Home / Forum / Spaß & Tratsch / Hundesitter für Mila - Kurzurlaub überstehen

Verfasser-Bild
Nana
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 69
zuletzt 16. Juni

Hundesitter für Mila - Kurzurlaub überstehen

Hi, Ich hab einen Hundesitter für Mila schon vor Monaten organisiert und ich lasse sie nächstes WE bei ihm. Dort ist sie im Haus mit Garten. Der Sitter hat selbst auch einen Hund und hat eine Hundetrainerlizenz und hat auch schon einen Probetag mit ihr gehabt, aber jetzt geht es eher um mich. Wenn ich daran denke, dass ich meinen Kurzurlaub am WE ohne sie verbringe, beginne ich zu weinen und hab ein total blödes Gefühl (wie Liebeskummer). Wie werde ich das los? Ich hab keine Kinder und war mir vor der Adoption nicht ganz so bewusst, dass man sich an sein Haustier SOOOO binden kann. Hatte früher einen Hamster und da ist mir das nicht so nah gegangen. Ich schau sie an und mir kommen schon die Tränen obwohl das erst nächstes WE erst ist. Ist das überhaupt ein normales Verhalten von mir? Legt sich sowas, wenn man den Hund öfter für den Urlaub abgibt?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Maria
12. Juni 09:04
Geht es hier nicht um "normale" Menschen und Hunde? Nanas Hund schein die Trennung ja auch nichts auszumachen, sondern ihr. Wenn man kein Wochenende ohne Hund erträgt, muss man sich schon fragen, welche Ursache das hat. Was konkret macht einem denn so sehr zu schaffen, dass man schon bei dem Gedanken weinen muss. Hat man Angst, dass es dem Hund dort schlecht gehen wird? Das scheint ja nicht die Sorge zu sein (Hundetrainer, Haus und Garten, erfolgreicher Probetag). Also was dann? Hat man Angst, dass der Hund zu viel Spaß hat und man für zwei Tage nicht die Nummer 1 ist? Klingt vielleicht sarkastisch, aber ich meine das ernst und solche Gefühle (Eifersucht) sind auch nicht ungewöhnlich. Oder weiß man selber nichts mit sich anzufangen, wenn man sich nicht mit dem Hund beschäftigt (gibt ja so einige Menschen, für die "Hundehalter" zur absoluten Identität wird und andere Interessen oder sozialen Interaktionen ohne Hund schleichend verschwinden)? Und wenn es so ist, ist man sich dessen bewusst und will man das für sich? Man kann sich ja auch dafür entscheiden und so leben wollen. Ich sage nicht, dass auch nur eins davon auf Nana zutrifft. Aber man sollte schon reflektieren, was genau solche starken Emotionen in einem auslöst.
Die Sache mit der Eifersucht kenne ich auch. Mittlerweile bin ich aber soweit zu denken, dass es für die Hunde besser ist, wenn sie auch bei anderen Menschen gut klar kommen und eine gute Beziehung aufbauen. Man weiß ja nie, was noch kommt.

Und zur Bindung selbst. Ich weiß nicht, ob du auf die Experimente von Bowlby anspielst. Da war es ja tatsächlich so, dass die sicher gebundenen Kinder bei Trennung starke Reaktionen (z.B. Weinen) gezeigt haben, sich bei der Wiederkehr der Bindungsperson aber entsprechend beruhigen ließen und die Nähe wieder annehmen konnten.

Aber da geht es um kleine Kinder, nicht Erwachsene.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Miriam
12. Juni 09:11
Als mein hund das erste mal für einige stunden wo anders bleiben sollte ging es mir ähnlich. Ich war gestresst, mein Magen hing sonstwo und das obwohl die Aufpasser odie sehr gut kennen, deren Hund odies bester freund ist und wir in die gleiche hundeschule gehen, die regeln also bekannt sind. Es hätte kaum besser sein können und hey es sind ja nur ein paar Stunden. Dennoch war der Gedanke daran einfach sehr schwierig für mich.

Ich habe mit meiner Trainerin darüber geredet und sie meinte, dass ich das eher als urlaub für den hund sehen soll und dass es ihr gut tun wird.

Ich hab an dem Tag viele Updates zu ihr bekommen was mich sehr beruhigt hat und insgesamt lief es super. Am Tag selbst hab ich versucht irgendwas tolles zu machen damit ich nur angespannt daheim sitze wie ne bekloppte 😂

Ein paar Stunden sind zwar etwas anderes als ein Wochenende aber für mich, deren hund immer bei jemandem in der familie ist weil wir das glück haben das machen zu können war es unglaublich hart diese sicherheit abzugeben.

