Home / Forum / Rasse-spezifisches / Qualzucht - Warum Aufklärung alleine nicht reicht

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Katrin
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zuletzt 23. Mai

Qualzucht - Warum Aufklärung alleine nicht reicht

Noch nie wurde soviel Aufklärung betrieben wie heutzutage und trotzdem steigt die Anzahl an Qualzuchthunden. Durch Zufall bin ich auf einen Artikel gestoßen den ich hier gerne teilen möchte, quasi als Diskussionsgrundlage. https://kynologisch.net/qualzucht-psychologie-2/ Es ist etwas viel eröffnet einem aber eine neue Sicht auf das Problem und warum das durch einfaches Aufklären nicht lösbar ist. Mich würde interessieren ob diese Erklärung für euch nachvollziehbar ist? Welche Schlüsse ihr daraus zieht und ob sich eure Meinung über das halten von Qualzuchten dadurch ändert oder nicht? Wie immer bitte lieb und freundlich bleiben und bedenkt bitte das Qualzucht nicht nur brachyzephale Rassen betrifft. Liebe Grüße eure Katrin J. https://www.ardmediathek.de/video/story/leiden-auf-vier-pfoten-zuechten-wir-unsere-haustiere-kaputt/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNjQ4MTg
 
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Sonja
19. Mai 03:06
Die Entwicklung einer "Neuen Rasse" dauert Jahrezehnte bis aus Kreuzungen ein halbwegs im Charakter "berechenbar Hund" geschaffen wurde. Beim einkreuzen sind das 4 Generationen. Wenn man davon ausgeht das bis zum ersten Wurf eines Hundes dieser 2,5 Jahre alt ist sind das 7,5 Jahre bis man "gesunde" Rückzüchtungen" hat. Die wieder dem Rassestandart entsprechen. (Findet den Fehler/Wiederspruch) Nur um mal kurz Zahlen genannt zu haben.
Wenn die Theorie so einfach wäre... Das klappt vielleicht als Rechnung auf Papier, aber nicht in der Realität. Alleine schon aufgrund der Vielzahl von Krankheiten und Qualzuchtmerkmalen in manchen Rassen - 7,5 Jahre und man hat ne gesunde, stabile Rückzüchtung... Das wäre ja ein Traum! Die Wirklichkeit ist aber leider geprägt von Rückschlägen. Welche, mit denen zu rechnen ist, welche, die niemand geahnt hat. Wenn's gesundheitlich gerade besser läuft, dann gibt's charakterliche Defizite. Und umgekehrt. Auch wird nicht in jedem Wurf ein nächster Zuchtkandidat sein. Da gehen so viele Generationen und Individuen ins Land, dass man sich fragen muss, ob es das wert ist. Hunde zu produzieren, die vielleicht weniger oder anders krank sind, aber eben immer noch krank. Mit der Aussicht, vielleicht irgendwann einen gesunden Hund zu haben... Aber nur vielleicht. Und das auch noch als stabile Population mit großem Genpool. Sonst nützt das alles nix.
 
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SandrA
19. Mai 06:24
Wenn die Theorie so einfach wäre... Das klappt vielleicht als Rechnung auf Papier, aber nicht in der Realität. Alleine schon aufgrund der Vielzahl von Krankheiten und Qualzuchtmerkmalen in manchen Rassen - 7,5 Jahre und man hat ne gesunde, stabile Rückzüchtung... Das wäre ja ein Traum! Die Wirklichkeit ist aber leider geprägt von Rückschlägen. Welche, mit denen zu rechnen ist, welche, die niemand geahnt hat. Wenn's gesundheitlich gerade besser läuft, dann gibt's charakterliche Defizite. Und umgekehrt. Auch wird nicht in jedem Wurf ein nächster Zuchtkandidat sein. Da gehen so viele Generationen und Individuen ins Land, dass man sich fragen muss, ob es das wert ist. Hunde zu produzieren, die vielleicht weniger oder anders krank sind, aber eben immer noch krank. Mit der Aussicht, vielleicht irgendwann einen gesunden Hund zu haben... Aber nur vielleicht. Und das auch noch als stabile Population mit großem Genpool. Sonst nützt das alles nix.
Ich finde deine Gedanken bzgl Genpool, Rückschläge und die grundsätzliche Komplexität der Hundezucht sehr spannend. Bin in dem Zusammenhang über diese aktuelle Grundsatzarbeit gestolpert, die ich deshalb gerne mal teilen wollte (Sry für den Fall dass sie schon geteilt wurde). Ich habe sie selbst noch nicht komplett gelesen, aber vom Kerngedanken her scheint sich die Diskussion wissenschaftlich teilweise etwas zu verschieben; weg von der Frage, wie man einzelne Rassen „rettet“, hin zu der grundsätzlicheren Frage, wie verantwortbare Hundezucht künftig überhaupt aussehen kann.

