Home / Forum / Rasse-spezifisches / Qualzucht - Warum Aufklärung alleine nicht reicht

Verfasser-Bild
Katrin
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 3367
zuletzt 23. Mai

Qualzucht - Warum Aufklärung alleine nicht reicht

Noch nie wurde soviel Aufklärung betrieben wie heutzutage und trotzdem steigt die Anzahl an Qualzuchthunden. Durch Zufall bin ich auf einen Artikel gestoßen den ich hier gerne teilen möchte, quasi als Diskussionsgrundlage. https://kynologisch.net/qualzucht-psychologie-2/ Es ist etwas viel eröffnet einem aber eine neue Sicht auf das Problem und warum das durch einfaches Aufklären nicht lösbar ist. Mich würde interessieren ob diese Erklärung für euch nachvollziehbar ist? Welche Schlüsse ihr daraus zieht und ob sich eure Meinung über das halten von Qualzuchten dadurch ändert oder nicht? Wie immer bitte lieb und freundlich bleiben und bedenkt bitte das Qualzucht nicht nur brachyzephale Rassen betrifft. Liebe Grüße eure Katrin J. https://www.ardmediathek.de/video/story/leiden-auf-vier-pfoten-zuechten-wir-unsere-haustiere-kaputt/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNjQ4MTg
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
18. Mai 09:47
Bestimmt. Aber wenn ich mir angucke, welche Hunde draußen rumlaufen, interessiert das die meisten Menschen nicht. Die wollen einfach nur einen netten Hund, der einer bestimmten Rasse entspricht. Und die beiden genannten Rassen sind zumindest nett. Das sind Hunde, die du theoretisch schon jede Familie rein schmeißen kannst und die funktionieren. Das kannst du ihm nicht durch jede andere Rasse ersetzen, auch wenn sie gesünder ist.
Was läuft denn draußen bei dir rum? Wir waren gerade mit einem Dackelmix und Yorky Gassi. Treffen tun wir hier hauptsächlich Mischlinge/TS Hunde und Jagdhunderassen. Hier und da mal was Richtung Molosser. Hauptsächlich aber Retriever, Vizsla und so weiter. Tiere mit ausgeprägten Qualzuchtmerkmalen sind hier bei uns zumindest selten.

Gerade Familien würde ich von Mops und Co abraten. Schon wegen der psychischen und finanziellen Belastung.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Lou
18. Mai 09:52
Ich finde, es kommt ein wenig auf die Rasse beziehungsweise die Aufgabe an, die die Rasse erfüllen soll. Es gibt Hunderassen wie zum Beispiel den Dobermann, da würde ich gar nicht versuchen, ihn zu retten. Einfach weil es wenig Menschen gibt, die Bedarf für so einen Hund haben und wenn doch, dann gibt es Rassen, die das ebenso erfüllen können. Aber gerade wenn es um sehr spezielle Rassen geht, die eigentlich total kompatibel wären mit sehr vielen Menschen, wie zum Beispiel der Mops oder der CFC Spaniel, da finde ich es wirklich schade, wenn diese Rassen verloren gehen. Vor allem, wenn die Probleme schon lange bekannt sind und trotzdem kaum etwas für die Rasse getan wird. Wir sprechen seit 20 Jahren darüber, dass der Mops furchtbar aussieht und trotzdem findest du auf jeder VDH Show immer noch Möpse, die ihr Leben lang leiden werden. Und ja, man kann natürlich argumentieren, dass einzelne Hunde dabei leiden werden, die Rasse gesünder zu züchten. Aber das ist im Gesamtkontext, was wir mit Tieren machen, ein Recht scheinheiliges Argument.
Verstehe deinen Gedanken, ich glaube ich sehe das einfach ein bisschen anders. Für mich würden Rückzüchtungen eher Sinn machen, wenn die Rasse noch nicht 'komplett kaputt gezüchtet' wurde (ich hoffe das sieht hier jetzt keiner als Beleidigung oder Angriff an) und man in überschaubarer Zeit viel verbessern kann.
Bei Rassen wie dem Mops, Frenchie oder auch CKCS, habe ich leider das Gefühl, dass das Problem so massiv ist, dass es Jahrzehnte dauern würde, da wirklich gesunde Hunde zu bekommen.
Das wären dann halt nicht mehr einzelne Hunde die immernoch stark betroffen sind, sondern sehr viele. Und das finde ich einfach schwierig.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Julia 🐾Nero
18. Mai 10:02
Ich finde, es kommt ein wenig auf die Rasse beziehungsweise die Aufgabe an, die die Rasse erfüllen soll. Es gibt Hunderassen wie zum Beispiel den Dobermann, da würde ich gar nicht versuchen, ihn zu retten. Einfach weil es wenig Menschen gibt, die Bedarf für so einen Hund haben und wenn doch, dann gibt es Rassen, die das ebenso erfüllen können. Aber gerade wenn es um sehr spezielle Rassen geht, die eigentlich total kompatibel wären mit sehr vielen Menschen, wie zum Beispiel der Mops oder der CFC Spaniel, da finde ich es wirklich schade, wenn diese Rassen verloren gehen. Vor allem, wenn die Probleme schon lange bekannt sind und trotzdem kaum etwas für die Rasse getan wird. Wir sprechen seit 20 Jahren darüber, dass der Mops furchtbar aussieht und trotzdem findest du auf jeder VDH Show immer noch Möpse, die ihr Leben lang leiden werden. Und ja, man kann natürlich argumentieren, dass einzelne Hunde dabei leiden werden, die Rasse gesünder zu züchten. Aber das ist im Gesamtkontext, was wir mit Tieren machen, ein Recht scheinheiliges Argument.
Ich finde deine Einstellung dazu sehr interessant, denn ich sehe es komplett anders.

