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MELANIE
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Anzahl der Antworten 63
zuletzt 9. März

Erster eigener Hund aus dem Tierschutz- Bitte um Tipps für die Eingewöhnung

Mein Mann und ich sind seit Samstag Besitzer einer ca. 1 Jahr alten Hündin. Ein Labrador Mix aus der Slowakei- ehemaliger Strassenhund. Ich weiss, das Thema wird viel diskutiert, viele schreien wahrscheinlich jetzt auf aber es war nun mal Liebe auf den ersten Blick, und nun ist sie bei uns und wir sind uns bewusst dass es ein langer Weg und viel Arbeit bedeutet. Wir konnten sie in der Pflegestelle vorab besuchen und sie war von Anfang an sehr offen zu uns, ich wurde gleich freudig begrüsst und abgeknutscht ;-) Damit war das Band besiegelt.. Nun ist sie seit 3 Tagen bei uns, lernt uns besser kennen und die ganzen Abläufe. Sie beobachtet alles ganz genau, sie ist bisher kein Angsthund, in unsere Nähe kann sie gut entspannen und vertraut uns schon. Sie ist sehr schmusebedürftig und fordert ihre Streicheleinheiten ein. Wir sind hin und hergerissen zwischen Aufmerksamkeit schenken, Vertrauen aufbauen aber sie jetzt nicht auch schon zu sehr verwöhnen. Zu viel Aufmerksamkeit soll sie ja auch nicht bekommen, nicht dass sie sich daran gewöhnt immer im Mittelpunkt zu stehen. Wenn wir mit anderen Sachen beschäftigt sind, merkt sie auch schon dass sie jetzt nicht dran ist. Sie ist sehr clever konnte nach der Woche in der Pflegestelle schon Sitz machen, dieses haben wir vertieft und schon ein Sitz und bleib beigefügt. Klappt, mit Blickontakt und 5-6 Schritte zurück gehen dann erlösen und komm her Kommando. Sie saugt quasi alles auf, auch die Leckerlies :-) Typisch Labbi. Da wir noch nicht mit ihr Gassi gehen können, hatten es gestern das erste Mal versucht. Sie zieht aber heftig an der Leine und will zu jedem Hund hin und Kontakt aufnehmen, machen wir Tobespiele und Gehorsamübungen in unserem Garten um sie auszulasten. Wir machen uns Sorgen dass wir den Hund ohne Gassirunde und Hundekontakt nicht gerecht werden und sie unglücklich wird. Denke aber dass wir erst einmal noch mehr Bindung aufbauen müssen, um dann das an der Leine laufen und Hundekontakt üben. Habt ihr noch Tipps für uns, wir sind über jeden Rat dankbar. Hundetrainer wird bereits gesucht. Danke euch und viele Grüsse Melanie
 
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Marlene
3. Jan. 08:15
Mein Hund Oscar kommt ursprünglich aus Spanien im Welpenalter. Er war dann vermittelt worden und ca. 1 Jahr später wurde er einfach ausgesetzt. Er ist dann zugelaufen. Er hatte dann am Anfang furchtbare Verlassensaengste. Er hat sich dann aber gut eingelebt. Bitte geben Sie Ihrem Hund die Zeit die er braucht. Er wird es Ihnen danken. 🐾🐕
 
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MELANIE
7. Jan. 21:39
Vielen lieben Dank für die ganzen tollen Tipps und Erfahrungsberichte. Wir machen auch schon kleine Fortschritte :-) Mittlerweile können wir Teilstrecken des Gassiwegs entspannt, mit lockerer Leine gehen. Vorallem wenn sie merkt, es geht wieder zurück nach Hause. Ha Ha Ha.... Es ist auch tagesform abhängig und welcher Hund gerade vor ihr eine Duftspur gesetzt hat. Je nachdem ist sie gut ansprechbar und achtet auf das andere Ende der Leine. Wir üben momentan noch Hundefernsehen auf Distanz, das klappt auch immer besser. Nur wenn der Hund zu nah an uns vorbei geht, bei ihr ist das unter 10 Meter wird ordentlich gebellt und an der Leine gezehrt. Ich habe auch schon an eine eingezäunte Hundewiese gedacht aber ist das eine gute Idee? Wenn sie eh immer schon so super hochgefahren ist, habe auch Angst um die anderen Hunde. Sie spielt halt schon sehr körperbetont und wild. Denke wir üben lieber vorher noch das Abruchsignal und den Rückruf. Ich habe uns in einer Hundeschule für die Junghundgruppe angemeldet. Wenn der Lockdown hoffentlich bald zu Ende ist, bekommt sie dort Hundekontakte. Ich bin mittlerweile auch entspannter geworden, ich kann Paula immer besser einschätzen und sie mich. Wir machen alles Schritt für Schritt mit viel Geduld, Liebe und Leckerlies.
 