Du siehst also: du bist nicht allein.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Julia 🐾Nero
12. Juni 09:33
Die Sache mit der Eifersucht kenne ich auch. Mittlerweile bin ich aber soweit zu denken, dass es für die Hunde besser ist, wenn sie auch bei anderen Menschen gut klar kommen und eine gute Beziehung aufbauen. Man weiß ja nie, was noch kommt. Und zur Bindung selbst. Ich weiß nicht, ob du auf die Experimente von Bowlby anspielst. Da war es ja tatsächlich so, dass die sicher gebundenen Kinder bei Trennung starke Reaktionen (z.B. Weinen) gezeigt haben, sich bei der Wiederkehr der Bindungsperson aber entsprechend beruhigen ließen und die Nähe wieder annehmen konnten. Aber da geht es um kleine Kinder, nicht Erwachsene.
Eifersucht ist ja auch ein sehr schambehaftetes Gefühl, das man sich selber oft nicht eingestehen will.
Dabei ist es auch legitim und wenn man es erkennt, kann man auch besser damit umgehen.

Eine kleine Korrektur: Ja Kinder mit sicherer Bindung reagieren erst mal traurig (weinen) bei Trennung, aber eben *kurz* und sie lassen sich in Abwesenheit der Bezugsperson schnell beruhigen. Dann freuen sie sich, wenn die Bezugsperson zurückkommt. Sie zeigen angemessene Emotionen bei Trennung, können sich aber in Abwesenheit der Bezugsperson regulieren und finden zur Exploration zurück. Sie zeigen eine bessere Trennungsbewältigung, was natürlich nicht bedeutet, dass sie gar nicht reagieren.
So wie die meisten Hunde erst mal beim Sitter aufgeregt sind und mal bellen, wenn die Tür zugeht und Frauchen oder Herrchen dahinter verschwinden.
Ich bin eigentlich auch kein Fan von Kinder und Hunde Vergleichen, da Nana aber selber angesprochen hat, dass sie keine Kinder hat und von einer "Adoption" des Hundes schreibt, dachte ich, dass es anschaulicher für sie ist.

Du hast Recht, Hunde sind keine Kinder, Erwachsene sind keine Kinder. Allerdings erkennt man durchaus Parallelen in Beziehungen zwischen Hunden und Menschen und auch zwischen erwachsenen Menschen. Ich denke die meisten haben schon klammernde Freunde oder Partner kennengelernt und das hat nichts mit besonders tiefer oder enger Bindung zu tun, sondern mit Stress und Unsicherheit, dass räumliche Trennung zum Freund oder Partner zu Kontrollverlust und letztendlich Verlust der Freundschaft/Partnerschaft führt.
Wohingegen man seine besten Freunde oft wochenlang nicht sieht und sich nicht einmal den Gedanken macht, sie könnten einen plötzlich doch nicht mehr mögen. Weil das eine sichere, stabile Verbundenheit ist, die keine permanente physische Nähe erfodert.

Wobei man immer beachten muss, dass wir in diesem konkreten Fall nicht von der Trennungsbewältigung des Hundes, sondern des Menschen sprechen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Maria
12. Juni 10:00
Eifersucht ist ja auch ein sehr schambehaftetes Gefühl, das man sich selber oft nicht eingestehen will. Dabei ist es auch legitim und wenn man es erkennt, kann man auch besser damit umgehen. Eine kleine Korrektur: Ja Kinder mit sicherer Bindung reagieren erst mal traurig (weinen) bei Trennung, aber eben *kurz* und sie lassen sich in Abwesenheit der Bezugsperson schnell beruhigen. Dann freuen sie sich, wenn die Bezugsperson zurückkommt. Sie zeigen angemessene Emotionen bei Trennung, können sich aber in Abwesenheit der Bezugsperson regulieren und finden zur Exploration zurück. Sie zeigen eine bessere Trennungsbewältigung, was natürlich nicht bedeutet, dass sie gar nicht reagieren. So wie die meisten Hunde erst mal beim Sitter aufgeregt sind und mal bellen, wenn die Tür zugeht und Frauchen oder Herrchen dahinter verschwinden. Ich bin eigentlich auch kein Fan von Kinder und Hunde Vergleichen, da Nana aber selber angesprochen hat, dass sie keine Kinder hat und von einer "Adoption" des Hundes schreibt, dachte ich, dass es anschaulicher für sie ist. Du hast Recht, Hunde sind keine Kinder, Erwachsene sind keine Kinder. Allerdings erkennt man durchaus Parallelen in Beziehungen zwischen Hunden und Menschen und auch zwischen erwachsenen Menschen. Ich denke die meisten haben schon klammernde Freunde oder Partner kennengelernt und das hat nichts mit besonders tiefer oder enger Bindung zu tun, sondern mit Stress und Unsicherheit, dass räumliche Trennung zum Freund oder Partner zu Kontrollverlust und letztendlich Verlust der Freundschaft/Partnerschaft führt. Wohingegen man seine besten Freunde oft wochenlang nicht sieht und sich nicht einmal den Gedanken macht, sie könnten einen plötzlich doch nicht mehr mögen. Weil das eine sichere, stabile Verbundenheit ist, die keine permanente physische Nähe erfodert. Wobei man immer beachten muss, dass wir in diesem konkreten Fall nicht von der Trennungsbewältigung des Hundes, sondern des Menschen sprechen.
Vielleicht reden wir von unterschiedlichen Experimenten. In den Experimenten von Bowlby selbst zeigten die Kinder bei Abwesenheit der Bindungsperson kein Explorationsverhalten und ließen sich auch nicht ablenken. Die Zeitspanne war aber sehr kurz (3 Minuten).