Gerade der Dobermann kann durch internationale Zusammenarbeit und strikte genetische Untersuchungen inkl Einkreuzung sehr gut gerettet werden. Die zahlreichen Erkrankungen, die die Rasse plagen sind ja keine Voraussetzung für ihre Existenz. Sie waren weder geplant, noch gewollt und ein gesunder Dobermann ist immer noch ein Dobermann.
Jetzt hat man die Möglichkeit auf viele genetische Krankheiten zu testen und den Genpool trotz rigorosen Tests durch internationalen Spermaaustausch nicht zusätzlich zu verkleinern oder sogar zu erhöhen.
Man müsste es nur strukturiert angehen und vor allem wollen.

Der Mops hingegen ist seiner Quintessenz eine QZ. Die QZ Merkmale machen den Standard der Rasse aus. Während ein gesunder Dobi ein Dobi ist, wäre ein gesunder Mops kein Mops mehr. Er wäre so stark verändert, dass es im Grundgerüst eine neue Rasse wäre. Viel Aufwand und viele Generationen also, um am Ende sowieso keinen Mops mehr zu haben.

Ist meine Ansicht. Aber jeder schaut aus unterschiedlichen Perspektiven drauf.
Ich finde aber durchaus, dass es einen Bedarf für kleine Familienhunde gibt, der gedeckt werden muss. Nur finde ich muss das durch neue, durchdachte und gesunde Rassen erfolgen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Gabriele
18. Mai 10:04
Ganz ehrlich - ich will keinen Mischling bei dem ich nicht weiß was drin steckt. Kann alles gut gehen, muss aber nicht. Was ist verkehrt daran einen netten Familienhund haben zu wollen? Ich brauche keinen Hund, mit dem ich nicht zurechtkomme. Die Tierheime sind voll mit Auslandstierschutzhunden, mit denen hier niemand zurechtkommt und die mit dem Leben hier nicht klarkommen. Auch das ist Tierquälerei. Und überall einen Pudel einzukreuzen kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Habt Ihr mal geschaut, was der Pudel alles für Krankheiten hat? Da gibt es eine ganze Liste. Das erhöht in gewissem Maße auch die Chance weitere Krankheiten in die Rassen zu züchten.
Was ist mit Australian Shephards - da ist die Liste der Krankheiten länger als beim Cavi. Sind das dann auch Qualzuchten - die betroffenen Tiere leiden genauso. Oder der Deutsche Schäferhund, der schon als Welpe so einen kaputten Rücken hat, dass er kaum laufen kann.
Mischlinge sind nicht unbedingt gesünder - auch dort spielen Gene eine Rolle. Wenn es schlecht läuft, dann sind diese Hunde kränker als die Rassehunde.
Ich finde die ganze Argumentation hier teilweise mehr als scheinheilig. Teilweise wird das eigene Lebensmotto als das einzig richtige vorgegeben. Ein sachlicher Austausch scheint hier gar nicht möglich und erwünscht zu sein.
Mein Cavi schnarcht nicht, sie geht mit 8 Jahren noch Tagestouren und benötigt keinerlei Medikamente. Aber ich werde mich hier nicht rechtfertigen- ich liebe meinen Hund und sie uns. Sie hat ein normales Hundeleben und ich mache sehr viel mit ihr. Ich glaube schon, dass sie ein glücklicher kleiner Hund ist. Und damit ist alles gesagt.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sonja
18. Mai 10:05
Mh, ich verstehe den Gedanken hinter Rückzüchtungen usw schon, aber ich frage mich dann trotzdem immer, ob es das Wert ist? Auf dem Weg zu 'gesünderen' Hunden, werden ja weiterhin sehr viele Hunde geboren werden, die unter den typischen Qualzuchtmerkmalen leiden.
Das Problem von diesen "Rückzüchtungstrend" , besondres von Mops und Bulldoggen , ist das ignoriert wird, dass selbst die Ursprungstiere dieser Rassen nicht gesund waren....Also kann folglich auch durch "drölfundfünfzig" Rückzüchtungs-FG's die Rasse nicht gesund gezüchtet werden....Selbst vor 150 Jahren war Mops und Bulldoggen keine gesunde Rasse, auch die waren u.A. Brachyzephal ( wie schwer genau und mit welchen einschränkungen, konnte/wurde damals halt nicht medizinisch/wissenschsftlich festgestellt werden) ....Also Fact ist ; durch Rückzüchtung kann nichts Gesund gezüchtet werden was nie Gesund war....🤗 Die Eigenschaften von Brachys finden sich auch in Langnasen es ist/währe also möglich eine Neue gesunde Rasse mit deren Grundeigenschaften zu "gründen" Nur würden diese nicht Brachyzephalen gesunden Hunde ganz anders aussehen ....aber das ist ja nicht gewünscht... Brachys sind keine Rassen die wegen besonderen , speziellen fähigkeiten/anlagen gezüchtet/selektiert wurden....bei denen ging/gehts einzig und allein um (niedliche) Optik
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Lou
18. Mai 10:06
