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Steffie
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zuletzt 25. Okt.

Angst raus zu gehen

Hallo,

Ich bin neu hier und hoffe das passt hier.

Ich habe seit April einen Schäferhund Mischling. Über seine Hintergrund geschichte weiß ich nichts.

Er kam, laut Geburtsdatum mit knapp 3 Monaten zu uns. War da schon sehr ängstlich, ich dachte aber das wäre am Anfang normal, neue Familie neue Umgebung usw.

Ich hab dann irgendwann festgestellt das ihm das wohl bleibt. Er hat allerdings wirklich super Fortschritte gemacht. Mittlerweile ist er 9 Monate alt.

Bis vor fast zwei Monaten ein kleiner unangeleinter Mathäser zugeschnappt hat, Besitzer weit und breit nicht zu sehen 🙈.

Wir sind an einem Punkt an dem er nur noch bis zur Treppe geht er traut sich absolut nicht weiter, ich verzweifle, er kann doch nicht gar nicht gassi gehen....vor zwei Tagen habe ich ihn mit Käse, mehr oder weniger die treppe runter gelockt, wir waren dann auch draußen aber das hat kein zweites mal geklappt.

Es kommt bald eine Hundetrainerin ich hoffe wir kriegen das wieder hin aber vielleicht hat jemand ja ähnliche Situationen erlebt und hat Tipps?

Ihn einfach hinter mir her ziehen tue ich nicht. Einmal habe ich ihn die treppe runter getragen und dann kam die Nachbarin raus, er hat mittlerweile 23kg, wenn da mal was schief geht sind wir beide eventuell verletzt.

Bin über jeden sinnvollen Tipp dankbar 🙏
 
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Steffie
22. Okt. 14:44
Wie seid ihr denn bisher rausgegangen? Er muss ja sein Geschäft erledigen. Sind ja schon 6 Monate. Wie sieht denn das reinkommen aus? Geht er dann die Treppe ganz normal hoch? Oder hat er da auch Probleme? Ich habe mich mit Milla an die Treppe gesetzt, Buch mitgenommen und gelesen. Als sie dort entspannen konnte, das Leckerlie auf die nächste Stufe gelegt und weitergelesen. Mich dann weiter nach unten gesetzt, Leckerlie neben mir und gelesen. Selbstwirksamkeit führte dann zum Erfolg.
Er war immer ängstlich aber wir sind aus dem Haus gekommen, die Treppe war nie ein Problem.
Bis zu dem Zwicken vom Mathäser hatten wir gute und schlechte Tage aber so wie es jetzt ist....

Wenn wir draußen sind ist er auch unsicher, schaut viel, bleibt viel stehen aber man kann Gassi gehen, das wir soweit waren wie es war, war 6 Monate harte Arbeit. Seit dem Vorfall ist das alles wie weg geblasen.
Ich überlege ja ihn wirklich die treppe runter zu tragen, es sind 6 oder 7 Stufen, hoch gehen kann er sie ja auch.
Ich bin wirklich geduldig aber das Spiel mit dem abwarten kann ich nicht noch ein oder zwei Wochen mit ihm machen 🙈.

Wir haben mittlerweile wieder eine Matte wo er drauf machen kann, anders geht es ja nicht, es ist zum verrückt werden.
 
