Home / Forum / Verhalten & Psychologie / Hundebox als Trainingsmethode

Verfasser-Bild
Bianca
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 26
heute 14:57

Hundebox als Trainingsmethode

Hallo zusammen, ich habe gerade Zweifel an unserem neuen Hundetrainer und erhoffe mir von euch eine Einschätzung. Seit einem Umzug vor einem guten halben Jahr bleibt meine Hündin (Labrador, 4 Jahre) leider nicht mehr alleine. Ich habe versucht es kleinschrittig aufzubauen, habe mir immer wieder Schuhe angezogen, bin mit den Schlüsseln durch die Wohnung gelaufen, hab nur mal kurz die Tür geschlossen etc. Nun hatte ich einen Trainer hier, der meint, dass meine Hündin die Verantwortung für mich übernommen hat und mir deswegen überall hin folgt und anfängt zu jaulen wenn ich nicht da bin. Seine Methode: Für vier Wochen ist der Hund 24/7 in der Gitterbox (Hundekäfig) außer dann wenn ich etwas mit ihm mache. Auf die rechtliche Situation hat er hingewiesen aber auch darauf, dass es ja nur vier Wochen sind. Aktuell mache ich es so, dass meine Hündin vormittags in der Box ist während ich am Schreibtisch im Nebenzimmer arbeite. Das fand der Trainer nicht so gut und hat nochmals gesagt, dass die Probezeit jetzt vorbei ist und ich es durchziehen soll. Also war sie nun länger in der Box. Aber nun geht sie leider gar nicht mehr freiwillig rein… Ich bin echt ratlos. Wie schätzt ihr das ein? Die rechtliche Situation ist mir bekannt.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
heute 14:43
Bis ein neuer da ist hätte ich folgende Tipps. Box weg oder neu positiv aufbauen. Der Hund bleibt erstmal nicht mehr alleine, nicht mal für 2Minuten. Vertrauen muss neu aufgebaut werden in dich und ins neue Umfeld. Minischritte was das alleine bleiben angeht, so wie im Welpenalter. Trainer mit Spezialisierung auf Verhalten bezüglich Trennungsangst der tierschutzkonform arbeitet. Schlüsselreize abbauen, damit hast du ja schon angefangen. Labradore sind am liebsten 24/7 beim Menschen. Das ist rassebedingt gewünscht. Auslastung? Was genau machst du mit dem Hund. Gerade für das Training wäre es sinnvoll vorab die Bedürfnisse des Hundes zu stillen. Kleine Helfer wie Schleckplatten nutzen (Kausnacks bitte nicht, der Labbi neigt dazu hastig alles runterzuschlingen wenn er sich aufregt). Ich hoffe du findest fix einen guten Trainer.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Bianca
heute 14:45
Da ist es schon voll verständlich dass sie jetzt in der veränderten Umgebung doch sehr reagiert wenn du ohne sie weggehst...du musst ihr dringend vermitteln dass du a gleich wiederkommst und b sie in der Zeit eher gechillt sein soll...Welche Stimmung hat sie wenn du gehst und machst du n fass auf ala Baby bin gleich wieder da maus...schön brav sein...usw. ich geh immer ohne Kommentar wenn beide ruhig sind und nicht wenn sie um mich rumwuseln...hilft es ggf : du setzt dich ne weile zu ihr und gehst dann einfach mal raus...kommst wieder und setzt dich wieder hin...Schmako hinlegen...wieder kurz raus...zu ihr Schmako hin...bissl warten...und Wiederholung...vom grundprinzip: sie kriegt was tolles wenn sie ruhig war und du wieder zu ihr kommst🙏
Das hab ich bisher noch nicht versucht, werde ich mal machen. Früher gab es immer den Satz „Clementine bleibt hier.“ Dann ist sie aufs Sofa gehüpft und hat geschlafen. Aktuell dreht sie dabei eher auf. Aber das erst gehen, wenn sie ruhig ist versuche ich mal 🙏
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Bianca
heute 14:47
Also meine war auch ein Boxenhund im Welpenalter aber definitiv nicht 24/7. Hast du die Möglichkeit einen größeren Hundebereich zu schaffen? Ich gehe mal davon aus das der Trainer das ,,Kontrollverhalten" abstellen möchte. Einen Hund so lange wegzusperren und nur rauszulassen wenn du was mit ihr machts finde ich gerade bei Labradoren alles andere als gut. Ich würde nach einem anderen Trainer ausschau halten.
Ich hab jetzt mal das alte Türgitter ausgegraben und in der Wohnzimmertür montiert. Ein Versuch ist es auf jeden Fall Wert 👍🏻
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
heute 14:50
Ich hab jetzt mal das alte Türgitter ausgegraben und in der Wohnzimmertür montiert. Ein Versuch ist es auf jeden Fall Wert 👍🏻
Supi, hatten wir auch. Dahinter hatte Suki einen gut 10m² Raum für sich mit Box, Hundebett, Wasser und Spielzeug. Bei dir scheint es das Wohnzimmer zu sein, das geht natürlich auch.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
heute 14:51
Hast du schonmal Entspannungsrituale genutzt? Oder grundsätzlich bewusste Rituale im Alltag?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Bianca
heute 14:57
Bis ein neuer da ist hätte ich folgende Tipps. Box weg oder neu positiv aufbauen. Der Hund bleibt erstmal nicht mehr alleine, nicht mal für 2Minuten. Vertrauen muss neu aufgebaut werden in dich und ins neue Umfeld. Minischritte was das alleine bleiben angeht, so wie im Welpenalter. Trainer mit Spezialisierung auf Verhalten bezüglich Trennungsangst der tierschutzkonform arbeitet. Schlüsselreize abbauen, damit hast du ja schon angefangen. Labradore sind am liebsten 24/7 beim Menschen. Das ist rassebedingt gewünscht. Auslastung? Was genau machst du mit dem Hund. Gerade für das Training wäre es sinnvoll vorab die Bedürfnisse des Hundes zu stillen. Kleine Helfer wie Schleckplatten nutzen (Kausnacks bitte nicht, der Labbi neigt dazu hastig alles runterzuschlingen wenn er sich aufregt). Ich hoffe du findest fix einen guten Trainer.
Dankeschön für deine Anregung. Sie ist aktuell nie alleine. Wenn ich einen Termin habe und sie nicht mit kann, dann geht sie für ein paar Stunden in die HuTa oder eines meiner Kinder kommt zum Hundesitten. Lebensmittel kommen per Lieferdienst und beim Bäcker darf sie mit rein, weil sie so brav ist.
Wir machen viele Apportier- und Suchspiele, in der Wohnung und im Garten. Dann natürlich Tricks, Dogdancing und halt auch das ganz Normale Verhalten in Geschäften, am Bahnhof, im Zug etc. Nicht alles auf einmal aber halt abwechslungsreich 😃
Schleckplatten schreddert sie, aber wir haben so Schleckbecher, die sie bekommt und hin und wieder einen Ochsenziemer. Mit beiden ist sie aber nach 5 Minuten durch 🫣. Ich glaube, da sind wir schon ganz gut aufgestellt