Was den Vergleich angeht, hab ich tatsächlich Kinder und Erwachsene gemeint.

Zwischen Kindern und Hunden gibt es wahrscheinlich mehr Gemeinsamkeiten. Der Unterschied ist vielleicht, dass Kinder zur Unabhängigkeit, Hunde zur Abhängigkeit erzogen werden.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Karin
12. Juni 11:38
Das ist eine Frage, die sich wohl die meisten Hundebesitzer stellen.
Kann ich oder will ich meinen Hund zurücklassen.
Auch in vermeintlich guten Händen mahnt uns immer die Liebe zum Tier, darüber nachzudenken, was wir getan haben. Das
" schlechte" Gewissen ist erst beruhigt, wenn wir uns persönlich davon überzeugt haben.
Jedem, der sein Tier liebt, wird es so gehen. Alles was man liebt, möchte man um sich haben.
Es ist keine Sache des Verstandes, sondern des Herzens. ❤️❤️ Und das muss jeder mit sich selbst ausmachen.
Mein Lucky und ich waren immer zusammen unterwegs. Auch im Urlaub.
Gerade da war es oft eine besonders schöne Zeit.
❤️🐶🖤
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Aga
12. Juni 12:07
Ich bin der Meinung, dass eine räumliche Trennung auf Zeit keine Krise bei Hund UND Mensch auslösen sollte. Beim Hund würde man von Trennungsangst sprechen und das ist enormer Stress und nicht gut/gesund. Wieos sollte man das gleiche Verhalten auf menschlicher Seite normalisieren? Ich würde da schon in mich gehen und mir Gedanken machen, was mich emotional so aufwühlt und welche Beziehung ich zu meinem Hund habe. Ich würde auch klar eine enge Bindung von emotionaler Abhängigkeit differenzieren. Eine sichere Bindung und Vertrauen ermöglichen eigentlich beiden Parteien auch ohne einander klar zu kommen. So zeigen zum Beispiel Kinder, die eine sichere Bindung zu ihren Eltern haben, ein viel größeres Explorationsverhalten und haben keine Angst, sich auch mal zu entfernen. Wohingegen Klammern eher ein Zeichen für unsichere Bindung ist (und das nicht nur in Eltern Kind Beziehung, sondern auch Partnerschaften, Freundschaften usw). Man darf auch nicht vergessen, dass in solchen Konstellationen nicht nur der emotional Abhänge, sondern oft auch das "Opfer" dieser Abhängigkeit leiden. Natürlich muss man das jetzt auch nicht überdramatisieren und eine Aufregung/Nervosität beim ersten Mal Hund zum Sitter geben ist völlig normal. Und jedem steht es auch frei mit Hund Urlaub zu machen. Leider werden aber zunehmend ungesunde Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Mensch und Hund mit besonders enger Bindung, Liebe und Fürsorge verwechselt.
Ich muss dir aber sagen, meine Hündin bleibt ohne Probleme 4 Stunden alleine, entspannt und auf ihrer Decke. Sie hat sich trotzdem entschieden nur mit mir zu laufen, so langsam durch viel Training auch mit meinem Partner wenn ich dabei bin. Mit sonst keinem. Wenn sie aber so stressfrei allein daheim bleibt, weiß ich nicht unbedingt ob das Trennungsangst ist. Ich weiß dass die Rasse extrem menschenbezogen ist auf ihre Menschen. Deshalb vermeide ich die Situation, weil es bei ihr Stress auslöst sie woanders abzugeben. Das ist für mich eher etwas stressiger aber ungesund für Amira eher nicht finde ich.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Steffi
12. Juni 12:50
Hey Nana, das kenne ich und verstehe ich gut, finde es aber trotzdem total wichtig, die Option zu haben, auch mal etwas ohne Hund machen zu können und wir machen das auch einmal im Jahr für einige Tage. Geht bei mir im Vorfeld auch nicht ganz ohne Tränen..Meine Männer sind da gelassener..
Du hast alles super vorbereitet und wirst das Wochenende bestimmt genießen können. Für Mila ist es auch eine Abwechslung, an der sie weiter wachsen wird und das Wiedersehen wird wunderschön sein. Viel Spaß👋
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Jochen
12. Juni 13:22
Ach, ich würde das gar nicht so psychologisieren. Es gibt eben Menschen, die emotionaler sind als andere.

