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Isabell
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zuletzt 5. Sept.

Unser Hund bellt fremde Leute und Hunde beim spazieren gehen an

Hallo zusammen, mein Freund und ich sind ziemlich am verzweifeln. Wir haben einen mittlerweile 10 Monaten labbi Rüde. Er kann die Grund Kommandos und läuft auch ansich gut an der Leine, aber wenn andere Leute mit oder ohne Hund sich uns nähern, geht er auf die los und bellt lautstark. Wir nehmen ihn vorher immer auf die Seite wo die Menschen nicht sind, aber es bringt nichts. Hundeschule wird besucht, er kennt andere verschiedene Hunderasse und selbst viele Leute hat er auch schon kennen gelernt. Aber bei den Spaziergängen ist es echt schlimm. Habt ihr einen Rat was man besser machen kann? Vielen Dank im Voraus schon mal :)
 
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Dogorama-Mitglied
24. Sept. 06:48
Ich würde ihn in der Situation nicht noch absitzen lassen,das stresst häufig noch mehr und ist für den Hund schwer machbar. Habt ihr schonmal versucht im Bogen dran vorbei zu joggen? Bewegung hilft besser bei Stress und viele Hunde fokussieren sich durch den Geschwindigkeitswechsel auf ihren Halter. Sobald das klappt und er sich Dir zuwendet ausgiebig loben.
Ha ja, oder er glaubt sie gehen gemeinsam auf Angriff 😄

Da müsste das Ausweichen glaub ich sehr deutlich gemacht werden.
 
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Tatiana
24. Sept. 06:52
Ha ja, oder er glaubt sie gehen gemeinsam auf Angriff 😄 Da müsste das Ausweichen glaub ich sehr deutlich gemacht werden.
😀 naja, dann ist das doch nett die Jagdkette mal durchzuspielen....man soll ja auch mal die Bedürfnisse der Hunde erfüllen!😉
Ich habe tatsächlich ganz gute Erfahrungen mit dran vorbeilaufen gemacht. Direkt drauf zu meinte ich natürlich nicht!
 
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R
24. Sept. 07:20
Dit gemeine ist, sobald man es weiß, fängt man an einen gewissen Fokus in die Sache zu legen. Hund hat dich dann gefühlt auf der gleichen Meinungsebene. Ruhe und egalität auszustrahlen ist unfassbar hilfreich und rentiert sich mit der Zeit- aber eben ungewollt sehr schwer für uns Menschen nicht "mitzumachen". Die meisten Tips von außen, haben sich bei bestimmten Hunden unter bestimmten Vorraussetzungen gelohnt. Das kann aber auch genau das Gegenteil bewirken. Hab hier auch zwei gegensätze, die eine würde getriggert mit hinsetzen und Bewegung an ihr vorbeiziehen lassen(locker werden durch locker laufen oder Wendung), die andere ist eher Sorte abwenden Ruhe walten lassen , denn jeder Schritt fordert sie in ihrer Präsenzausstrahlung raus. Was nie falsch ist, dass was man will auch ohne die Begegnungen schon mal zu festigen. Er will irgendwo etwas wie ein irrer und zieht, dann Ritual wie er sich zurück bewegt und ruhig an die Sache "darf". Oder den Seitenwechsel(der darf nicht nur in Bezug auf Hundebegegnungen kommen). Oder das in seiner Spur bleiben(nicht vor euch treten) ist beim labbi vlt auch gut mit "futterfallen" zu üben(ohne Begegnungen). Der Trainer wird den Reiz filtern. Was triggert ihn alles. Bewegung, das Geschlecht des Hundes, das Auftreten, aber ihr sagt ja, auch Menschen sind komisch- vlt ist Angst oder Unsicherheit gegeben . Das ist schwer zu sagen, Trick 17 war bei mir der Knaller und ist vlt genau das Gegenteil was euer Hund braucht. Versucht euren Fokus bei euch zu lassen. Das Gedankenspiel"scheiß drauf was der Hund macht, geh die Strecke, wir du sie gehen willst" ist bisher nie ein falscher Ansatz gewesen. Und nie vergessen, du kannst ihn ja unter Kontrolle halten.der Rest Geduld und Stimmung verändern, in Zusammenhang mit Sachen die ihr sonst auch übt(unter leichteren Bedingungen). Direkt am Trigger arbeiten macht meist keinen Sinn. Meine große (unsicher dominant schutz) geht oft 20m Abstand zum weg auf eine Pause und darf beim nichts tun sehen, dass die in der Ferne völlig harmlos weiter laufen. Nimmt viel Aufregung raus. In der Eskalation, reagiert einfach zu viel(du, der Hund, der andere Hund/Mensch).
 
