Home / Forum / Erziehung & Training / Reizangel

Verfasser-Bild
Kathi
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 49
heute 20:15

Reizangel

Hallo zusammen, unser Golden Retriever kennt ein Platz auf Distanz. Gerade bei viel Dynamik fällt ihm das aber noch schwer. Wir wollen deshalb eine Reizangel als Hilfsmittel nehmen um neben der Impulskontrolle langfristig auch das Stoppen aus der Bewegung zuverlässig abrufen zu können. Habt ihr Tipps für gute Anleitungsvideos oder auch Trainer/Jäger/ambitionierte Hundehalter, die Input dazu geben? Die Grundlagen und der Aufbau von Kommandos sind klar, es geht mir eher um weiterführende Tipps, wie man die Reizangel noch besser nutzen kann. Und habt ihr Empfehlungen für bestimmte Reizangeln/Marken/Hersteller? Mit welchen Maßen oder Gewichten kommt ihr gut klar? Worauf würdet ihr beim Kauf achten?
 
Beitrag-Verfasser
Ulrike
heute 08:56
Laut deinem Profil hast du gar keinen Hund🤔
Ich habe keine Fotos und kein Profil angelegt. Bin irgendwie drüberweggekommen. Habe einen Hütehund und einen jagdambitionierten Pudel. Der hat oft Leinenzwang, weil da der Gehorsam nicht für Wild reicht. Der schaut ein Reh an, ich sag was, er guckt mich an und entscheidet sich leider oft für das Reh. Der Hütehund starten im Sekundenbruchteil, es war eine Katze, los und lässt sich dann abrufen. Rehe waren immer so weit weg, dass es nich so interessant war und ein einfaches nein gereicht hat. Beide Hunde können Stopp aus der Entfernung. Dem Hütehund ist Gehorchen und Lob, Spiel und Leckerchen sehr viel wert. Dem Pudel nicht so viel, dass er deshalb von den Rehen ablassen würde. Ich habe es nicht geschafft, dass zuverlässig zu drehen. Inzwischen ist es viel besser aber nur weil er inzwischen schlechter sieht und auch körperlich langsamer ist.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
W
heute 09:13
Also er kann gerade so Bobbycar fahren und soll nun mit dem Porsche auf den Nürburgring? Er muss doch erstmal verstehen, was du von ihm willst, wenn du „stopp“ sagst. Dazu einfach erstmal eine Leine nehmen, stehenbleiben und wenn er auch stehenbleibt „stopp“ sagen und Leckerli. Wenn er es verstanden hat, das auch an längerer Leine/SL üben. Dann „stopp“ sagen und vorbei gehen, dann „stopp“ sagen und vorbei rennen, dann stopp und Dummy werfen, dann stopp beim Hinrennen zum Dummy und dann würde ich vielleicht mal über eine Reizangel nachdenken, aber „huch“ die braucht man gar nicht mehr.
Das ist bis dahin so machbar und habe ich auch schon gemacht.
So sollte man es aufbauen. Dann bin ich aber noch nicht fertig. Es kommt dann auch auf den Hund an wie es weiter geht. Beim guten Sporthund kann man durchaus auch mit der Reizangel Trieb fördern und eine Zeit den Hund verleiten und ablenken. Mit dem Trieb kommt man auf einen höheren Level des gehorchens.
Mit der geschickten Bewegung der Beute an der Angel kann man dafür sorgen das der Hund beim Höhrzeichen oder einer Geste genau vor einem ist. Dann ist man etwas weiter. Schnelle Bestätigung und guter Umgang mit der Reizangel sind sehr wichtig! Nicht überdrehen und klare Körpersprache spielen eine große Rolle. Für einen Rotti oder Malinois habe ich mir die Angel selbst hergestellt wobei die Schnur von
1,5 m bis 3,5m lang war. Mann kann es in vielen Schritten aufbauen und ausbauen. Der Start, das der Hund
nicht einfach los stürmt ist ja auch immer gut zu gebrauchen. Wenn der Hund nach vielen freudigen Einheiten auf Höhzeichen in 3m Entfernung von einem weg im Platz liegt und zur Beute, von einem weg schaut ist man einen großen Schritt weiter! Es lassen sich viele kleine Schritte machen. Die Körperliche Belastbarkeit kann man oder muss man gut einteilen.
Wenn die Reizangel am Griff angespitzt wird und man sie aufrecht in die Erde steckt. Kann man so auch das vorausschicken üben. Es geht noch vieles mehr.
Es gibt auch viele andere Wege mit dem Hund zu trainieren. Die Reizangel ist aber auch zu gebrauchen!?!
 
