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Julia 🐾Nero
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heute 09:51

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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Jochen
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heute 07:05
Ich denke, es macht ihm Spaß mit dir zu lernen, neues zu erkunden, gemeinsam was mit dir zu erarbeiten. Und er mag und merkt deinen Fokus, dein Feedback.

Wenn "der Alltag" kommt, "bringt es nichts mehr" und er macht wieder sein Ding, weil es wieder höherwertiger ist.

Was machst du denn immer, wenn du bei der Leinenführigkeit scheiterst?
Ist es dir dann egal und du gibst auf?

Ich frage das, weil ich der arroganten Meinung bin, dass nur die Inkonsequenz die diversen Methoden scheitern lässt.
 
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Jochen
heute 07:05
Ich denke, es macht ihm Spaß mit dir zu lernen, neues zu erkunden, gemeinsam was mit dir zu erarbeiten. Und er mag und merkt deinen Fokus, dein Feedback.

Wenn "der Alltag" kommt, "bringt es nichts mehr" und er macht wieder sein Ding, weil es wieder höherwertiger ist.

Was machst du denn immer, wenn du bei der Leinenführigkeit scheiterst?
Ist es dir dann egal und du gibst auf?

Ich frage das, weil ich der arroganten Meinung bin, dass nur die Inkonsequenz die diversen Methoden scheitern lässt.
 
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Charlotte
heute 07:23
Liebe Julia, ich finde deine Beschreibung sehr treffend. Wir kennen einen Teil davon: unser Havaneser lernt ähnlich schnell. Bei Beschäftigungsspielen draußen ist er begeistert dabei und spielt meist nach den Regeln mit 😊. Drinnen (und vor allem ohne Publikum 🤨) kennen wir das Phänomen, dass er bei der 3. Wiederholung einfach desinteressiert "abwinkt". Da passt der Kommentar mit der Konsequenz nicht so, finde ich. Wir brechen das Spiel dann natürlich ab, es hängt ja auch nichts Wichtiges dran, aber ich hab ähnlich wie bei Euch den Eindruck, es geht um die "Abnutzung". Bei den Spielen ist das natürlich kein Problem, dann wechselt man öfter (und vor Publikum ist er auch wieder Feuer und Flamme), aber bei Leinenführigkeit etc ist es ja was anderes. Unserer ist so heiß auf Leckerlie, dass ich mit einer neuen Belohnung immer wieder gut motivieren konnte. Aber ich bin keine Expertin für Erziehung (daher auch ein Havaneser 😉) ... Viele Grüße von Charlotte
 
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Steffi
heute 07:24
Bei uns hängt es massiv von der Art und Intensität der mitspielenden Außenreize ab.
Beispiel Hüteverhalten:
Auf dem Deich an 3 grasenden Schafen ruhig vorbei ist kein Problem mehr, zwischen mehreren Schafgrüppchen durch geht gut, mit Erinnerung an das Erlernte. Viel Schafe mit Bewegung = Schluss mit Ruhe an der Leine. Das wird aber noch besser werden.
In problematischen Alltagssituationen - bei uns nach wie vor Hundebegegnungen -stelle ich fest, dass in Erlerntes abrufbar ist, aber nicht verinnerlicht / entspannt / sinnvoll für den Hund ist.
 
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Julia 🐾Nero
heute 07:26
Ich denke, es macht ihm Spaß mit dir zu lernen, neues zu erkunden, gemeinsam was mit dir zu erarbeiten. Und er mag und merkt deinen Fokus, dein Feedback. Wenn "der Alltag" kommt, "bringt es nichts mehr" und er macht wieder sein Ding, weil es wieder höherwertiger ist. Was machst du denn immer, wenn du bei der Leinenführigkeit scheiterst? Ist es dir dann egal und du gibst auf? Ich frage das, weil ich der arroganten Meinung bin, dass nur die Inkonsequenz die diversen Methoden scheitern lässt.
Im Grunde ist das Endergebnis schon, dass ich aufgebe.

Aber ich versuche es durchaus lange, nur entgegnet Nero mit Verweigerung oder sich blöd stellen (was natürlich eine menschliche Sichtweise ist, nur fällt mir keine bessere Interpretation ein).

Wie bleibt man konsequent? Das ist eine ernst gemeinte Frage, vielleicht verstehe ich das Konzept der Konsequenz nicht richtig. Er ignoriert mich dann einfach 🤷🏻‍♀️. Hochwertigere Belohnung wird links liegen gelassen und strengere Korrektur beeindruckt ihn sowieso nicht, wenn er an dem Punkt ist.

Wenn es an mangelnder Konsequenz liegt, dann weiß ich einfach nicht, wie ich diese durchsetzen soll, wenn der Hund die Kooperation einstellt.

Aber ja ich denke schon das seine Sichtweise ist "das war jetzt voll nett und jetzt mache ich wieder mein Ding".
 