Fand sie bisher ganz interessant, um mal einen Einblick in aktuelle Diskussionen rund um Genetik, Gesundheit, Diversität und Zuchtstrukturen zu bekommen:

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11810519/?utm_source=chatgpt.com
 
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Julia 🐾Nero
19. Mai 07:30
Ich finde deine Gedanken bzgl Genpool, Rückschläge und die grundsätzliche Komplexität der Hundezucht sehr spannend. Bin in dem Zusammenhang über diese aktuelle Grundsatzarbeit gestolpert, die ich deshalb gerne mal teilen wollte (Sry für den Fall dass sie schon geteilt wurde). Ich habe sie selbst noch nicht komplett gelesen, aber vom Kerngedanken her scheint sich die Diskussion wissenschaftlich teilweise etwas zu verschieben; weg von der Frage, wie man einzelne Rassen „rettet“, hin zu der grundsätzlicheren Frage, wie verantwortbare Hundezucht künftig überhaupt aussehen kann. Fand sie bisher ganz interessant, um mal einen Einblick in aktuelle Diskussionen rund um Genetik, Gesundheit, Diversität und Zuchtstrukturen zu bekommen: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11810519/?utm_source=chatgpt.com
Geht es am Ende nicht doch darum Rassen zu "retten"?
Zumindest im Abstract (mehr habe ich noch nicht gelesen) steht ja, dass Hybridrassen und Mischlinge kritisch zu betrachten sind und die "Zukunft" der Hundezucht darin bestehen sollte, die optischen Standards der reinrassigen Zucht (Vorteil durch vorhersehbaren Phänotyp und Verhalten und entsprechende Anforderungen an die Haltung (Pflegeaufwand etc), also kontra "Wundertüte") etwas aufzuweichen, Zuchtbücher zu öffnen und den Fokus wieder mehr auf Gesundheit und Verhalten zu legen.
Das wäre ja "Rettung" der Bestandsrassen.

Der Link kommt von ChatGPT, was hat die KI denn in dem Zusammenhang so zu sagen gehabt?
 
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Dogorama-Mitglied
19. Mai 08:01
Geht es am Ende nicht doch darum Rassen zu "retten"? Zumindest im Abstract (mehr habe ich noch nicht gelesen) steht ja, dass Hybridrassen und Mischlinge kritisch zu betrachten sind und die "Zukunft" der Hundezucht darin bestehen sollte, die optischen Standards der reinrassigen Zucht (Vorteil durch vorhersehbaren Phänotyp und Verhalten und entsprechende Anforderungen an die Haltung (Pflegeaufwand etc), also kontra "Wundertüte") etwas aufzuweichen, Zuchtbücher zu öffnen und den Fokus wieder mehr auf Gesundheit und Verhalten zu legen. Das wäre ja "Rettung" der Bestandsrassen. Der Link kommt von ChatGPT, was hat die KI denn in dem Zusammenhang so zu sagen gehabt?
Das wäre ja wirklich schön, wenn wir das hinbekommen würden. Aber irgendwie glaub ich nicht daran, dass unser VDH das hinbekommt. Das würde ja heißen, dass man Mischlinge wieder zurück in die Rasse ankreuzen darf und eventuell sogar regionale Hunde, die dem Phänotyp entsprechen, der Genpool einbringen dürfte.

