Home / Forum / Verhalten & Psychologie / Zwerghunde und die "bösen Grossen"

Verfasser
Dogorama-Mitglied
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 1035
zuletzt 12. Mai

Zwerghunde und die "bösen Grossen"

(HALTER ENTSPRECHENDER HUNDE AUS ÜBERNAHME ODER TIERSCHUTZ SIND VON DIESEM BEITRAG AUSDRÜCKLICH AUSGENOMMEN) Gerade häufen sich mal wieder die Threads und Beiträge zum Thema winzige Hunde, die vor den angeblich so zahlreichen ungezogenen, normalgrossen Hunden beschützt werden müssen. Einerseits sollte natürlich jeder HH darum bemüht seinen, sein Tier zu weitgehend verträglichem, höflichen Verhalten zu erziehen und es so zu führen, dass es seine Umwelt nicht gefährdet. Andererseits stellt sich mir schon die Frage, woher Menschen, die absichtlich zu den problembehafteten (gesundheitliche, körperbauliche und kommunikationstechnische Probleme) Klein- und Zwergzuchten greifen, die Vorstellung nehmen, dass Halter grösserer Hunde sich in der Führung derselben nochmal extra einschränken müssten, um den künstlich produzierten speziellen Bedürfnissen dieser züchterischen Entgleisungen gerecht zu werden. Für mich fühlt sich das an wie Logik von innen nach aussen gestülpt - zuerst wird absichtlich ein Problem produziert, an das sich dann alle anzupassen haben...? Wie wär's stattdessen damit, das Problem ansich zu beheben? (HALTER ENTSPRECHENDER HUNDE AUS ÜBERNAHME ODER TIERSCHUTZ SIND VON DIESEM BEITRAG AUSDRÜCKLICH AUSGENOMMEN) [Dies ist eine Grundsatzfrage, Beiträge nach dem Motto "soll jetzt jeder bereits existente kleine Hund von grösseren verletzt werden dürfen?" würden an der Intention des Threads total vorbeigehen. Und nein, natürlich sollten sie das nicht.]
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Babs
11. Feb. 22:07
Hunde auf der Straße leben in Rudeln und zerfleischen sich auch nicht aber es gibt eine Rangordnung die von allen beachtet wird/ werden muss und sie geben sich auch im Zweifelsfalle ordentlich was auf die Mütze allerdings geht das fast immer ohne Verletzungen ab. Ich denke nicht dass die Menschen und Halter ihrer wohlbehüteten Haushundchen das aushalten würden. Für viele ist ja schon eine Hundewiese wo Hunde mal zusammen laufen ein Ort des Schreckens. Meine Hunde sind mit 38 cm und 10 kg relativ klein, ihr bester Kumpel ist ein OEB mit gut 30 kg. Aber sie laufen auch auf Freiflächen oder Hundewiesen mit anderen Hunden und haben auch keine Probleme. Dennoch kann man Straßenhunde nicht mit unseren Sofa Wölfen vergleichen.
Wir haben einen HSH in der Gruppe. 2 Jahre alt, kastrierter Rüde ( er weiß aber nicht, dass er kastriert ist), aus Rumänien von der Straße. Er ist jetzt schon mit seinen 2 Jahren super souverän und deeskalierend, aber er weiß, wer er ist. Als Newton und er das erste Mal auf einem Spaziergang zusammentrafen, war die Körpersprache von beiden sehr höflich (anschauen, wegschauen ...). Als Newton mal kurz dynamischer wurde, zeigte der HSH sofort, dass er das lassen soll (kurz und knackig über 1 Schritt auf ihn zu mit einem kurzen Knurrer). Mehr brauchte es nicht. Hammer diese Präsenz. Die Beiden sind weiterhin gut klar gekommen mit einer kleinen Unterordnung seitens Newton. Ich fand das mega von Beiden. Menschen gegenüber hingegen ist der HSH extrem unsicher, zieht sich zurück und weicht aus.

Der HSH hat die hündische Kommunikation super drauf.
 
Beitrag-Verfasser
Dogorama-Mitglied
11. Feb. 22:09
Es geht mir ja auch nicht um massiv aggressive große Hunde sondern darum, mal andere Perspektiven einzunehmen und das Verhalten anderer HH weniger zu kategorisieren, weil eben auch das entkrampfen und entspannen kann - und zwar auf allen Seiten! Der Thread enthält mittlerweile so viele Erfahrungsberichte von HH kleiner und großer Hunde; das ist doch super; sofern es beim Lesen dazu anregt, mal die Perspektive des anderen kennenzulernen, einzunehmen und anzuerkennen. In flüchtigen Hundebegegnungen ist es mMn schlicht nicht möglich einzuschätzen, ob mein Gegenüber an dem für mich sichtbaren Problem anderweitig arbeitet, (noch) nicht arbeiten kann oder gar nicht arbeiten will. Sehe ich zB einen Menschen mit einem Malteser, der die Flucht vor mir ergreift oder den Hund hochnimmt, ist das eine Momentaufnahme. Ich weiß nicht, ob der immer so reagiert oder nur jetzt und auf schäferhundartige Hunde, ob sein Hund gestern gebissen wurde oder der Mensch aus welchem Grund auch immer noch nicht soweit ist, Kontakte zu großen Hunden zuzulassen. Es passen vielleicht viel weniger (Zwerg-)Hundehalter als gedacht in die Gruppe: ‚ich habe einen empfindlichen oder ängstlichen Hund, bin selber ängstlich oder unsicher und will dass das auch so bleibt!‘. 🤷‍♀️
Dieser Thread bezieht sich auch nicht auf irgendwen völlig Unbekannten auf der Gasse, sondern auf mannigfaltige Wortmeldungen in diesem Forum, wo genau solchen Geisteshaltungen bzw Einstellungen Ausdruck gegeben wird.
 
