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Natalia
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Anzahl der Antworten 15
zuletzt 15. Okt.

Erfahrungsaustausch: Tierschutzhund aus Rumänien / Extreme Unsicherheit, Gassi-Routinen & Besuch 🐾

Hallo zusammen!
Ich suche den Austausch mit Halterinnen und Haltern, die ebenfalls einen Hund aus dem rumänischen Tierschutz haben und ähnliche Herausforderungen kennen.

Unser Rüde kam mit ca. 4 Monaten zu uns und ist mittlerweile 4 Jahre alt. Er ist ein wunderbarer Begleiter und wir haben in den letzten Jahren gelernt, gut aufeinander einzugehen – aber sein Rucksack aus der Welpenzeit prägt unseren Alltag nach wie vor stark:

Extreme Schreckhaftigkeit & Reize:
Er reagiert super sensibel auf plötzliche Geräusche, Bewegungen oder Veränderungen in der Umgebung (selbst das Aufschütteln oder Falten einer Decke kann ihn total verunsichern).

Spaziergänge & Routinen:
Bei uns muss fast alles exakt nach Routine ablaufen. Er braucht absolut bekannte Wege (am besten Parkwege mit gutem Überblick und wenig dichtem Gebüsch an den Seiten), weil alles Unbekannte ihn extrem verunsichert. Spaziergänge sind für uns daher oft ein sehr durchgeplanter Weg.

Begegnungen draußen:
Wenn ich alleine mit ihm unterwegs bin, ist seine erste Reaktion bei Hundebegegnungen oft Anbellen – reine Unsicherheit, die von außen aber leider schnell als Aggression abgestempelt wird. (Spannenderweise ist er bei Petsittern im Rudel völlig problemlos, weil er sich dort anpasst!)

Besuch & Handwerker:
Besuch oder Handwerker im Haus sind eine echte Hürde – selbst private Trainingsstunden haben da bisher keinen Durchbruch gebracht. Mittlerweile haben wir eine Management-Lösung gefunden: Er wird im hinteren Teil der Wohnung (mit Zugang zu Wasser, Futter und dem Schlafzimmer als sicherem Rückzugsort) separiert und wir hängen eine Decke über das Gitter, damit er möglichst wenig mitbekommt und zur Ruhe kommt.

Mir ist bewusst, dass Straßen- und Tierschutzhunde eine ganz eigene Geschichte mitbringen. Manchmal wünsche ich mir einfach den Austausch mit Gleichgesinnten, die genau wissen, wie sich dieser Alltag anfühlt:

Habt ihr es bei solchen Angst- und Unsicherheitshunden geschafft, ihnen draußen (z. B. bei neuen Wegen oder Hundebegegnungen) mehr Sicherheit zu geben? Gibt es da Kniffe?

Wie handhabt ihr das Thema Besuch langfristig bei euch zu Hause?

Ich freue mich sehr über eure ehrlichen Erfahrungen und einen wertschätzenden Austausch!

Liebe Grüsse Natalia und Nero
 
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Das A-Team
14. Okt. 14:42
Dein Hund wird von der Grundpersönlichkeit her so bleiben, dass muss man so aktzeptieren.
Dennoch kann man seinen Hund unterstützen.
Wichtig ist seinen Hund immer mit Ruhe und Verständnis durch den Alltag zu begleiten. Bleib ruhig, egal wie hektisch Nero ist, du musst sein Anker sein wenn er nicht weiter weiß.

Routinen sind wichtig, viel Ruhe, die möglichkeit Stress abzubauen und auch die Ernährung kann eine nicht zu unterschätzende Wirkung haben.
Am allerwichtigsten ist das du die Bedürfnisse deines Hundes kennst und diese zum Beispiel auf einem Spaziergang berücksichtigst, zb die Individualdistanz. Manage allmögliche Situationen zu Gunsten deines Hundes das gibt ihm Sicherheit und Orientierung an dir.

Wir sind gerade mit unserem Hund ebenfalls aus dem Rumänischen Tierschutz im Urlaub und trotz derselben beschriebenen Defizite wie Nero, klappt es gut.
 
