Home / Forum / Spaß & Tratsch / Politische Haltung als Ausschlusskriterium bei der Hundevermittlung?

Verfasser-Bild
Victoria
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 256
heute 20:10

Politische Haltung als Ausschlusskriterium bei der Hundevermittlung?

Der Tierschutzverein Fortuna Animali hat laut einem heute veröffentlichten Bericht einer Interessentin die Vermittlung einer Hündin verweigert. Bei der Interessentin handelt es sich um die niedersächsische AfD-Landtagsabgeordnete Vanessa Behrendt. Als Grund für die Absage wurde demnach ausdrücklich ihre politische Zugehörigkeit genannt.

Unabhängig davon, wie man persönlich zur AfD oder zu irgendeiner anderen Partei steht, finde ich die grundsätzliche Frage dahinter interessant.

Sollte die politische Zugehörigkeit eines Menschen bei der Vermittlung eines Hundes überhaupt eine Rolle spielen?

Wenn man damit anfängt, Menschen nicht nur anhand ihrer konkreten Eignung als Hundehalter, sondern aufgrund politischer oder weltanschaulicher Zugehörigkeiten zu beurteilen; wo fängt das an und wo hört es auf?

Man könnte schließlich bei den unterschiedlichsten Gruppen anfangen, aufgrund eines Labels bestimmte Verhaltensweisen oder Einstellungen zu vermuten; bei Veganern hinsichtlich der Ernährung des Hundes, bei Jägern hinsichtlich ihres Verhältnisses zu Tieren oder bei Mitgliedern einer Partei aufgrund einzelner Positionen dieser Partei. Aber sagt das automatisch etwas darüber aus, wie diese konkrete Person einen Hund hält?

Auf der anderen Seite haben Tierschutzvereine natürlich die Verantwortung und auch einen gewissen Entscheidungsspielraum, wem sie ihre Tiere anvertrauen.

Mich interessiert deshalb wirklich eure Meinung; gerade von Leuten, die selbst im Tierschutz tätig sind.

Sollten bei einer Vermittlung ausschließlich konkrete, tierwohlrelevante Kriterien wie Erfahrung, Wohnsituation, Zeit, Versorgung und Umgang mit dem Tier zählen? Oder findet ihr es legitim, darüber hinaus auch politische bzw. weltanschauliche Überzeugungen eines Interessenten einzubeziehen?

Mich interessiert tatsächlich, wo ihr hier die Grenze ziehen würdet.

Quelle zum konkreten Fall: Apollo News, 02.10.2026.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sina
heute 12:33
Viele Tierschützer sind nunmal sehr links eingestellt, weshalb ich die Entscheidung zum Teil nachvollziehen kann.
Vermutlich vermutet man bei einer AFD Abgeordneten generell weniger Empathie, denn diese sucht man in den Programmen auch vergebens.
Wobei das natürlich nicht automatisch heisst, dass es dem Hund bei ihr schlecht gegangen wäre.

Umgekehrt wäre es aber sicher nicht anders gewesen.
Seit einigen Jahren ist dieses Parteienbashing leider völlig normal geworden. Da ist aber nicht nur die AFD das Opfer, sondern auch vorne mit dabei, wenn es ums Austeilen und Vorverurteilen geht.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Doreen
heute 12:42
Steffanie Och, die 1. Vorsitzende von Fortuna Animali, ist auf Dogorama. Wer die andere Seite hören möchte, kann sie gerne direkt um eine Stellungnahme bitten.
Wenn du eine ehrliche Diskussion hättest haben wollen, hättest du die einseitige Berichterstattung nicht genau so einseitig "den Löwen zum Fraß" vorwerfen sollen.

Jetzt zu sagen, wenn du es genauer wissen möchtest, kümmere dich selbst darum. Ist schon sehr flach. Da habe ich wohl andere Ansprüche.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
C
heute 12:44
Diese AFD - Abgeordnete teilt auf X immer wieder heftig verbal aus und ganz ehrlich: Wie es in den Wald hineinruft…! Sich wie ein Haudegen zu benehmen, in einer öffentlichen Position, kann eben Folgen haben. Genau das kalkuliert die AFD aber ein, um sich dann als Opfer zu positionieren, eine alte Masche von Populisten und Faschisten. Ausgrenzung ist ok, wenn sie es betreiben, andersherum wird direkt ein Skandal daraus gemacht. Es ist simpel, durchschaubar und offensichtlich was diese Strategie betrifft.