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Dogorama-Mitglied
24. Sept. 07:46
Bei normalen Spaziergängen hat man im Kopf, dass der Hund sich lösen soll, ausgelastet werden soll und dass Hundebegegnungen stressig sein werden. Mach öfter mal einen Trainingsspaziergang, wo nichts eine Rolle spielt, außer den Hundebegegnungen. Setzt oder stellt Euch irgendwo hin, in sicherem Abstand zu anderen Hunden, und beobachtet nur. Dann wieder nach Hause. So oft, bis Ihr beide dabei entspannt bleibt. Dann näher ran, aber nur den Abstand verkleinern, nicht zu viel auf einmal.
Im Zweifel irgendwo hin, wo es ganz ruhig ist, nicht die üblichen Wege.
Das wäre ein Training, wo er lernt, mit dem Problem umzugehen.
Bei den normalen Spaziergängen dann ablenken, so frühzeitig wie möglich. Verschiedene kleine Spielchen machen, die der Hund gerne macht und gut kann.

Eine hilfreiche Strategie ist, sich vor jedem Spaziergang zu überlegen, wie man mit den Situationen, die auftreten könnten, umgehen wird. Nach jedem Spaziergang reflektieren, was gut funktioniert hat und was nicht. Dann schon nach alternativen Lösungen suchen. Wenn Ihr zu Zweit analysiert, immer konstruktiv bleiben, keine Vorwürfe.

Social Walks sind ein guter Weg, das Ganze zu üben. Mit Gleichgesinnten kann man super verabreden, wie die Begegnung verlaufen soll.

Es hilft auch, dem Hund in entspannten Situationen beizubringen, hinter einem zu bleiben. Nur die abgewandte Seite reicht oft nicht. Du musst schräg vor ihm sein, solange jemand von vorne kommt, aber schräg hinter ihm, wenn derjenige an Euch vorbei ist. Damit Dein Hund nicht nach hinten ungeschützt ist. Also permanent genau dazwischen sein. Und das nicht erst in der Begegnungssituation üben.
 
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Silke
24. Sept. 07:50
Bei normalen Spaziergängen hat man im Kopf, dass der Hund sich lösen soll, ausgelastet werden soll und dass Hundebegegnungen stressig sein werden. Mach öfter mal einen Trainingsspaziergang, wo nichts eine Rolle spielt, außer den Hundebegegnungen. Setzt oder stellt Euch irgendwo hin, in sicherem Abstand zu anderen Hunden, und beobachtet nur. Dann wieder nach Hause. So oft, bis Ihr beide dabei entspannt bleibt. Dann näher ran, aber nur den Abstand verkleinern, nicht zu viel auf einmal. Im Zweifel irgendwo hin, wo es ganz ruhig ist, nicht die üblichen Wege. Das wäre ein Training, wo er lernt, mit dem Problem umzugehen. Bei den normalen Spaziergängen dann ablenken, so frühzeitig wie möglich. Verschiedene kleine Spielchen machen, die der Hund gerne macht und gut kann. Eine hilfreiche Strategie ist, sich vor jedem Spaziergang zu überlegen, wie man mit den Situationen, die auftreten könnten, umgehen wird. Nach jedem Spaziergang reflektieren, was gut funktioniert hat und was nicht. Dann schon nach alternativen Lösungen suchen. Wenn Ihr zu Zweit analysiert, immer konstruktiv bleiben, keine Vorwürfe. Social Walks sind ein guter Weg, das Ganze zu üben. Mit Gleichgesinnten kann man super verabreden, wie die Begegnung verlaufen soll. Es hilft auch, dem Hund in entspannten Situationen beizubringen, hinter einem zu bleiben. Nur die abgewandte Seite reicht oft nicht. Du musst schräg vor ihm sein, solange jemand von vorne kommt, aber schräg hinter ihm, wenn derjenige an Euch vorbei ist. Damit Dein Hund nicht nach hinten ungeschützt ist. Also permanent genau dazwischen sein. Und das nicht erst in der Begegnungssituation üben.
So wie ich es gelesen habe sind ja schon Menschen ohne Hund ein Problem. Vielleicht hilft es mal irgendwo hinzugehen wo mehrere Menschen sind und dem Hund das aus einer distanz beobachten zu lassen die er gut aushalten kann und sich noch ablenken lässt.
 