Beitrag-Verfasser
Dogorama-Mitglied
11. Feb. 22:13
ja meistens sind immer die „kleinen“ Qualzuchten, was ist mit den großen? die schon fast an Pony ähneln, bestimmt nicht gesund, da wird ein kleiner Hund älter und vorallem bewegt sich viel viel mehr und ist aktiver 😌
Ich hab aber hier noch kaum mal Halter von großen Qualzuchten erlebt, die bei jeder Begegnung Panik schieben, Angriffe darin sehen und verlangen, dass die Umwelt sich um sie herum extra rücksichtsvoll bewegen muss.
 
Beitrag-Verfasser
Dogorama-Mitglied
11. Feb. 22:15
Was für eine Chance hat denn ein Welpe/Junghund gegen tobende Hunde die um das vielfache größer sind.. Hundeschule sollte man ja auch schon frühzeitig anfangen im Welpen Alter.. Wie soll da ein Miteinander aussehen.. Egal wie groß klein die Hunde in der Gruppe sind,, benachteiligt ist der kleinste in der Runde.. Deswegen lernen meine Welpen, Junghunde in einem kleinen Kreis von Hunden den sozialen Kontakt und das Miteinander aufzubauen.. Trotzdem haben meine Hunde keine Probleme mit einer großen Gruppe verschiedene Größen zusammen zu laufen.. Es liegt immer daran wie man sich dem gegenüber verhält.. Egal ob groß oder klein.. Außerdem wird ein ständiges wegzerren und Richtungswechsel nicht besser sondern eher nur schlimmer.. Es muss ja auch nicht die große Liebe sein aber zumindest Akzeptanz.. Nur so sehe ich ein miteinander.. Angefangen beim Halter egal ob klein oder großer Hund.. Rücksichtsvoll von allen Seiten…
Warum produzierst du dann Hunde, die "keine Chance" haben gegen die normal grosse Version ihrer Artgenossen?
 
Beitrag-Verfasser
Dogorama-Mitglied
11. Feb. 22:18
Als ich meinen Rüdiger damals geholt habe, lebte mein Schäferhundmischling noch. Die ersten zwei Tage brauchte der damals knapp zwei Kilo schwere Dackelwelpe um mit dem großen schwarzen 30kg-Ungeheuer warm zu werden. Danach waren die beiden nicht mehr zu trennen und haben auch körperlich sehr schön miteinander gespielt. Wenn alle Beteiligten wissen was sie tun ist das überhaupt kein Problem. Kleine Hunde sind ja auch nicht aus Glas und Rüdiger hat in seinem Leben schon die eine oder andere Judorolle gemacht. Hat ihm nicht geschadet ✌️
Die zwei sind ja herrlich, danke für das entzückende Video!
 
Beitrag-Verfasser
Dogorama-Mitglied
11. Feb. 22:31
Ich denke wenn man es richtig fördert funktioniert Hundekommunikation bestens . Wenn die Hunde auf der Strasse leben , funktioniert es ja auch und da leben sie in großen Rudeln und zerfleischen sich nicht .....
Och... das klingt sehr romantisch. Zu romantisch ;)

Ich hatte eine Tierschutz-Minihündin aus Spanien, die sicher berechtigt Angst vor großen Hunden hatte.
 
Beitrag-Verfasser
Dogorama-Mitglied
11. Feb. 23:17
Das stimmt das man Strassenhunde und Sofahunde nicht vergleichen kann, die haben ja eine andere Vergangenheit und müssen die ganze Zeit um das Überleben kämpfen. Ich habe ja die Vergleiche hier . Leni kommt zwar aus Rumänien, wurde aber mit 5 Wochen gefunden während die Hündin von meiner Mutter ist eine richtige Strassenhündin und dementsprechend auch unsicher/ Angsthund. Aber Ronja lernt viel von Leni. Lenis bester Kumpel wiegt 23 kg und Leni 8 kg .. Hundewiese gibt es hier leider nicht aber dafür haben wir immer Sonntags unsere Waldrunde wo wir mitlaufen mit vielen Hunden und allen Größen .
Wieso ist ein Strassenhund "dementsprechend" ein "Angsthund"?

