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Angi
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zuletzt 2. Okt.

Hund ist ständig am Fiepen und kommt nicht zur Ruhe.

Wie schon im Titel beschrieben, fiept unser Hund dauerhaft. Er ist gerade 10 Monate alt und wir haben schon relativ zeitig festgestellt, dass er mehr Energie hat, als andere Hunde. Bei Spielrunden mit anderen Hunden weiß er nicht wann Schluss ist und will auch zu Ruhezeiten spielen. Das haben wir beobachten können, als wir zu Besuch bei meiner Familie waren, die einen gleichaltrigen Hund haben und als wir selber einen zweiten Hund von einem Angehörigen für 1 Woche bei uns hatten. Beide Hunde haben unseren Hund korrigiert, vor allem Abends wenn er noch durch die Wohnung gelaufen ist, anstatt sich hinzulegen und zu entspannen oder wenn er weiter spielen wollte. Nun ein paar Randinfos: er bekommt mindestens jeden Tag 3 Runden, wenn er viel trinkt oder es zu warm ist mehr. Die Länge der Runden variiert. Eine große Runde bekommt er täglich immer. Die 3 regulären Runden, haben feste Zeiten (6 Uhr, 14 Uhr und 22 Uhr), damit der Hund sich danach richten kann. Normalerweise würden wir den zeitlichen Abstand zwischen den runden verkleinern, aber er hält leider in der Nacht nicht lange aus, weil er schon zeitig auf den Beinen ist. Futter bekommt er um 8 Uhr und um 18 Uhr. Drinnen machen wir Konzentrations- und Suchspiele, die ihn geistig auslasten. Solche Übungen gibt's natürlich auch draußen, je nachdem wie es sich anbietet. Plätze zum zur Ruhe kommen hat er mehrere, die er leider zu selten nutzt. Sein Hauptplatz, den wir für ihn eignerrichtet haben ist an einer Wand, die nicht direkt im Laufweg liegt, damit er nicht gestört wird. Er legt sich jedoch meistens direkt in der Flur oder hinter unsere Computer Stühle, selbst wenn wir ihn wegschicken. Wir trainieren mit ihm auch seine Ruheplätze zu nutzen allerdings geht er direkt nach 2 Minuten wieder von denen runter und legt sich wieder mitten in den Weg oder bleibt einfach vor uns stehen und starrt uns ewig an, Ehe er dann anfängt zu fiepen. Das ist natürlich sehr ungünstig. Wir wollen nämlich, dass er zur Ruhe kommt und tief schlafen kann. Das kann er nicht, wenn er direkt in Laufweg liegt. Sobald wir den Raum verlassen folgt er uns und legt sich dort irgendwo hin oder steht zumindest auf. Auch wenn er hinter unseren Stühlen liegt steht er auf, sobald der Stuhl kurz knarzt oder wir mit ihnen ein wenig zur Seite rollen und fiept uns an, wer er bemerkt dass nichts passiert. Wir sind langsam verzweifelt, weil er vor allen Dingen oft fiept, wenn er eigentlich seine Ruhephasen haben sollte. Das fiepen kommt leider über den ganzen Tag vor, wenn in seinen Augen zu wenig los ist. Auch wenn wir ne Stunde mit ihm unterwegs waren und ihn währendessen trainiert haben. Auch wenn er nach einer ausgiebigen Runde ausgelastet und völlig ko für 1-2 Stunden schläft, muss danach wieder Action für ihn sein, sonst gibt er keine Ruhe. Eigentlich fehlt es ihm an nichts: Tierärztlich ist abgeklärt, dass alles in Ordnung ist, er bekommt genügend Aufmerksamkeit, Auslauf, Denkspiele und Futter - wir wissen echt nicht, worüber er sich beschwert. Wir möchten einfach nur, dass er sich entspannen und beruhigt schlafen kann, weil es für ihn bestimmt auch eine Qual ist, ständig zu fiepen. Außerdem wird dann unser Zusammenleben wesentlich entspannter. Es ist für uns auch sehr anstrengend, da er auf unsere Reaktionen selten reagiert. Wir haben es mit ignorieren probiert, dass er merkt das fiepen bringt ihm keinen Vorteil. Manchmal funktioniert's, manchmal fiept er weiter bis zu 1 1/2 Stunden. Wir haben es auch mit Abbruchkommandos wie Nein, Hey oder Schluss probiert, die ihn leider auch nur 5 Minuten von dem Verhalten abhalten. Wie bereits erwähnt ist es sehr anstrengend, das tagtäglich ertragen zu müssen, vor allem Dingen wenn er dann über eine Stunde durch fiept. Er fiept auch oft schon eine Stunde bevor seine normale Gassi Zeit ist, auch wenn er nur wenig getrunken hat. Das finden wir sehr schade, da wir extra für ihn Zeiten eingerichtet haben, die er aus unserem wissen aushält. Durch seine Unruhe denken wir allerdings, dass er oft schon zeitiger raus muss und nicht so lange anhalten kann. Manchmal weckt er uns auch schon um 5, weil er raus möchte, manchmal hält er es auch bis um 11 aus. Wir hoffen auf viele lieb gemeinte Tipps. Wir sind keine Profis, geben uns aber richtig Mühe, dass es unserem Hund an nichts fehlt. Außerdem entschuldige ich mich, falls ich ein wenig undeutlich geschrieben habe, da mir schwer fällt, dass Thema zu strukturieren und formulieren.
 