Also, bei Black Otto wird gerade ganz intensiv daran gearbeitet, das Funde, die nicht die perfekte locken Struktur haben, nicht in der Zucht bleiben dürfen. Das heißt ein sehr enger Genpool, wird künstlich noch weiter verengt. Ich wage zu bezweifeln, dass da jemand Hunde anderer Rassen einkreuzt und nicht von anderen verurteilt wird. Dann müsste man sich auch damit auseinandersetzen, was die Rasse eigentlich ausmacht und wo man hin möchte in Zukunft. Ob man weiter Gebrauch so nah möchte, oder komplett für ne Show Rasse werden möchte. Und ich sehe dieses Beispiel stellvertretend für einige andere Rassen.
Zum Beispiel der Cocker Spaniel, bei dem viele Linien gar nicht mehr geeignet ist, um seinem ursprünglichen Job nachzugehen, weswegen jetzt working cocker Spaniel gezüchtet werden, die nicht mehr registriert werden können, weil sie nicht
extrem genug aussehen.

Wenn man sich ernsthaft mit dem Gedanken anfreunden würde, dass Rassen nicht extrem sein müssen, dann müsste man auch akzeptieren, dass sich viele Rassen sehr ähnlich sind. Und oft auch als regionale Alternativen zu lokalen Rassen gesehen werden können. Ich glaube durch das Öffnen der Zucht Bücher, werden sehr viele Rassen verschwinden (zurecht) sich einige verändern (zum besseren?).
 
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Julia 🐾Nero
19. Mai 08:11
Das wäre ja wirklich schön, wenn wir das hinbekommen würden. Aber irgendwie glaub ich nicht daran, dass unser VDH das hinbekommt. Das würde ja heißen, dass man Mischlinge wieder zurück in die Rasse ankreuzen darf und eventuell sogar regionale Hunde, die dem Phänotyp entsprechen, der Genpool einbringen dürfte. Also, bei Black Otto wird gerade ganz intensiv daran gearbeitet, das Funde, die nicht die perfekte locken Struktur haben, nicht in der Zucht bleiben dürfen. Das heißt ein sehr enger Genpool, wird künstlich noch weiter verengt. Ich wage zu bezweifeln, dass da jemand Hunde anderer Rassen einkreuzt und nicht von anderen verurteilt wird. Dann müsste man sich auch damit auseinandersetzen, was die Rasse eigentlich ausmacht und wo man hin möchte in Zukunft. Ob man weiter Gebrauch so nah möchte, oder komplett für ne Show Rasse werden möchte. Und ich sehe dieses Beispiel stellvertretend für einige andere Rassen. Zum Beispiel der Cocker Spaniel, bei dem viele Linien gar nicht mehr geeignet ist, um seinem ursprünglichen Job nachzugehen, weswegen jetzt working cocker Spaniel gezüchtet werden, die nicht mehr registriert werden können, weil sie nicht extrem genug aussehen. Wenn man sich ernsthaft mit dem Gedanken anfreunden würde, dass Rassen nicht extrem sein müssen, dann müsste man auch akzeptieren, dass sich viele Rassen sehr ähnlich sind. Und oft auch als regionale Alternativen zu lokalen Rassen gesehen werden können. Ich glaube durch das Öffnen der Zucht Bücher, werden sehr viele Rassen verschwinden (zurecht) sich einige verändern (zum besseren?).
Ich habe nicht den Eindruck, dass im Artikel eine Abkehr von optischen Rassestandards gefordert wird. Ganz und gar nicht.
Darin werden sogar die Vorteile der Rassestandards, inklusive der optischen Rassestandards erörtert.
Er geht wohl eher darum kleine optische Abweichungen weniger zu bewerten und sich wieder mehr auf Gesundheit und Verhalten zu fokussieren, nicht aber von Rassen abzukehren.
Ein offenes Zuchtbuch heißt nicht zwangsläufig, dass fremde Rassen eingekreuzt werden und Rassen verschwimmen. Das bedeutet lediglich, dass Hunde der gleichen Rasse, die nicht aus diesem Zuchtbuch hervorgegangen sind zur Zucht verwendet werden können.

Zumindest ist es das, was ich aus dem Abstract herauslese.
Wie gesagt, da müsste man den ganzen Artikel lesen.

