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Julia 🐾Nero
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Anzahl der Antworten 33
heute 11:25

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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Maria
heute 08:28
Hallo Julia,
könntest du mal genauer beschreiben, wie ihr das Training in den Alltag integriert, wieviel ihr übt, was ihr macht, wenn ihr nicht trainiert, wieviel Zeit ihr mit dem Training einer Methode verbringt, sowohl täglich als auch gesamt? Vielleicht auch noch deine innere Motivationskurve, wenn du magst.

Edit: Und wie gehst du damit um, wenn du mal keine Lust aufs Training hast?
 
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Alois
heute 08:40
Ich vermute die Ursache liegt im situativen Lernen!
Das heißt der Hund lernt ein Kommando in einer definierten Situation und führt es in genau dieser auch sauber aus!
Weicht die Situation aus der Sicht des Hundes aber zuweit ab, kann er es nicht mehr ausführen weil ihm der Bezug fehlt!
Zwischen einen Rückruf im Garten oder auf einen Hundeplatz und einen Rückruf eines jagenden Hundes im Beutetrieb liegen Welten😊
Aber es gibt auch Hunde die keine reinen Gefolgshunde sind, sie sind oft wesensstark und souverän, mit ihnen kann man nur bedingt und auf Augenhöhe arbeiten!
Sie sind es auch gewohnt selbst Entscheidungen zu treffen, und hinter diesen stehen sie auch😊
 
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Thomas
heute 09:02
Das hört sich für mich so an als würde Hund zwar gerne mal was Neues ausprobieren (= Lernen), dann aber nach einer Weile feststellen das ihm das nichts (mehr) bringt und komplett das Interesse daran verlieren.

Leinenführigkeit ist ja nichts was dem Hund (aus seiner Sichtweise) irgendeinen Vorteil bringt, im Gegenteil: es schränkt ihn ja ein. Beim Rückruf ebenso...

Wie ist Nero denn generell zu motivieren?
 
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Lo
heute 09:39
Wie hat sich denn deine Begeisterungskurve beim Training bzw. bei den Aufgaben, die er absolvieren soll, geändert?

Ich habe folgende Erfahrung bei meinem Hund gemacht: Wenn ich nicht die gleiche Begeisterung wie sonst an den Tag lege oder frustriert bin, dann ist er auch weniger motiviert oder macht dicht.

Für ihn steht die gemeinsame Interaktion eindeutig im Vordergrund und er spiegelt mich. Wenn ich nicht die gleiche überschwängliche Freude bei unseren gemeinsamen Aktionen habe, dann mag er auch nicht.
 
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Julia 🐾Nero
heute 09:40
Wartest Du vielleicht auf den einen, großen Durchbruch im generellen Zusammenleben? Und kann der unter Einbeziehung des Charakters und rassetypischen Eigenschaften des Hundes tatsächlich noch kommen ? Das sind die Fragen, die ich mir stelle und die Antworten dazu bewirken langsam eine Änderung meines Mindsets, was sich wiederum positiv auf Lumi auswirkt. Aufgeben meine ich nicht, ich bin mir aber zimlich sicher, dass es die ultimative Trianingsmethode für unsere Schwierigkeiten nicht gibt und zuviel menschliche Erwartung, Hoffnung, Ehrgeiz, Enttäuschung, Frust, Vergleich durch mich kontaproduktiv ist und Lumi nicht gerecht wird. Ich überlege gerade, ob ich die Hundeschule aussetzte. Hat nur noch Hobbycharakter, sie kann theoretisch alles und liefert ab, wenn sie will. Bringt aber nichts mehr für das generelle Problem..
Ich habe schon den Eindruck, dass ich meine Erwartungen sehr runtergeschraubt habe und ich arbeite auch nicht auf einen perfekten Hund hin.

Es sind ja wirklich fundamentale Dinge, die wir trainieren. Wir konzentrieren uns auf eine Baustelle und versuchen nicht alles auf einmal zu verbessern.

Ich verlange auch wirklich nichts außergewöhnliches. Eine gewisse Abrufbarkeit von ihm bekanntem Verhalten muss doch im Alltag gegeben sein. Erst Recht bei der Größe und Stärke des Hundes, anders ist das Zusammenleben einfach nicht tragbar.

Nero zieht wirklich extrem an der Leine, das war ja auch ein Hauptabgabegrund seiner ersten Besitzer. Das sind nicht nur situative, sondern chronische Scherzen die das verursacht. Umso frustrierender ist natürlich, dass er es anders könnte (das hat er ja drei mal bewiesen) aber einfach nicht will.
 
