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Dogorama-Mitglied
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zuletzt 12. Mai

Zwerghunde und die "bösen Grossen"

(HALTER ENTSPRECHENDER HUNDE AUS ÜBERNAHME ODER TIERSCHUTZ SIND VON DIESEM BEITRAG AUSDRÜCKLICH AUSGENOMMEN) Gerade häufen sich mal wieder die Threads und Beiträge zum Thema winzige Hunde, die vor den angeblich so zahlreichen ungezogenen, normalgrossen Hunden beschützt werden müssen. Einerseits sollte natürlich jeder HH darum bemüht seinen, sein Tier zu weitgehend verträglichem, höflichen Verhalten zu erziehen und es so zu führen, dass es seine Umwelt nicht gefährdet. Andererseits stellt sich mir schon die Frage, woher Menschen, die absichtlich zu den problembehafteten (gesundheitliche, körperbauliche und kommunikationstechnische Probleme) Klein- und Zwergzuchten greifen, die Vorstellung nehmen, dass Halter grösserer Hunde sich in der Führung derselben nochmal extra einschränken müssten, um den künstlich produzierten speziellen Bedürfnissen dieser züchterischen Entgleisungen gerecht zu werden. Für mich fühlt sich das an wie Logik von innen nach aussen gestülpt - zuerst wird absichtlich ein Problem produziert, an das sich dann alle anzupassen haben...? Wie wär's stattdessen damit, das Problem ansich zu beheben? (HALTER ENTSPRECHENDER HUNDE AUS ÜBERNAHME ODER TIERSCHUTZ SIND VON DIESEM BEITRAG AUSDRÜCKLICH AUSGENOMMEN) [Dies ist eine Grundsatzfrage, Beiträge nach dem Motto "soll jetzt jeder bereits existente kleine Hund von grösseren verletzt werden dürfen?" würden an der Intention des Threads total vorbeigehen. Und nein, natürlich sollten sie das nicht.]
 
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Andrea
13. Feb. 03:18
Von einem bestimmten Hund, der auf die Straße lief und angefahren wurde, war doch ursprünglich garnicht die Rede. Da hieß es allgemein, "Situationen, in denen der kleine Hund an der Leine war und dennoch gebissen wurde." Auf das "dennoch" bezog sich meine Antwort, weil Leine in Aufeinandertreffen halt häufig nicht vor Konflikteskalation schützt, sondern sie eher befördert - alleine schon dadurch, dass sie den angeleinten Hund massiv in der Kommunikation beschränkt, ihm die Fluchtmöglichkeit nimmt und zusätzlich noch durch direkte Übertragung der oft gestressten Reaktion des Halters auch den Hund in Stress versetzt. Natürlich gibt es daneben immer mal wieder Ereignisse, Unfälle auf die jemand kaum bis keinen Einfluss hat. Das ist dramatisch und tragisch, aber doch relativ selten der Fall, meist sind wir schon aktiv an Interaktionen beteiligt. Diese Beteiligungen jenseits von Schuldfragen halbwegs neutral und selbstkritisch betrachten zu können, wäre doch gerade bei wiederholt auftretenden und festgefahrenen Problemlagen echt wichtig - und das nochmal mehr wenn ein Lebewesen involviert ist, das so sensiblel auf unsere Verfassungen, Handlungen und Bewegungen reagiert wie der Hund. Erst kürzlich in der Praxis erlebt, wo Hundehalter A zu anderen hin ist, obwohl die Hunde sich nicht vertragen, Hund A imponiert und provoziert hat, Halter B mit seinem Hund nur aus der unangenehmen Situation raus wollte und trotzdem im Rückzug ungewollt eine weitere Eskalation ausgelöst hat, weil sein Hund um Weggehen zu können über eine kleine Hürde springen musste. Ist nix passiert, war aber suboptimal. Halter B ist ein Reflektierter und hat sofort danach gesagt - obwohl nicht er sondern A an der Ausgangssituation Schuld war - war blöd von mir, hätt ich bedenken sollen, dass so eine abrupte Bewegung womöglich nicht gut kommt. Machen wir nächstes Mal besser. Das tut doch nicht weiters weh, sowas anschauen und eingestehen zu können...
Könnte es sein, dass du beim vorletzten Absatz bei den Haltern A und B vertauscht hast? Denn so gibt es für mich gerade keinen Sinn oder ich bin zu müde dafür 😉
 
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Dogorama-Mitglied
13. Feb. 03:38
Könnte es sein, dass du beim vorletzten Absatz bei den Haltern A und B vertauscht hast? Denn so gibt es für mich gerade keinen Sinn oder ich bin zu müde dafür 😉
Ha ja, danke für den Hinweis!

Wurde korrigiert.
 