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Isabell
24. Sept. 08:18
So wie ich es gelesen habe sind ja schon Menschen ohne Hund ein Problem. Vielleicht hilft es mal irgendwo hinzugehen wo mehrere Menschen sind und dem Hund das aus einer distanz beobachten zu lassen die er gut aushalten kann und sich noch ablenken lässt.
Wir waren in DK 🇩🇰 und da lief es ganz gut und dann find es in Deutschland an wieder schlimmer zu werden, obwohl wir nichts anders gemacht ha en
 
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Silke
24. Sept. 08:40
Wir waren in DK 🇩🇰 und da lief es ganz gut und dann find es in Deutschland an wieder schlimmer zu werden, obwohl wir nichts anders gemacht ha en
Das ist nicht ungewöhnlich. Ich habe auch einen sehr reizempfänglichen Hund. In fremder Umgebung sind diese Hunde oft reizüberflutet und unsicher. Für uns wirkt es meistens so als wenn sie entspannter sind. Aber eigentlich ist es eher so das sie durch die Unsicherheit und die Reizüberflutung überspitzt gesagt eher handlungsfähig sind. Und ein kleines bisschen kommt es noch dazu das wir Menschen im Urlaub meistens nicht so angespannt sind. Zu Hause ist wieder die alte Anspannung und das gewohne Umfeld da. Versuche doch mal mit der Einstellung mit dem Hund zu gehen das ihr so was trainiert. Vielleicht sogar mit dem Gedanken das ihr eine Situation gemeistert bekommt und du es schaffst den Hund umzulenken. Ein kleiner Erfolg ist ja schon das der Hund nicht völlig eskaliert und vielleicht "nur" an der Leine zieht. Umso mehr Erfolgserlebnisse ihr habt umso entspannter wirst du.
 
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Isabell
24. Sept. 09:11
Bei normalen Spaziergängen hat man im Kopf, dass der Hund sich lösen soll, ausgelastet werden soll und dass Hundebegegnungen stressig sein werden. Mach öfter mal einen Trainingsspaziergang, wo nichts eine Rolle spielt, außer den Hundebegegnungen. Setzt oder stellt Euch irgendwo hin, in sicherem Abstand zu anderen Hunden, und beobachtet nur. Dann wieder nach Hause. So oft, bis Ihr beide dabei entspannt bleibt. Dann näher ran, aber nur den Abstand verkleinern, nicht zu viel auf einmal. Im Zweifel irgendwo hin, wo es ganz ruhig ist, nicht die üblichen Wege. Das wäre ein Training, wo er lernt, mit dem Problem umzugehen. Bei den normalen Spaziergängen dann ablenken, so frühzeitig wie möglich. Verschiedene kleine Spielchen machen, die der Hund gerne macht und gut kann. Eine hilfreiche Strategie ist, sich vor jedem Spaziergang zu überlegen, wie man mit den Situationen, die auftreten könnten, umgehen wird. Nach jedem Spaziergang reflektieren, was gut funktioniert hat und was nicht. Dann schon nach alternativen Lösungen suchen. Wenn Ihr zu Zweit analysiert, immer konstruktiv bleiben, keine Vorwürfe. Social Walks sind ein guter Weg, das Ganze zu üben. Mit Gleichgesinnten kann man super verabreden, wie die Begegnung verlaufen soll. Es hilft auch, dem Hund in entspannten Situationen beizubringen, hinter einem zu bleiben. Nur die abgewandte Seite reicht oft nicht. Du musst schräg vor ihm sein, solange jemand von vorne kommt, aber schräg hinter ihm, wenn derjenige an Euch vorbei ist. Damit Dein Hund nicht nach hinten ungeschützt ist. Also permanent genau dazwischen sein. Und das nicht erst in der Begegnungssituation üben.
Das komische ist, auf dem hundeplatz wo und Hund und Menschen sind, ist er wie ein andere Hund. Da spielt er mit den Hunden und die Menschen sind egal. Nur wenn wir spazieren gehen, läuft das so schlimm
 
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Susanne
24. Sept. 09:25
Für mich hört es sich an, als wolle er euch beschützen! Gebt ihr ihm im Alltag das Gefühl, dass dies NICHT seine Aufgabe ist? Trainer wäre sicherlich gut, viel Erfolg
 
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Dogorama-Mitglied
24. Sept. 09:41
Das komische ist, auf dem hundeplatz wo und Hund und Menschen sind, ist er wie ein andere Hund. Da spielt er mit den Hunden und die Menschen sind egal. Nur wenn wir spazieren gehen, läuft das so schlimm
Das ist normal. Auf dem Hundeplatz benehmen sich alle anders. Da ist ein Trainer, der selbst Autorität ausstrahlt, der Dich anleitet, und der das beste in Dir weckt. Du bist dort konzentriert, positiv gestimmt, vielleicht konsequenter, selbstsicherer. Der Hund kennt den Hundeplatz als Ort, wo was Tolles stattfindet, schaltet in den Arbeitsmodus um. Alles hängt miteinander zusammen und beeinflusst sich gegenseitig.