Am Ende ist der Artikel ja auch nur eine hypothetische Fragestellung und erörtert die Vor und Nachteile aller Optionen (reinrassige Zucht, Hybrid, Mischlinge usw) und kommt zu einer hypothetischen Empfehlung, wie man es am Ende machen könnte, um sowohl für Halter, als auch Hunde die besten Ergebnisse zu erzielen.

Dass der Working Cocker Spaniel in Deutschland nicht zugelassen wird liegt doch nicht an der Optik, sondern weil er ohne Sicht- und Spurlaut jagt und das in Deutschland verboten ist? Hab die Cocker Diskussionen nur am Rande mitbekommen. Da geht es aber soweit ich weiß nicht darum, dass er nicht "extrem" genug aussieht, sondern um das deutsche Jagdgesetz. Kann auch falsch liegen oder ich verwechsel was.
 
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SandrA
19. Mai 08:16
Geht es am Ende nicht doch darum Rassen zu "retten"? Zumindest im Abstract (mehr habe ich noch nicht gelesen) steht ja, dass Hybridrassen und Mischlinge kritisch zu betrachten sind und die "Zukunft" der Hundezucht darin bestehen sollte, die optischen Standards der reinrassigen Zucht (Vorteil durch vorhersehbaren Phänotyp und Verhalten und entsprechende Anforderungen an die Haltung (Pflegeaufwand etc), also kontra "Wundertüte") etwas aufzuweichen, Zuchtbücher zu öffnen und den Fokus wieder mehr auf Gesundheit und Verhalten zu legen. Das wäre ja "Rettung" der Bestandsrassen. Der Link kommt von ChatGPT, was hat die KI denn in dem Zusammenhang so zu sagen gehabt?
Ja, genau, ist ja auch deutlich erkennbar und für mich inzwischen einfach oft ein guter und zeitsparender Einstieg, um Studien oder aktuelle Diskussionen überhaupt erstmal zu finden.

Und der sich offenbar entwickelnde perspektivische Wechsel war ja der Punkt, weshalb ich die Arbeit spannend fand. Genau, die Studie sagt wohl nicht, dass Rassehundezucht abzuschaffen ist, sondern versucht eher über offenere Zuchtbücher, mehr Diversität und weniger extreme Standards Wege/Perspektiven in Rivhtung gesünder zu eröffnen. Also ja, schon irgendwo eine Form von „Rettung“ bestehender Rassen - aber flexibler im Prozess als es mir bislang überwiegend erschien.

Ob die Studie daraus aber am Ende wirklich ein tragfähiges Konzept entwickelt oder nur zeigt, wie grundlegend und komplex die Probleme inzwischen geworden sind, kann ich noch gar nicht beurteilen; dafür müsste ich sie eben komplett lesen.
Für mich klang es aber zumindest erstmal so, als ginge es im Kern eher um die Frage, wie verantwortbare Hundezucht künftig überhaupt aussehen kann mit weniger Fokus auf Rettung einzelner Rassen. Von daher dachte ich, sie könnte interessant sein.
 
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Julia 🐾Nero
19. Mai 08:30
Ja, genau, ist ja auch deutlich erkennbar und für mich inzwischen einfach oft ein guter und zeitsparender Einstieg, um Studien oder aktuelle Diskussionen überhaupt erstmal zu finden. Und der sich offenbar entwickelnde perspektivische Wechsel war ja der Punkt, weshalb ich die Arbeit spannend fand. Genau, die Studie sagt wohl nicht, dass Rassehundezucht abzuschaffen ist, sondern versucht eher über offenere Zuchtbücher, mehr Diversität und weniger extreme Standards Wege/Perspektiven in Rivhtung gesünder zu eröffnen. Also ja, schon irgendwo eine Form von „Rettung“ bestehender Rassen - aber flexibler im Prozess als es mir bislang überwiegend erschien. Ob die Studie daraus aber am Ende wirklich ein tragfähiges Konzept entwickelt oder nur zeigt, wie grundlegend und komplex die Probleme inzwischen geworden sind, kann ich noch gar nicht beurteilen; dafür müsste ich sie eben komplett lesen. Für mich klang es aber zumindest erstmal so, als ginge es im Kern eher um die Frage, wie verantwortbare Hundezucht künftig überhaupt aussehen kann mit weniger Fokus auf Rettung einzelner Rassen. Von daher dachte ich, sie könnte interessant sein.
Tatsächlich erscheint mir das empfohlene Konzept gar nicht nach einem großen Perspektivwechsel, sondern ist im Grunde recht konservativ.