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Jochen
13. Feb. 04:39
Mein Bodo (2 Jahre, 5,5kg), super unsicher mit fremden Hunden, etliche Versuche ihn mit Hunden in seiner Gewichtsklasse zu vergesellschaften schlugen fehl. Er war super schnell gestresst und hat dann jeden Kontakt verweigert. Die deutsche Dogge war's dann für ihn. Er von Anfang an kontaktfreudig und entspannt. Die beiden trennen ca. 60kg, aber die Chemie stimmt einfach 🙌
😊 schöne Freundschaft. Allerdings sieht man in dem Video auch genau das groß/klein Problem. Während die Dogge vollkommen entspannt ist, ist der Kleine ständig in Habachtstellung, passt genau auf, zuckt zurück.
 
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Steffi
13. Feb. 06:00
Nur weil der Besitzer des einen Hundes Fehler gemacht hat, heisst das nicht, dass der Besitzer des anderen Hundes keine gemacht haben kann. Es heisst auch nicht, dass der welche gemacht haben muss, aber es sollte doch nicht kategorisch ausgeschlossen werden. Ich finde dieses echauffierte Sträuben gegen selbstkritische Hinterfragung des eigenen Handelns irgendwie seltsam und wenig hilfreich.
Dann betrachte doch einfach beide Seiten und schieb Deine persönlichen Erfahrungen beiseite.
 
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SandrA
13. Feb. 06:00
Ich betrachte Interaktionsmuster realistisch und analytisch. Wenn man willens und fähig ist, seine Anteile an und Einflüsse auf Interaktionen selbstkritisch zu reflektieren, stellt man fest, dass man sehr häufig aktiv an der Entwicklung dieser Abläufe beteiligt war.
Man kann Interaktionsmuster aber nicht anhand von ein paar Sätzen realistisch auswerten und interpretieren.
Es fehlen jede Menge weitere Informationen zur konkreten Situation und ohne Nachfragen, wird das Fehlende durch eigene Vorstellungen zur Situation ersetzt.
Dass der Analysierte sich dann falsch analysiert und kategorisiert fühlt ist doch vollkommen logisch. Dann auf der eigenen Interpretation zu beharren verhärtet doch nur die Fronten anstatt in den Austausch zu kommen. Ich finde das sehr übergriffig.

Grundsätzlich finde ich Deinen Impuls, das eigene Verhalten und die eigenen Anteile am Verlauf einer Situation selbstkritisch zu reflektieren im Übrigen wichtig und hilfreich.
 
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Nina &
13. Feb. 07:46
Das ist sicher nicht verkehrt, wenn du ganz allgemein Alternativverhalten zum Vorwärtstreiben fördern willst. Wobei in dem Fall vor Allem die Frage sinnvoll wäre, warum ein Hund so auf Tempo ist... Ich bezweifle aber, dass das alleine für deeskalierendes Verhalten in Artgenossenbegegnungen genügt, mir fehlt da der Kontext zum Trigger. Und dass du ihn alleine mit Belohnen von langsamer Gehen und Schnüffeln so tiefenentspannt bekommst, dass er nicht mehr getriggert wird, würd ich auch nicht erwarten. Die Frage ist ja auch bei dir, ob das nur an Bokar liegt, oder ob du ihn (mit) auslöst. Das könnte man aber nur mit genauerer Betrachtung eurer Situation herausarbeiten. ZB, verhält er sich diesbezüglich gleich, egal wer ihn führt? Reagiert er auf alle Hunde so oder nur auf Rüden? Wann bzw wie reagierst du in diesen Situationen? Körpersprache, was machst du wann? Kann man sich erinnern, wie dieses Verhalten begonnen hat? Etc...
Also, er ist nicht auf Tempo. Aber er ist recht groß und wenn er trabt, ist das für mich recht schnell.
Trigger ist meistens schwarz, egal ob Rüde oder Hündin. Er wurde mehrfach von schwarzen Hunden angegriffen.
Und ja, manchmal löse ich selbst mit aus, bin mir dessen dann aber bewusst und verlasse mit ihm die Situation, bevor sie wirklich entsteht.
Ansonsten verhält er sich mit anderen an der Leine, wenn ich nicht dabei bin, genauso.
Unsere Trainerin sagte, umso entspannter er ist und wenn er dann auch noch für deeskalierendes Verhalten immer wieder gelobt wird, dann wird er das häufiger einsetzen. Ob nun wirklich auch bei Hundebegegnungen beweifel ich allerdings auch 😅
 
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Babs
13. Feb. 08:10
😊 schöne Freundschaft. Allerdings sieht man in dem Video auch genau das groß/klein Problem. Während die Dogge vollkommen entspannt ist, ist der Kleine ständig in Habachtstellung, passt genau auf, zuckt zurück.
Ich meine gelesen zu haben, dass der Kleine insgesamt ängstlich andere Hunden gegenüber ist, bei der Dogge sich seinem Ängsten gestellt hat und m. E. erstmal Erfahrungen sammelt.
 