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Mirja
8. Jan. 14:10
Stehen bleiben, Richtung wechseln ist alles gut solang es für euch kein (emotionaler) Kampf ist. Macht euch am besten die Leine um den Rumpf so führt ihr mit dem Körper und nicht mit dem Arm welcher unter Dauerbelastung ist. Wenn die Leine unter Dauerspannung ist geht ein Schritt zurück und wartet, eventuell nochmal ein Schritt zurück, wenn der Hund euch anschaut ansprechen und belohnen. Irgendwann merkt euer Hund wie toll es bei euch ist. Nutzt wenn möglich stressfreie Umgebung und achtet darauf ob euer Hund in Angst / Panik ist, ja nie aggresiv (auch emotional) werden damit kann es nur schlimmer werden. Wenn dein Hund aufgeregt auf andere zu geht kann dies auch negativ werden. Geh raus mit ihr und lass sie Hundefernsehen. Erst wenn sie ruhig ist genehmig den Kontakt zu anderen Vierbeiner. Ach ja und zu Hause eine Box als Rückzugort...
Wenn Leine um den Rumpf, dann aber bitte um den Bauch befestigen...ich habe mir immer die Leine um die Schulter gehängt und alle Warnungen, dass das nicht ganz ungefährlich ist, in den Wind geschlagen...hat für mich dann letztendlich mit 'ner gebrochenen Schulter geendet, weil meine Hündin mich umgerissen hat. Ist also nur ein gut gemeinter Rat...😉
 
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Marianne Neichl
8. Jan. 14:35
Hallo
Ich habe schon seit 40 Jahren Hunde. Es gibt keine optimale Lösung, denn jeder Hund ist anders.
Den einzigen Tipp, den ich weiß ist.
Schau auf die Seite von Doguniversity. de
Ich habe schon mit vielen Personen die was von Hunden wissen geredet. Einige sind ebenfalls der gleichen Meinung wie ich.
Es ist eine tolle Sache und ich verstehe die Erziehung meines Hundes ganz einfach. Es muß im Haus gut funktionieren, damit es draußen auch gut klappt. Wenn er im Haus die Regeln nicht kennt, geht es draußen auch nicht.
Schade das ich die Seite erst vor einem halben Jahr gefunden habe.
Vorher hatte ich noch kein Handy. Ob Leinenführung oder die Grenzen setzen, ob Belohnung, Spielen, Trix lernen oder das Verstehen deines Hundes. Es ist verständlich und mit Videos gut anzuschauen.
Ich bin begeistert und kann es jedem empfehlen.
Momentan mache ich den Trickkurs mit meinen beiden Aussis. Die Hälfte haben sie auch schon mit Freude gelernt.
Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg mit eurem Nachwuchs.
 
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Lilly
10. Jan. 16:37
Warten übt man so das sie das Leckerlie an dem Ort wo sie ist bekommt du belhnts sie sonst das sie nervös ist wartet ungeduldig ist und du bekommst sie fürs Kommen nicht fürs Warten ...dazu ein Tierschutz hund ist oft an der Zeit Dinge zu beachten von dem man nicht im Traum daran gedacht hätte.. wichtig ist viel auf hundeplätze gehen und Orte wo sie ohne Leine laufen kann ..vllt solltest du es in betracht ziehen keinen Hunde kontakt an der Leine .. auch hier auf der app eine riesen dikusion zu dem Thema aber damit nimmst du ihr die Erwartungs Haltung vllt kann ich ja ..du musst immer der Puffer sein schwischen hund und Hund dazu nimm vllt ein Leckerlie und mach was anderes ein Teil Kommando vllt wenn Grade möglich auf einen Baumstamm klettern lassen oder einfach nur damit führen je nach Typ Hund ...thema hundetrainer ...probe Stunde sind bei mir umsonst + beratung auch über Zoom möglich
 
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Myriam
11. Jan. 21:25
Hallo Melanie,
wir haben auch seit 10 Monaten eine Hündin aus Rumänien. Davor hatte ich eine Hündin aus Spanien. Eine Angsthündin. Wir beiden durften 16 Jahre miteinander verbringen. Eins weiß ich sicherlich, man darf Tierschutzhunde nicht in Watte packen. Aber sie brauchen auch Zeit anzukommen. Das ist anders als bei Welpen vom Züchter, die noch nie etwas Schlechtes erlebt haben.
Da unsere Rumänin richtig Power hat und wir sie anfangs mit einem Geschirr kaum halten konnten, sind wir erstmal auf eine Retrieverleine umgestiegen. Das klappte schon mal besser. Im Gegensatz zu den ersten 2 bis 3 Monaten dreht sie auch nicht mehr so durch, wenn sie andere Hunde sieht oder andere spannende Sachen. Man kann sie jetzt auch mit Geschirr und Schleppleine ganz gut halten, ohne sofort auf die Nase bzw. Knie zu landen. Zieht sie zu stark, bleibe ich stehen. Aber man braucht Geduld und sie sind immer für eine Überraschung gut 🤦‍♀️
Unsere Nala ist wirklich eine Herausforderung, aber wir lieben sie ohne Ende. Deshalb habt Geduld (fällt mir auch oft schwer) und genießt auch das noch nicht perfekte Zusammenspiel.
Wir üben immer noch den Rückruf. Mal klappt es super, dann wieder überhaupt nicht. Da müssen wir dranbleiben...
Viele Grüße, Myriam
 
