Ich habe gerade das Buch „Die Epigenetik des Hundes“ von Peter Spork gelesen.
Es hat mich doch sehr aufgewühlt.
Er stellt noch mal einen ganz anderen Denkansatz in den Raum. Nämlich dass man bei der Zucht nicht nach Verhalten selektieren sollte und damit den Genpool größer hält. Er würde auch mit ängstlichen und aggressiven Hunden züchten.
Denn das Verhalten des Hundes steht nicht im DNA Text, sondern ist der Epigenetik geschuldet, die veränderbar ist bei gleicher DNA.
Ich denke es kommt darauf an, was man unter Verhalten versteht.
Wenn es um bestimmte, nennen wir es mal "Fähigkeiten" geht, ist Verhalten absolut genetisch bedingt. Also sagen wir mal das Anzeigeverhalten des Pointers. Das führen Welpen mit wenigen Wochen aus, ohne zu wissen, was sie da tun. Bestimmtes Jagdverhalten, Hüteverhalten, Territorial/Schutzmotivation sind auf jeden Fall genetisch verankert.
Wenn es jetzt um Verhalten geht, dass eher der Persönlichkeit, Prägung, Sozialisierung entspricht, dann ist Epigenegik, Erziehung usw sicher mindestens genauso wichtig oder sogar wichtiger.
Wobei ich recht sicher bin, dass es relativ gut beigelegt ist, dass aggressive Eltern mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Aggression neigende Nachkommen zeugen und umgekehrt.
Die Fuchsexperimente zeigen die "harte" Vererbung durch Genetik, denn aggressive und zahme Gruppe werden unter gleichen Bedingungen und Umwelteinflüssen gehalten, so dass in diesem Fall der Einfluss der Epigenegik für die Selektion auf aggressiv vs zahm die gleiche ist.