicht weniger vollständig.
Hunde lernen ja auch ständig über uns – unsere Stimmungen, unsere Signale, unsere Welt. Da finde ich es nur fair, dass wir uns genauso bemühen, ihre Art zu denken, zu fühlen und zu kommunizieren zu verstehen.
Mir gefällt der Gedanke, ein gemeinsames Leben zu gestalten, das für beide Seiten gut ist. Wertschätzend, anerkennend und artgerecht und nicht nur zweckmäßig und rein auf Funktion ausgelegt.
Bei dem was du geschrieben hast musste ich die ganze Zeit an Dracu denken.
Er verkörpert irgendwie alles.🙈
Eine Reinrassige Bracke.
Prädestiniert für eigenständiges Arbeiten, starken Willen, Sturheit aber auch sensibel.
Ist er auch.
Doch dann kommen seine Entwicklungsdefizite dazu.
Er ist ein eigenständiger gestandener Jagdhund den ich wie ein Kind "an die Hand" nehmen muss und Punktuell lesen können muss ob er gerade ungorhsam aufgrund vom eigenen Willen, verunsichert oder einfach mit einer Situation überfordert ist und er nicht hören KANN weil die Reizverarbeitung im Köpfchen einfach total überlastet ist.
Es gibt Dinge die kann man nicht erziehen und auch nicht konditionieren.
Da hilft nur situativ begleiten, wie ein Kind. 🙃