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Natalia
14. Okt. 15:09
Dein Hund wird von der Grundpersönlichkeit her so bleiben, dass muss man so aktzeptieren. Dennoch kann man seinen Hund unterstützen. Wichtig ist seinen Hund immer mit Ruhe und Verständnis durch den Alltag zu begleiten. Bleib ruhig, egal wie hektisch Nero ist, du musst sein Anker sein wenn er nicht weiter weiß. Routinen sind wichtig, viel Ruhe, die möglichkeit Stress abzubauen und auch die Ernährung kann eine nicht zu unterschätzende Wirkung haben. Am allerwichtigsten ist das du die Bedürfnisse deines Hundes kennst und diese zum Beispiel auf einem Spaziergang berücksichtigst, zb die Individualdistanz. Manage allmögliche Situationen zu Gunsten deines Hundes das gibt ihm Sicherheit und Orientierung an dir. Wir sind gerade mit unserem Hund ebenfalls aus dem Rumänischen Tierschutz im Urlaub und trotz derselben beschriebenen Defizite wie Nero, klappt es gut.
Vielen herzlichen Dank für diesen tollen Austausch! Es tut so gut zu lesen und macht Mut zu sehen, dass mit Geduld auch irgendwann Urlaub mit einem Tierschutzhund möglich ist. Ich akzeptiere Nero genau so, wie er ist – er gibt mir so unendlich viel, und jede Anpassung in meinem Leben ist es mir wert. Er ist mein treuer Begleiter, mein Seelenhund. Wenn die Abläufe stimmen, ich ruhig bleibe und er sich an mir orientieren kann, sehen wir fortlaufend kleine Verbesserungen. Ich hoffe sehr, dass wir irgendwann so weit sind, dass wir gemeinsam entspannt in den Urlaub fahren können. Schon eine gemeinsame Wanderung wäre für mich ein riesiger Traum, den wir hoffentlich eines Tages hinkriegen! 🐾❤️
 
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Das A-Team
14. Okt. 15:18
Vielen herzlichen Dank für diesen tollen Austausch! Es tut so gut zu lesen und macht Mut zu sehen, dass mit Geduld auch irgendwann Urlaub mit einem Tierschutzhund möglich ist. Ich akzeptiere Nero genau so, wie er ist – er gibt mir so unendlich viel, und jede Anpassung in meinem Leben ist es mir wert. Er ist mein treuer Begleiter, mein Seelenhund. Wenn die Abläufe stimmen, ich ruhig bleibe und er sich an mir orientieren kann, sehen wir fortlaufend kleine Verbesserungen. Ich hoffe sehr, dass wir irgendwann so weit sind, dass wir gemeinsam entspannt in den Urlaub fahren können. Schon eine gemeinsame Wanderung wäre für mich ein riesiger Traum, den wir hoffentlich eines Tages hinkriegen! 🐾❤️
Das glaube ich dir.
Ich habe auch gedacht mit Training und Desensibilisierung wird das, und "geht weg".
Aber in manchen Hunden ist das eben auch drin. Stichwort: Genetik.
Wenn du Nero als Welpe bekommen hast, heißt das nicht das man ihn noch Sozialisieren kann.
Wenn die Mutter zb auf der Straße lebte hat sie das schon vom Mutterleib an, an die Welpen gegeben, ebenso bei der Aufzucht.
Die Mutter bereitet ja ihre Welpen auf die Umgebung vor in der sie leben.

Man muss, und findet auch Kompromisse seinem Hund zu liebe.
Wir fahren zb außerhalb der Saison in Urlaub.

Es ist ja auch so man kann nicht alles negatives vom Hund fern halten.
Nicht alle Situationen sind kontrollierbar.
Bewältigbarer Stress ist auch förderlich und kann den Hund vorran bringen, bzw euch, wenn Nero zb merkt das er das mit dir bewältigen kann.

Ich freue mich das du ihn dennoch liebst und ein Zuhause gibst.
Ich weiß wie "nervig" diese zimperlein sein können.
 
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Natalia
14. Okt. 15:25
Das glaube ich dir. Ich habe auch gedacht mit Training und Desensibilisierung wird das, und "geht weg". Aber in manchen Hunden ist das eben auch drin. Stichwort: Genetik. Wenn du Nero als Welpe bekommen hast, heißt das nicht das man ihn noch Sozialisieren kann. Wenn die Mutter zb auf der Straße lebte hat sie das schon vom Mutterleib an, an die Welpen gegeben, ebenso bei der Aufzucht. Die Mutter bereitet ja ihre Welpen auf die Umgebung vor in der sie leben. Man muss, und findet auch Kompromisse seinem Hund zu liebe. Wir fahren zb außerhalb der Saison in Urlaub. Es ist ja auch so man kann nicht alles negatives vom Hund fern halten. Nicht alle Situationen sind kontrollierbar. Bewältigbarer Stress ist auch förderlich und kann den Hund vorran bringen, bzw euch, wenn Nero zb merkt das er das mit dir bewältigen kann. Ich freue mich das du ihn dennoch liebst und ein Zuhause gibst. Ich weiß wie "nervig" diese zimperlein sein können.
Vielen herzlichen Dank für diese Zeilen – das spricht mir so unglaublich aus der Seele und ist eins zu eins wie bei Nero! Es tut so gut zu lesen, dass es nicht nur mir so geht und man hier eine Gleichgesinnte findet.