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Steffie
22. Okt. 14:47
Das klingt wirklich nach einem harten Fall. Also weil ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, der Hund muss doch Geschäfte machen, Wiesen erschnüffeln, ein paar Außenreize erleben dürfen um sich zu entwickeln... Ich weiß nicht wie viel das hilft, aber hatte das Beispiel beim Tierarzt, meine wollte nicht in den Behandlungssraum, sie ist umgedreht, abgebogen, gestoppt usw. Mir wurde auch von einer Trainerin gesagt, die einmal mit dabei war, sehr viel läuft über meine Körpersprache. Wenn ich dort selbst rein laufe wie ein Schlückchen Wasser und sofort weich werde, weil mein Hund stehen bleibt/ich den kleinsten Zug auf der Leine keinesfalls dulden kann und direkt nachgebe, sei das nicht gut. Ich hatte paar Runden im Wartebereich gedreht und mehrere Anläufe ins Zimmer gemacht und wurde immer bestimmter und "fester", Rücken gerade und Brust raus und mein Hund ist mir gefolgt und nicht mehr abgebogen oder stehen geblieben. Ist halt aber natürlich ein Unterschied, wir konnten uns in dem Setting nicht Ewigkeiten Zeit nehmen und uns vor das Behandlungszimmer setzen und warten bis sie freiwillig ein geht. Es hat aber funktioniert, dass sie sich seither nicht mehr so sehr vorm Behandlungsraum drückt und es immer besser wird.
Ja ich frage mich manchmal ob es vielleicht an mir liegt. Wobei ich immer das selbe mache, da ist keine Unsicherheit dabei, zumindest nicht bewusst 😅. Nur die Hoffnung das es klappt.
 
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Steffie
22. Okt. 14:48
Nein, wenn er raus will, dann raus mit Euch. Wieso soll er dann auf der Treppe bleiben? Wenn er sich hinlegt, setz Dich zwei Stufen unterhalb. Dreh ihm den Rücken zu. Leine locker und warte. (Buch mitnehmen, kann dauern) Jede kleine Bewegung in deine Richtung wird belohnt. Belohnung kann bei einem Angsthund auch mal zurück in die Wohnung heißen, aber eben erst wenn er eine kleinen Schritt vorwärts gemacht hat. Das ändert die Erwartungshaltung bei ihm. Wenn du in dem Moment ziehst, lernt er, dass "Nicht-Gehen" zu seiner Realität wird.
Das wäre einen Versuch wert. Könnte allerdings sein das ich mehrmals abbrechen muss, wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus, da gehen öfter mal die Türen auf usw. Da erschrickt er sich schon sehr. Wobei mittlerweile alle an ihm vorbei laufen weil sie wissen das er Angst hat also wird er quasi nicht beachtet.
 
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Tanja
22. Okt. 14:49
Sag mal, ist das ne glatte Steintreppe? Bazulu hatte immer Angst vor glatten Böden (kein Halt), schon immer, galt immer als unüberwindbares Hindernis. Vielleicht würde es helfen, so Stufenmatten zu besorgen. Bei Zulu waren Treppen danach kein Problem, wenn da Teppichstufenmatten drauf waren. Vielleicht hilft sowas.
 
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Babs
22. Okt. 15:05
Ja ich frage mich manchmal ob es vielleicht an mir liegt. Wobei ich immer das selbe mache, da ist keine Unsicherheit dabei, zumindest nicht bewusst 😅. Nur die Hoffnung das es klappt.
Die Hoffnung, dass es klappt, könnte schon eine Unsicherheit sein.

Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan, aber erwarte von ihm, dass er es macht. Der Situation selber gar nicht so viel Aufmerksamkeit schenken. Mit Leckerchen würde ich in diese Situation gar nicht gehen, sondern mit meiner Präsenz und einem Ziel.

Wenn mit Leckerchen oder Spielzeug, dann erarbeiten lassen wie z. B. auf jeder Stufe was legen. So kann er selber entscheiden und sein eigenes Tempo wählen. Dann kann er auch stolz sein, dass er es geschafft hat.

Wäre jetzt meine Vorgehensweise.
 
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Michael
22. Okt. 15:14
Hallo, unsere Hunde sind beide aus der Tötung und ich will hier nicht erwähnen wie da mit Hunden umgegangen wird, die bauen dort Ängste auf die ihr Leben lang bleiben.
Bei unseren ist das auch so hauptsächlich der große aber wir haben das jetzt anders geregelt, wir fahren mit denen 2-3 km woanders hin an einen Platz den sie nicht mit negativen Eindrücken in Verbindung bringen das klappt bei unseren zumindest ganz gut.
Hinzu kommt, dass du das Spiel nicht mitspielen darfst sonst denkt er, das wäre in Ordnung so, er bringt eben nun die Treppe mit draußen und draußen wird man gebissen in Verbindung du musst ihm rüber bringen, dass das nicht so ist.
 
