Hi Svenja
Ich verstehe nur bedingt was es bedeutet "nur ein Hund", er lebt mit mir in einer Wohnung und schläft in meinem Bett, ja. Aber ich hab ihn nicht ständig auf dem Schoß oder rede permanent mit ihm. Wenn ich arbeite und er da ist, dann hat er Sendepause und das weiß er.
Ich mach nicht ständig du du du😂😂
Was für mich gegen die Theorie spricht, dass es speziell mein/e Verhalten/Aufmerksamkeit ist die besonders ist, ist, dass er es auch bei seiner Dogwalkerin macht, denn die hat bei 10-13 Hunden sicher keinen Dauerfokus auf ihm ,vorallem weil 2 ihrer eigenen Hunde dabei sind...
Trotzdem glaube ich, dass es stimmt, dass er mich als Ressource sieht und das automatisch bei allen "seinen auserwählten "Menschen tut. Demnach muss ich üben, dass er ignoriert wird, wenn andere Menschen da sind...
Versuche mal dich selber gut zu beobachten. In den kleinen Momenten zwischendurch.
Ich höre das immer, wenn ich dieses Aufmerksamkeitsthema anspreche genau so wie von dir und ich verstehe das.
Kleines Beispiel. Ich sitze bei einer Dame, deren Pudel es nicht erträgt, wenn sie in einem anderen Raum ist. Sie hat mir versichert, ihm nicht unnatürlich viel Aufmerksamkeit zu schenken und dass er wisse, dass es Zeiten gäbe, in denen er "Sendepause" hat. Ich bitte sie, ihn ins Nebenzimmer ins Körbchen zu schicken und ihm keine Aufmerksamkeit zu schenken.
Wir sprechen weiter. Erst jammert es im Nebenzimmer, dann kommt der Hund herein und schaut sie fordernd an. Was tut sie? Schaut hin und spricht mit ihm 💁🏼♀️
Dann erzählt sie mir, dass er nachts sogar mit zur Toilette kommt. Sie habe das nie verstärkt, würde ihm nur kurz mitteilen, dass alles ok sei, wenn er an der Toilettentür auftaucht und dann gingen sie gemeinsam wieder ins Bett.
Für uns Menschen ist das völlig normal.
Hunde sind aber so nicht. Wenn hier einer meiner Hunde tagsüber in den Garten geht, um zu pinkeln, pennen die anderen einfach weiter.
Es ginge zu weit, eure Beziehung hier analysieren zu wollen, aber vielleicht helfen dir meine Anregungen, euer System zu durchschauen.
Dass er bei der Gassigängerin genauso ist, schließt überhaupt nicht aus, dass der Ursprung seines Verhaltens in einer ungünstigen Bindung an Menschen liegt, deren Voraussetzung seine Persönlichkeit ist, deren Ausprägung aber von der Reaktion der beteiligten Menschen abhängt.
Und: weniger Beachtung und Aufmerksamkeit solltest du unbedingt auch üben, wenn du nicht unter Menschen bist.
Denn genau da liegt ein Denkfehler.