Ich bin ja überzeugt, dass die Zuschreibung auf die wenigstens so bezeichneten Hunde tatsächlich zutrifft.
Gefühlt hat ohnehin gerade jeder Zweite einen "Angsthund", dabei haben Viele davon nur noch nicht viel kennengelernt.
Klar schafft das erstmal Unsicherheiten, aber wie gut sich die meist aufarbeiten lassen, zeigen unzählige Beispiele im Forum.
Und selbst kenn ich auch etliche Fälle, wo trotz trauriger Vorgeschichten die Hunde toll im neuen Leben angekommen sind.
Meist sind das wiederum die von recht entspannten Hsltern, die das Wort Angsthund noch nichtmal kennen 😏

Dagegen ist eine Bekannte das Paradebeispiel dafür, wie das Festhalten und Bestehen am Angsthund-Lable die gemeinsame Entwicklung nachhaltig behindern kann.
Sehr nervöse, überdrehte, in Bezug auf Hund unsichere Person - Hund aus Auslandstierschutz mit überschaubarer Sozialisierung - Anfänglich in der Stadt naturgemäß sehr unsicher und ängstlich - also hat Bekannte EINEN ANGSTHUND, der "tapfer" ist, dementsprechend mitleidig behandelt wird, und der trotz engagiertem Training und einiger schöner Fortschritte immer irgendwie von diesem sorgenvollen Mindset und dem vielen nervösen bequatscht Werden gebremst ist.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Nina &
11. Feb. 23:23
Das kenne ich von Bokar auch. Er hat in unserer Nachbarschaft einige kleine Hundefreunde aus seiner Welpenzeit, mit denen er immer gespielt hat. Denen ist er jetzt zu groß und wenn wir die treffen, legt er sich immer flach auf den Boden, damit die ihm wenigstens Hallo sagen. Wenn er aufsteht, nehmen sie Abstand, obwohl nie was gewesen ist. Er ist denen jetzt eben jetzt einfach zu groß.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Angelika
12. Feb. 05:05
Ich sag ja, Judorolle. Das war irgendwie ihr Ding 😅
Meine ist auch so, haben mal eine Jack Russel/Dackelmixhündin getroffen, da hat meine sich auch hingelegt und die andere durfte sich draufstellen auf sie,was sie bei größeren beim spielen nie macht... Auch hat sie ganz vorsichtig , eigentlich nur ihr Maul über die andere deren ihr Kopf drüber gelegt, aber wie gesagt so vorsichtig, das die andere Hündin wirklich keine Angst hatte....
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Nathalie
12. Feb. 05:42
Wieso ist ein Strassenhund "dementsprechend" ein "Angsthund"? Ich bin ja überzeugt, dass die Zuschreibung auf die wenigstens so bezeichneten Hunde tatsächlich zutrifft. Gefühlt hat ohnehin gerade jeder Zweite einen "Angsthund", dabei haben Viele davon nur noch nicht viel kennengelernt. Klar schafft das erstmal Unsicherheiten, aber wie gut sich die meist aufarbeiten lassen, zeigen unzählige Beispiele im Forum. Und selbst kenn ich auch etliche Fälle, wo trotz trauriger Vorgeschichten die Hunde toll im neuen Leben angekommen sind. Meist sind das wiederum die von recht entspannten Hsltern, die das Wort Angsthund noch nichtmal kennen 😏 Dagegen ist eine Bekannte das Paradebeispiel dafür, wie das Festhalten und Bestehen am Angsthund-Lable die gemeinsame Entwicklung nachhaltig behindern kann. Sehr nervöse, überdrehte, in Bezug auf Hund unsichere Person - Hund aus Auslandstierschutz mit überschaubarer Sozialisierung - Anfänglich in der Stadt naturgemäß sehr unsicher und ängstlich - also hat Bekannte EINEN ANGSTHUND, der "tapfer" ist, dementsprechend mitleidig behandelt wird, und der trotz engagiertem Training und einiger schöner Fortschritte immer irgendwie von diesem sorgenvollen Mindset und dem vielen nervösen bequatscht Werden gebremst ist.
Weil es bei der Hündin von meiner Mutter nun mal so ist.Ja meine Mutter ist sehr entspannt aber den Begriff Angsthund kann sie/ wir schon unterscheiden. Das schreibe ich nicht einfach mal so.
Und nein sie behandelt Ronja nicht entsprechend vorsichtig und verhätschelt sie aber sie macht das beste aus der Situation.
Es,sind bei ihr nicht nur Strassen wo sie Angst hat ,ganz ganz viele Sachen wo sie sofort in den Fluchtmodus geht .Sie war auch schon vor 2 Jahren 6 Tage auf Reisen ,weggelaufen weil sie sich vor einem Geräusch erschrocken hat.Damals wurde nur durch einen Suchdienst gefunden und mit einer Lebendfalle gesichert.
Sie bekommt auch Training auch vom professionellen Trainer aber alles bekommt sie so nicht mehr raus.
Aber meine Mutter arbeitet an den Problem und macht das beste draus und das schon seit Jahren.

Aber auch sie hat keinerlei Probleme mit Sozialkontakten .