@Maria Hmm. Ich muss da erstmal drüber nachdenken. Ich versuche mal meine Gedanken zu formulieren, keine Gewähr, einfach nur verschriftlichte Überlegungen.
Wenn es angleichendes Verhalten im Sinne der Studie wäre, würde es ja erstmal voraussetzen, dass du zuvor etwas tust, was beim Hund/ bei den Hunden einen gewissen Toleranzrahmen sprengt und diese Reaktion auslöst oder nicht? Also angleichendes Verhalten als Konsequenz auf ein vorausgegangenes Ereignis.
„Wenn du als führendes Gruppenmitglied wartest, bis der Hund sich den Ausgleich holt, agierst du nur reaktiv.“
Ist nicht eher das Handeln des Hundes die Reaktion, falls es sich um angleichendes Verhalten handeln sollte?
Die Studie hat den Schwerpunkt, wie Gruppen Ungleichheit regulieren, während nach meinem Verständnis Katrin Scholz eher beschreibt, wie sie über ihr Verständnis von Führung die Gruppe/ das Individuum reguliert. Ist denn Ungleichheit ein Thema bei KS? Ich habe mich mit KS nicht in der Tiefe befasst, wie du oder andere Dogoramamitglieder 🫣 Vielleicht kannst du das besser einordnen und ggf. korrigieren?
„Wenn die Führung den Raum nicht fair oder klar strukturiert, versucht die Ebene darunter, sich Sicherheit und Ausgleich selbst zu organisieren.“ klingt für mich mehr danach als würde beim Menschen ein Versäumnis gesehen, als das es als (un)mittelbare Konsequenz geschieht.
Ich hoffe, mein Gedankenchaos ist einigermaßen nachvollziehbar 🫣
Bitte nicht als „gehört hier nicht hin“ interpretieren 🙏🏻
Wie gesagt, Verbindungen zu anderen Themen sind gern gesehen.
Das macht absolut Sinn. (Und ich rede schon wie eine KI)
Ungleichheit war bei KS, soweit ich gelesen habe, kein Thema. Aber ich sehe Parallelen.
Ich habe den Thieme-Text so verstanden, dass nicht Ungleichheit an sich sondern ungerechtes Verhalten ausgeglichen wird. Vielleicht verstehen wir den Text da schon unterschiedlich. Die Definition ist auch ziemlich schwammig.
Es heißt:
“Ob ausgleichendes Verhalten auftritt, hängt stark von den jeweiligen Bedingungen ab. Entscheidend ist das Verhältnis von Kosten und Nutzen für die beteiligten Individuen.”
Rangniedere Tiere müssen also nicht zwangsweise ausgleichendes Verhalten zeigen. Sie zeigen es nur dann, wenn eine Form von “Machtmissbrauch” vorliegt (gesteigerte Aggression, ungerechte Verteilung von Ressourcen etc.)
Es muss also auch Konstellationen geben, in denen das Zeigen von Ausgleichsverhalten nicht notwendig ist, weil keine Ungerechtigkeit empfunden wird (keine gesteigerte Aggression, genügend Ressourcen für alle etc.)
Und da sehe ich die Parallele zum Zusammenleben mit dem Menschen. Verhält er sich in einer Art, die vom Hund als ungerecht/unfair erlebt wird, zeigt der Hund ausgleichendes Verhalten.
Ein einfaches Beispiel: der Hund kommt nie vor die Tür und fängt an, Dinge zu zerstören. Das könnte ein ausgleichendes Verhalten sein (könnte man sicher auch anders erklären)
Schwierig wird es in einer Gruppe und da bin ich mir gerade unsicher, ob man das auch als ausgleichendes Verhalten bezeichnen kann.
Beispiel: Hund Nr 1 wird von Hund Nr 2 gemobbt. Gleichzeitig zieht der Mensch Hund Nr 2 (unbewusst) vor. Hund Nr 2 könnte anfangen, sich “rauszunehmen” (wenn möglich) oder mit Aggressionen reagieren.
Wenn der Mensch aber proaktiv das Mobbing unterbindet und auf einen ausgeglichenen Umgang mit beiden Hunden achtet, kommt es nicht zum ausgleichenden Verhalten.
Und da sehe ich die Parallele zu KS - nämlich die proaktive Regulierung der.Beziehung und nicht nur ein Reagieren auf das, was vom Hund angeboten wird.
Das ist nur ein Aspekt, aber der hat beim Lesen Irritation bei mir ausgelöst Warum ist der, der Kontakt sucht, derjenige der führt?? Das hat meine unbewussten Glaubenssätze schwer erschüttert und ich bin gerade dabei zu schauen, wie ich diese Erkenntnis für mich umsetzen kann.
Ich hoffe, ich konnte das, was ich meine (den BonBon) klar artikulieren (passend verpacken). 🍬