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Julia 🐾Nero
heute 07:32
Liebe Julia, ich finde deine Beschreibung sehr treffend. Wir kennen einen Teil davon: unser Havaneser lernt ähnlich schnell. Bei Beschäftigungsspielen draußen ist er begeistert dabei und spielt meist nach den Regeln mit 😊. Drinnen (und vor allem ohne Publikum 🤨) kennen wir das Phänomen, dass er bei der 3. Wiederholung einfach desinteressiert "abwinkt". Da passt der Kommentar mit der Konsequenz nicht so, finde ich. Wir brechen das Spiel dann natürlich ab, es hängt ja auch nichts Wichtiges dran, aber ich hab ähnlich wie bei Euch den Eindruck, es geht um die "Abnutzung". Bei den Spielen ist das natürlich kein Problem, dann wechselt man öfter (und vor Publikum ist er auch wieder Feuer und Flamme), aber bei Leinenführigkeit etc ist es ja was anderes. Unserer ist so heiß auf Leckerlie, dass ich mit einer neuen Belohnung immer wieder gut motivieren konnte. Aber ich bin keine Expertin für Erziehung (daher auch ein Havaneser 😉) ... Viele Grüße von Charlotte
Das klingt nach eintretender "Langeweile", wenn das ein passender Begriff wäre?
 
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Julia 🐾Nero
heute 07:36
Bei uns hängt es massiv von der Art und Intensität der mitspielenden Außenreize ab. Beispiel Hüteverhalten: Auf dem Deich an 3 grasenden Schafen ruhig vorbei ist kein Problem mehr, zwischen mehreren Schafgrüppchen durch geht gut, mit Erinnerung an das Erlernte. Viel Schafe mit Bewegung = Schluss mit Ruhe an der Leine. Das wird aber noch besser werden. In problematischen Alltagssituationen - bei uns nach wie vor Hundebegegnungen -stelle ich fest, dass in Erlerntes abrufbar ist, aber nicht verinnerlicht / entspannt / sinnvoll für den Hund ist.
Das scheint bei Nero nicht der Fall zu sein, weil er in der Anfangsphase Reiz- und Schwierigkeitssteigerungen mitmacht.

Ab dem Zeitpunkt, an dem er nicht mehr mitmacht, tut er das aber auch in reizarmer Umgebung nicht mehr.
Also selbst da nicht, wo wir ursprünglich angefangen haben, tritt eine völlige "Verweigerung" ein.
 
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Katja
heute 07:36
Ich würde denken, dass da viel Automatismen im Spiel sind: wir machen ja auch voller Enthusiasmus am Jahresanfang Sport, weil wir wissen, dass es gesund für uns ist.
Recht schnell übernimmt dann wieder der innere Schweinehund und man fällt in die alten Muster zurück. Da geht es (zumindest bei mir) dann immer drum: wie durchbreche ich die alten Automatismen und trickse mich selber aus…? Das können ganz simple Tricks sein (immer auf dem Arbeitsweg am Sportstudio vorbeifahren) oder auch kompliziertere (mit jemandem festen Termin zum Sport ausmachen -> sozialen Druck hinzufügen)… je nachdem, wie groß meine Renitenz ist!😬
Ich würde denken, dass das gerade beim erwachsenen Hund nicht anders ist.

Deswegen würde ich beobachten und versuchen, entweder einsetzende Routinen so früh wie möglich zu unterbrechen bzw. umzulenken oder aber Dinge ganz anders zu machen, dass die Muster gar nicht erst ablaufen.

Ich merke gerade: Etwas theoretisch…🤔
Mir würde einfallen, dass er für die Leinenführigkeit z.B. beim Gassi etwas tragen muss -> neuen Focus hinzufügen… sowas in der Art.
 
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Julia 🐾Nero
heute 07:43
Ich würde denken, dass da viel Automatismen im Spiel sind: wir machen ja auch voller Enthusiasmus am Jahresanfang Sport, weil wir wissen, dass es gesund für uns ist. Recht schnell übernimmt dann wieder der innere Schweinehund und man fällt in die alten Muster zurück. Da geht es (zumindest bei mir) dann immer drum: wie durchbreche ich die alten Automatismen und trickse mich selber aus…? Das können ganz simple Tricks sein (immer auf dem Arbeitsweg am Sportstudio vorbeifahren) oder auch kompliziertere (mit jemandem festen Termin zum Sport ausmachen -> sozialen Druck hinzufügen)… je nachdem, wie groß meine Renitenz ist!😬 Ich würde denken, dass das gerade beim erwachsenen Hund nicht anders ist. Deswegen würde ich beobachten und versuchen, entweder einsetzende Routinen so früh wie möglich zu unterbrechen bzw. umzulenken oder aber Dinge ganz anders zu machen, dass die Muster gar nicht erst ablaufen. Ich merke gerade: Etwas theoretisch…🤔 Mir würde einfallen, dass er für die Leinenführigkeit z.B. beim Gassi etwas tragen muss -> neuen Focus hinzufügen… sowas in der Art.
Ist aber nicht Routine genau das, was ich etablieren will?
Vielleicht verstehe ich dich falsch.