Ich merke auch, dass manche Verhaltensweisen einfach tief in ihm drin sitzen. Da wir im Erdgeschoss wohnen, kriegt er zum Beispiel jede Bewegung draußen auf dem Sitzplatz mit. Ich habe extra überall Sichtschutzfolien an den großen Glastüren angebracht, damit er etwas zur Ruhe kommt und nicht ganz so gestresst ist – und trotzdem entgeht ihm fast keine Bewegung.

Aber du hast so recht: Ich passe mich gerne an, weil er mir so viel gibt und er einfach etwas länger braucht. Ich sehe die positiven Schritte, und wir sind dankbarerweise ein richtig gutes Team geworden. Ich spüre ihn, kann seine Körpersprache ziemlich gut lesen, und er kommuniziert auch sehr klar mit mir. Ich würde ihn trotz allem immer wieder wählen und das ganze auf mich nehmen. Es macht Mut zu lesen, wie du das handhabst!
 
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Das A-Team
15. Okt. 06:58
Vielen herzlichen Dank für diese Zeilen – das spricht mir so unglaublich aus der Seele und ist eins zu eins wie bei Nero! Es tut so gut zu lesen, dass es nicht nur mir so geht und man hier eine Gleichgesinnte findet. Ich merke auch, dass manche Verhaltensweisen einfach tief in ihm drin sitzen. Da wir im Erdgeschoss wohnen, kriegt er zum Beispiel jede Bewegung draußen auf dem Sitzplatz mit. Ich habe extra überall Sichtschutzfolien an den großen Glastüren angebracht, damit er etwas zur Ruhe kommt und nicht ganz so gestresst ist – und trotzdem entgeht ihm fast keine Bewegung. Aber du hast so recht: Ich passe mich gerne an, weil er mir so viel gibt und er einfach etwas länger braucht. Ich sehe die positiven Schritte, und wir sind dankbarerweise ein richtig gutes Team geworden. Ich spüre ihn, kann seine Körpersprache ziemlich gut lesen, und er kommuniziert auch sehr klar mit mir. Ich würde ihn trotz allem immer wieder wählen und das ganze auf mich nehmen. Es macht Mut zu lesen, wie du das handhabst!
Gerne. Nun gehe ich noch auf deine Fragen ein. 😅

Was die Unsicherheiten bei neuen wegen angeht ist bei Dracu nur in Ortschaften schlimm ausgeprägt.
Dinge, die nicht vorhersehbar sind und Kontrollverlust bedeuten wie plötzlich kommende Menschen, vielleicht noch Autos und Hundebellen und dann noch alles gleichzeitig überfordern Dracu.
Ich gebe ihm so gut es geht Raum, spreche ihm freundlich zu und ich Stelle mich zwischen den Reizen als Puffer. So manage ich das.
Wenn machbar schmeiße ich etwas sehr leckeres vom Reiz weg zum suchen. Schnüffeln und Bewegung kann Stress abbauen.
Exploratives, also eigenständig neugierige Initiative lobe ich immer.
Wichtig ist daß er postive Dinge in diesen Gegenden erlebt.

Im Urlaub ist es für Dracu die Rettung auf engen Wanderwegen den entgegen kommenden Menschen auszuweichen in dem ich sage "hoch" , ich suche dann Vorsprünge, hänge wo er hoch kann, dass hilft ihm sehr.
Wenn Dracu vorne weg läuft lobe ich freundlich jeden Blick, jedes Ohrendrehen zu mir. Auch bei hohen Stress lobe ich jede Kontaktaufnahme zu mir, ich signalisiere ihm damit das ich da bin, dass er alles richtig macht.
(Wie im Video)

Bei Besuch Zuhause lasse ich Dracu entscheiden wie er ausweichen möchte. Meist ist es das Schlafzimmer und er kann entscheiden wann er sich bereit fühlt.
Längerfristigen Besuch, also mit übernachten ist bei uns nicht der Fall.

Ich hoffe es melden sich noch weitere für einen Austausch.