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Franziska
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Anzahl der Antworten 29
heute 09:58

Hund schreit/ brüllt nachts

Ich suche nach Rat und nach Menschen, die vielleicht schon einmal etwas Ähnliches erlebt haben. Es geht um unseren fünfjährigen Rüden, den wir damals von der Straße aufgenommen haben. Seit Jahren hat er nachts plötzlich extreme „Schreianfälle“, eine Mischung aus Jaulen und lautem Schreien. Wenn man ihn anspricht oder berührt, beruhigt er sich sofort wieder. Teilweise passiert es im Schlaf, teilweise wach. Tagsüber zeigt er ähnliches Verhalten manchmal auch beim Alleinbleiben. Das macht er seit Jahren fast jede einzelne Nacht und es hat kurz nachdem wir ihn von der Straße aufgenommen haben angefangen Wir haben bereits vieles abgeklärt und ausprobiert: Tierarzt, Untersuchungen, Medikamente, Homöopathie, Hundetrainer usw. Medizinisch scheint alles unauffällig zu sein, aber niemand hatte bisher eine Idee, was dahinterstecken könnte und bisher hat wirklich NICHTS geholfen Deshalb wollte ich fragen, ob jemand so etwas schon einmal erlebt hat oder irgendeinen Ansatz kennt, der helfen könnte.
 
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Sandra
18. Mai 21:17
Ja, das hat/ hatte unser Miles auch.
Miles kam vor 4 Jahren aus der Tötung und war sehr traumatisiert.
Er darf inzwischen als einziger unserer Hunde mit bei mir im Bett schlafen, bekommt Psychopharmaka, Thundershirt.
Einen richtigen Durchbruch hat erst unser aktueller Pflegehund Griny gebracht.
Scheinbar gibt er Miles die Sicherheit, die er braucht.
 
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Kristina
18. Mai 21:25
Ich kenne soetwas auch.
Meine hab ich als Welpe hier aus meiner Gegend aus einer Welpenvermittlung. Kein bekanntes Problem oder Trauma.
Aber auch sie schrei-jault manchmal Nachts einfach los. Bei ihr half/hilft nur: Licht an, ansprechen und auf die Beine bringen. Teilweise hat sie dabei sogar die Augen auf.

Wir haben das Glück, das es sehr selten vorkommt und je älter sie wird um so seltener.

Leider habe auch ich nie heraus gefunden woran es liegt. Also kann ich dir nicht helfen...sry.
 
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Tina
18. Mai 21:50
Schläft er direkt bei dir? Kontaktliegen? Würde so viel Nähe es geht/Hund es zulässt in der Nacht geben.
 
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Mel
18. Mai 23:00
Hallo, das tut mir aufrichtig leid für den Vierbeiner und sein Umfeld. Unser Hund wurde 2x beim Gassigehen von größeren Hunden ( jeweils andere) überfallen und gebissen. Nächte danach jaulte, zitterte und "schrie" er nachts - er hatte es wohl so verarbeitet. Ich wachte immer auf und beruhigte ihn.
 
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Raphaela
heute 05:56
Ich habe einen traumatisierten Hund. Alles was beruhigende Wirkung hat, ist nicht immer das Mittel das bei jedem Traumata hilft. Die Ängste sind verschiedener Herkunft.

Mein Hund (Vermehrerhund) wurde in einer Gärtnerei, Baumschule oder Ähnliches gehalten.
Panik und Angst bei alles was damit zu tun hat( Säcke Blumenerde, Schubkarre usw)
Menschen mit ähnlicher Figur, besonders bestimmte Kopfbedeckungen, schwarze Kleidung, Heckenschere und besonders schlimm wenn damit gearbeitet wird. Er ist dann in schlimme Aggressionen verfallen und war nicht mehr ansprechbar.
Dazu kam extremes Nervenzittern, die Träume mit Aggressionen, er hat gedroht im Schlaf.
Wir haben 4 Jahre gebraucht um halbwegs Normalität zu bekommen.

Mittel zur Beruhigung müssen abgewägt werden. Was bei Gewitter und Knaller helfen soll, hat hier keine Wirkung.
Erste Wirkung habe ich mit Lavendeltee und Kamillentee erreicht. Da ist aber die Tageshöchstmenge zu beachten.

Meiner kann nicht alleine bleiben, er zerstört alles und überdreht. Auto fahren will er auch nicht, er verfällt in Gebell und ist nicht mehr ansprechbar.

Meine Lösung um es Hund zu erleichtern, er bekommt Magnesium. Blutbild haben wir machen lassen. Ich wollte sehen ob es Mängel gibt. Straßenhund hat oftmals irgendwelche Werte im Blut nicht mehr als messbar.
Oftmals ist es Vitamin B.

Das habe ich auch lange Zeit als komplex gegeben.

Mit dem Magnesium gibt es sichtbare Erleichterung für ihn. Das Nervenzittern verschwindet und er hält es aus eine kleine Zeit im Auto nicht bellen zu müssen. Der bellt beim fahren ohne Pause, egal wie weit der Weg ist.
 
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Jay
heute 06:18
Ich denke auch, dass das eine Traumareaktion ist. Allerdings frage ich mich, wie man das behandeln soll und die Tierärztin scheint auch überfordert.
Ja, gibt es auch bei Hunden und anderen Tieren, dafür "zuständig" sind die Verhaltenstierärzt*innen.
Um Videos von nächtlichen Vorfällen zu machen (wollten meine TÄs auch haben), habe ich eine Überwachungskamera aufgehängt, und die die ganze Nacht aufzeichnen lassen. (Hat zwar auch Bewegungssensor, aber der fing dann immer an zu filmen wenn es schon vorbei war)
 
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Ilona
heute 06:27
Ich denke auch, dass das eine Traumareaktion ist. Allerdings frage ich mich, wie man das behandeln soll und die Tierärztin scheint auch überfordert.
Am Besten eine TÄ mit Schwerpunkt Verhalten aufsuchen. Da gibt es schon Medikamente, die helfen könnten.
 
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Marie
heute 06:35
Muss noch mal nachfragen !
Was heißt von der Straße aufgenommen ?
 
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Franziska
heute 06:42
Muss noch mal nachfragen ! Was heißt von der Straße aufgenommen ?
Wir haben damals in Paraguay gelebt und ihn dort als abgemagerten Hund weit außerhalb ausgesetzt gefunden
 
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Carmen
heute 07:21
Hallo Franziska,
das hat mein Feño auch.
Schrecklich, trau mich schon garnicht mehr ins Bett.
Bin bei zwei super Tierärzten, Haustierarzt und Kardiologe, nichts zu finden. 😔