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Julia 🐾Nero
heute 09:51
Ich glaube, das du zu verkrampft daran gehst. Nimm es mir bitte nicht übel, denn das kenne ich von mir auch. Beispiel Dummyarbeit: vor 2 Jahren noch hat sie 1 bis 2 Dummys geholt. Das wars dann. Obwohl wir den klassischen Aufbau gelernt haben. Nach den 2 war dann Schluss, und ich wollte aber noch mehr machen....na ja Ende vom Lied, ich hab den Druck rausgenommen. Heute machen wir " Dummy to go" , nicht mehr den klassischen Aufbau, sondern einfach unterwegs mal. Das funktioniert viel besser. Und es gibt manchmal Tage wo auch das nicht funktioniert, weil zuviele Reize, evtl Schmerzen oder sie keine Lust hat.......wenn wir so Situationen haben: "erst funktioniert es gut, dann gar nicht mehr", lass ich es für ne Weile. Dann wenn wir nach einiger Zeit wieder ansetzen, gehe ich nochmal 1 Schritt zurück. Übe das nochmal und baue den nächsten wieder an. Und irgendwann klappt das. Die Betonung liegt auf " irgendwann" , ich weiss das Yuna das lernt, ich weiss aber auch, das sie viel Zeit zum verarbeiten braucht. Und ich habe gelernt, nicht stundenlang am Stück zu trainieren, sondern dosiert in kleine Einheiten, mit Pausentage dazwischen.
Nein keine Sorge Kriritk ist willkommen.
Ich glaube ja auch, dass es an mir liegen muss.

Natürlich ist mein erster Impuls mich zu erklären, aber ich schließe Fehler auf meiner Seite nie aus.

Ich versuche nicht verkrampft an unrealistischen Erwartungen festzuhalten und es auf Biegen und Brechen umzusetzen. Gleichzeitig muss ja wiederum eine gewisse Verbindlichkeit und Konsequenz da sein, sonst bin ich ja der Willkür und Laune des Hundes ausgeliefert.

Wir haben alle drei Methoden kleinschrittig mit einem Trainer aufgebaut. Erst in reizarmer Umgebung und für kurze Zeit. Erst als klar war, dass Nero es versteht und leisten kann, wurden Dauer und Reize gesteigert. Und alles läuft super und wird besser bis er mich plötzlich eines Tages anschaut und beschließt, Nö mach ich nicht mehr.

Wir haben auch schon zwischenzeitlich komplett das Training eingestellt und nur gemanagt. Aber ich kann (noch) nicht akzeptieren, dass das die Zukunft für die nächsten 5 bis 8 Jahre sein soll.
 
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Liane
heute 10:11
Nein keine Sorge Kriritk ist willkommen. Ich glaube ja auch, dass es an mir liegen muss. Natürlich ist mein erster Impuls mich zu erklären, aber ich schließe Fehler auf meiner Seite nie aus. Ich versuche nicht verkrampft an unrealistischen Erwartungen festzuhalten und es auf Biegen und Brechen umzusetzen. Gleichzeitig muss ja wiederum eine gewisse Verbindlichkeit und Konsequenz da sein, sonst bin ich ja der Willkür und Laune des Hundes ausgeliefert. Wir haben alle drei Methoden kleinschrittig mit einem Trainer aufgebaut. Erst in reizarmer Umgebung und für kurze Zeit. Erst als klar war, dass Nero es versteht und leisten kann, wurden Dauer und Reize gesteigert. Und alles läuft super und wird besser bis er mich plötzlich eines Tages anschaut und beschließt, Nö mach ich nicht mehr. Wir haben auch schon zwischenzeitlich komplett das Training eingestellt und nur gemanagt. Aber ich kann (noch) nicht akzeptieren, dass das die Zukunft für die nächsten 5 bis 8 Jahre sein soll.
Eigentlich weißt du ja wie es geht. Du hättest wahrscheinlich von Anfang an nicht drei Methoden ausprobieren dürfen, sondern bei einer bleiben müssen, dein Hund kann dich ja nicht ernst nehmen wenn immer rumprobiert wird. Er lernt ja durch die Konsequenz die du ihm entgegen bringst. Training findet eigentlich immer statt. Der Alltag ist Training. Regeln sind wichtig eingehalten zu werden, damit du für deinen Hund lesbar bist. Damit dein Hund weiß was du von ihm erwartest.
 
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Julia 🐾Nero
heute 10:25
Hallo Julia, könntest du mal genauer beschreiben, wie ihr das Training in den Alltag integriert, wieviel ihr übt, was ihr macht, wenn ihr nicht trainiert, wieviel Zeit ihr mit dem Training einer Methode verbringt, sowohl täglich als auch gesamt? Vielleicht auch noch deine innere Motivationskurve, wenn du magst. Edit: Und wie gehst du damit um, wenn du mal keine Lust aufs Training hast?
Ich versuche es mal zu beschreiben, wenn ich etwas auslasse oder unklar bin, frag gerne noch mal nach.

Ich bleibe einfach am Besipiel der Leinenführigkeit, weil es das aktuelle Fail ist.