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Dogorama-Mitglied
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30. Juli 20:01
Hi, ihr macht einfach zu viel des Guten. Der Ansatz ist löblich, aber leider nicht hilfreich. Der Hund muss lernen dürfen sich Euch anzupassen und nicht Ihr, Euer Leben auf den Hund abzustimmen. Nehmt es mit den Fütterungszeiten nicht ganz so genau. Er darf lernen das auszuhalten. Auch die festen Zeiten zum rausgehen. Klar, wenn er Pipi muss, raus. Ansonsten geht ihr, wenn ihr Lust habt, und nicht wenn der Hund es einfordert. Mehr ignorieren im Alltag. Ein Hund muss in dem Alter etwas lernen und die Welt entdecken dürfen, aber er muss nicht Dauerbespasst und dadurch überfordert werden. Wie soll er denn zur Ruhe kommen, wenn er ständig seine Uhr nach Aktivitäten stellen kann? Ein Hund hat auch mal Sendepause. Punkt. Und wenn er das nicht kann, muss er das lernen und ihr, lernen das durchzusetzen. Und bitte das Hundebett möglichst nicht in den Flur. Der kleine Kerl kontrolliert schon genug. Dabei kann er nicht entspannen. Hundebett an einen ablenkungsarmen Ort und darauf bestehen, dass er da einfach mal bleibt. Das wird erst mal schwierig, im Moment bestimmt er ja noch wo es langgeht 😉
Wenn er fiept, ignorierten. Er manipuliert Euch einfach. Dem Hund fehlt es an nichts, schreibst Du selbst. Mach Dir das klar, wenn er jammert und lass Dich nicht drauf ein. Ignorieren. Versuch mal Tage zu finden wo ihr nichts macht....Ihr müsst aus diesem Bespassungsmodus raus. Ziel ist es, dass der Hund Euch gefallen will und sich an Euch orientiert. Nicht anders herum. Je weniger Jobs der Hund Zuhause zu erledigen hat, um so entspannter kann er zur Ruhe kommen😉
 
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Marisol
30. Juli 18:48
Wie lange habt ihr ihn schon? Habt ihr aktiv Ruheübungen wie Deckentraining gemacht? Was macht ihr wenn er euch dauernd folgt?
 
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Angi
30. Juli 18:56
Wie lange habt ihr ihn schon? Habt ihr aktiv Ruheübungen wie Deckentraining gemacht? Was macht ihr wenn er euch dauernd folgt?
Wir haben ihn seit dem er 11 Woche alt ist. Er war bis dahin mit seiner Mutter und Geschwistern zusammen und hat das Zusammenleben kenngelernt. Man hat auch, als wir dort waren gesehen, dass die Mutterhündin die Welpen zurechtgewiesen hat.

