Im Grunde ist das Endergebnis schon, dass ich aufgebe.
Aber ich versuche es durchaus lange, nur entgegnet Nero mit Verweigerung oder sich blöd stellen (was natürlich eine menschliche Sichtweise ist, nur fällt mir keine bessere Interpretation ein).
Wie bleibt man konsequent? Das ist eine ernst gemeinte Frage, vielleicht verstehe ich das Konzept der Konsequenz nicht richtig. Er ignoriert mich dann einfach 🤷🏻♀️. Hochwertigere Belohnung wird links liegen gelassen und strengere Korrektur beeindruckt ihn sowieso nicht, wenn er an dem Punkt ist.
Wenn es an mangelnder Konsequenz liegt, dann weiß ich einfach nicht, wie ich diese durchsetzen soll, wenn der Hund die Kooperation einstellt.
Aber ja ich denke schon das seine Sichtweise ist "das war jetzt voll nett und jetzt mache ich wieder mein Ding".
Entschuldige, dass ich abschweife, aber es ist ja dein Thread.
Also zunächst blubbere ich natürlich wieder meinen Sermon vom hochsozialen Hund und Partnerschaft und dass Leinenführigkeit auch immer was mit Beziehung zutun hat und ein Hund, der nicht leinenführig ist auch nicht in den Freilauf darf und blabla du kennst die Sprüche, trotzdem.
Und da sind wir auch schon beim Positiven, du hast offensichtlich einen Hund, dem Kooperation schon auch Spaß machen kann und eine Bereitschaft durchaus vorhanden ist. Und es ihm auch gefällt was richtig zu machen.
Das ist toll und eine super Basis.
Leinenführigkeit ist ja ein weites Feld und es gibt unendlich viele Methoden und Ziele.
Dennoch sollte man bei der Auswahl der Methode schon berücksichtigen was man für einen Hund hat und wie man es leisten kann immer konsequent zu bleiben.
Auch sollte man berücksichtigen, dass es um konsequent bleiben zu können, nicht in einem Machtkampf münden sollte. Dann wäre es wieder ein Gegeneinander und überdies kannst du bei manchen Hunden schnell verlieren und dann kann es passieren, dass er dich nicht mehr als Führungspersönlichkeit anerkennt, dass er dir nicht mehr zutraut, dass du weißt was für die Gruppe gut ist, er dir nicht mehr vertraut (muss nicht generell sein, aber in dem speziellen Kontext, hier LeinenFÜHRIGkeit schon).
Dann wird die Frage nach dem Wie auch rhetorisch.
Es ist ja so, dass Hunde die Gemeinschaft eigentlich nicht verlassen, das bedeutet Gefahr für die Gruppe und ist asozial. Das lernen sie vom Welpenalter an.
Leinenführigkeit bedeutet Orientierung. Ist der Hund bei dir, ist er auch leinenführig. Es gilt also, ihn aus der Außenorientierung zurückzuholen.
Ich bin zB. ein Fan vom Stehenbleiben. Aber kein stumpfes "Machtkampfstehenbleiben", sondern als "Intonation" einer Einladung (bitte nicht locken und nur einmal einladen), als Erinnerung, dass ihr zusammengehört, dass es asozial ist, nicht aufeinander zu achten und ihr zusammen Spaß haben wollt.
Das heißt, du lädst ihn freundlich zu dir ein. Kommt er nicht, bleibst du stehen, kommt er, freust du dich aufrichtig und es geht weiter. "Fertig ist der Lack".
Und stehenbleiben kannst du immer, oder? Und Zeit hast du auch, oder?
Ich bin auch kein Freund vom Differenzieren, kurze Leine, lange Leine (ich würde sogar mit der Schlepp anfangen zu trainieren), irgendwelchen Leckerli oder Geschirr zu Halsband, sondern immer immer, Leine darf nie stramm sein, basta und du bestimmst wie lang sie gerade ist.
Ich habe ein bis zweimal die Woche und öfter zur Urlaubsbetreuung einen Hund, der bei der Halterin nicht leinenführig ist, sie legt da keinen wert drauf und wohnt am Wald und der Freilauf klappt wohl trotzdem.
Das ist manchmal zu lustig, besonders wenn ich morgens mit beiden losgehe an kurzer Leine und das erste mal stehenbleiben muss. Da siehst du richtig wie es klick macht bei ihm und dann läuft er wunderbar an lockerer Leine.
Ich könnte mich an vieles gewöhnen bei einem Hund, aber lockere Leine, das muss sein, dieses Gegeneinander finde ich einfach nur schrecklich.