Beitrag-Verfasser-Bild
W
heute 09:25
Was ich beim Reizangeltraining nicht so schön finde, ist, dass der Hund in der Hetzphase komplett autark agiert, überhaupt keine Verbindung mehr zum Haltenden hat, die Reizangel könnte auch motorisch betrieben sein, für den Hund wäre es das Gleiche. Überdies wird beim Hetzen noch jede Menge selbstbelohnendes Dopamin ausgeschüttet und der Halter zusätzlich "ausgeblendet", keinerlei bindungsförderndes gemeinsames Spaßhaben und die soziale Komponente wird komplett ignoriert. Ich habe auch den Eindruck, dass sich die Rütterjünger langsam von dem Quatsch distanzieren.
Da bin ich komplett anderer Meinung. Der Hund der bei mir soll gehorchen. Mit viel Training soll der Hund der nicht bei mir ist aber auch gehorchen! Und der Hund weiß schon wer ihn da rausfordert. Für die Hundehalter die ihren Hund rufen der gerade auf dem Weg zu ihnen ist und stolz sind wenn er kommt ist noch einiges zu tun.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
W
heute 09:31
Vielleicht habe ich mich in meinem Ausgangspost nicht klar ausgedrückt: mein Hund kennt ein Stopp bzw Platz auch aus der Bewegung und kann bspw bei einem hochwertigen Futter aus dem Rennen dahin stoppen. Der Reiz ist zwar groß, aber eben statisch. Ich kann ihn auch stoppen, wenn ich Sachen werfe, die bewegen sich aber eben ab einem bestimmten Punkt auch nicht mehr. Ein Hase würde nicht stehen bleiben, nur weil der Hund stoppt, ich brauche also neben einem zuverlässigen Stoppen auch das Bleiben in dieser Position, selbst wenn sich etwas bewegt. Bei der Reizangel geht es mir genau darum ihn erstens hochzufahren, damit er auch bei hoher Dynamik und Erregungslage denken und aushalten lernt und zweitens um einen Reiz, der je nach Bedarf auch über einen längeren Zeitraum dynamisch bleibt.
Das kann man mit der Angel super trainieren!
Viele kleine Schritte, dann ist man auf einem hohen Niveau. Mit Hilfe einer weiteren Person und unterschiedlicher Beute an länger Leine geht das Training dann weiter. Ich drücke die Daumen
 
