Home / Forum / Rasse-spezifisches / Qualzucht - Warum Aufklärung alleine nicht reicht

Verfasser-Bild
Katrin
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 3367
zuletzt 23. Mai

Qualzucht - Warum Aufklärung alleine nicht reicht

Noch nie wurde soviel Aufklärung betrieben wie heutzutage und trotzdem steigt die Anzahl an Qualzuchthunden. Durch Zufall bin ich auf einen Artikel gestoßen den ich hier gerne teilen möchte, quasi als Diskussionsgrundlage. https://kynologisch.net/qualzucht-psychologie-2/ Es ist etwas viel eröffnet einem aber eine neue Sicht auf das Problem und warum das durch einfaches Aufklären nicht lösbar ist. Mich würde interessieren ob diese Erklärung für euch nachvollziehbar ist? Welche Schlüsse ihr daraus zieht und ob sich eure Meinung über das halten von Qualzuchten dadurch ändert oder nicht? Wie immer bitte lieb und freundlich bleiben und bedenkt bitte das Qualzucht nicht nur brachyzephale Rassen betrifft. Liebe Grüße eure Katrin J. https://www.ardmediathek.de/video/story/leiden-auf-vier-pfoten-zuechten-wir-unsere-haustiere-kaputt/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNjQ4MTg
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Gabriele
17. Mai 20:31
Danke an Marie und an Gabriele, dass Ihr Euch hier beteiligt! 🙏 Was hat Euch denn dazu bewegt, Frenchies bzw. Cavaliere auszuwählen? Würdet Ihr es wieder machen und wie kamt Ihr zu der Entscheidung?
Unsere erste Cavi-Hündin ist 2005 bei uns eingezogen. Es war unser erster Hund und wir wollten einen leicht erziehbaren Familienhund. Die Rasse hatte meine damals 15-jährige Tochter als passend herausgesucht. Bei mir war es Liebe auf den 2.Blick. Ich stand damals mehr auf Kromfohrländer 😉. Aber dann bin ich der Rasse hoffnungslos verfallen 🥰. Es sind Hunde, die handlich sind und wirklich alles mitmachen. Dabei sind sie sehr liebevoll und sanft. Man kann mit ihnen eine unglaublich tiefe Bindung eingehen. Ihr Vertrauen in uns ist grenzenlos. Ich mache auch viel mit ihnen - Nasenarbeit, apportieren, Tricks. Meine erste Hündin hat auch unglaublich gerne Obedience gemacht. Da wir so begeistert von der Rasse waren ist 2008 meine 2. Hündin dazugekommen. Es war einfach toll mit beiden. Nachdem beide verstorben waren, zog Cavi Nummer 3 ein. Es ging nicht ohne. Wir haben bei allen darauf geachtet, dass sie relativ lange Nasen haben und recht groß gewachsen sind. Leider hat sich die gesundheitliche Problematik verstärkt und der VdH schaut tatenlos zu, wie eine so tolle Rasse zugrunde geht. Ich fände es schön, wenn dort endlich ein Aufwachen stattfinden würde und Outcrossprogramme mit Sinn und Verstand in die Wege geleitet würden.
 
Beitrag-Verfasser
Marie
17. Mai 20:38
Danke an Marie und an Gabriele, dass Ihr Euch hier beteiligt! 🙏 Was hat Euch denn dazu bewegt, Frenchies bzw. Cavaliere auszuwählen? Würdet Ihr es wieder machen und wie kamt Ihr zu der Entscheidung?
Hab noch was vergessen.
Natürlich wird es keinen 2. Frenchie geben !
Leider auch keinen anderen Hund mehr,das aber aus Altersgründen!
Da muss die Vernunft siegen 👍😂
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Jessica
17. Mai 20:47
Unsere erste Cavi-Hündin ist 2005 bei uns eingezogen. Es war unser erster Hund und wir wollten einen leicht erziehbaren Familienhund. Die Rasse hatte meine damals 15-jährige Tochter als passend herausgesucht. Bei mir war es Liebe auf den 2.Blick. Ich stand damals mehr auf Kromfohrländer 😉. Aber dann bin ich der Rasse hoffnungslos verfallen 🥰. Es sind Hunde, die handlich sind und wirklich alles mitmachen. Dabei sind sie sehr liebevoll und sanft. Man kann mit ihnen eine unglaublich tiefe Bindung eingehen. Ihr Vertrauen in uns ist grenzenlos. Ich mache auch viel mit ihnen - Nasenarbeit, apportieren, Tricks. Meine erste Hündin hat auch unglaublich gerne Obedience gemacht. Da wir so begeistert von der Rasse waren ist 2008 meine 2. Hündin dazugekommen. Es war einfach toll mit beiden. Nachdem beide verstorben waren, zog Cavi Nummer 3 ein. Es ging nicht ohne. Wir haben bei allen darauf geachtet, dass sie relativ lange Nasen haben und recht groß gewachsen sind. Leider hat sich die gesundheitliche Problematik verstärkt und der VdH schaut tatenlos zu, wie eine so tolle Rasse zugrunde geht. Ich fände es schön, wenn dort endlich ein Aufwachen stattfinden würde und Outcrossprogramme mit Sinn und Verstand in die Wege geleitet würden.
Ganz herzlichen Dank für deinen Betrag.

