Es geht doch nicht darum, für jedes Problem die zu frühe Abgabe verantwortlich zu machen. Aber genauso wenig sollte man so tun, als wäre die Zeit zwischen der 8. und 12. Woche bedeutungslos. In dieser Phase lernen Welpen wichtige soziale Fähigkeiten von ihrer Mutter und ihren Geschwistern.
Niemand behauptet, dass jeder mit 8 Wochen abgegebene Hund später Probleme bekommt. Aber die Vorteile einer längeren Zeit im Wurf sind gut belegt. Deshalb ist der Hinweis auf die 12. Woche kein "Ammenmärchen", sondern ein berechtigter Aspekt unter vielen – nicht die einzige Erklärung, aber auch nichts, was man einfach abtun sollte.
Diese sozialen Fähigkeiten lernen Welpen in der Natur besonders vom Rest des Rudels, aber naja (auch hier sind es wieder die Katzen, die ausschließlich von ihrer Mama und ihren Geschwistern alles wichtige lernen bis zur 12. Woche. Verwechselt irgendwo in den Weiten des Internets jemand ständig die Spezies bei der Weitergabe dieser Infos?). Und das auch nur, wenn sie auch wirklich in einem echten Rudelverband leben. Da wir hier so ein Leben aber nicht führen, müssen wir gucken, wie wir unseren Welpen bestmöglich auf UNSER Leben sozialisieren. Es bringt niemandem etwas - auch dem Welpen nicht - wenn er das Leben beim Züchter bestens kennt, aber nicht die Gegebenheiten, die in seinem neuen Heim herrschen. Und dann ist bereits viel Zeit dafür verloren gegangen.
Meine 4 Hunde habe ich übrigens alle mit 8 Wochen bekommen. Alle waren zu dem Zeitpunkt stabil, fröhlich, gefestigt. Entsprechend ist anzunehmen, dass die Züchterin bei ihrer Rasse ziemlich genau weiß, dass das richtig so ist. Ich sage ja auch: bei anderen kann das auch gerne 1, 2 Wochen später sinnvoll sein. Aber sicher nicht pauschal mit 12 Wochen. Wir sind hier nicht bei Katzen und auch nicht in einer Studie freilaufender Hunderudel.