Ganz ehrlich - ich will keinen Mischling bei dem ich nicht weiß was drin steckt. Kann alles gut gehen, muss aber nicht. Was ist verkehrt daran einen netten Familienhund haben zu wollen? Ich brauche keinen Hund, mit dem ich nicht zurechtkomme. Die Tierheime sind voll mit Auslandstierschutzhunden, mit denen hier niemand zurechtkommt und die mit dem Leben hier nicht klarkommen. Auch das ist Tierquälerei. Und überall einen Pudel einzukreuzen kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Habt Ihr mal geschaut, was der Pudel alles für Krankheiten hat? Da gibt es eine ganze Liste. Das erhöht in gewissem Maße auch die Chance weitere Krankheiten in die Rassen zu züchten. Was ist mit Australian Shephards - da ist die Liste der Krankheiten länger als beim Cavi. Sind das dann auch Qualzuchten - die betroffenen Tiere leiden genauso. Oder der Deutsche Schäferhund, der schon als Welpe so einen kaputten Rücken hat, dass er kaum laufen kann. Mischlinge sind nicht unbedingt gesünder - auch dort spielen Gene eine Rolle. Wenn es schlecht läuft, dann sind diese Hunde kränker als die Rassehunde. Ich finde die ganze Argumentation hier teilweise mehr als scheinheilig. Teilweise wird das eigene Lebensmotto als das einzig richtige vorgegeben. Ein sachlicher Austausch scheint hier gar nicht möglich und erwünscht zu sein. Mein Cavi schnarcht nicht, sie geht mit 8 Jahren noch Tagestouren und benötigt keinerlei Medikamente. Aber ich werde mich hier nicht rechtfertigen- ich liebe meinen Hund und sie uns. Sie hat ein normales Hundeleben und ich mache sehr viel mit ihr. Ich glaube schon, dass sie ein glücklicher kleiner Hund ist. Und damit ist alles gesagt.
Man muss sich keinen Mischling oder Hund aus dem Tierschutz holen, das hat hier niemand gesagt.
Ich sehe ehrlicherweise auch nicht, warum das hier kein sachlicher Austausch sein soll?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Carola
18. Mai 10:16
Ganz ehrlich - ich will keinen Mischling bei dem ich nicht weiß was drin steckt. Kann alles gut gehen, muss aber nicht. Was ist verkehrt daran einen netten Familienhund haben zu wollen? Ich brauche keinen Hund, mit dem ich nicht zurechtkomme. Die Tierheime sind voll mit Auslandstierschutzhunden, mit denen hier niemand zurechtkommt und die mit dem Leben hier nicht klarkommen. Auch das ist Tierquälerei. Und überall einen Pudel einzukreuzen kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Habt Ihr mal geschaut, was der Pudel alles für Krankheiten hat? Da gibt es eine ganze Liste. Das erhöht in gewissem Maße auch die Chance weitere Krankheiten in die Rassen zu züchten. Was ist mit Australian Shephards - da ist die Liste der Krankheiten länger als beim Cavi. Sind das dann auch Qualzuchten - die betroffenen Tiere leiden genauso. Oder der Deutsche Schäferhund, der schon als Welpe so einen kaputten Rücken hat, dass er kaum laufen kann. Mischlinge sind nicht unbedingt gesünder - auch dort spielen Gene eine Rolle. Wenn es schlecht läuft, dann sind diese Hunde kränker als die Rassehunde. Ich finde die ganze Argumentation hier teilweise mehr als scheinheilig. Teilweise wird das eigene Lebensmotto als das einzig richtige vorgegeben. Ein sachlicher Austausch scheint hier gar nicht möglich und erwünscht zu sein. Mein Cavi schnarcht nicht, sie geht mit 8 Jahren noch Tagestouren und benötigt keinerlei Medikamente. Aber ich werde mich hier nicht rechtfertigen- ich liebe meinen Hund und sie uns. Sie hat ein normales Hundeleben und ich mache sehr viel mit ihr. Ich glaube schon, dass sie ein glücklicher kleiner Hund ist. Und damit ist alles gesagt.
Ich kann dir wirklich nur recht geben. Auch ich möchte keine Wundertüten aus dem Tierschutz, so sehr ich diesen Hunden ein gutes zu Hause gönne. Für mich ist das aber aus diversen Gründen nichts und darum habe ich meine Rassehunde vom Züchter.
Wenn man alleine hier im Forum liest welche Probleme Menschen mit ihren "geretteten" Hunden haben ist das auch nicht besonders einladend denn mit meinen wohlbehüteten Sofa Wölfchen habe ich alle diese Probleme nicht.
Natürlich ist es richtig Qualzuchten möglichst nicht weiter zu züchten und mit irgendwelchen Gesetzesverschärfungen wird man sicherlich den einen oder anderen Züchter erreichen oder die offizielle Zucht wird eingestellt. Das aber wird keinen Vermehrer daran hindern solche Hunde zu produzieren denn solange es Kunden gibt wird es diese armen gequälten Wesen auch geben.
Mit der Art wie hier diese Diskussion geführt wird erreicht man aber mit Sicherheit niemanden der einer solchen Hund- warum auch immer-hat. Mit Beschimpfungen, Beleidigungen und moralinsaurem Gerede erreicht man niemanden sondern man bestätigt nur seinen eigenen Standpunkt.

