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Julia 🐾Nero
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heute 13:51

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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Julia 🐾Nero
18. Juni 11:21
@ Julia & Nero: Lobst du Nero eigentlich, wenn er via Blick Kontakt zu dir aufnimmt? Währe noch ein weiterer Tip, auch zusätzlich Freude darüber zeigen. Das ist eine der besten Gelegenheiten ihm zu zeigen dass dir das gefällt dass er auf dich achtet, völlig egal ertsmal in welchem Kontext. Es verstärkt das Teamgefühl bei euch beiden(!) und signalisiert ihm dass er sich bei dir zurückversichern kann. Auch so gibst du ihm u.a. Sicherheit, dass er sich auf dich verlassen kann. Ich mache das im Alltag nicht unbedingt immer aber doch regelmässig, auch auf Distanz, wenn Hundine von weiter weg zu mir zurück schaut. Auf deinen Video's konnte ich das eher nicht erkennen oder habs übersehen. Aber ich habs vermisst. 🌻
Auf dem Video habe ich ihn ganz absichtlich und bewusst weder gelobt, noch angeschaut.
Das war eher ein "ich gehe jetzt meinen Weg". Zumindest habe ich mehrfach gehört, dass das ständige zum Hund schauen für den Hund ein sich an ihm orientieren signalisieren kann. Und er soll sich ja orientieren.
Einfach mal gerade ausschauen und gehen wird häufig empfohlen.

Grundsätzlich lobe und bestätige ich Blickkontakt aber schon, wenn er in Freigabe/Freizeit ist. Und wenn ich ihn einalde und er folgt natürlich sowieso.
 
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Julia 🐾Nero
18. Juni 11:29
„(…)Dabei hat er mich überhaupt nicht angeschaut, sondern einfach nach vorne.(…)“ Und da frage ich mich tatsächlich, ob wir da wirklich von Diskussion oder sozialem Konflikt sprechen. Wenn ich mit jemandem einen Konflikt habe oder mich bewusst über jemanden hinwegsetze, dann bin ich ja in irgendeiner Form mit meinem Gegenüber in Kontakt. Nero scheint in dem Moment gedanklich aber komplett woanders zu sein - wo und warum auch immer. Das kann natürlich verschiedene Ursachen haben. Starke Motivation nach vorne zu kommen, Frust, Gewohnheit, hohe Erregung, Erwartungshaltung…da gibt es einige Möglichkeiten. Vielleicht weiß er auch, was du gerade möchtest, ist aber nicht in der Lage, das umzusetzen. Und noch ein anderer Gedanke: Du schreibst, du bist stehen geblieben, hast ihn eingeladen und dann zu dir gefischt. Mich würde tatsächlich interessieren, was passiert, wenn du einfach stehen bleibst und erstmal beobachtest? Nimmt Nero irgendwann von sich aus Kontakt auf? Schaut er sich um? Fragt er nach? Wird er frustriert? Schnüffelt er? Wartet er? Wenn der erste Kontakt vom Menschen ausgeht, erfahre ich wenig darüber, ob und wann der Hund selbst Kontakt aufnehmen würde. Das fände ich in deinem Fall spannend zu beobachten und würde zunächst einmal genau diesen Moment der Kontaktaufnahme positiv belegen.
Ich habe ihn zu mir gefischt, weil er der Einladung nicht gefolgt ist.
Da ich versucht habe mich aber in dem Moment durchzusetzen, habe ich ihn durch die Leine zu mir manövriert. Dann hat das Spiel schieben und nach vorne gehen begonnen. Wir sind auch gar nicht vorwärts gekommen, ich stand da und hab ihn zurück geschoben und er ist einen Schritt nach vorne gegangen. Übrigens hat er nach vorne geschaut, aber nicht irgendwo speziell hin. Auf mich hat es eher gewirkt, als ob er mich demonstrativ nicht anschaut.

Wenn ich stehen bleibe und selber nicht initiiere, dann steht er erst mal in der gespannten Leine und schaut nach vorne, das kenne ich schon sehr gut, denn das habe ich auch schon öfter ausprobiert.
Irgendwann gibt er dann nach, geht aber meist erst zur Seite zum schnüffeln. Dann versucht er wieder nach vorne, wenn das nicht geht fängt er an zu Jammern und kommt zu mir. Dann gehen wir entweder weiter und er rennt wieder vor, oder ich bleibe weiter stehen und er wird frustriert und dreht hoch.
Wenn ich ihn in dem ersten Moment, in dem er zu mir kommt lobe rennt er direkt wieder vor.
 
