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Krys
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 17
heute 09:10

Bellen und kontrollieren, findet schwer zur Ruhe

Liebes Team, unser 4 Monate alter Rauhaardackel bellt in letzter Zeit immer häufiger und findet nur schwer zur Ruhe. Mit der Box haben wir aktuell große Probleme: Sobald wir ihn hineinschließen, bellt er ununterbrochen, gräbt an den Wänden und beißt in die Tür. Die Box scheint er überhaupt nicht zu akzeptieren – und leider bekommt das dann das ganze Haus mit 🙈 Wenn wir ihn stattdessen anleinen, klappt das etwas besser. Allerdings möchte er ständig alles im Blick behalten und kommt auch dann nur schwer zur Ruhe (obwohl wir ihn genug auslasten z.B. mit Suchspielen). Besonders schwierig ist es, wenn ich die Wohnung verlasse. Obwohl mein Mann bei ihm bleibt, gerät er in Stress, sucht mich bellend in der Wohnung und lässt sich kaum beruhigen. Außerdem hat er seit Kurzem angefangen, draußen auf Terrassen sehr stark auf vorbeilaufende Hunde zu reagieren. Sobald ein Hund vorbeikommt, bellt er wie verrückt. Ist dieses Verhalten in dem Alter noch normal? Habt ihr Tipps, wie wir ihm helfen können, besser zur Ruhe zu kommen und entspannter mit solchen Situationen umzugehen? Vielen Dank!
 
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Momo
20. Juli 22:04
Der Hund ist vier Monate alt. Er ist ein kleines Kind.
Sperrt ihn bitte nicht weg und schon gar nicht ein.
Selbst wenn das beim Züchter funktioniert hat - da war er ein Baby und kannte alle Abläufe, Gerüche und Routinen und war eben zu Hause.

Er bellt auf Terrasse? Ja, dann bellt er halt. Du nimmst ihn dann aber nicht hoch oder schimpfst oder belastet die Situation mit viel Aufmerksamkeit - sondern bleibst einfach ruhig. Er hat NICHTS besonderes gemacht. Du checkst, warum er gebellt hat - ja, das sieht vor den Nachbarn oder Passanten dämlich aus - sagst ihm, dass alles OK ist. DU hast die Kontrolle, die Verantwortung. Hingehen, nachschauen, loben, gehen. Ganz einfach. Er hat aufgepasst ,du geregelt. Du nimmst ihn aus der Situation, gehst rein mit ihm. Ruhiger Ton, ruhige Interaktion, vor allem nette Aktion. Kein Lautwerden, kein Stress, kein Thema daraus machen.

Drinnen darf er sich aussuchen wo er ist. Mit vier Monaten lernt er durch beobachten und Dabeisein. Wenn er nervt, wird er ignoriert. Bellen? Ja, Hunde bellen halt. Manchmal.
"Dass es das ganze Haus mitbekommt" - Ja, unangenehm. Aber das muss vorher abgeklärt sein.
Ich glaube, ihr macht ganz viel mit "Nein", bzw wollt ihn zur Ruhe zwingen usw. Ist das so?
Lasst ihn doch einfach mal teilhaben an eurem Alltag und macht ihn altersgerecht müde. Er WILL zur Ruhe kommen, aber nicht gezwungen werden. Ich denke mal, in der richtigen Umgebung schafft er es auch ohne Käfig. Aber das ist eben anstrengend. Ihr seid sein Rudel. Er muss sich einfügen lernen. Und das kann er nur wenn er dabei ist und ihr ihm vorlebt, wie er werden soll.

Und ich hoffe, dass ihr später einen Plan habt, was ihr mitm Dackel machen wollt. 😆

Drei bis vier Stunden täglich Interaktion, Stöbern, Schnuffeln, Suchen, Entdecken, Denken und Buddeln. Dann dürfte "Dackel" zufrieden sein.
 