Leider werden halt Franz und Hannelore von nebenan mit ihren AFD-Fahnen im Garten erst merken, was für einen Mist sie da wählen, wenn sie die Folgen selbst zu spüren bekommen. ( könnte man drauf kommen, wenn man das Wahlprogramm liest und das Benehmen der Partei bei Abgeordneten-Diskussionen verfolgt, aber ein Großteil der Bevölkerung kennt halt nur noch die „Insta/Facebook Universität“ ) Wie auch immer…

Ob das nun stimmt oder nicht, ein Tierschutzverein kann eben entscheiden, an wen sie Hunde vergeben und an wen nicht, ein Aufschrei dazu in diesem Kontext kommt nur der AFD zu Gute und sonst niemandem.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
heute 12:48
Ich finde den ganzen Umgang mit sämtlichen Parteien sehr problematisch, auch untereinander und zwar bei jeder Partei. Es ist ein ständiges draufhauen und motzen. Im Bundestag geht es teilweise wie im Kindergarten zu (ja ich schaue mir die Sitzungen regelmäßig an). Social Media und auch die normalen Medien machen es nicht besser. Man nehme jetzt mal die Strandkorbdebatte als Beispiel. Was für ein Aufstand, einfach lächerlich das ganze. Respektvoller Umgang mit Menschen hat schlicht einen neuen Tiefststand erreicht. So wird es schlicht nicht nur in der Politik sondern auch untereinander in der Bevölkerung zunehmend zu mehr Konflikten kommen. Sei es in der Arbeit, bei der Ausübung von Hobbies oder halt was Kontakte angeht. Hier ist der leidtragende letztendlich ein Hund dem vielleicht die einzige Chance auf Adoption genommen wurde.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Vivi
heute 13:05
Ich finde den ganzen Umgang mit sämtlichen Parteien sehr problematisch, auch untereinander und zwar bei jeder Partei. Es ist ein ständiges draufhauen und motzen. Im Bundestag geht es teilweise wie im Kindergarten zu (ja ich schaue mir die Sitzungen regelmäßig an). Social Media und auch die normalen Medien machen es nicht besser. Man nehme jetzt mal die Strandkorbdebatte als Beispiel. Was für ein Aufstand, einfach lächerlich das ganze. Respektvoller Umgang mit Menschen hat schlicht einen neuen Tiefststand erreicht. So wird es schlicht nicht nur in der Politik sondern auch untereinander in der Bevölkerung zunehmend zu mehr Konflikten kommen. Sei es in der Arbeit, bei der Ausübung von Hobbies oder halt was Kontakte angeht. Hier ist der leidtragende letztendlich ein Hund dem vielleicht die einzige Chance auf Adoption genommen wurde.
Du hast recht. Momentan benehmen sich alle Parteien Scheiße. Und wenn man sich anguckt wann das begonnen hat und warum - oh - dann landet man doch wieder dabei, dass die rechtsextreme Streitkultur nicht kompatibel ist mit einer normalen Diskussionskultur.

Ich hasse dieses Argument, dass alle irgendwie schuld sind. Unsere alteingesessenen Parteien haben sich auf das Niveau eingelassen und verlieren. Man kann einen Gegner nicht mit seinen eigenen Waffen schlagen, wenn dessen Strategie beinhaltet, die Wahrheit zu verzerren und Angst zu schüren. Das ist nicht rational. Das ist auch nicht logisch. Aber es bietet einfach und schnelle Lösung, bei denen man später sagen kann: Ich hab ja gar nicht gewusst, was da passiert. (Genauso wie beim letzten Mal, vor 100 Jahren).