Optische Abweichungen vom Standard durchaus auch mal zulassen (also sagen wir man hat nen super Zuchtrüden, der einen cm zu klein ist oder einen Fleck im Fell hat, der da nicht hingehört), Zuchtbücher öffnen (heißt nicht wild einkreuzen, sondern zum Beispiel einen Hund der gleichen Rasse, der nicht aus diesem Zuchtbuch abstammt, zur Zucht erlauben, wenn er tolle Voraussetzungen mitbringt. Oder auch Out-Crossing, aber ein Verschwimmen oder Verschwinden der Rassen scheint nicht das Ziel zu sein) und Fokus wieder mehr auf Gesundheit und Verhalten legen.

Das ist eigentlich das, was die meisten Befürworter der reinrassigen Zucht hier immer wieder fordern bzw vorschlagen. Vielleicht nicht so elaboriert formuliert, aber das ist ja auch ein Forum und kein Journal 😅.

Oder habe ich etwas übersehen?
Ich stimme soweit dem Artikel zu und es mal "wissenschaftlich" zu verfassen und zu veröffentlichen gibt dem ganzen einfach mehr Gewicht. Daher hat er natürlich eine wichtige Bedeutung, da man sich auf sowas berufen bzw es referenzieren kann.
 
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SandrA
19. Mai 09:00
Tatsächlich erscheint mir das empfohlene Konzept gar nicht nach einem großen Perspektivwechsel, sondern ist im Grunde recht konservativ. Optische Abweichungen vom Standard durchaus auch mal zulassen (also sagen wir man hat nen super Zuchtrüden, der einen cm zu klein ist oder einen Fleck im Fell hat, der da nicht hingehört), Zuchtbücher öffnen (heißt nicht wild einkreuzen, sondern zum Beispiel einen Hund der gleichen Rasse, der nicht aus diesem Zuchtbuch abstammt, zur Zucht erlauben, wenn er tolle Voraussetzungen mitbringt. Oder auch Out-Crossing, aber ein Verschwimmen oder Verschwinden der Rassen scheint nicht das Ziel zu sein) und Fokus wieder mehr auf Gesundheit und Verhalten legen. Das ist eigentlich das, was die meisten Befürworter der reinrassigen Zucht hier immer wieder fordern bzw vorschlagen. Vielleicht nicht so elaboriert formuliert, aber das ist ja auch ein Forum und kein Journal 😅. Oder habe ich etwas übersehen? Ich stimme soweit dem Artikel zu und es mal "wissenschaftlich" zu verfassen und zu veröffentlichen gibt dem ganzen einfach mehr Gewicht. Daher hat er natürlich eine wichtige Bedeutung, da man sich auf sowas berufen bzw es referenzieren kann.
Stimmt, der „Werkzeugkasten“ selbst wirkt nicht radikal neu. Aber ich finde, die Arbeit bringt bestimmte Aspekte nochmal sehr klar auf den Punkt. Also eben nicht nur schwammig ‚Wir müssen hier und da etwas optimieren’, sondern eine recht deutliche Benennung, dass Gesundheit und Wohlbefinden Vorrang vor Tradition, Uniformität, Ausstellungserfolgen oder extremen Schönheitsidealen haben sollten. Soweit ich erkennen konnte, sind die skandinavischen Länder da schon pragmatischer unterwegs - z. B. norwegischer Lundehund.

Das, was du im letzten Abschnitt sagst, meinte ich eigentlich mit Perspektivwechsel. Weniger, dass plötzlich völlig neue und revolutionäre Lösungen präsentiert werden, sondern dass sich offenbar die Prioritäten verschieben bzw. wissenschaftlich formuliert werden.