Da hier gerne mal der deutsche "Dachverband" VDH genannt wird und hier wohl auch etwas an Aufklärung nicht schaden kann, möchte ich es kurz nutzen.

Unter dem VDH gibt es Rassehundevereine, ein großer ist der Verein für deutsche Schäferhunde. Und so gibt es den für den Spitz, für Collie, für .... jede Rasse einen Rasseverein.
Diese Rassevereine machen ihre Zucht unter den regulärien des VDH's, haben dann aber IHRER Rasseneschreibungen, ihre Zuchtbüchrer, ihrer Zuchtregeln.

Nun kurz zum einkreuzen von anderen Rassen, hierzu bedarf es Antrage von Mitgliedern bei ihrem Rasseverein.
Wollen also die Züchter das beim Cavi ein Spaniel eingekreuzt wird muss das beantragt werden von den Mitgliedern.

Der VDH legt da keine Steine in den Weg. Und schon garnicht wenn es in anderen Ländern schon gemacht wird, erst recht nicht wenn es im Ursprungsland in den Zuchtbüchern steht.

Also müssten die deutschen Züchter "nur" bei ihrem Rasseverband den Antrag stellen und sich an ein gemeinsames Zuchtprogramm halten.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Jessica
17. Mai 20:57
Ganz herzlichen Dank für deinen Betrag. Da hier gerne mal der deutsche "Dachverband" VDH genannt wird und hier wohl auch etwas an Aufklärung nicht schaden kann, möchte ich es kurz nutzen. Unter dem VDH gibt es Rassehundevereine, ein großer ist der Verein für deutsche Schäferhunde. Und so gibt es den für den Spitz, für Collie, für .... jede Rasse einen Rasseverein. Diese Rassevereine machen ihre Zucht unter den regulärien des VDH's, haben dann aber IHRER Rasseneschreibungen, ihre Zuchtbüchrer, ihrer Zuchtregeln. Nun kurz zum einkreuzen von anderen Rassen, hierzu bedarf es Antrage von Mitgliedern bei ihrem Rasseverein. Wollen also die Züchter das beim Cavi ein Spaniel eingekreuzt wird muss das beantragt werden von den Mitgliedern. Der VDH legt da keine Steine in den Weg. Und schon garnicht wenn es in anderen Ländern schon gemacht wird, erst recht nicht wenn es im Ursprungsland in den Zuchtbüchern steht. Also müssten die deutschen Züchter "nur" bei ihrem Rasseverband den Antrag stellen und sich an ein gemeinsames Zuchtprogramm halten.
Ok der Spaniel ist wohl raus... wäre für mich die am Nahe liegeste Rasse gewesen.

Tiebet Terrier
Pudel
Papillon
Japan Spitz

Zumindest in Schweden.
 
Beitrag-Verfasser
Dogorama-Mitglied
18. Mai 09:10
Ok der Spaniel ist wohl raus... wäre für mich die am Nahe liegeste Rasse gewesen. Tiebet Terrier Pudel Papillon Japan Spitz Zumindest in Schweden.
Gerade mit dem Pudel gibt’s echt tolle Ergebnisse. Nicht umsonst ist in den USA der CavaPoo eine unglaublich beliebte Mischung. Aber leider verschließen die meistens Züchter ihre Augen vordem was da passiert und arbeiten aktiv daran, dass es die Rasse demnächst nicht mehr geben wird.
Ich finde es schade, weil ich die Rasse eigentlich echt nett finde, aber aufgrund der Krankheiten würde ich mich niemals dafür entscheiden.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Lou
18. Mai 09:22
Mh, ich verstehe den Gedanken hinter Rückzüchtungen usw schon, aber ich frage mich dann trotzdem immer, ob es das Wert ist? Auf dem Weg zu 'gesünderen' Hunden, werden ja weiterhin sehr viele Hunde geboren werden, die unter den typischen Qualzuchtmerkmalen leiden.
 
Beitrag-Verfasser
Dogorama-Mitglied
18. Mai 09:38
Mh, ich verstehe den Gedanken hinter Rückzüchtungen usw schon, aber ich frage mich dann trotzdem immer, ob es das Wert ist? Auf dem Weg zu 'gesünderen' Hunden, werden ja weiterhin sehr viele Hunde geboren werden, die unter den typischen Qualzuchtmerkmalen leiden.
Ich finde, es kommt ein wenig auf die Rasse beziehungsweise die Aufgabe an, die die Rasse erfüllen soll. Es gibt Hunderassen wie zum Beispiel den Dobermann, da würde ich gar nicht versuchen, ihn zu retten. Einfach weil es wenig Menschen gibt, die Bedarf für so einen Hund haben und wenn doch, dann gibt es Rassen, die das ebenso erfüllen können. Aber gerade wenn es um sehr spezielle Rassen geht, die eigentlich total kompatibel wären mit sehr vielen Menschen, wie zum Beispiel der Mops oder der CFC Spaniel, da finde ich es wirklich schade, wenn diese Rassen verloren gehen. Vor allem, wenn die Probleme schon lange bekannt sind und trotzdem kaum etwas für die Rasse getan wird.
Wir sprechen seit 20 Jahren darüber, dass der Mops furchtbar aussieht und trotzdem findest du auf jeder VDH Show immer noch Möpse, die ihr Leben lang leiden werden.