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Ruby
heute 07:20
Warum den Hund einschließen in eine Box ?
Das ist verboten
 
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Thomas
heute 07:42
Das man einen Hund nicht in eine Box sperrt wurde ja schon oft genug gesagt. Box ist ein Rückzugsort, den der Hund freiwillig aufsucht und auch jederzeit wieder verlassen kann.

"Genug Auslastung" ist in meinen Augen der falsche Ansatz - was ein Hund mit als Erstes lernen sollte ist Ruhe und zur Ruhe kommen. Zuhause passiert rein gar nichts, da muss man auch auf Nichts und Niemanden aufpassen. Alles Spannende passiert Draußen.

Falls das euer erster Dackel sein sollte: freundlich, bestimmt und unbedingt konsequent bleiben - die allermeisten Dackel sind ausgesprochen charakterfest und durchsetzungsstark, damit muss man umgehen können/lernen.
 
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Sebbi
heute 08:13
Eigentlich sollte man sich vor der Anschaffung einer Rasse eingehend über diese informieren und Gedanken über deren Genetik machen. Damit vermeidet man das Überraschungspaket und bleibt dann schon deutlich entspannter, wenn das typische Rassebild in ihm erwacht.

Um das Verhalten eures Zwergs zu verstehen, hilft ein kleiner Blick auf seine Wurzeln.
Der Rauhaardackel ist als Erdhund dafür gezüchtet worden, alleine in dunkle Dachs- und Fuchsbauten zu klettern. Da oben kein Mensch helfen konnte, musste der kleine Kerl dort unten völlig eigenständig handeln, stur bleiben und extrem laut bellen, damit der Jäger überhaupt wusste, wo er steckt.

Genau diese Eigenschaften machen euch jetzt im Alltag das Leben schwer. Dackeln liegt es einfach im Blut, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Wenn er das Gefühl hat, dass ihr nicht glasklar die Führung übernehmt (zum Beispiel wenn du den Raum verlässt oder auf der Terrasse andere Hunde vorbeilaufen), schaltet er sofort in den Arbeitsmodus und regelt das auf seine Art.

Sein Bellen ist dabei sein eingebautes Werkzeug. Aktuell nutzt er es vor allem, um Frust und Aufregung abzubauen. Das Gemeine daran ist, er merkt es selbst gar nicht, aber das Bellen pusht ihn gedanklich und körperlich nur noch weiter hoch. Durch das ständige Kläffen schüttet sein Körper erst recht Adrenalin aus und er schaukelt sich in eine echte Stress-Spirale hinein, aus der er von alleine nicht mehr rauskommt. Abwarten bringt da leider gar nichts, ihr müsst ihn da aktiv und ruhig rausholen.

Euer kleiner Zwerg entdeckt gerade einfach seine tief verankerten Instinkte. Dass er mit seinen vier Monaten schnell überfordert ist und dann typisch Dackel reagiert, ist zwar anstrengend, aber völlig normal für die Rasse.

Und noch ein wichtiges Wort zur Box.
Den Hund da einfach einzusperren, hat absolut nichts mit Training zu tun. Das ist letztlich nur ein temporäres Abschalten des Hundes samt all seiner Macken. Sein eigentliches Problem (die innere Unruhe und der Stress) löst man damit nicht. Im Gegenteil, der Frust in der eingesperrten Box macht es meistens nur noch schlimmer.

Da müsst ihr jetzt durch.
Alles wird gut.👍🏼
 
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꧁𒆜𝔍𝔢𝔰𝔰𝔦𝔠𝔞⚜️
heute 08:33
Oh, euer kleiner Dackel ist ja noch ein richtiges Baby 🥰🐾 Viele Dinge, die ihr beschreibt, können in dem Alter tatsächlich vorkommen – gerade das Thema Ruhe finden, Frust aushalten und Trennungssituationen sind für viele Welpen noch große Herausforderungen.