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Katja
18. Juni 11:33
Auf dem Video habe ich ihn ganz absichtlich und bewusst weder gelobt, noch angeschaut. Das war eher ein "ich gehe jetzt meinen Weg". Zumindest habe ich mehrfach gehört, dass das ständige zum Hund schauen für den Hund ein sich an ihm orientieren signalisieren kann. Und er soll sich ja orientieren. Einfach mal gerade ausschauen und gehen wird häufig empfohlen. Grundsätzlich lobe und bestätige ich Blickkontakt aber schon, wenn er in Freigabe/Freizeit ist. Und wenn ich ihn einalde und er folgt natürlich sowieso.
Naja: „…ein sich an ihm orientieren signalisieren KANN…“…🥴

Wenn er so schaut würde ich auch nicht groß loben, sondern einfach kurz nicken oder ein leises „yep“, a la „ich hab Dich wahrgenommen und es ist alles in Ordnung, wir gehen so weiter“.
Dann sollte er auch nicht auf den Gedanken kommen „prima, dann kann ich mich ja absetzen“…
 
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SandrA
18. Juni 11:34
Ich habe ihn zu mir gefischt, weil er der Einladung nicht gefolgt ist. Da ich versucht habe mich aber in dem Moment durchzusetzen, habe ich ihn durch die Leine zu mir manövriert. Dann hat das Spiel schieben und nach vorne gehen begonnen. Wir sind auch gar nicht vorwärts gekommen, ich stand da und hab ihn zurück geschoben und er ist einen Schritt nach vorne gegangen. Übrigens hat er nach vorne geschaut, aber nicht irgendwo speziell hin. Auf mich hat es eher gewirkt, als ob er mich demonstrativ nicht anschaut. Wenn ich stehen bleibe und selber nicht initiiere, dann steht er erst mal in der gespannten Leine und schaut nach vorne, das kenne ich schon sehr gut, denn das habe ich auch schon öfter ausprobiert. Irgendwann gibt er dann nach, geht aber meist erst zur Seite zum schnüffeln. Dann versucht er wieder nach vorne, wenn das nicht geht fängt er an zu Jammern und kommt zu mir. Dann gehen wir entweder weiter und er rennt wieder vor, oder ich bleibe weiter stehen und er wird frustriert und dreht hoch. Wenn ich ihn in dem ersten Moment, in dem er zu mir kommt lobe rennt er direkt wieder vor.
Also scheint er das „zu dir kommen“ als Strategie zu nutzen um doch noch zu seinem Ziel „da vorne“ zu kommen?
Clever😅👌
Und wenn er kommt, du kurz bestätigst und dann einfach eine andere Richtung einschlägst?
Du seine Erwartungshaltung also nicht bestätigst?
 
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Babs
18. Juni 12:02
Ich habe ihn zu mir gefischt, weil er der Einladung nicht gefolgt ist. Da ich versucht habe mich aber in dem Moment durchzusetzen, habe ich ihn durch die Leine zu mir manövriert. Dann hat das Spiel schieben und nach vorne gehen begonnen. Wir sind auch gar nicht vorwärts gekommen, ich stand da und hab ihn zurück geschoben und er ist einen Schritt nach vorne gegangen. Übrigens hat er nach vorne geschaut, aber nicht irgendwo speziell hin. Auf mich hat es eher gewirkt, als ob er mich demonstrativ nicht anschaut. Wenn ich stehen bleibe und selber nicht initiiere, dann steht er erst mal in der gespannten Leine und schaut nach vorne, das kenne ich schon sehr gut, denn das habe ich auch schon öfter ausprobiert. Irgendwann gibt er dann nach, geht aber meist erst zur Seite zum schnüffeln. Dann versucht er wieder nach vorne, wenn das nicht geht fängt er an zu Jammern und kommt zu mir. Dann gehen wir entweder weiter und er rennt wieder vor, oder ich bleibe weiter stehen und er wird frustriert und dreht hoch. Wenn ich ihn in dem ersten Moment, in dem er zu mir kommt lobe rennt er direkt wieder vor.
Ich versuche die ganze Zeit zu verstehen, was zwischen Euch passiert.

Es sind meisstens die Kleinigkeiten.

Euer Ablauf ist mir nicht schlüssig.
Nero zieht, Du lädst ihn ein, er reagiert nicht, Du sammelst ihn zu Dir ein, nimmst ihn an Deine Seite.

Habe ich den Ablauf richtig verstanden?
 