Spannend fand ich übrigens auch diesen Aspekt rund um Vorhersehbarkeit. Also das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch vieler Menschen nach möglichst „passenden“, vorhersehbaren Hunden (Verhalten, Größe, Aktivitätsniveau, Pflegeaufwand etc.) und gleichzeitig der Frage, wie viel genetische Offenheit und Diversität nötig ist, um eben langfristig gesündere Populationen zu bekommen und zu erhalten.
 
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Julia 🐾Nero
19. Mai 09:06
Stimmt, der „Werkzeugkasten“ selbst wirkt nicht radikal neu. Aber ich finde, die Arbeit bringt bestimmte Aspekte nochmal sehr klar auf den Punkt. Also eben nicht nur schwammig ‚Wir müssen hier und da etwas optimieren’, sondern eine recht deutliche Benennung, dass Gesundheit und Wohlbefinden Vorrang vor Tradition, Uniformität, Ausstellungserfolgen oder extremen Schönheitsidealen haben sollten. Soweit ich erkennen konnte, sind die skandinavischen Länder da schon pragmatischer unterwegs - z. B. norwegischer Lundehund. Das, was du im letzten Abschnitt sagst, meinte ich eigentlich mit Perspektivwechsel. Weniger, dass plötzlich völlig neue und revolutionäre Lösungen präsentiert werden, sondern dass sich offenbar die Prioritäten verschieben bzw. wissenschaftlich formuliert werden. Spannend fand ich übrigens auch diesen Aspekt rund um Vorhersehbarkeit. Also das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch vieler Menschen nach möglichst „passenden“, vorhersehbaren Hunden (Verhalten, Größe, Aktivitätsniveau, Pflegeaufwand etc.) und gleichzeitig der Frage, wie viel genetische Offenheit und Diversität nötig ist, um eben langfristig gesündere Populationen zu bekommen und zu erhalten.
Steht da etwas bezüglich Qualzucht?
Oder allgemein wie man mit solchen Rassen umgeht?
Du hast ja auch noch nicht alles durch, aber vielleicht ist dir schon eine Passage untergekommen?

Das wäre ja die Krux an der ganzen Sache. Wie man bessere Zuchtpraktiken beim Labbi umsetzen kann ist dann ja klar, aber wie geht man mit einer stark belasteten QZ Rasse um?
Läuft es der Empfehlung nach auf Retrozucht hinaus?
 
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SandrA
19. Mai 09:28
Steht da etwas bezüglich Qualzucht? Oder allgemein wie man mit solchen Rassen umgeht? Du hast ja auch noch nicht alles durch, aber vielleicht ist dir schon eine Passage untergekommen? Das wäre ja die Krux an der ganzen Sache. Wie man bessere Zuchtpraktiken beim Labbi umsetzen kann ist dann ja klar, aber wie geht man mit einer stark belasteten QZ Rasse um? Läuft es der Empfehlung nach auf Retrozucht hinaus?
Ich konnte bislang nichts Konkretes dazu finden, auch keine Empfehlungen, wie;
bei QZ Rasse XY muss dieses oder jenes Zuchtprogramm umgesetzt werden.

Ich verstehe es bislang eher so, dass sie eher eine Grundlage für Veränderungen liefert, weil sie starre Reinrassigkeit zumindest stärker hinterfragt als ich es ansonsten gelesen bzw in Erinnerung habe. Kann aber auch einfach sein, dass ich da generell weniger tief und differenziert im Thema und folglich weniger breit informiert bin.

Interessant in diesem Zusammenhang finde ich, das was eben u.a. zum norwegischen Lundehund beschrieben wurde. Das war zwar keine klassische QZ-problematik, sondern eher genetische Verarmung. Aber die Konsequenz war ja letztlich trotzdem, dass man sich von der geschlossenen Reinrassezucht entfernt und kontrollierte Outcross-Projekte zugelassen hat, um langfristig mehr genetische Vielfalt und bessere Gesundheit zu erreichen.

Da frage ich mich schon, ob solche Ansätze perspektivisch nicht auch bei manchen stark belasteten Qualzuchtrassen relevanter werden könnten. Oder gibt es das schon?