Ja, kein Hund muss weil er einen Fehler gemacht hat lebenslang an die Leine. Was immer den Hund motiviert hat vorzugehen, sei es Geruch, Geräusch, Stimmung oder Körpersprache, ist schwierig zu ergründen.
Und nobody is perfekt. Aber von einem Jäger der mir Waffen von Berufswegen umgeht, dessen Hund ein Arbeitswerkzeug ist und der für den Schutz von Wild ind Wald verantwortlich ist finde ich es merkwürdig. Mir ist klar, dass es für ihn auch so ausgesehen gaben muss, dass Dein Hund totgebissen wird und er deswegen so reagiert wie er reagiert. Aber ich will das Verhalten des Jägers jetzr auch nicht totreden.
Aber zeigt das nicht auch, wie unrealistisch und hoch unsere Erwartungen an normale Hundehalter sind?
Jeder muss alles im Blick haben, immer sofort richtig reagieren, die Lage immer einschätzen und seinen eigenen Hund inklusive aller anderen Hunde lesen und kennen.
Auch Arbeitshunde machen Fehler, egal ob Jagd, Dienst oder Assistenzhund, weil es Lebewesen sind.
Es gibt so viele Videos von Diensthunden, die von Tatverdächtigen nicht ablassen und das "Aus" ignorieren. Und Polizisten, die den Umgang mit Break sticks gelernt haben (im Gegensatz zu normalen Hundehaltern) die Hunde trotzdem nicht los bekommen.
Jagdhunde, die auf der Drück oder Treibjagd aufeinander loslegen.
Usw.
Und damit will ich nicht den außerordentlichen Ausbildungsstand dieser Hunde abwerten, denn dieser ist unglaublich hoch und eine enorme Leistung für Hund und Mensch.
Sondern eher ein bisschen darauf hinweisen, dass die Erwartungen und Anforderungen an normale Hunde und Menschen extrem hoch geworden sind.
Natürlich gibt es einfach rücksichtslose und verantwortungslose Wiederholungstäter. Aber solange kein Vorsatz besteht, täte es uns vielleicht auch allen gut, wieder ein bisschen mehr Verständnis und Nachsicht zu haben.
Denn wie jetzt mehrfach gesagt wurde, 99% der Hunde und Begegnungen sind harmlos. Wir alle sind mal schlecht drauf, unkonzentriert, krank, müde oder schätzen Abstände oder auch unsere eigenen Hunde falsch ein.