Und mein wirklich großes Problem dabei, es gibt keinen einfachen Weg mehr raus. Die tiefe Spaltung der Gesellschaft hält an. Selbst wenn wir jetzt die AfD noch mal verboten bekommen und so tun, als wäre kein Drittel (oder mehr) der Bevölkerung vollkommen okay damit eine rechtsextreme Regierung zu wählen, bleibt diese Spaltung, die Angst, die Wut und die Aggressivität. Die Diskussionslultur bleibt kaputt.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
C
heute 13:37
Du hast recht. Momentan benehmen sich alle Parteien Scheiße. Und wenn man sich anguckt wann das begonnen hat und warum - oh - dann landet man doch wieder dabei, dass die rechtsextreme Streitkultur nicht kompatibel ist mit einer normalen Diskussionskultur. Ich hasse dieses Argument, dass alle irgendwie schuld sind. Unsere alteingesessenen Parteien haben sich auf das Niveau eingelassen und verlieren. Man kann einen Gegner nicht mit seinen eigenen Waffen schlagen, wenn dessen Strategie beinhaltet, die Wahrheit zu verzerren und Angst zu schüren. Das ist nicht rational. Das ist auch nicht logisch. Aber es bietet einfach und schnelle Lösung, bei denen man später sagen kann: Ich hab ja gar nicht gewusst, was da passiert. (Genauso wie beim letzten Mal, vor 100 Jahren). Und mein wirklich großes Problem dabei, es gibt keinen einfachen Weg mehr raus. Die tiefe Spaltung der Gesellschaft hält an. Selbst wenn wir jetzt die AfD noch mal verboten bekommen und so tun, als wäre kein Drittel (oder mehr) der Bevölkerung vollkommen okay damit eine rechtsextreme Regierung zu wählen, bleibt diese Spaltung, die Angst, die Wut und die Aggressivität. Die Diskussionslultur bleibt kaputt.
Absolut, statistisch ist das auch beleget:

Die offizielle Erfassung der Bundestagsverwaltung zeigt eine drastische Zunahme von Sanktionen seit dem Einzug der Partei im Jahr 2017:

• 20. Legislaturperiode (2021–2025): Von insgesamt 135 erteilten Ordnungsrufen entfielen 85 Ordnungsrufe direkt auf die AfD-Fraktion. Rechnet man fraktionslose Abgeordnete hinzu, die ursprünglich der AfD angehörten (weitere 13), gingen rund zwei Drittel aller Sanktionen auf dieses Spektrum zurück.

• 21. Legislaturperiode (laufend, seit März 2025): Der Trend setzt sich fort. Allein in den ersten Monaten nach der Wahl entfielen beispielsweise 12 von 13 verteilten Ordnungsrufen auf Abgeordnete der AfD.

• Historischer Vergleich: Vor dem Jahr 2017 war die Anzahl der Ordnungsrufe im Parlament jahrzehntelang rückläufig; in der Wahlperiode von 2013 bis 2017 gab es beispielsweise im gesamten Zeitraum nur zwei Ordnungsrufe.

Aber da sind wir jetzt nicht mehr bei dem Thema Hund😉höchstens in dem Zusammenhang, dass im Kern viele Threads hier im Forum einen Ordnungsruf der Moderatoren brauchen.🤭
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
heute 13:43
Du hast recht. Momentan benehmen sich alle Parteien Scheiße. Und wenn man sich anguckt wann das begonnen hat und warum - oh - dann landet man doch wieder dabei, dass die rechtsextreme Streitkultur nicht kompatibel ist mit einer normalen Diskussionskultur. Ich hasse dieses Argument, dass alle irgendwie schuld sind. Unsere alteingesessenen Parteien haben sich auf das Niveau eingelassen und verlieren. Man kann einen Gegner nicht mit seinen eigenen Waffen schlagen, wenn dessen Strategie beinhaltet, die Wahrheit zu verzerren und Angst zu schüren. Das ist nicht rational. Das ist auch nicht logisch. Aber es bietet einfach und schnelle Lösung, bei denen man später sagen kann: Ich hab ja gar nicht gewusst, was da passiert. (Genauso wie beim letzten Mal, vor 100 Jahren). Und mein wirklich großes Problem dabei, es gibt keinen einfachen Weg mehr raus. Die tiefe Spaltung der Gesellschaft hält an. Selbst wenn wir jetzt die AfD noch mal verboten bekommen und so tun, als wäre kein Drittel (oder mehr) der Bevölkerung vollkommen okay damit eine rechtsextreme Regierung zu wählen, bleibt diese Spaltung, die Angst, die Wut und die Aggressivität. Die Diskussionslultur bleibt kaputt.
Die wird nicht verboten werden. Dafür reicht es schlicht nicht aus was im Programm steht.

