Vielleicht ist der Artikel aus Wikipedia sinnvoll, damit alle wissen, wovon aktuell geredet wird:
„Die Epigenetik (von altgriechisch ἐπί epi „dazu, außerdem“ und -genetik) ist das Teilgebiet der Biologie, das sich mit zellulären Prozessen beschäftigt, welche die Aktivität von Genen beeinflussen. ….“
Ich finde das Mausexperiment mit den genetisch adipösen Mäusen zeigt sowohl die Wichtigkeit von Genetik, als auch Epigenetik.
Es gibt genetisch fettleibige Mäuse -> zeigt Bedeutung von Genetik. Die Nachkommen sind ja quasi genetisch zu Fettleibigkeit verdammt.
Aber wenn man Embryos der genetisch fettleibigen Maus in eine schlanke Maus einsetzt, werden die Nachkommen schlank. Das Gen für Fettleibigkeit ist zwar da, wird aber nicht exprimiert, wenn sie durch die schlanke Mutter ausgetragen werden -> Bedeutung von Epigenetik.
Jetzt ist es natürlich toll, dass Genexpression beeinflusst werden kann. Aber ändert halt auch nichts am Schicksal der Embryos, die in der fettleibigen Mutter bleiben.
Das ist jetzt natürlich extrem vereinfacht dargestellt, aber zum Verständnis glaube ich ganz gut.
NUR wir reden hier vom Stoffwechsel und einem einzigen Gen, dass die Fettleibigkeit ausgelöst hat. Lässt sich das so einfach auf Verhalten übertragen, dass durch eine Kombination aus unzähligen Genen beeinflusst wird?
Und wie oft kann man in der Praxis die Expression von Genen durch Epigenetik so stark beeinflussen, wie einen Embryo zu transplantieren?
Wobei wie gesagt, ich will den Einfluss der Epigenetik überhaupt nicht unterschätzen. Aber Genetik und Epigenetik gehen halt Hand in Hand.
Die Mäuse, die das Gen für die Fettleibigkeit nicht haben sind nicht darauf angewiesen, dass die Expression durch Epigenetik ausgeschaltet wird. Klarer Vorteil, wenn die Umwelteinflüsse nicht steuerbar sind.
Wenn man also die Wahl hat (Hundezucht) würde ich immer auf beste Gene und beste Umwelt setzen. Doppelt hält sicher.