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Tina
22. Okt. 15:20
Er war immer ängstlich aber wir sind aus dem Haus gekommen, die Treppe war nie ein Problem. Bis zu dem Zwicken vom Mathäser hatten wir gute und schlechte Tage aber so wie es jetzt ist.... Wenn wir draußen sind ist er auch unsicher, schaut viel, bleibt viel stehen aber man kann Gassi gehen, das wir soweit waren wie es war, war 6 Monate harte Arbeit. Seit dem Vorfall ist das alles wie weg geblasen. Ich überlege ja ihn wirklich die treppe runter zu tragen, es sind 6 oder 7 Stufen, hoch gehen kann er sie ja auch. Ich bin wirklich geduldig aber das Spiel mit dem abwarten kann ich nicht noch ein oder zwei Wochen mit ihm machen 🙈. Wir haben mittlerweile wieder eine Matte wo er drauf machen kann, anders geht es ja nicht, es ist zum verrückt werden.
Dann ganz ehrlich - wenn es nur diese 6/7 Stufen sind würde ich ihn defintiv erstmal tragen, wenn aktuell nicht anders geht, das fände ich defintiv besser als gar nicht mehr raus zu gehen. Dein Hund wird seine Ängste nicht ablegen wenn er nur daheim hängt und draußen aus der Entfernung keine anderen Hunde sehen darf usw. Wenn er keine Erfahrungen machen darf, dass ihm nicht direkt etwas passiert nur weil er draußen ist. Du solltest aber sicher Gegenden vermeiden, wo Hunde frei laufen und zu euch kommen können.

Wenn du Angst hast, dass ihr wegen der Öffnung der Nachbarstür oder so stürzt, dann erkläre und frage die Nachbarn freundlich ob sie in nächster Zeit bei Geräuschen im Haus vorsichtig ihre Tür öffnen können.
 
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Kati
22. Okt. 15:22
Ergänzend möchte ich euch eigentlich zu einem Verhaltenstierarzt raten!
Wenn die Angst wirklich so groß ist, dann müsst ihr vielleicht auch erstmal medikamentell unterstützen und da braucht ihr eben einen entsprechenden Tierarzt. Und es geht hier ausdrücklich nicht darum ihn gezudröhnen, sondern zu unterstützen.
Kann man zum Beispiel hier suchen: https://www.gtvmt.de/mitgliederverzeichnis/
 
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Karin
22. Okt. 15:58
Roxy, ebenfalls in manchen Situationen ängstlich und unsicher hat definitiv ein einfaches und schönes Training geholfen.
Wenn dein Hund sich zuhause entspannt hin legt und so vor sich hin dämmert streichelst du ihn täglich einige Minuten gaaanz langsam und vorsichtig und sagst sanft ein Entspannungswort. Bei uns ist es ein lang gezogenenes " alllesss guuut ".
Desweiteren lohnt es sich die Körpersprache, Mimik ganz genau zu lernen so das du bereits bei der ersten Feststellung des unwohlseins, also lange bevor der Hund schon vor lauter Angst erstarrt oder flüchtet eingreifen kannst.
Sobald Roxy diese Signale sendet kommt von mir mein " allles guuut " und ich kann erkennen wie sie sich wieder entspannt. 👍
 
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Marie
22. Okt. 16:57
So gut wie gar nicht kommen wir aus dem Haus. Das ist es ja was mich verzweifeln lässt 🙈. Ich kann ihn die Treppe nicht runter zerren oder ziehen, da würde er sich verletzten, heute hat er sich auf den bauchgelegt, ich habe noch etwas gezogen bis er mit den Pfoten auf der ersten Stufe war, keine Chance. Ich hab bis jetzt alles versucht, Leckerli, Spielzeug, spielerisch alles mögliche, er weigert sich die Treppe runter zu gehen. Es sind maximal 7 Stufen, dann kommt der Aufzug.
Kann es sein daß er ein Problem mit der Treppe hat? und gar nicht mit dem raus gehen selbst?
Vielleicht hat er sich mal weh getan,oder ausgerutscht.
Immer bekommt man auch nicht alles mit. Ist nur so ein Gedanke .