Das was anfangs schwer fällt soll doch im Laufe des Trainings zur Routine für den Hund werden.

Wir haben schon einmal versucht die Leinenführigkeit von normaler "Freizeit" abzugrenzen. Damals mit Halsband vs Geschirr. Ich denke wenn ich ihm bei Leinenführigkeit etwas zu tragen gebe, wird es wie mit allem anderen auch laufen. Er wird anfangs lernen und mitmachen und dann das Objekt einfach nicht mehr tragen und sich verweigern.
Ich kann es natürlich probieren, aber das Prinzip ist ja das gleiche.

Die Abgrenzung Leinenführigkeit vs Freizeit scheint er aber gar nicht zu brauchen. Das dient ja primär dem Verständnis für den Hund. Er versteht aber, sogar sehr gut, was wann verlangt wird. Er macht ab einem gewissen Zeitpunkt einfach dicht.
 
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Steffi
heute 08:04
Das scheint bei Nero nicht der Fall zu sein, weil er in der Anfangsphase Reiz- und Schwierigkeitssteigerungen mitmacht. Ab dem Zeitpunkt, an dem er nicht mehr mitmacht, tut er das aber auch in reizarmer Umgebung nicht mehr. Also selbst da nicht, wo wir ursprünglich angefangen haben, tritt eine völlige "Verweigerung" ein.
Wartest Du vielleicht auf den einen, großen Durchbruch im generellen Zusammenleben? Und kann der unter Einbeziehung des Charakters und rassetypischen Eigenschaften des Hundes tatsächlich noch kommen ? Das sind die Fragen, die ich mir stelle und die Antworten dazu bewirken langsam eine Änderung meines Mindsets, was sich wiederum positiv auf Lumi auswirkt. Aufgeben meine ich nicht, ich bin mir aber zimlich sicher, dass es die ultimative Trianingsmethode für unsere Schwierigkeiten nicht gibt und zuviel menschliche Erwartung, Hoffnung, Ehrgeiz, Enttäuschung, Frust, Vergleich durch mich kontaproduktiv ist und Lumi nicht gerecht wird.

Ich überlege gerade, ob ich die Hundeschule aussetzte. Hat nur noch Hobbycharakter, sie kann theoretisch alles und liefert ab, wenn sie will. Bringt aber nichts mehr für das generelle Problem..
 
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Ilona
heute 08:09
Ist aber nicht Routine genau das, was ich etablieren will? Vielleicht verstehe ich dich falsch. Das was anfangs schwer fällt soll doch im Laufe des Trainings zur Routine für den Hund werden. Wir haben schon einmal versucht die Leinenführigkeit von normaler "Freizeit" abzugrenzen. Damals mit Halsband vs Geschirr. Ich denke wenn ich ihm bei Leinenführigkeit etwas zu tragen gebe, wird es wie mit allem anderen auch laufen. Er wird anfangs lernen und mitmachen und dann das Objekt einfach nicht mehr tragen und sich verweigern. Ich kann es natürlich probieren, aber das Prinzip ist ja das gleiche. Die Abgrenzung Leinenführigkeit vs Freizeit scheint er aber gar nicht zu brauchen. Das dient ja primär dem Verständnis für den Hund. Er versteht aber, sogar sehr gut, was wann verlangt wird. Er macht ab einem gewissen Zeitpunkt einfach dicht.
Ich glaube, das du zu verkrampft daran gehst. Nimm es mir bitte nicht übel, denn das kenne ich von mir auch. Beispiel Dummyarbeit: vor 2 Jahren noch hat sie 1 bis 2 Dummys geholt. Das wars dann. Obwohl wir den klassischen Aufbau gelernt haben. Nach den 2 war dann Schluss, und ich wollte aber noch mehr machen....na ja Ende vom Lied, ich hab den Druck rausgenommen. Heute machen wir " Dummy to go" , nicht mehr den klassischen Aufbau, sondern einfach unterwegs mal. Das funktioniert viel besser. Und es gibt manchmal Tage wo auch das nicht funktioniert, weil zuviele Reize, evtl Schmerzen oder sie keine Lust hat.......wenn wir so Situationen haben: "erst funktioniert es gut, dann gar nicht mehr", lass ich es für ne Weile. Dann wenn wir nach einiger Zeit wieder ansetzen, gehe ich nochmal 1 Schritt zurück. Übe das nochmal und baue den nächsten wieder an. Und irgendwann klappt das.
Die Betonung liegt auf " irgendwann" , ich weiss das Yuna das lernt, ich weiss aber auch, das sie viel Zeit zum verarbeiten braucht. Und ich habe gelernt, nicht stundenlang am Stück zu trainieren, sondern dosiert in kleine Einheiten, mit Pausentage dazwischen.