Beitrag-Verfasser-Bild
W
heute 10:03
Ach, okay, dann gehörst du nicht zu den Leuten, die meinen, "ich schnappe mir jetzt mal 10 Minuten die Reizangel und dann ist er körperlich wie geistig platt und ich brauche nur ganz bequem wie ein Marionettenspieler mit dem Reiz wedeln". Ich würde mich fragen, warum dein Hund in diesem Moment mit dir kooperieren sollte? Was könnte sein Antrieb sein vom Hetzen abzulassen? Dann kommst du schnell darauf, dass es das Superduperleckerli nicht sein wird (natürlich je nach Hetzmotivation des Hundes, aber das scheint ja bei deinem schon ausgeprägt zu sein?) Und ihm den Hasen zur Belohnung geben wie im Film, willst du ja auch nicht. Oder woher sollte er dann wissen, dass er den Hasen nicht bekommen darf, wenn er nur lange genug hetzt? Das habt ihr ja so geübt? Dann wirst du schnell feststellen (wenn du nicht aversiv arbeiten willst), dass du bei dem Level mit schlichter Konditionierung nicht weiterkommst und das verlässlich mE. nur über die soziale Ebene in Kombination erreichen kannst. Hat dein Hund denn ein Problem mit vorbeifahrenden Fahrrädern/Autos etc.?
Ich trainiere nicht mit lebenden Hasen und verleite den Hund nicht auf das lebende Tier. Mit viel Spiel, Training, und Übung versuche ich mir Respekt und Anerkennung zu verschaffen. Dazu gebe ich auch das selbe. Mein Ziel ist es das meine angebotene Beute dem Hund wichtiger wird als der Hase. Du müsstest mir beim Training zuschauen und dann Stop rufen wenn's aversiv ist. Durch viele kleine Schritte und mal Schritte zurück glaube ich hattest du keine Einwände.
Ich habe auch schon einiges falsch gemacht! Es ist aber viel mehr möglich wenn man sich auf höherem Trieblevel mit dem Hund befasst. Sportliche faire Gegner sind meine Freunde, da ist auch beim Menschen mehr Erfolg möglich.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katja
heute 10:05
Etwas angestaubt, aber für mich immer wieder der Klassiker:

https://youtu.be/FrJGVS7yJPs?si=d9JP4irmJEBJHQOQ

Insbesondere wie er den Terrier „in Spur“ kriegt, find ich immer wieder faszinierend!😀
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Julia 🐾Nero
heute 10:55
Weiß zwar nicht inwieweit es wirklich zum Thema passt, aber zum Thema Reizsteigerung: Ich habe mal auf einer Messe mit einer "Jagdhundvorstellung" u. A. folgendes gesehen: Eine Art Alukoffer mit kleinem Motor drin und Spule mit dünner Schnur (evtl. Angelsehne). Am Ende der Schnur war ein Stück Wildfell befestigt und wurde vom Koffer locker 10m oder weiter raus gezogen und ausgelegt. (kann das schwer einschätzen wie groß die Distanz in dem begrenzten Raum vor Ort war) Der Jäger hatte eine Fernbedienung wie beim RC Auto in der Hand. Nun wurde der Hund geholt und im Platz iwo neben der Angelschnur platziert. Aufgabe - Hund sollte im Platz bleiben/ durfte dem Fell nicht nachgehen... Also Jäger drückt auf seine Fernbedienung, das Fell kommt rasch und nahe am Hund vorbei geflattert bis es wieder am Koffer dran war. Ich fand das total cool. Damit kann man sicherlich auch ein "Stopp" gut trainieren. Evtl könnte man so etwas ähnliches in der Art nachbauen 😄 oder halt zu zweit improvisieren.... Die Schnur iwie um eine Ecke herum gelegt und außer Sichtweite zieht dann der zweite die schnur ein oder kurbelt mit ner alten Angelrolle oder so.
Ich verstehe den Vorteil gegenüber der Reizangel nicht.

Im Endeffekt trainiert man ja das gleiche, nur auf einem einfacheren Niveau.
Der Hund ist bereits im Platz und es wird geradlinig eine "Beute" vorbeigezogen.

Das ist sicher eine gute Vorbereitung, aber in Realität liegt der Hund ja nicht bereits und die echte Beute rennt auch nicht geradlinig und im gleichen Tempo am Hund vorbei.

Die Steigerung und maximale Annäherung ist ja dann eh die Reizangel. Hund wird aus der eigenen Dynamik ins Platz gebracht, das erfordert schon eine sehr hohe Impulskontrolle und die Beute bewegt sich ebenfalls dynamisch, wird langsamer, schneller, "springt" usw.

Mir fällt schwer nachzuvollziehen, wieso die gleichen Leute, die die Reizangel kritisieren, diesen motorisierten Koffer toll finden.