Und ja, man kann natürlich argumentieren, dass einzelne Hunde dabei leiden werden, die Rasse gesünder zu züchten. Aber das ist im Gesamtkontext, was wir mit Tieren machen, ein Recht scheinheiliges Argument.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
18. Mai 09:41
Ich finde, es kommt ein wenig auf die Rasse beziehungsweise die Aufgabe an, die die Rasse erfüllen soll. Es gibt Hunderassen wie zum Beispiel den Dobermann, da würde ich gar nicht versuchen, ihn zu retten. Einfach weil es wenig Menschen gibt, die Bedarf für so einen Hund haben und wenn doch, dann gibt es Rassen, die das ebenso erfüllen können. Aber gerade wenn es um sehr spezielle Rassen geht, die eigentlich total kompatibel wären mit sehr vielen Menschen, wie zum Beispiel der Mops oder der CFC Spaniel, da finde ich es wirklich schade, wenn diese Rassen verloren gehen. Vor allem, wenn die Probleme schon lange bekannt sind und trotzdem kaum etwas für die Rasse getan wird. Wir sprechen seit 20 Jahren darüber, dass der Mops furchtbar aussieht und trotzdem findest du auf jeder VDH Show immer noch Möpse, die ihr Leben lang leiden werden. Und ja, man kann natürlich argumentieren, dass einzelne Hunde dabei leiden werden, die Rasse gesünder zu züchten. Aber das ist im Gesamtkontext, was wir mit Tieren machen, ein Recht scheinheiliges Argument.
Andererseits gibt es soviele andere Rassen die wesentlich gesünder sind wie Mops und Co die man sich stattdessen holen könnte.
 
Beitrag-Verfasser
Dogorama-Mitglied
18. Mai 09:42
Andererseits gibt es soviele andere Rassen die wesentlich gesünder sind wie Mops und Co die man sich stattdessen holen könnte.
Bestimmt. Aber wenn ich mir angucke, welche Hunde draußen rumlaufen, interessiert das die meisten Menschen nicht. Die wollen einfach nur einen netten Hund, der einer bestimmten Rasse entspricht.

Und die beiden genannten Rassen sind zumindest nett. Das sind Hunde, die du theoretisch schon jede Familie rein schmeißen kannst und die funktionieren. Das kannst du ihm nicht durch jede andere Rasse ersetzen, auch wenn sie gesünder ist.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Bernadette
18. Mai 09:45
Ich finde, es kommt ein wenig auf die Rasse beziehungsweise die Aufgabe an, die die Rasse erfüllen soll. Es gibt Hunderassen wie zum Beispiel den Dobermann, da würde ich gar nicht versuchen, ihn zu retten. Einfach weil es wenig Menschen gibt, die Bedarf für so einen Hund haben und wenn doch, dann gibt es Rassen, die das ebenso erfüllen können. Aber gerade wenn es um sehr spezielle Rassen geht, die eigentlich total kompatibel wären mit sehr vielen Menschen, wie zum Beispiel der Mops oder der CFC Spaniel, da finde ich es wirklich schade, wenn diese Rassen verloren gehen. Vor allem, wenn die Probleme schon lange bekannt sind und trotzdem kaum etwas für die Rasse getan wird. Wir sprechen seit 20 Jahren darüber, dass der Mops furchtbar aussieht und trotzdem findest du auf jeder VDH Show immer noch Möpse, die ihr Leben lang leiden werden. Und ja, man kann natürlich argumentieren, dass einzelne Hunde dabei leiden werden, die Rasse gesünder zu züchten. Aber das ist im Gesamtkontext, was wir mit Tieren machen, ein Recht scheinheiliges Argument.
Das sehe ich komplett anders. Gerade bei so heftigen Qualzuchten wie dem Mops müssen so unglaublich viele Generationen leiden bis da was halbwegs gesundes dabei herauskommt. Dann müssen da andere Rassen eingekreuzt werden (weil der Genpool so klein und schlecht ist) und der Charakter wird sich dadurch massiv verändern. Meiner Meinung nach sollte man schauen dass die gesunden Rassen, die es noch gibt, weiterhin gesund gehalten werden und man da vielleicht ne Rasse mit so nem Charakter daraus entwickeln kann. Und die Qualzuchtrassen lässt man aussterben.