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Bianca
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Anzahl der Antworten 46
zuletzt 8. Aug.

Hundebox als Trainingsmethode

Hallo zusammen, ich habe gerade Zweifel an unserem neuen Hundetrainer und erhoffe mir von euch eine Einschätzung. Seit einem Umzug vor einem guten halben Jahr bleibt meine Hündin (Labrador, 4 Jahre) leider nicht mehr alleine. Ich habe versucht es kleinschrittig aufzubauen, habe mir immer wieder Schuhe angezogen, bin mit den Schlüsseln durch die Wohnung gelaufen, hab nur mal kurz die Tür geschlossen etc. Nun hatte ich einen Trainer hier, der meint, dass meine Hündin die Verantwortung für mich übernommen hat und mir deswegen überall hin folgt und anfängt zu jaulen wenn ich nicht da bin. Seine Methode: Für vier Wochen ist der Hund 24/7 in der Gitterbox (Hundekäfig) außer dann wenn ich etwas mit ihm mache. Auf die rechtliche Situation hat er hingewiesen aber auch darauf, dass es ja nur vier Wochen sind. Aktuell mache ich es so, dass meine Hündin vormittags in der Box ist während ich am Schreibtisch im Nebenzimmer arbeite. Das fand der Trainer nicht so gut und hat nochmals gesagt, dass die Probezeit jetzt vorbei ist und ich es durchziehen soll. Also war sie nun länger in der Box. Aber nun geht sie leider gar nicht mehr freiwillig rein… Ich bin echt ratlos. Wie schätzt ihr das ein? Die rechtliche Situation ist mir bekannt.
 
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Marcel
7. Aug. 23:21
Huhu,

Zunächst einmal Ich bin kein gelernter Hundettainer aber ich kann dir gerne beschreiben wie ich es bei mein Hund Balou gemacht habe.

In kleinen Schritten zb Müll, raus bringen, paar min draußen bleiben wenn er ruhig war loben usw.

Beim Gehen keine Szene machen, kommentarlos raus wenn er mit zur Tür kommt, bleib oder was da fürs bleiben mit ihn geübt hat sagen, wenn er anfängt zu bellen, Jaulen solange ignorieren bis er ruhig ist und erst dann wieder rein am besten mit ein super lekerli.

Nach den wiederkommen am besten wirklich die Zeit nehmen und richtig mit ihn toben,
spielen usw.

Das am besten schrittweise wiederholen mit längere Zeit zb mal zum Bäcker, Superma usw und zurück (auch wenn du nichts kaufen willst)

Lekerli, Toben, Spielen nach und nach reduzieren bis es für ihn normal ist das du weg bist und ab und zu machen.


So habe ich schrittweise die Zeit erhöht.

Noch ein kleiner Tipp:

Vergiss Fachbücher, die kann man als grobe Orientierung nehmen aber ich habe es wirklich immer nach dem bauchgefühl gemacht und das sozusagen in allen Sachen.

Denn jeder Hund ist anders (Persönlichkeit / Charakter / Lerntenpo usw) und deshalb kann man nie so wirklich pauschal sagen wie es zu 100% korrekt ist, der Richtige Weg ist immer der wo dein Hund und du dich dabei wohl fühlen.

Ich wünsche dir viel Erfolg.
 