Wenn man Bedenken hat den Hund als Belohnung in das Beute Objekt an der Reizangel beißen zu lassen, kann man das ja auch sehr einfach umgehen. Einfach eine Beißwurst in die Tasche packen und dann damit zergeln.

Mit dem Hund nie in hoher Erregung zu trainieren bedeutet in der Regel, den Hund auch nie in hoher Erregung unter Kontrolle zu haben.
Eigentlich ist es doch die Königsdisziplin einem Hund Erregung zu ermöglichen und "echte" Freizeit im Freilauf, in der er selbstständig und autark agieren kann, bis man ihn unterbricht. Genau das trainiert man mit der Reizangel.
Und das ist ja nicht nur im Jagdkontext von Vorteil. Man kann einen Hund so auch aus einem wilden Spiel, oder sogar einer eskalierenden Interaktion abrufen usw.

All die Nachteile, die hier der Reizangel zugesprochen werden, sind ja gerade die Vorteile.
Natürlich kann man den Hund auch ein Leben lang versuchen in niedriger Erregung und konstanter Orientierung zu halten, so dass der Freilauf am Ende eigentlich eine Freifolge ist.

Aber wieso soll man es kritisieren, wenn jemand einen Schritt weitergeht und seinem Hund maximalen Expressions und Handlungsspielraum ermöglichen möchte. Das erfodert allerdings Training in genau dieser Erregung.
Abgesehen davon, dass das Training den meisten Hunden ja auch großen Spaß macht. Kontrolliert hetzen lassen zu können, weil man den Hund jederzeit unterbrechen kann, ist doch das Nonplusultra.
Selbst wenn es am Ende "nur" Spaß, geistige und körperliche Auslastung wäre, ist das doch schon extrem viel Wert.
Das ist es aber eben nicht, denn die Reizangel ist ja nicht umsonst ein bewährtes Mittel in der Jagdhunde Ausbildung.
Und dient eben genau der Impulskontrolle, Ruhe, Festigung des Vorstehens, sowie Kontrolle des Hetztriebs.

Wenn man Hetzen, Dynamik und Erregung aber immer nur vermeidet, wird man sie auch nie kontrollieren können. Das ist natürlich auch ok, man kann Reize meiden oder Verhalten nie zulassen. Aber eigentlich ist Kontrolle des Verhaltens am Reiz das größte, was man mit seinem Hund erreichen kann.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Julia 🐾Nero
heute 11:48
Welche Genetik meinst du genau? Das Zuchtziel beim Golden Retriever ist absolut kein selbstständiges Jagen, sondern die Arbeit nach dem Schuss – und zwar erst nach dem Kommando. Genetisch bringt er durch die angezüchtete Standruhe (Steadiness) bereits die perfekte Veranlagung mit. Er muss ruhig warten, während um ihn herum geschossen wird, und darf niemals eigenmächtig losrennen. Ein selbstständiger Hetztrieb wurde ihm komplett weggezüchtet. Wenn ein Golden Retriever also unkontrolliert jagt, liegt das nicht an seiner Genetik, sondern schlicht an unzureichender Erziehung. Jetzt darf man hier aber nicht vergessen, dass Merlin gerade mal zwei Jahre alt ist – da ist das Oberstübchen hin und wieder mal wegen Umbauarbeiten geschlossen. Der große Vorteil dabei: Man muss ihn nicht mühsam gegen seine genetische Veranlagung formen, sondern einfach nur die Impulskontrolle festigen, die er genetisch eigentlich schon im Gepäck hat. Dazu eine Reizangel zu benutzen, ergibt für mich allerdings wenig Sinn. Damit nutzt man ja genau den Reiz als Ablenkung, den man eigentlich kontrollieren und abbauen möchte. Die Reizangel triggert das Hetzen – also genau die Sequenz, die er gerade unkontrolliert auslebt und die ihm genetisch eigentlich wegzüchten wurde. Ihn in dieses extreme Jagdfieber zu pushen, macht es für sein zweijähriges Gehirn nur noch schwerer. Statt das Hetzen erst anzufeuern, sollten wir lieber direkt an seiner genetischen Stärke ansetzen: der Standruhe. Er muss lernen, in der Ruhe zu bleiben, wenn sich etwas bewegt, anstatt dass wir ihn aktiv zum Jagen animieren.“
Kommt es nicht auf das Ziel an, das man mit seinem Hund verfolgt?