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Dogorama-Mitglied
13. Feb. 08:11
Also, er ist nicht auf Tempo. Aber er ist recht groß und wenn er trabt, ist das für mich recht schnell. Trigger ist meistens schwarz, egal ob Rüde oder Hündin. Er wurde mehrfach von schwarzen Hunden angegriffen. Und ja, manchmal löse ich selbst mit aus, bin mir dessen dann aber bewusst und verlasse mit ihm die Situation, bevor sie wirklich entsteht. Ansonsten verhält er sich mit anderen an der Leine, wenn ich nicht dabei bin, genauso. Unsere Trainerin sagte, umso entspannter er ist und wenn er dann auch noch für deeskalierendes Verhalten immer wieder gelobt wird, dann wird er das häufiger einsetzen. Ob nun wirklich auch bei Hundebegegnungen beweifel ich allerdings auch 😅
Bokar ist ja auch noch echt jung. Bei großen Hunden und wenn man zu den Spätentwicklern gehört ist die Pubertät nicht selten erst mit 4 Jahren vorbei.

Meiner fängt jetzt mit bald 4 Jahren erst an beschwichtigendes oder deeskalierendes Verhalten zu zeigen. Das gab es früher in seinem Repertoire einfach gar nicht. Es gab nur freeze und entweder es wird dann richtig gut oder richtig hässlich.

Das deeskalierende Verhalten hat er auch erst kürzlich angefangen bei Hundefreunden zu zeigen. Vor paar Wochen hat er zum ersten Mal in seinem Leben geknurrt. Das muss man sich mal vorstellen.
Er muss sich aber scheinbar doch sicher genug gefühlt haben, um es zu probieren.
In einer wilden Fremdhundebegegnung hätte er das sicher nicht riskiert, sondern wäre direkt eskaliert.

Aber langsam überträgt sich das beschwichtigende Verhalten auch auf Fremdhunde. Auffällig weggucken oder schnüffeln.

Ich will damit nicht sagen, dass ihr nicht trainieren sollt. Aber manchmal braucht es einfach zusätzlich auch Zeit. Im Alter von 2 bis 3 Jahren konnte man ihn quasi gar nicht an Hunde ranlassen, weil er, wenn er eskaliert ist, das ohne Warnung gemacht hat. War wie russisches Roulette 🙈.

Und jetzt läuft er mit fremden Hunden beim Dogwalker mit.
Vielleicht gibt dir das ein bisschen Mut.
 
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Eva
13. Feb. 08:21
Ich meine gelesen zu haben, dass der Kleine insgesamt ängstlich andere Hunden gegenüber ist, bei der Dogge sich seinem Ängsten gestellt hat und m. E. erstmal Erfahrungen sammelt.
Richtig! Diese Habachstellung zeigt Bodo bei allem was fremd ist. Er weicht grundsätzlich erstmal jeder unerwarteten Bewegung aus. Das Video entstand bei einem der ersten Treffen mit der Dogge. Da wäre er bei einem Chihuahua einfach genau so weggezuckt 😅
 
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Nina &
13. Feb. 08:33
Bokar ist ja auch noch echt jung. Bei großen Hunden und wenn man zu den Spätentwicklern gehört ist die Pubertät nicht selten erst mit 4 Jahren vorbei. Meiner fängt jetzt mit bald 4 Jahren erst an beschwichtigendes oder deeskalierendes Verhalten zu zeigen. Das gab es früher in seinem Repertoire einfach gar nicht. Es gab nur freeze und entweder es wird dann richtig gut oder richtig hässlich. Das deeskalierende Verhalten hat er auch erst kürzlich angefangen bei Hundefreunden zu zeigen. Vor paar Wochen hat er zum ersten Mal in seinem Leben geknurrt. Das muss man sich mal vorstellen. Er muss sich aber scheinbar doch sicher genug gefühlt haben, um es zu probieren. In einer wilden Fremdhundebegegnung hätte er das sicher nicht riskiert, sondern wäre direkt eskaliert. Aber langsam überträgt sich das beschwichtigende Verhalten auch auf Fremdhunde. Auffällig weggucken oder schnüffeln. Ich will damit nicht sagen, dass ihr nicht trainieren sollt. Aber manchmal braucht es einfach zusätzlich auch Zeit. Im Alter von 2 bis 3 Jahren konnte man ihn quasi gar nicht an Hunde ranlassen, weil er, wenn er eskaliert ist, das ohne Warnung gemacht hat. War wie russisches Roulette 🙈. Und jetzt läuft er mit fremden Hunden beim Dogwalker mit. Vielleicht gibt dir das ein bisschen Mut.
Die Emojis sind ja der Hammer 🤣
Danke, für deine Worte. Und ja, es beruhigt mich ein wenig. Es ist auch nicht so, dass Bokar nicht beschwichtigen kann, er tut es nur einfach nicht bzw selten.
In unserer Spielgruppe gibt es einen Hund, bei dem er das regelmäßig macht. Wenn ihm gedroht wird, springt er übertrieben gesagt drauf, so nach dem Motto "du willst das draußen klären?Kein Problem".
Bei manchen Hunden unterwegs, für die er sich nicht wirkich interessiert, wendet er den Blick ab und schnüffelt. Das belohne ich.

Ich hoffe einfach, dass er doch ein bisschen früher gesellschaftsfähig wird 😅 er ist ja nicht komplett unvertäglich, sind halt fremde Hunde und natürlich eine ausgewählte handvoll Feinde 🤪