Yaco , Hund aus dem spanischen Tierschutz, ist auch so gestrickt. Kinder sind okay, Frauen sind gute Menschen, Männer gegenüber sehr misstrauisch bis aggressiv. Insbesondere, wenn Männer sich Frauen gegenüber schlecht benehmen schützt er sehr.
Trotz allem muss man SEHR genau hinschauen was in jeder einzelnen Situation die Ursache der Aggressivität ist. Bei uns gilt: Knurren ist erlaubt und wird belohnt (verbal) als Form der hündischen Kommunion. Es ist die höfliche Bitte um Abstand. Dieser Bitte gehe ich immer und sofort nach. Im Anschluss ist es meine Aufgabe dem Hund mein Anliegen so zu vermitteln, dass er es annehmen kann.
Nach vorne gehen, schnappen, Hand etc in den Fang nehmen wird nicht toleriert.
Bei Yaco ist 90% der aggressiven Reaktion Angst. Er hat die Situation nicht verstanden, kann es nicht einordnen, ist besorgt, dass man ihm weh tut, hat Angst die Kontrolle über sein persönliches Wohl zu verlieren. In der Situation hilft bei uns Rückzug, dem Hund Raum geben. Langsam Bewegen, z.B. Platz machen lassen, damit er einen Keks bekommen kann. Dann sehr viel langsamer die Situation wieder angehen, diesmal sehr viel kleinschrittiger.
In anderen Situationen ist es eher schon so, dass er mit Knurren und Drohen mich (Frauchen) besonders meinem Mann gegenüber verteidigt und schützt. In dem Fall kommt unser Entspannungsignal zum Einsatz, ich unterbinde es aber auch verbal. Droht er sehr nachhaltig, wird die Situation sofort so oft geübt, bis es gut ist. Z.B. mein Mann kommt zum Sofa, will mir einen Kuss geben, Yaco versucht uns zu trennen, knurrt meinen Mann an und droht. Ich schiebe Yaco weg, sage das Entspannungssignal. Das wird so oft wiederholt bis Yaco Ruhe gibt. 🥳
Selten gibt es Situationen, in denen bei Yaco der Terrier durchkommt, in denen ich ihn tatsächlich begrenzen muss. Das ist aber wirklich die Ausnahme.
Alles geschieht bei uns freundlich, fröhlich und ohne Druck. Wenn ich Druck aufbaue, erwarte, dass Yaco funktioniert, ärgerlich bin, dann kann ich sicher sein, dass es eskaliert.
Sinnvoll ist in jedem Fall, dass der Hund eine Decke, einen Rückzugsort hat, an dem er sich sicher und geborgen fühlt. Es hilft dem Hund etwas zu Kauen oder zu Schlecken anzubieten, da Hunde damit ihre Emotionen regulieren können.
Einen Trainer würde ich unbedingt einschalten, aber unbedingt jemanden, der sich mit Tierschutzhunden und Angsthunden auskennt!