Außerdem kann man die Reizeingel auch ohne Hetzen einsetzen.
Man kann auch Steadiness oder Vorstehen mit einer Reizangel trainieren.
Je nachdem, woran man eben arbeiten möchte.

So kann man einem Hund mit der Reizangel beibringen, dass zum Beispiel selbstständig nachhetzen immer zum Misserfolg führt.

Anderer Aufbau, gleiches Tool.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Jochen
heute 12:26
Ich verstehe den Vorteil gegenüber der Reizangel nicht. Im Endeffekt trainiert man ja das gleiche, nur auf einem einfacheren Niveau. Der Hund ist bereits im Platz und es wird geradlinig eine "Beute" vorbeigezogen. Das ist sicher eine gute Vorbereitung, aber in Realität liegt der Hund ja nicht bereits und die echte Beute rennt auch nicht geradlinig und im gleichen Tempo am Hund vorbei. Die Steigerung und maximale Annäherung ist ja dann eh die Reizangel. Hund wird aus der eigenen Dynamik ins Platz gebracht, das erfordert schon eine sehr hohe Impulskontrolle und die Beute bewegt sich ebenfalls dynamisch, wird langsamer, schneller, "springt" usw. Mir fällt schwer nachzuvollziehen, wieso die gleichen Leute, die die Reizangel kritisieren, diesen motorisierten Koffer toll finden. Wenn man Bedenken hat den Hund als Belohnung in das Beute Objekt an der Reizangel beißen zu lassen, kann man das ja auch sehr einfach umgehen. Einfach eine Beißwurst in die Tasche packen und dann damit zergeln. Mit dem Hund nie in hoher Erregung zu trainieren bedeutet in der Regel, den Hund auch nie in hoher Erregung unter Kontrolle zu haben. Eigentlich ist es doch die Königsdisziplin einem Hund Erregung zu ermöglichen und "echte" Freizeit im Freilauf, in der er selbstständig und autark agieren kann, bis man ihn unterbricht. Genau das trainiert man mit der Reizangel. Und das ist ja nicht nur im Jagdkontext von Vorteil. Man kann einen Hund so auch aus einem wilden Spiel, oder sogar einer eskalierenden Interaktion abrufen usw. All die Nachteile, die hier der Reizangel zugesprochen werden, sind ja gerade die Vorteile. Natürlich kann man den Hund auch ein Leben lang versuchen in niedriger Erregung und konstanter Orientierung zu halten, so dass der Freilauf am Ende eigentlich eine Freifolge ist. Aber wieso soll man es kritisieren, wenn jemand einen Schritt weitergeht und seinem Hund maximalen Expressions und Handlungsspielraum ermöglichen möchte. Das erfodert allerdings Training in genau dieser Erregung. Abgesehen davon, dass das Training den meisten Hunden ja auch großen Spaß macht. Kontrolliert hetzen lassen zu können, weil man den Hund jederzeit unterbrechen kann, ist doch das Nonplusultra. Selbst wenn es am Ende "nur" Spaß, geistige und körperliche Auslastung wäre, ist das doch schon extrem viel Wert. Das ist es aber eben nicht, denn die Reizangel ist ja nicht umsonst ein bewährtes Mittel in der Jagdhunde Ausbildung. Und dient eben genau der Impulskontrolle, Ruhe, Festigung des Vorstehens, sowie Kontrolle des Hetztriebs. Wenn man Hetzen, Dynamik und Erregung aber immer nur vermeidet, wird man sie auch nie kontrollieren können. Das ist natürlich auch ok, man kann Reize meiden oder Verhalten nie zulassen. Aber eigentlich ist Kontrolle des Verhaltens am Reiz das größte, was man mit seinem Hund erreichen kann.
Kann ja jeder machen und halten wie er will, solange es nicht tierschutzrelevant wird.