Wir haben direkt nach seiner Eingewöhnung (ca. 1-2 Wochen, nachdem er bei uns war) angefangen mit den wichtigsten Sachen: draußen Abrufkommando und drinnen, seinen Platz zu kennen und dort zu bleiben, auch wenn wir den Raum verlassen. Das funktioniert auch ganz gut, leider nur solange es im Training ist. Wenn er es im Alltag anwenden soll, haberts noch oft.

Wenn er uns direkt folgt schicken wir ihn meistens zurück ins Zimmer oder auf seinen Platz.

Wenn er erst nach einer halben Stunde oder so nach kommt lassen wir ihn sich alleine hinlegen.
 
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Dogorama-Mitglied
30. Juli 19:03
Ich habe drei Hunde, der erste wird 12 Jahre alt ist ein Hütehund und findet eigentlich nie ein Ende, wenn man es zulässt.
Immer wieder gleiches Kommando! Abwarten, wegnehmen was er anschleppt. Kommando… 3x dann kommt alles an einen nicht sichtbaren Ort. Wiederholen und auf den Platz schicken. Mit Ruhe und Geduld. Klappt bei allen sehr gut.
 
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Dogorama-Mitglied
30. Juli 19:08
Ich finde die Nicht-rausgeh- Zeiten für einen 10 Monate alten Hund zu lang. Ich würde 4 x auf jeden Fall etablieren . Und das Körbchen sollte so stehen, dass er bei Bedarf alles überblicken kann, denke ich, sa er ja eure Nähe/Sichtbarkeit braucht. Vielleicht hilft es, zu Anfang zumindest, sich mit dem Hund auszuruhen?
 
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Angi
30. Juli 19:09
Ich habe drei Hunde, der erste wird 12 Jahre alt ist ein Hütehund und findet eigentlich nie ein Ende, wenn man es zulässt. Immer wieder gleiches Kommando! Abwarten, wegnehmen was er anschleppt. Kommando… 3x dann kommt alles an einen nicht sichtbaren Ort. Wiederholen und auf den Platz schicken. Mit Ruhe und Geduld. Klappt bei allen sehr gut.
Ok supi danke für den Tipp. Falls es Spielzeug anschleppt ignorieren wir es meistens, dass funktioniert auch. Falls er weitermacht, packen wir das Spielzeug eh beiseite, wo er es nicht sehen oder rankommen kann.
 
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Angi
30. Juli 19:12
Ich finde die Nicht-rausgeh- Zeiten für einen 10 Monate alten Hund zu lang. Ich würde 4 x auf jeden Fall etablieren . Und das Körbchen sollte so stehen, dass er bei Bedarf alles überblicken kann, denke ich, sa er ja eure Nähe/Sichtbarkeit braucht. Vielleicht hilft es, zu Anfang zumindest, sich mit dem Hund auszuruhen?
Ok danke, dass mit dem Rausgehen haben wir tatsächlich auch schon überlegt. Wir werden auf jeden Fall beides probieren und dann schauen wie es funktioniert, vielen Dank für die Antwort.

Welches Alter würde sich denn eignen, damit 3 Runden ausreichen, oder sollte man das individuell entscheiden?

Er schläft auch oft mit uns im Bett, aber mit der Bedingung, dass er runter geht wenn wir das fordern, er soll nicht lernen, dass er nur auf unseren Bett schlafen kann und dann am Ende sein krobchen nicht mehr nutzt. Wenn er bei uns ist funktioniert das mit dem entspannen oft viel besser und er schläft auch länger, manchmal geht er aber selbst wieder vom Bett runter, stellt sich dann davor und fiept uns wieder an, oder er legt sich woanders hin.
 
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Marisol
30. Juli 19:17
Wir haben ihn seit dem er 11 Woche alt ist. Er war bis dahin mit seiner Mutter und Geschwistern zusammen und hat das Zusammenleben kenngelernt. Man hat auch, als wir dort waren gesehen, dass die Mutterhündin die Welpen zurechtgewiesen hat. Wir haben direkt nach seiner Eingewöhnung (ca. 1-2 Wochen, nachdem er bei uns war) angefangen mit den wichtigsten Sachen: draußen Abrufkommando und drinnen, seinen Platz zu kennen und dort zu bleiben, auch wenn wir den Raum verlassen. Das funktioniert auch ganz gut, leider nur solange es im Training ist. Wenn er es im Alltag anwenden soll, haberts noch oft. Wenn er uns direkt folgt schicken wir ihn meistens zurück ins Zimmer oder auf seinen Platz. Wenn er erst nach einer halben Stunde oder so nach kommt lassen wir ihn sich alleine hinlegen.
Dann würde ich noch mehr an Ruhetraining arbeiten, kannst ja mal Deckentraining in die Suchfunktion eingeben. Bietet ihm am besten auch mehr als nur einen Platz an und immer wieder hinschicken wenn er hinterher läuft.