Genau deswegen gibt es kein Verbotsverfahren denn wenn die dann offiziell nicht zu verbieten ist kriegen die bei der nächsten Wahl locker über 50%.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Michi
heute 13:44
Ich finde es schade . Sollte ein neues Zuhause nicht Priorität haben anstatt im Shelter zu bleiben. Wenn die Person ansonsten gut geeignet gewesen wäre.
Wenn man als Vermittler die Verantwortung für das weitere Leben eines Hundes hat, dann geht es nicht darum, ob es irgendwo besser als im Shelter ist.
Wenn man nicht hinter einer Vermittlung steht, dann vermittelt man nicht, jetzt mal ganz abgesehen von den Gründen.
Ich höre das sehr oft von Interessenten, die es völlig normal finden, dass ein Hund mehr als 8 Stunden alleine Zuhause bleibt.
Wenn ich ablehne, dann wird verächtlich gesagt, dass es ja ein merkwürdiger Tierschutz ist, wenn man den Hund da lieber im Tierheim lässt.
Tatsächlich ist es aber so, dass ich dann einfach abwarte, bis sich ein besseres Zuhause auftut.
Wenn man ein schlechtes Bauchgefühl hat, dann sollte man nicht vermitteln, das lernt jeder, der für Vermittlungen zuständig ist.
Und es ist auch rechtens, denn man entscheidet für den Hund.
Auch einem Interessenten steht es jederzeit frei, einen Hund dann doch abzulehnen und das sollte keine Einbahnstraße sein.
Zum vorliegenden Fall... diese Person war mir namentlich nicht bekannt und hat sich ja dort auch nicht mit ihrer Parteitzugehörigkeit vorgestellt.
Vielleicht war der Vermittler politisch sehr aktiv und kennt sämtliche Parteimitglieder, ansonsten empfinde ich eine Ablehnung aus genannten Gründen, innerhalb von 15 Minuten schon recht ungewöhnlich.
Ich zumindest google nicht umgehend alle Menschen, die sich bei mir melden...
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Michi
heute 14:08
Ich finde den ganzen Umgang mit sämtlichen Parteien sehr problematisch, auch untereinander und zwar bei jeder Partei. Es ist ein ständiges draufhauen und motzen. Im Bundestag geht es teilweise wie im Kindergarten zu (ja ich schaue mir die Sitzungen regelmäßig an). Social Media und auch die normalen Medien machen es nicht besser. Man nehme jetzt mal die Strandkorbdebatte als Beispiel. Was für ein Aufstand, einfach lächerlich das ganze. Respektvoller Umgang mit Menschen hat schlicht einen neuen Tiefststand erreicht. So wird es schlicht nicht nur in der Politik sondern auch untereinander in der Bevölkerung zunehmend zu mehr Konflikten kommen. Sei es in der Arbeit, bei der Ausübung von Hobbies oder halt was Kontakte angeht. Hier ist der leidtragende letztendlich ein Hund dem vielleicht die einzige Chance auf Adoption genommen wurde.
Abgesehen von jeglichem Grund der Ablehnung.
Das ist ein junger, unkomplizierter Rassehund, der in einem guten Tierheim in Rudelhaltung lebt. Bei einem Verein, der sehr viele Pflegestellen in Deutschland hat.
Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass das keinesfalls die einzige Chance für den Hund war.
Bei Rassehunden kann man sich die Interessenten, in der Regel, aussuchen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
heute 14:30
Abgesehen von jeglichem Grund der Ablehnung. Das ist ein junger, unkomplizierter Rassehund, der in einem guten Tierheim in Rudelhaltung lebt. Bei einem Verein, der sehr viele Pflegestellen in Deutschland hat. Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass das keinesfalls die einzige Chance für den Hund war. Bei Rassehunden kann man sich die Interessenten, in der Regel, aussuchen.
Das mag sein aber Setter sind halt auch nicht jedermanns Sache.

Darum geht es aber auch gar nicht. Es geht darum das diesem Tier die Chance auf ein Zuhause bei einer anscheinend kompetenten Person verweigert wurde wegen der Parteizugehörigkeit. Wenn Arbeitszeit, Umfeld oder sonstige Gründe vorliegen würden die nicht gut für den Hund gewesen wäre könnte ich die Absage total verstehen. Aber so finde ich das echt mies. Was wenn es ein älterer schwarzer Hund gewesen wäre? Hätten man da dann anders entschieden? Egal wie, das ganze wirft einfach ein mieses Licht jetzt auf den Verein und auf den TS.