Die dummen Sprüche und das Lästern anderer Hundebesitzer müssen nicht sein. Niemand kennt die Vorgeschichte eines Hundes oder die Herausforderungen, mit denen ein Halter täglich zu kämpfen hat.
Trotzdem sehe ich die Situation etwas differenzierter. Wenn ein Hund nach drei Jahren Training bei Hundebegegnungen noch regelmäßig in die Leine geht und pöbelt, würde ich mich schon fragen, ob der aktuelle Trainingsansatz wirklich der richtige ist. Ständig an anderen Hunden vorbeizugehen und die Situation auszuhalten, ist nicht immer sinnvoll. Viele moderne Trainer arbeiten eher damit, ausreichend Abstand zu schaffen, Bögen zu laufen und den Hund gar nicht erst in die Situation kommen zu lassen, in der er ausrastet. Das ist kein Vermeiden, sondern oft deutlich effektiveres Training.
Man sollte dabei auch die anderen Hunde nicht vergessen. Nicht jeder entspannte Hund war schon immer souverän. Viele Hunde waren selbst einmal unsicher oder ängstlich und wurden über lange Zeit mühsam aufgebaut. Wenn solche Hunde regelmäßig von pöbelnden Hunden angekläfft werden, kann das ihre Unsicherheit wieder verstärken oder alte Probleme zurückholen. Das haben viele Halter leider schon erlebt.
Deshalb finde ich, dass man solches Verhalten nicht einfach gewähren lassen sollte. Rücksichtnahme sollte immer in beide Richtungen gehen. Es geht nicht nur darum, wie sich der Halter eines pöbelnden Hundes fühlt, sondern auch darum, welche Auswirkungen dieses Verhalten auf andere Hunde und deren Training haben kann.