Bei der Box würde ich den Druck erstmal komplett rausnehmen. Wenn er darin so stark in Stress gerät (Bellen, Kratzen, Beißen), hat er wahrscheinlich gerade gelernt: „Box = ich muss das aushalten“. Vielleicht die Box nochmal ganz neu positiv aufbauen – offen stehen lassen, freiwillig reinschauen lassen, dort füttern oder ruhige Kauartikel anbieten und erst ganz langsam steigern.

Was mir auffällt: Er scheint sehr viel kontrollieren zu wollen („alles im Blick behalten“) und hat vielleicht noch nicht gelernt, dass er nicht für alles zuständig ist. Ein ruhiger Liegeplatz an einem reizärmeren Ort kann oft besser helfen als mitten im Geschehen. Ruhe ist tatsächlich eine Fähigkeit, die Welpen erst lernen müssen ❤️

Auch bei eurem Weggehen würde ich sehr kleinschrittig üben – nicht erst, wenn er schon Stress hat. Ganz kurze Momente von „Frauchen geht aus dem Raum und kommt wieder“ können helfen, Vertrauen aufzubauen. Wichtig ist, dass er dabei nicht immer wieder über seine Stressgrenze kommt.

Das Bellen bei anderen Hunden draußen würde ich ebenfalls nicht einfach laufen lassen. Lieber früh Abstand schaffen, ruhig bleiben und ihm zeigen: „Du musst dich nicht kümmern, ich übernehme.“ Gerade bei einem Dackel lohnt es sich, das früh freundlich zu begleiten, weil sie sonst schnell lernen, dass Lautstärke zum Erfolg führt 😉

Ihr macht euch viele Gedanken und gebt euch Mühe – das ist eine super Grundlage. Ein Trainer mit Blick auf Ruhetraining und kleinschrittiges Alleinbleiben könnte euch sicher auch helfen, die Signale richtig einzuordnen. 🐶❤️
 
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Sebbi
heute 09:08
Beim Thema Trainer muss ich Jessica leider etwas widersprechen☝🏼

Dafür braucht es eigentlich gar keinen Trainer, sondern vor allem etwas Vorbereitung, Lesebereitschaft und ein gutes, einfühlsames Auge für den Kleinen.

Der Zwerg muss doch erst einmal richtig bei euch ankommen. Ihr müsst euch gegenseitig kennenlernen und ganz entspannt eine echte Bindung aufbauen. Und so etwas braucht einfach seine Zeit.

In dem Alter muss ein Welpe noch lange keine Kunststücke können. Das allerwichtigste Fundament ist schlichtweg Ruhe, ausreichend Schlaf und ein ganz dosiertes Entdecken der Welt. Wenn man sich vorher ein bisschen schlau macht, den Kleinen liebevoll beobachtet und auf das eigene Bauchgefühl hört, bekommt man dieses Basis-1x1 wunderbar in Eigenregie hin.

Das Wegsperren in eine Box wirft einen beim Thema Vertrauen leider extrem weit zurück. Wenn der Kleine in Momenten von Stress oder Überforderung einfach isoliert wird, kann er gar nicht lernen, Schutz und Orientierung bei seinen Menschen zu suchen. So reißt man sich schnell wieder ein, was man sich vorher liebevoll aufgebaut hat.

Dazu kommt einfach, dass es wirklich schwer ist, einen richtig guten Trainer von einem weniger guten zu unterscheiden.
Gerät man da an die falsche Adresse, bringt das oft nur noch mehr Unruhe rein.
Die dadurch entstandene Verunsicherung wieder glattzubügeln, macht es danach für alle Beteiligten nur unnötig schwer.

Eure Hausaufgaben sollten sich aktuell nur auf Ruhe und Bindungsaufbau beschränken.

Die Grundlage für alles weitere ist Vertrauen!
 
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Nadine
heute 09:10
Mit 4 Monaten gut ausgelastet? Bllt solltet ihr weniger »auslasten«? 
Weniger ist manchmal mehr … Ich hab noch nie ’ne Leine, Box oder Ähnliches nutzen müssen. Auf den Platz schicken und immer wieder zurückbringen hat geholfen …