Wir haben das Training erst einmal auf dem Hundeplatz angefangen, damit Nero das fundamentale Prinzip versteht. Das hat er auch recht schnell. Dann habe ich es draußen angefangen umzusetzen, erst mal sind wir den Weg normal als Freizeit gelaufen, damit er alles abschnüffeln kann und dann nochmal zurück mit Leinenführung. Hat er wunderbar mitgemacht. Angefangen haben wir 2 bis 3 Mal die Woche, 1 Einheit pro Spaziergang. Dann täglich bei jedem Spaziergang 2 Einheiten für ein paar Minuten und dann konnte er wieder seinen Dingen nachgehen.
Die Dauer bzw Strecke pro Einheit habe wir gesteigert, aber dennoch nur 2 Einheiten pro Spaziergang, er darf und soll ja immer ausreichend Zeit für sich haben.
Sein Verhalten an der Leine hat sich dann auch zwischen den Trainingseinheiten deutlich verbessert, so wie man es sich ja auch erhofft. Also auch wenn gerade nicht aktiv Leinenführigkeit dran war, hat er sich recht gut im Radius der Leine bewegt.
Das geht 2 bis 3 Monate gut und jetzt sind wir an dem Punkt, an dem er keine "Lust" mehr hat und mich ignoriert.

Wir haben in 3 Jahren 3 Methoden probiert, also auch kein Methoden Hopping gemacht. Das erste war recht klassisch Korrektur beim Ziehen und in andere Richtung gehen. Das zweite war über Körpersprache, also nach hinten einladen und den Raum vorne einnehmen. Das dritte war jetzt mit langer Schleppleine und Marker, wenn er im richtigen Bereich geht.

Alles hat geklappt, bis es nicht mehr geklappt hat. Reize oder Dauer reduzieren hat nichts gebracht.

Meine Motivationskurve steigt eigentlich immer. Anfangs bin ich skeptisch und dann freue ich mich über die Verbesserung und glaube, dass wir es schaffen können.
Umso krasser fühlt sich dann natürlich Tag X an, an dem Nero beschließt, dass das jetzt genug war und er lieber wieder meinem Arm ausreißen will.

Ich hatte auch mal probiert sein Bedürfnis zu ziehen außerhalb von Spaziergängen kontrolliert mit Canicross zu befriedigen. Hat offensichtlich nicht geholfen.
 
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Julia 🐾Nero
heute 10:33
Ich vermute die Ursache liegt im situativen Lernen! Das heißt der Hund lernt ein Kommando in einer definierten Situation und führt es in genau dieser auch sauber aus! Weicht die Situation aus der Sicht des Hundes aber zuweit ab, kann er es nicht mehr ausführen weil ihm der Bezug fehlt! Zwischen einen Rückruf im Garten oder auf einen Hundeplatz und einen Rückruf eines jagenden Hundes im Beutetrieb liegen Welten😊 Aber es gibt auch Hunde die keine reinen Gefolgshunde sind, sie sind oft wesensstark und souverän, mit ihnen kann man nur bedingt und auf Augenhöhe arbeiten! Sie sind es auch gewohnt selbst Entscheidungen zu treffen, und hinter diesen stehen sie auch😊
Wir achten eigentlich recht früh darauf, die Trainingseinheiten in den Alltag zu verlagern und an verschiedenen Orten einzubauen. Also zu einem anderen Zeitpunkt auf gleicher Strecke oder auf neuer Strecke.

Mein Eindruck ist nicht, dass Nero es nicht leisten kann, sondern dass er es aus seinen persönlichen Gründen irgendwann nicht mehr will.

Denn selbst wenn wir zurück zum Anfang gehen, also der Ort an dem wir ursprünglich angefangen haben, macht er nicht mehr mit. Wenn es nur situativ gelernt hätte, müsste er es da doch können oder?
Wobei ich immer noch glaube, dass nicht können, sondern wollen hier zum Verhängnis wird.
 
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Ilona
heute 10:40
Ich habe schon den Eindruck, dass ich meine Erwartungen sehr runtergeschraubt habe und ich arbeite auch nicht auf einen perfekten Hund hin. Es sind ja wirklich fundamentale Dinge, die wir trainieren. Wir konzentrieren uns auf eine Baustelle und versuchen nicht alles auf einmal zu verbessern. Ich verlange auch wirklich nichts außergewöhnliches. Eine gewisse Abrufbarkeit von ihm bekanntem Verhalten muss doch im Alltag gegeben sein. Erst Recht bei der Größe und Stärke des Hundes, anders ist das Zusammenleben einfach nicht tragbar. Nero zieht wirklich extrem an der Leine, das war ja auch ein Hauptabgabegrund seiner ersten Besitzer. Das sind nicht nur situative, sondern chronische Scherzen die das verursacht. Umso frustrierender ist natürlich, dass er es anders könnte (das hat er ja drei mal bewiesen) aber einfach nicht will.
Hast du ihn mal gesundheitlich durch checken lassen? Schmerzthematik, schilddrüse, grosses Blutbild? Auch mal bei der Physio vorgestellt?