Schade eigentlich dass solch eine wichtige Diskussion auf ein solches Niveau befördert wird und eine sachliche Diskussion nicht mehr möglich ist.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Julia 🐾Nero
18. Mai 11:03
Ganz ehrlich - ich will keinen Mischling bei dem ich nicht weiß was drin steckt. Kann alles gut gehen, muss aber nicht. Was ist verkehrt daran einen netten Familienhund haben zu wollen? Ich brauche keinen Hund, mit dem ich nicht zurechtkomme. Die Tierheime sind voll mit Auslandstierschutzhunden, mit denen hier niemand zurechtkommt und die mit dem Leben hier nicht klarkommen. Auch das ist Tierquälerei. Und überall einen Pudel einzukreuzen kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Habt Ihr mal geschaut, was der Pudel alles für Krankheiten hat? Da gibt es eine ganze Liste. Das erhöht in gewissem Maße auch die Chance weitere Krankheiten in die Rassen zu züchten. Was ist mit Australian Shephards - da ist die Liste der Krankheiten länger als beim Cavi. Sind das dann auch Qualzuchten - die betroffenen Tiere leiden genauso. Oder der Deutsche Schäferhund, der schon als Welpe so einen kaputten Rücken hat, dass er kaum laufen kann. Mischlinge sind nicht unbedingt gesünder - auch dort spielen Gene eine Rolle. Wenn es schlecht läuft, dann sind diese Hunde kränker als die Rassehunde. Ich finde die ganze Argumentation hier teilweise mehr als scheinheilig. Teilweise wird das eigene Lebensmotto als das einzig richtige vorgegeben. Ein sachlicher Austausch scheint hier gar nicht möglich und erwünscht zu sein. Mein Cavi schnarcht nicht, sie geht mit 8 Jahren noch Tagestouren und benötigt keinerlei Medikamente. Aber ich werde mich hier nicht rechtfertigen- ich liebe meinen Hund und sie uns. Sie hat ein normales Hundeleben und ich mache sehr viel mit ihr. Ich glaube schon, dass sie ein glücklicher kleiner Hund ist. Und damit ist alles gesagt.
Ich kann deinen Standpunkt gut nachvollziehen und gerade wenn du die große Freude hattest an gesunde Cavaliers zu kommen, ist es mehr als verständlich, dass du die Rasse schützen möchtest.

