Deswegen ist es ja so wichtig, was VOR dem Teenie Alter passiert. Welche Kompetenzen Kinder und Jugendliche erlernen, bevor sie immer größeren Einflüssen von außen ausgetzt werden.
Welche Beziehung und Bezugsperson man für seine Kinder darstellt.
Also mein Freundeskreis bestand ja aus sogenannten Problemjugendlichen und da kam keiner aus einem guten Elternhaus (unabhängig von materiellen Wohlstand).
Erst als ich später mit Mitte 20 die Peer Group gewechelt habe wurde mir erst bewusst, wie unnormal unsere Jugend war und wie gute Beziehungen zwischen Eltern und Kindern aussehen. Und nein, da geht es nicht um Geld und Pferde.
Wirkliches Interesse, aufrichtige Aufmerksamkeit, Zuverlässigkeit und Fairness auf Elternseite.
Die meisten Jugendlichen hängen an Siffecken ab, weil sie nicht nach Hause gehen wollen. Nicht weil sie die Siffecken toll finden.
Mobbing gab es bei uns auch. Meine damalige beste Freundin wurde gemobbt. Und die Täterinnen hatte alle Probleme zuhause (auch wenn es bei manchen "nur" emotionale Vernachlässigung durch Karriereeltern war).
Ab einen bestimmten Alter ist halt der äußere Einfluss manchmal einfach größer. Dieser kann positiv oder negativ sein. Mein Mann und ich sind zB super unterschiedlich aufgewachsen. Gegensätzlicher könnte es gar nicht sein. Ich wohl behütet im Eigenheim mit liebevoller Familie und viel Aufmerksamkeit (war halt die jüngste). Mein Mann Scheidungskind mit alkohlabhängiger Mutter und zeitweise wohnungslos. Unser Umfeld war ebenfalls unterschiedlich. Ich gehörte damals zu den kids die spontan mal einen Wochenentrip mit Freunden nach Frankreich gemacht hat, viel gefeiert hat und die Sau rausgelassen hat. Mit 12 rauchte ich bereits ne Schachtel am Tag, mit 13 gehörte Alkohol auf Partys fest dazu und auch leichte Drogen wurden getestet in der Zeit. Gemobbt haben wir nicht, wer uns doof kam bekam es direkt zu spüren und ja auch von der Polizei wurde ich damals schon heimgebracht. Die ,,du kannst mit gar nichts" Einstellung hatte aber null mit dem Elternhaus zu tun sondern mit mir ganz allein. Es waren Entscheidungen die ich getroffen hatte obwohl ich es besser wusste. Man war halt schlicht jung und wollte die Grenzen testen. Die eigenen, die des Umfelds und auch die des Gesetzes.
Mein Mann hatte übrigens nie einen Fahrservice mit Blaulicht, nahm noch nie Drogen und Alkohol war erst mit 16 ein Thema. Trotzdem lebte er mit 18 bereits ein sehr solides selbstständiges Leben mit Ausbildung und eigener Wohnung. Da war ich noch die Irre die jedes Wochenende besoffen Party gemacht hat.