Tränen kommen nicht nur durch Trauer, ja auch, wenn einen etwas stark berührt und so kann es beim Anblick des Hundes passieren, weil einem in dem Moment klar wird, was für ein riesengroßes Geschenk er ist, ausgelöst durch den Gedanken daran, was denn sei, wenn er nicht mehr wäre...

Ich denke, das ist schlicht Liebe und jeder liebt eben anders.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sina
12. Juni 13:44
Geht es hier nicht um "normale" Menschen und Hunde? Nanas Hund schein die Trennung ja auch nichts auszumachen, sondern ihr. Wenn man kein Wochenende ohne Hund erträgt, muss man sich schon fragen, welche Ursache das hat. Was konkret macht einem denn so sehr zu schaffen, dass man schon bei dem Gedanken weinen muss. Hat man Angst, dass es dem Hund dort schlecht gehen wird? Das scheint ja nicht die Sorge zu sein (Hundetrainer, Haus und Garten, erfolgreicher Probetag). Also was dann? Hat man Angst, dass der Hund zu viel Spaß hat und man für zwei Tage nicht die Nummer 1 ist? Klingt vielleicht sarkastisch, aber ich meine das ernst und solche Gefühle (Eifersucht) sind auch nicht ungewöhnlich. Oder weiß man selber nichts mit sich anzufangen, wenn man sich nicht mit dem Hund beschäftigt (gibt ja so einige Menschen, für die "Hundehalter" zur absoluten Identität wird und andere Interessen oder sozialen Interaktionen ohne Hund schleichend verschwinden)? Und wenn es so ist, ist man sich dessen bewusst und will man das für sich? Man kann sich ja auch dafür entscheiden und so leben wollen. Ich sage nicht, dass auch nur eins davon auf Nana zutrifft. Aber man sollte schon reflektieren, was genau solche starken Emotionen in einem auslöst.
Man muss jetzt aber auch nicht überinterpretieren.
Es ist eben neu für die TE, man liebt seinen Hund; und ist gewohnt ihn nonstop um sich zu haben.

Ich kenne das Gefühl auch, vor allem wenn ich einen neuen Sitter habe. Man macht sich da natürlich unnötig Gedanken, was da womöglich alles passieren könnte, aber nach ein paar Mal ist das überhaupt kein Problem mehr.
Vermissen wird man sie trotzdem, aber eben im Rahmen.

Es ist ja nun nicht so, dass die TE ihre Kurzurlaub deswegen absagt. Ihre Gefühle darf man ihr da ruhig zugestehen und muss nicht gleich pathologische Trennungsangst draus machen, denn das muss es überhaupt nicht sein.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Daniel
12. Juni 13:52
Hey Nana 😀👋🏻
Ich liebe meine Daisy auch sehr, und kann auch nicht lange ohne sie. Ich persönlich kann diese gar nicht in Obhut geben da hätte ich einen schrecklichen Urlaub. Daher kommt für mich wegfliegen, zum Beispiel nicht infrage. Hast du denn niemanden im Freundeskreis, wo du sagen würdest, dem vertraust du und machst dir dann keine Sorgen?

Das wäre für mich eine Option, wenn’s hart auf hart kommt. Ansonsten lasse ich mein Leben meiner süßen Daisy an.

Es gibt natürlich auch Hundebesitzer, für die ein Hund eine Prestigeobjekt ist, die fliegen auch zwei Wochen in den Urlaub und lassen ihren Hund in der Pension, und genießen ihren Urlaub.

Empathisch Menschen haben eine ganz andere Verbindung zu einem Hund. Bei dem ersten Hund unterschätzt man viele Dinge, aber das lässt sich alles klären.

Und mach dir wegen den zwei Tagen in der Hundepension nicht so ein Kopf. Wenn es eine gute Hundepension ist, ist ein süßer, auch gut versorgt.