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Alois
18. Juni 12:03
Naja, da ist(!) ein Zaun. Die Hunde sind schlau genug um zu wissen dass sie da nicht an das Wild rankommen, wozu also sinnlos hochdrehen? Reine Energieverschwendung sozusagen, sowas meiden Tiere i.d.R. instinktiv. Einsatz nur wenn Aussicht auf Erfolg besteht. Das ist im Gehege nicht der Fall. Baja hat anfangs schon interessiert geschaut, macht sie auch heute noch manchmal. Wir waren da auch zum "Beobachten üben" weil da eben i.d.R. die Reizlage so niedrig ist. 🌻
Das war das Stichwort😊
Aufgrund der Energieökonomie der Hunde kann man Rückschlüsse auf den mentalen Zustand des Hundes ziehen, oft ist ein übertriebener Bewegungsdrang ein Zeichen für Überforderung der bei einem nicht gegensteuern in Reaktivität enden kann!
Dieser erhöhter Bewegungsdrang wird aber oft fehlinterpretiert, und der Hund noch verstärkt in die Überforderung getrieben!
Ein stabiler und souveräner Hund setzt seine Energie nur gezielt zur Deeskalation, zum Jagen, im Spiel(nicht Fiddeln) und zur Verteidigung ein!
Ansonsten ist er ruhig und entspannt 😊
 
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Moni
18. Juni 12:04
Ich habe ihn zu mir gefischt, weil er der Einladung nicht gefolgt ist. Da ich versucht habe mich aber in dem Moment durchzusetzen, habe ich ihn durch die Leine zu mir manövriert. Dann hat das Spiel schieben und nach vorne gehen begonnen. Wir sind auch gar nicht vorwärts gekommen, ich stand da und hab ihn zurück geschoben und er ist einen Schritt nach vorne gegangen. Übrigens hat er nach vorne geschaut, aber nicht irgendwo speziell hin. Auf mich hat es eher gewirkt, als ob er mich demonstrativ nicht anschaut. Wenn ich stehen bleibe und selber nicht initiiere, dann steht er erst mal in der gespannten Leine und schaut nach vorne, das kenne ich schon sehr gut, denn das habe ich auch schon öfter ausprobiert. Irgendwann gibt er dann nach, geht aber meist erst zur Seite zum schnüffeln. Dann versucht er wieder nach vorne, wenn das nicht geht fängt er an zu Jammern und kommt zu mir. Dann gehen wir entweder weiter und er rennt wieder vor, oder ich bleibe weiter stehen und er wird frustriert und dreht hoch. Wenn ich ihn in dem ersten Moment, in dem er zu mir kommt lobe rennt er direkt wieder vor.
"Er hat nach vorne geschaut aber nicht irgendwo speziell hin. Auf mich hat es so gewirkt, als ob er mich demonstrativ nicht anschaut"

Ich glaube er sondiert sie Umgebung.
Also wenn er ein vorderer Leithund vom Wesen ist, dann hat er ein großes Radar mit dem er alles wahrnehmen kann. Sein Blick wird vermutlich immer nach vorne gerichtet sein.

Vll wundert er sich auch weshalb du stehen bleibst, weil es vor ihm kein Grund gibt zu reagieren.


Was ist denn wenn du ihn an der Leine 1-2 m konstant vor dir laufen lässt?
Steigert er sich dann ins ziehen rein oder nicht ?

Als Leithund ist es halt auch seine Aufgabe vorne und das Außen zu beurteilen und dann Rückmeldung nach hinten zu geben "Luft ist rein, wir können weiter"
 
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Moni
18. Juni 12:07
Ich fände es noch spannend wenn dich einer mal beim Spaziergang filmen könnte. So mit 5-10m Abstand 😉
 
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Alois
18. Juni 12:10
Ich fände es noch spannend wenn dich einer mal beim Spaziergang filmen könnte. So mit 5-10m Abstand 😉
Das wäre bestimmt sehr aufschlussreich 😊
 
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Jörg
18. Juni 12:16
Also scheint er das „zu dir kommen“ als Strategie zu nutzen um doch noch zu seinem Ziel „da vorne“ zu kommen? Clever😅👌 Und wenn er kommt, du kurz bestätigst und dann einfach eine andere Richtung einschlägst? Du seine Erwartungshaltung also nicht bestätigst?
Ich sag immer dazu schlaue Hunde sind kein Segen. Zum einen lernen sie gewisse Dinge sehr schnell wobei gelerntes auch schnell langweilig wird. Zum anderen erkennen sie jede kleine Lücke und nutzen diese auch aus.