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Jelena
11. Jan. 21:33
Hi hi
Mein Dooley, drei Jahre alt (wird geschätzt) ist nun 3.5 Monate bei mir.
Sehr geholfen hat und tut es noch immer ist das Buch „die zweite Chance. Hunde mit Vergangenheit“.
 
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Thorben
5. Feb. 16:06
Und wie läuft das Training😉
 
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Annett
5. Feb. 17:00
Vielen lieben Dank für die ganzen tollen Tipps und Erfahrungsberichte. Wir machen auch schon kleine Fortschritte :-) Mittlerweile können wir Teilstrecken des Gassiwegs entspannt, mit lockerer Leine gehen. Vorallem wenn sie merkt, es geht wieder zurück nach Hause. Ha Ha Ha.... Es ist auch tagesform abhängig und welcher Hund gerade vor ihr eine Duftspur gesetzt hat. Je nachdem ist sie gut ansprechbar und achtet auf das andere Ende der Leine. Wir üben momentan noch Hundefernsehen auf Distanz, das klappt auch immer besser. Nur wenn der Hund zu nah an uns vorbei geht, bei ihr ist das unter 10 Meter wird ordentlich gebellt und an der Leine gezehrt. Ich habe auch schon an eine eingezäunte Hundewiese gedacht aber ist das eine gute Idee? Wenn sie eh immer schon so super hochgefahren ist, habe auch Angst um die anderen Hunde. Sie spielt halt schon sehr körperbetont und wild. Denke wir üben lieber vorher noch das Abruchsignal und den Rückruf. Ich habe uns in einer Hundeschule für die Junghundgruppe angemeldet. Wenn der Lockdown hoffentlich bald zu Ende ist, bekommt sie dort Hundekontakte. Ich bin mittlerweile auch entspannter geworden, ich kann Paula immer besser einschätzen und sie mich. Wir machen alles Schritt für Schritt mit viel Geduld, Liebe und Leckerlies.
Ich finde die Hundewiese gar nicht so schlecht, es sollte aber gut geplant sein. Ich würde mich verabreden mit Haltern, die gut sozialisierte, verträgliche und möglichst gleichgroße Hunde ( keine wesentlich kleineren) haben. Diese Hunde werden deinen Hund zurechtweisen, wenn er sie zu heftig bedrängt und zu körperbetont spielt. Da begreift er es am schnellsten. Voraussetzung ist, die Leinen sind ab.
 
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MELANIE
2. März 21:57
Und wie läuft das Training😉
Mal ein kleiner Zwischenbericht. Mittlerweile klappt es schon viel besser mit dem Gassi gehen. Wenn ich daran denke wie es am Anfang war da haben wir schon grosse Fortschritte gemacht. Sie zieht jetzt nur noch zeitweise stark, besonders am Anfang der Gassirunde. Ich kann sie aber mit stehen bleiben und ermahnen langsamer zu gehen, gut wieder runter fahren. Ich hatte jetzt schon Sitationen wo die Leine so locker war und sie hinter mir lief dass ich richtig einen Schreck bekommen habe und dachte der Hund ist weg 🤣 Ganz neues Gefühl. Wir haben zu Hause ordenlich Übungen gemacht, Klassiker mit Sitz, Platz, Bleib. Auf einem Feld haben wir die letzten Wochen den Rückruf an der Schleppleine trainiert und sind auch schon auf eingezäunten Hundewiesen gewesen. Die kleine hat das alles super gemacht und sie hat sich jedes Mal abrufen lassen....ich bin sehr erstaunt wie schnell sie das verstanden hat und dass es bisher sehr gut klappt. Im Hundeauslauf ist sie sehr kontaktfreudig und rennt zu jedem hin und will spielen und toben. Dabei ist sie manchen Hunden zu aufdringlich und sie wird dann ermahnt und zurecht gewiesen. Das wird von ihr dann schnell aktzeptiert und sie rennt fröhlich zum nächsten 😁 Also im Freilauf ist sie sehr sozial aber an der Leine wird gepöpelt. ( Mittlereweile nur noch grössere Hunde, bei kleinen ist sie nur hibbelig, bellt aber nicht) Denke wir müssen noch an der Frustationstoleranz arbeiten damit sie es aushält nicht zu jedem Hund hin zu können.