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Aga
8. Aug. 04:15
Hallo Martin, vielen Dank für deine Überlegungen. Ja, das kann gut sein, dass sie noch nicht richtig in der neuen Wohnung angekommen ist. Aktuell muss Sie nur alleine in der Wohnung bleiben, wenn ich den Müll in den Keller bringe, also nur ca. 1 Minute. Ansonsten bin ich immer da. Ich arbeite meist im Homeoffice, wenn ich ins Büro fahren muss kann sie auch mit, weil ich ein Einzelbüro habe. Nur bei Terminen wo sie nicht mit kann geht sie dann in die HuTa. Toll wäre es, wenn sie mal für die Dauer eines Arztbesuchs oder Einkaufs alleine bleiben kann. Oder ich auch mal wieder ein Kino von innen sehen würde Was ist denn ein Donk? Oder meinst du einen Kong? Das hatte ich auch schon versucht, aber der ist nicht interessant, wenn ich aus der Wohnung gehe, erst wenn ich wieder zurück komme… Heute musste ich kurz zum Auto, weil ich etwas holen musste. Das hat sie erfreulicherweise gut gemeistert 😃 Und ja: den Folgetermin mit dem Trainer werde ich absagen. Die Methode macht uns beiden nur Stress und belastet uns sehr
Ich bin aus gesundheitlichen Gründen auch immer zuhause, bis auf Arzttermin und Einkäufe. Wir haben es auch sehr kleinschrittig aufgebaut, immer nur Minute raus und dass dann immer länger gesteigert. Amira liegt auf ihrer Decke im Flur wenn ich weg bin. An Futter oder Spielsachen würde sie auch nicht gehen. Ich hab die Angewohnheit wenn ich einkaufen fahre immer eine besondere Knabberstange mitzubringen, die bekommt sie immer direkt wenn ich heimkomme als Belohnung fürs alleine bleiben. Ich hatte früher eine Kamera, aber das ist nicht mehr notwendig. Es gibt zwei Schweizer Hundetrainerinnen im Internet. Die lehren die F.R.I.D.A. Methode fürs alleine bleiben. Da geht unter anderem auch darum nicht das zu tun was sonst geraten wird. So tun als würde man gehen, Schuhe, Jacke anziehen,Schlüssel nehmen und solche Dinge. Der Hund sollte immer genau wissen, wann man wirklich das Haus verlässt. Vielleicht würde dir die Methode ja helfen, du kannst ja mal im Internet schauen. Ich befolge das von mir aus immer schon so. Amira weiß genau wann ich gehe, ich sage immer zu ihr: „Ich bin gleich wieder da, du bleibst hier.“ dann legt sie die Ohren an und schaut nicht glücklich. Sie ist ja sehr fixiert auf mich. Aber sie kann locker bei Arztterminen alleine bleiben und liegt auf ihrer Decke im Flur wenn ich heimkomme.
 
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Sebbi
8. Aug. 04:33
Liebe Bianca,

ich kann deine Zweifel an dem Trainer vollkommen verstehen. Vertrau da bitte unbedingt auf dein Bauchgefühl, denn seine Methode geht leider völlig am Ziel vorbei.
Dass Clementine „die Verantwortung übernehmen“ wolle, ist eine völlig veraltete Theorie, die auf längst überholten Dominanz-Mythen basiert. Die arme Maus leidet nach dem Umzug schlicht unter Verlustangst.

Für einen Hund bedeutet ein neues Zuhause oft stressige Orientierungslosigkeit: Vertraute Gerüche und Routinen sind weg, Clementine ist vermutlich einfach noch gar nicht richtig angekommen und fühlt sich in der Umgebung noch fremd.
Du bist in dieser unsicheren Phase ihr einziger Anker.

Wenn du deine Vierjährige nun tagelang in die Box sperrst, nimmst du ihr nicht die Angst, sondern drängst sie im schlimmsten Fall in eine erlernte Hilflosigkeit.

Dass Clementine mittlerweile gar nicht mehr freiwillig in die Box geht, zeigt ganz deutlich, wie sehr sie verunsichert ist und wie negativ das Ganze für sie besetzt ist.

Mein ehrlicher Rat an dich: Schick diesen Trainer bitte nach Hause und zwing Clementine auf keinen Fall weiter in die Box.

Such dir stattdessen jemanden, der auf echten Trennungsstress spezialisiert ist und mit euch ganz in Ruhe, gewaltfrei und über positive Verstärkung an dem Problem arbeitet. Clementine braucht jetzt Zeit, um anzukommen und zu verstehen, dass sie auch in der neuen Wohnung sicher ist – aber das schafft ihr definitiv ohne Käfig!
 