Es ist einfach tragisch, dass die Schädel bei einem Großteil dieser Hunde so klein ist, dass das Gehirn Richtung Rückenmark gedrückt wird und die Hunde unter lebenslanger Migräne oder schlimmsten neurologischen Ausfällen und Symptomen leiden müssen.

Wenn man dann das Privileg hat die Rasse so kennen zu lernen, wie sie sein kann, ist es eigentlich kaum zu ertragen, wie viele Hunde dieser Rasse leiden müssen.

Während Brachyzephalie in aller Munde ist, wird über die Chiara Malformation sehr wenig gesprochen.

Dass man sich sehr oft beim QZ Thema auf kleine Hunde versteift ist auf jeden Fall sehr ärgerlich, dass kann ich mir vorstellen.
Aktuell rücken zumindest sogenannte Sonderfarben mehr in den Fokus von sachlicher Aufklärung und diese betreffen recht häufig große Rassen.

Beim Schäferhund und der Hüfte wird zum Glück schon lange züchterisch große Anstrengung betrieben und die Erfolge sprechen für sich.
Das betrifft natürlich nur die Hunde von seriösen Züchtern, die die Elterntiere auf HD untersuchen lassen.
Wobei beim Thema HD die Aufklärung auch sehr, sehr ausbaufähig ist.
Viele glauben HD ist eine schiefe Hüfte, was ja komplett falsch ist.
Da habe ich aber neulich einen sehr informativen Beitrag gesehen mit einem Malinois mit optisch perfektem geraden Rücken und einem deutschen Schäferhund mit leicht abfallender Hinterhand.
Der Malinois hatte schwerste HD und der DSH war komplett HD frei.
Die Gefahr wenn man QZ Merkmale mit bestimmten Rassen fest assoziiert ist, dass man an anderen Stellen blind dafür wird. Je nach Statistik haben Golden Retriever genauso oft HD wie Deutsche Schäferhunde oder sogar häufiger. Aber kaum einer sagt einem Goldie Halter er habe eine QZ.
Daher kann ich aufgebrachte Gemüter und das Gefühl ungerecht behandelt zu werden gut verstehen.

Die Schlussfolgerung ist aber das wichtigste. Nicht "die haben es doch auch", sondern "ich will dass meine Rasse es nicht mehr hat" sollte unsere Einstellung sein. Und das erreicht man durch sachliche, nicht unnötig emotionalisierte Aufklärung (so wie bei den beiden gegenüber gestellten Schäferhunden. Keine Theatralik, keine Schockbilder, einfach Informationen) und Unterstützung der richtigen Züchter.