Wir machen zum Beispiel zuhause nichts sondern nur draußen damit zuhause als Ruheort angesehen wird und auch während wir im Homeoffice arbeiten ist absolute Sendepause für die Hunde. Wenn er regelmäßig die Aufmerksamkeit bekommt wird er es immer weiter einfordern und dann auch schlecht zur Ruhe kommen.
 
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Marisol
30. Juli 19:19
Ok danke, dass mit dem Rausgehen haben wir tatsächlich auch schon überlegt. Wir werden auf jeden Fall beides probieren und dann schauen wie es funktioniert, vielen Dank für die Antwort. Welches Alter würde sich denn eignen, damit 3 Runden ausreichen, oder sollte man das individuell entscheiden? Er schläft auch oft mit uns im Bett, aber mit der Bedingung, dass er runter geht wenn wir das fordern, er soll nicht lernen, dass er nur auf unseren Bett schlafen kann und dann am Ende sein krobchen nicht mehr nutzt. Wenn er bei uns ist funktioniert das mit dem entspannen oft viel besser und er schläft auch länger, manchmal geht er aber selbst wieder vom Bett runter, stellt sich dann davor und fiept uns wieder an, oder er legt sich woanders hin.
Ich würde die auch eine Runde mehr einbauen und dann einfach nur einmal ums Eck gehen damit er sich lösen kann. Wir gehen auch mit der ausgewachsenen 4x raus (2x davon nur kurz zum lösen) damit sie einfach entspannt sein kann. Es ist ja auch nicht sonderlich gut für die Blase wenn der Hund dauerhaft und lange anhalten muss
 
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Dogorama-Mitglied
30. Juli 19:19
Ich denke, das ist zum einen von Hund zu Hund unterschiedlich und von ihrem vorleben! Meine beiden ehemaligen strassenhunde gehen nicht im Dunkeln raus, auch die Junge nicht. Und beide können unglaublich lange einhalten, z.b. bei Gewitter, da wollten sie 10 Stunden lang nicht raus. Meine Tochter geht mit ihren beiden Erwachsenen Hunden alle 4-5 Stunden raus.
 
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Angi
30. Juli 19:22
Dann würde ich noch mehr an Ruhetraining arbeiten, kannst ja mal Deckentraining in die Suchfunktion eingeben. Bietet ihm am besten auch mehr als nur einen Platz an und immer wieder hinschicken wenn er hinterher läuft. Wir machen zum Beispiel zuhause nichts sondern nur draußen damit zuhause als Ruheort angesehen wird und auch während wir im Homeoffice arbeiten ist absolute Sendepause für die Hunde. Wenn er regelmäßig die Aufmerksamkeit bekommt wird er es immer weiter einfordern und dann auch schlecht zur Ruhe kommen.
Ja da stimme ich total dazu, dass mit den Deckentraining werden wir uns auf jeden Fall Mal anschauen.

Mir hat Mal jemand gesagt, dass Hunde wenn man ihnen ein Kommando gibt eine Art Erwartungshaltung haben, dass noch mehr Kommandos folgen und sie deshalb nicht zur Ruhe kommen können. Ich weiß nichts inwieweit das stimmt.

Drinnen machen wir nur Suchspiele, bei schlechtem Wetter oder wenn es draußen viel zu heiß für den Hund ist. Sonst ist drinnen kein Training außer alleine bleiben oder eben in sein Körbchen zu gehen.

Ja das mit der Aufmerksamkeit fordern ist uns auch bekannt, deshalb gehen wir nicht immer darauf ein, sonst lernt er ja, dass er immer seine Forderung bekommt.