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Bianca
8. Aug. 05:41
Ich bin aus gesundheitlichen Gründen auch immer zuhause, bis auf Arzttermin und Einkäufe. Wir haben es auch sehr kleinschrittig aufgebaut, immer nur Minute raus und dass dann immer länger gesteigert. Amira liegt auf ihrer Decke im Flur wenn ich weg bin. An Futter oder Spielsachen würde sie auch nicht gehen. Ich hab die Angewohnheit wenn ich einkaufen fahre immer eine besondere Knabberstange mitzubringen, die bekommt sie immer direkt wenn ich heimkomme als Belohnung fürs alleine bleiben. Ich hatte früher eine Kamera, aber das ist nicht mehr notwendig. Es gibt zwei Schweizer Hundetrainerinnen im Internet. Die lehren die F.R.I.D.A. Methode fürs alleine bleiben. Da geht unter anderem auch darum nicht das zu tun was sonst geraten wird. So tun als würde man gehen, Schuhe, Jacke anziehen,Schlüssel nehmen und solche Dinge. Der Hund sollte immer genau wissen, wann man wirklich das Haus verlässt. Vielleicht würde dir die Methode ja helfen, du kannst ja mal im Internet schauen. Ich befolge das von mir aus immer schon so. Amira weiß genau wann ich gehe, ich sage immer zu ihr: „Ich bin gleich wieder da, du bleibst hier.“ dann legt sie die Ohren an und schaut nicht glücklich. Sie ist ja sehr fixiert auf mich. Aber sie kann locker bei Arztterminen alleine bleiben und liegt auf ihrer Decke im Flur wenn ich heimkomme.
Vielen Dank für den Tipp! F.R.I.D.A. schaue ich mir auf jeden Fall einmal an 😃 und das mit der Besonderen Belohnung wenn ich heim komme klingt auch interessant!
 
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Bianca
8. Aug. 05:47
Ihr Lieben,
ich möchte mich ganz herzlich bei euch für richte eure vielen Kommentare und Ideen bedanken! 🙏
Ihr seid wirklich toll!!! 🤩
Der Trainer wird nicht mehr zu uns kommen 😉
 
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J
8. Aug. 06:49
Hi Bianca,
Du hast schon viele Tipps bekommen, ein paar möchte ich etwas einordnen, weil ich nicht denke, dass dein Hund zum jetzigen Zeitpunkt damit etwas anfangen kann.

Unsere Hündin hatte anfangs richtig Trennungsstress und selbst Müll raus bringen war zu viel. Sie hat dann nicht gejault, aber direkt Dinge zerstört.

Der Tipp die Zeit am Anfang zu steigern ist gut und richtig, die beispielhafte Zeit von 1-5 Minuten für deinen Hund aber wahrscheinlich viel zu viel. Wir haben mit „Tür zu, Schlüssel rein und Tür auf“ (keine Wartezeit) gestartet und in 5 Sekundenschritten erhöht.
Dabei ist wichtig nicht immer zu erhöhen (erst sobald das Kern Problem ist), sondern auch mal wieder eine kürzere Zeit weg zu sein.

Was uns sehr geholfen hat war die räumliche Eingrenzung während des alleine Lassens. In der Zeit sind alle Türen bis auf die Küchentür (für Wasser) zu und unsere Hündin liegt im Flur (da kann sie am wenigsten kaputt machen, könnte sonst auch ein anderes Zimmer sein).

Zum Punkt Party machen wenn du wieder kommst, das sehe ich etwas kritischer. Bei einigen Hunden mag das gehen, bei unserer Hündin wäre es genau das falsche Signal gewesen.
Für sie musste es „normal“ und ruhig sein wenn wir wieder kommen. Wir haben sie eher zeitweise ignoriert und erst wenn sie wieder runter gekommen ist, begrüßt. Wenn du das wieder kommen zum Highlight machst, kann es sein, dass sie nur darauf hin fiebert, was nicht das ist was du möchtest (sie soll ja entspannt alleine bleiben können).

Außerdem war bei uns ein riesiger Fortschritt, als wir beim gehen Leckerlies im Raum versteckt/verteilt haben und unsere Hündin erst suchen durfte, als wir die Tür zu gemacht haben. Das hat sie etwas abgelenkt und unser gehen positiv verknüpft.

Das wichtigste: das alles kann dauern, wir haben fast ein Jahr gebraucht, bis unsere Hündin 10 Minuten alleine bleiben konnte, danach ging es sehr schnell auch für eine Stunde. Inzwischen sind 3-4 h kein Problem mehr.