Aktivitäten, bei denen der Haltende komplett außen vor bleibt und der Hund alleine "sein Ding macht", würde ich mit meinem Hund nicht machen. Das Gemeinsamkeitsgefühl ist für mich das wichtigste. Die soziale Interaktion findet bei der Reizangel nicht statt. Und Hunde haben doch so ein großes soziales Potential!
Nur der Abbruch vom Spaß kommt vom Haltenden. Das fördert sicher nicht die Beziehung.

Dann sollte man auch mal überlegen, warum der Hund denn dann stoppt, wenn er es kann?
Nicht weil er belohnt wird, denn die eigentliche höchstwertige Belohnung wird ihm ja genommen, sondern weil der Hund sonst gehemmt werden würde, durch Blocken, durch in den Weg stellen, durch körperlich bedrohendes präsentes Zurückschicken.

Es fehlt also das eigentliche Lernverständnis des Hundes, weil es für ihn einfach keinen Sinn macht, selbst wenn er perfekt stoppt. Er stoppt aus Furcht.

Das wiederum heißt für mich als Konklusion, dass der Hund, sobald er weiß dass er frei ist und der Mensch nicht mehr hemmen kann (und das wissen die Hunde ganz genau) weiter ihr Ding machen und das sogar verstärkt, in diesem Fall das Hetzen.

Und jetzt weißt du auch, warum in der Jagdhundeausbildung (weil du die angesprochen hast) die Stomhalsbänder so "intensiv" eingesetzt worden sind (hoffentlich Präteritum).

Auch physiologisch halte ich das Rasen in engen Radien für nicht gerade optimal (das springt einem doch ins Auge?), auch wenn der Hund gesund sein sollte.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Frank
heute 12:31
Das ist bis dahin so machbar und habe ich auch schon gemacht. So sollte man es aufbauen. Dann bin ich aber noch nicht fertig. Es kommt dann auch auf den Hund an wie es weiter geht. Beim guten Sporthund kann man durchaus auch mit der Reizangel Trieb fördern und eine Zeit den Hund verleiten und ablenken. Mit dem Trieb kommt man auf einen höheren Level des gehorchens. Mit der geschickten Bewegung der Beute an der Angel kann man dafür sorgen das der Hund beim Höhrzeichen oder einer Geste genau vor einem ist. Dann ist man etwas weiter. Schnelle Bestätigung und guter Umgang mit der Reizangel sind sehr wichtig! Nicht überdrehen und klare Körpersprache spielen eine große Rolle. Für einen Rotti oder Malinois habe ich mir die Angel selbst hergestellt wobei die Schnur von 1,5 m bis 3,5m lang war. Mann kann es in vielen Schritten aufbauen und ausbauen. Der Start, das der Hund nicht einfach los stürmt ist ja auch immer gut zu gebrauchen. Wenn der Hund nach vielen freudigen Einheiten auf Höhzeichen in 3m Entfernung von einem weg im Platz liegt und zur Beute, von einem weg schaut ist man einen großen Schritt weiter! Es lassen sich viele kleine Schritte machen. Die Körperliche Belastbarkeit kann man oder muss man gut einteilen. Wenn die Reizangel am Griff angespitzt wird und man sie aufrecht in die Erde steckt. Kann man so auch das vorausschicken üben. Es geht noch vieles mehr. Es gibt auch viele andere Wege mit dem Hund zu trainieren. Die Reizangel ist aber auch zu gebrauchen!?!
Am Griffstück hinten angespitzt?
Na, da hast du noch nicht viel erlebt - sorry, bin ansonsten bei/ oder mit Dir,
aber solche Empfehlungungen würd' ich nicht weitergeben.
- nicht jeder ist so zuverlässig wachsam mit seinem Werkzeug wie Du hoffentlich.
LG 🌻