Wir allen lieben unsere Hunde und müssen uns für sie einsetzen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Thomas
18. Mai 12:15
Für den Cavalier King Charles Spaniel gibt es einen eigenen Eintrag in der Qualzucht Evidenz Datenbank: https://qualzucht-datenbank.eu/merkblatt-hund-rasse-cavalier-king-charles-spaniel/

Auszug aus dem o.g. Text:

"Zur Zuchttauglichkeit wird von den Hunden lediglich eine Untersuchung auf das Freisein von einer Patellaluxation und Herzklappenfehlern gefordert. Eine Untersuchung auf das Vorliegen einer Chiari-like Malformation wird weder empfohlen noch gefordert. Allerdings werden in § 19 der Zuchtordnung des “Cavalier-King-Charles-Spaniel Club Deutschland” (CCD e.V.) Maßnahmen “Zur Bekämpfung der Syringomyelie SM (Arnold Chiari Syndrom)” vorgestellt, wobei “bei Vorkommen von belasteten Ahnen neben den Original-Ahnentafeln der Welpen noch eine ‘Info-Ahnentafel’ erstellt wird, in der die Anlagenträger (Eltern, Großeltern, Ur-Großeltern etc.) und die Merkmalsträger dieser Erkrankung gekennzeichnet sind. Diese Info-Ahnentafel erhält je 1x der Züchter und die Zuchtwarte des CCD e.V.” – nicht die Welpenkäufer."

Man müsste also schon selber aktiv werden um herauszufinden, ob das eigene Tier tatsächlich nicht betroffen ist...
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Gabriele
18. Mai 14:25
Für den Cavalier King Charles Spaniel gibt es einen eigenen Eintrag in der Qualzucht Evidenz Datenbank: https://qualzucht-datenbank.eu/merkblatt-hund-rasse-cavalier-king-charles-spaniel/ Auszug aus dem o.g. Text: "Zur Zuchttauglichkeit wird von den Hunden lediglich eine Untersuchung auf das Freisein von einer Patellaluxation und Herzklappenfehlern gefordert. Eine Untersuchung auf das Vorliegen einer Chiari-like Malformation wird weder empfohlen noch gefordert. Allerdings werden in § 19 der Zuchtordnung des “Cavalier-King-Charles-Spaniel Club Deutschland” (CCD e.V.) Maßnahmen “Zur Bekämpfung der Syringomyelie SM (Arnold Chiari Syndrom)” vorgestellt, wobei “bei Vorkommen von belasteten Ahnen neben den Original-Ahnentafeln der Welpen noch eine ‘Info-Ahnentafel’ erstellt wird, in der die Anlagenträger (Eltern, Großeltern, Ur-Großeltern etc.) und die Merkmalsträger dieser Erkrankung gekennzeichnet sind. Diese Info-Ahnentafel erhält je 1x der Züchter und die Zuchtwarte des CCD e.V.” – nicht die Welpenkäufer." Man müsste also schon selber aktiv werden um herauszufinden, ob das eigene Tier tatsächlich nicht betroffen ist...
Ein guter Züchter berät auch dazu. Das hat die Züchterin meines ersten Cavaliers sogar schon getan. Ich glaube, dass es auch viel ausmacht, dass die Rasse immer kleiner gezüchtet wurde und auch die Nase immer kürzer wurde - dabei gibt es für diese Bedürfnisse den King Charles Spaniel. Den sieht man aber wirklich selten. Ich werde Cavaliere immer lieben - aber auch ich habe mich aufgrund der derzeitigen Situation für einen ganz anderen Hund als Zweithund entschieden. Es ist halt so, dass mein Herz am Cavi hängt. Aber nichtsdestotrotz hat mir mein Verstand dazu geraten jetzt doch eine andere Rasse zu wählen. Das erreicht man aber nur durch Aufklärung und Auseinandersetzung mit der Lage der jeweiligen Rassen. Dies muss aber absolut sachlich und wertschätzend passieren - ansonsten hat es keinen Zweck. Auch muss man sich selber informieren und damit auseinandersetzen. Beschimpft zu werden hilft nicht. Und die Hunde, die jetzt da sind, sind eben da. Ginny bleibt bis zu ihrem Lebensende, das hoffentlich noch weit entfernt ist, bei uns.
Ich wünsche mir auf jeden Fall, dass diese wunderbare Rasse doch noch gerettet werden kann. Das würde mich sehr freuen, auch wenn wir wahrscheinlich mit Raya unseren letzten Hund haben werden. Irgendwann wird man zu alt für neue Hunde 😉